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Musiker Magazin 2/2019

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FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2019 – Konzept und Anmeldung; STORIES: Axel Nagel – Sänger, Gitarrist, Performer; TICKET TO HAPPINESS – »Mitreis(s)en lassen«; FRIEDRICH CHILLER – »So alltäglich und so dada wie das Leben«; JUST DUTY FREE – »Gute Live-Musik ist keine Einzelleistung«; ÖTTE – »Es ist nie zu spät, noch mal durchzustarten«; Conny Conrad – Über 40 jahre führte er ein spannendes Doppelleben; Die Historie der Rock- & Popmusik – Teil 13: john Mayall – The Godfather of British Blues (Teil 2); Lee’Oh – Eine Stimme wie schwarzer, frischer Espresso; EDDy & THE BACKFIRES – Seit zwei jahrzehnten erfolgreich on the road!; OCHMONEKS – Die Hymnen-Experten aus Düsseldorf; Moonshine Records – The 1950’s Recording Studio MUSIK & RECHT: Die Urheberrechtsreform –Welche Auswirkungen hat sie auf die kreativen Musikurheber und Musiker/-innen in Europa?; MUSIKBUSINESS: Mit Musik auf youTube Music Einnahmen erzielen; RUBRIKEN: Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

22 STORIES So

22 STORIES So alltäglich und so dada wie das Leben FRIEDRICH CHILLER VALENTIN SCHULZ • Vocals, E-Bass PHILIPP SCHENDERA • E-GitarrE MARKUS LÄMMEL • Drums FRIEDRICH CHILLER „Cloud Pop“ VÖ: 29. MÄRZ 2019 FRIEDRICH-CHILLER.DE Ein leicht verstrahltes Samstagmorgenblinzeln. Den Club-Beat noch in den Beinen, ertappst du deine Synapsen, wie sie sich verselbstständigen und buntestes Kopfkino anwerfen … Genau diesen Moment verkörpert die Newcomer-Band FRIEDRICH CHILLER aus Dresden. Der junge Sound und die bildreichen, deutschsprachigen Rap-Lyrics der Band scheinen am Trommelfell zu fluoreszieren. MM: Euer aktuelles Album „cloudpop“ klingt anders als die EP „Wunschinsel“ von 2017. Warum der Stilwechsel? ValEntin: ich wollte mich beim schreiben durch nichts einschränken und hab einfach musik produziert, die ich in dem moment cool fand und ge spürt hab. Dadurch gab es keine tabus, was dazu geführt hat, dass sich unser stil stetig weiterentwickelt. MM: Wie entstehen eure Songs? ValEntin: meistens habe ich eine idee, die mir beim Bahnfahren, im Fahrstuhl oder im Kino einfällt. Das schreib ich mir auf und schmücke das bei mir zu Haus im „G-street studio“ zu einem vorproduzierten song aus. Das dauert machmal zwei Wochen und manchmal nur drei tage. meistens bin ich in dieser Zeit komplett im tunnel und mache nichts anderes. Wir checken an - schließend zu dritt Details aus oder verändern noch ganze songstrukturen. Bei dem song „tieZ“ zum Beispiel hat markus den Drum-Beat kreiert. Der hat sich dann bewährt! MM: Worauf achtet ihr beim Texten? Welche Messages sind euch wichtig? ValEntin: ich finde Plakativität gut, liebe aber auch Wortspiele, metaphern und anspielungen. „masel tov“ ist zum Beispiel voll davon. mitunter tauchen in unseren texten Konsumkritik und linkes ideengut auf. ich hoffe aber auch, mit unserer musik das thema Drogen, insbesondere cannabis, gesellschaftsfähiger zu machen. MM: Euer Album habt ihr mit dem österreichischen Produzenten Adam Zebo (u. a. Bilderbuch) aufgenommen. Wie kam der Kon takt zustande? ValEntin: Wir sind krasse „Bilderbuch“-Fans und haben gewusst, dass Zebo adam und alex tomann diese produziert haben. Daraufhin hab ich Zebo auf Facebook angeschrieben, zwei Demos angehangen und er war sofort am start. alex hat dann auch das mixing gemacht. MM: Was habt ihr mit Falco gemein? ValEntin: Für uns ist es immer wichtig, einen modernen Bandsound zu zelebrieren und die musiker Magazin 2/2019

23 musik durch verschiedene Verschmelzungen weiterzutreiben. Für uns war Falco ein re vo lu - tionär in der Popmusik. Da kann man sich schon mal eine scheibe abschneiden und den Vibe, der von ihm ausging, weiterleben. sein rap ist funky und einzigartig. Bei „Blauer Honig“ wird mir hin und wieder gesagt, dass der rap nach Falco klingt. ich freu mich dann immer, weil das harte Pumpen seiner songs in dieser Zeit wohl etwas abgefärbt hat. MM: Wer kümmert sich bei euch um das Booking? ValEntin: Das macht „soundsgