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Musiker Magazin 4/2018 | 1/2019

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Musiker-News, Deutscher Rock & Pop Preis 2018 – Gewinner und Festivalrückblick; Deutscher Rock & Pop Preis 2019 – Anmeldung; Sophia. – »Meine Musik begründet sich komplett auf dem Inhalt des Textes«; Betty Gee – »I love to s(w)ing for you«; Alexandra Lomkina – »Du und ich«; OMNITAH – »Man muss den Mut haben, etwas zu wagen, ohne zu wissen, was es bringt«; Razzmattazz – Ass-kickin Hard Rock; Corny Held – Singer-Songwriterin und Multiinstrumentalistin; Schamanisches Leben – Interview mit Janine Jabs; SteilFlug – Deutschsprachige Rockmusik aus Trier; Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 13: John Mayall – The Godfather of British Blues (Teil 1; Das Urheberrecht bei Musik – Wer ist Inhaber einer Melodie? Public Domain Day: Diese Werke sind seit Neujahr gemeinfrei; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

46 STORIES net. Als ihm

46 STORIES net. Als ihm 1962 Mayalls Blues Syndicate mit dem späteren Fleetwood-Mac-Bassisten John McVie auffiel, ermutigte er Mayall zu Auftritten in London. 1963 spielte Mayall unter dem Namen John Mayall and the Bluesbreakers im berühmten Marquee Club, der damals dem 1930 geborenen und heute noch auftretenden Jazz- Posaunisten Chris Barber gehörte. Barber nahm seinerseits in der Anfangszeit des britischen Blues eine wichtige Rolle ein, sodass man ihn durchaus zu den „founding fathers“ des britischen Blues zählen kann. Wäre Korner nicht schon Anfang 1984 verstorben, wäre er wohl auch ein An wärter auf „Godfather of the British Blues“ ge wesen. Denn in Korners Bands spielten ebenfalls Rockmusiker, die heute Weltstars der Rock musik sind. Im Mai 1964 erschien die erste Single der Bluesbreakers „Crawling Up A Hill/Mr. James“, die weitgehend unbeachtet blieb. Damals be - stand die Band aus Mayall, McVie, Bernie Watson (Gitarre) und Marvin Hart (Drums). Watson wurde bald durch den versierten Nachfolger Roger Dean ersetzt und Hart durch Hughie Flint. In dieser neuen Besetzung wurde Dezember 1964 die erste Bluesbreakers-LP „John Mayall Plays John Mayall“ live in dem West Hampsteader Klub Klooks Kleek unweit der Decca-Aufnahmestudios aufgezeichnet. Korner steuerte die Liner Notes für das Album bei, das bei dem Label Decca erschien, bei dem Mayall für die nächsten Jahre unter Vertrag stand. Mayall und seine Band waren mit ihrer Mischung aus Mayall-Songs und gecoverten »Seine Bands brachten Musiker hervor, die international bekannt wurden. Etwas gehässig heißt es von ihm, seine Bands immer dann aufgelöst zu haben, wenn seine Mitstreiter besser als er gespielt hätten.« Songs solcher Blues-Größen wie Sonny Boy Williamson und John Lee Hooker eine Attrak tion. Das brachte den Bluesbreakers im Frühjahr 1964 das Engagement als Begleitband für John Lee Hookers Tour durch britische Clubs ein. Hooker gilt heute als eine der Blues-Ikonen schlechthin. Die dreiwöchige Tournee des Blues - musikers T-Bone Walkers durch Großbritannien im März 1965 unterstützten die Bluesbreakers ebenso. Walker war bekannt für seine ungewöhnlichen Live-Auftritte, sein Song „Stormy Monday“ aus dem Jahr 1947 ist bis heute einer der Blues-Klassiker schlechthin und von großer Bedeutung für die Bluesrock-Gitarre. Gitarrist Dean war bald kein Bluesbreaker mehr und ist damit ein frühes Beispiel für den häufigen Musiker-Wechsel bei Mayall. Gegen Ende der Walker-Tournee wollte Mayall den Yardbirds- Gitarristen Eric Clapton als Ersatz für Dean ge - winnen. Nach einigem Zögern schloss Clapton sich den Bluesbreakers im April 1965 aus seiner Vorliebe für den Blues an. Mitte August des Jahres erschien mit Clapton die Bluesbreakers- Single „I’m Your Witchdoctor/ Telephone Blues“. Aber schon im Herbst verabschiedete er sich, um mit The Glands an einer „Welttour des Blues“ teilzunehmen. Nachdem der Start in Griechen - land kläglich gescheitert war, kehrte Clapton im November 1965 reumütig zu Mayall zurück. Mit ihm wurde das bahnbrechende Beano-Album „Bluesbreakers. John Mayall With Eric Clapton“ aufgenommen, das mit innovativer Gitarren tech - nik, fabelhaftem Gitarrenspiel und ausgezeichneten Songs weg weisend für den Bluesrock und den im folgenden Jahr aufkommenden britischen Blues-Boom war: ein Klassiker, der sich ausgezeichnet verkaufte und bis heute nichts an Frische verloren hat. Noch bevor das Beano-Album Ende Juli 1966 auf den Markt kam, stieg Clapton endgültig bei Mayall aus. Der Drummer Ginger Baker, der Bassist Jack Bruce, kurzzeitig auch ein Blues - breakers-Mitglied, und Clapton gründeten Cream, die als erste Supergruppe des Blues - rocks Musikgeschichte schrieb. 1977 war Mayalls LP „Primal Solos“ erhältlich, unter anderem mit Live-Aufnahmen von 1966, auf denen Bruce und Clapton gemeinsam zu hören sind. Claptons Nachfolger wurde Peter Green, der für Clapton bereits während dessen Griechenland- musiker Magazin 4/18 | 1/19

STORIES 47 Abenteuers eingesprungen war. Green erwies sich ebenso als Ausnahmegitarrist, mit dem im Herbst 1966 die dritte Bluesbreakers-LP „A Hard Road“ entstand. An Originalität und Spannung stand sie dem Vorgänger-Album in nichts nach. Erfreulicherweise veröffentliche Mayall 2015 und 2016 bei Forty Below Records zwei CDs mit Tonbandmitschnitten eines Fans aus der Zeit mit Green, die trotz der eingeschränkten Aufnahmequalität zeigen, warum diese Bluesbreakers-Formation ein Publikumsmagnet war. Ebenfalls in dieser Zeit entstand mit dem damals berühmten Bluesharp- Spieler Paul Butterfield die EP „John Mayall’s Bluesbreaker With Paul Butterfield“, die mittlerweile zum Bonusmaterial der wiederveröffentlichten CD „A Hard Road“ gehört. Im Juni 1967 verließ auch Green Mayall und gründete die legendäre Bluesband Peter Greens Fleet - wood Mac mit McVie und Mick Fleetwood. Gleichsam aus dem Stegreif konnte Mayall als Ersatz den jungen Gitarristen Mick Taylor gewinnen. Dieser hatte sich 1966 angeboten, bei einem Live-Auftritt auszuhelfen, als Clapton zu diesem nicht erscheinen konnte. Taylor überzeugte Mayall mit seiner Gitarrentechnik und musikalischen Reife. Somit war Taylor Mayalls erste Wahl. Mit ihm entstand ein weiteres herausragendes Album, das im Oktober 1967 als „Crusade“ erschien und Taylors Licht scheinen lässt. Im häufigen Wechsel der Band - mitglieder bei Mayall blieb Taylor eher eine Konstante. Er spielte bei den Live-Aufnahmen der beiden LPs „Diary Of A Band“ Volume 1 und »Die Beständigkeit bei den Bluesbreakers blieb der Wechsel. Unverdrossen reorganisierte Mayall mit Taylor seine Band, die nun für viele Jahre nicht mehr Bluesbreakers hieß, weil Mayall künftig nur noch seinen Namen allein verwendete.« 2 die Lead-Gitarre. Als die Alben 1968 auf den Markt kamen, war Mayall jedoch praktisch auf sich selbst gestellt. Doch auch als Einzel - kämpfer, der fast alle Instrumente selbst spielte, gelang Mayall mit „The Blues Alone“ 1967 ein faszinierendes Album mit ge lungenen Kom po - sitionen. Mayalls nächster Schritt nahm sich wahr haft progressiv aus. Mit glieder der nun wieder kopfzahlmäßig umfangreichen Band waren unter anderem Taylor als Lead-Gitarrist, der Saxophonist Heckstall-Smith, der Drummer John Hiseman – beide von der Graham Bond Organization gekommen – und der Bassist Tony Reeves. Mit ihnen entstand 1968 das Bluesrock- Jazz-Album „Bares Wires“ mit der Bare Wires Suite im Zentrum, Mayalls erster LP-Erfolg in den USA. Die Beständigkeit bei den Blues - breakers blieb der Wechsel. Denn schon bald gründeten Heckstall-Smith, Hiseman und Reeves mit dem Keyboarder Dave Greeslade und dem Gitarristen James Litherland die Jazzrock-Band Colosseum, die bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1971 enorme Erfolge feiern konnte. Unverdrossen reorganisierte Mayall mit Taylor seine Band, die nun für viele Jahre nicht mehr Bluesbreakers hieß, weil Mayall künftig nur noch seinen Namen allein verwendete. 1968 ließ er als zweite LP innerhalb eines Jahres sein herausragendes Album „Blues From Laurel Canyon“ folgen, in dem er seine Eindrücke während seines US-Aufent haltes schildert, die dazu führten, dass Mayall schon bald in den kalifornischen Laurel Canyon übersiedelte. Dort hatte er die damals populäre Bluesband Canned Heat kennengelernt und im November für deren Parthongenesis-Zyklus der Doppel-LP „Living The Blues“ den Sänger Bob Hite kom petent am Piano begleitet. Auf „Blues From Laurel Canyon“ spielt ein letztes Mal Peter Green die Lead-Gitarre des Stücks „The Bear“. Darin geht es um Hite und Canned Heat. Danach endeten Mayalls Vertrag mit Decca und für viele Jahre seine Zusammen arbeit mit Taylor. Dessen Fähigkeiten hatten die Rolling Stones aufhorchen lassen, die ihren Gitarristen Brian Jones ersetzen mussten. Taylor blieb bis 1974 bei den Stones. Decca veröffentlichte eine Reihe von Mayall-Samplern („So Many Roads“, „Looking Back“ – in mehreren Versionen – und „Thru The Years“) mit Singles-Tracks und Session-Outtakes, die bislang nicht auf Alben 8 4/18 | 1/19 musiker Magazin

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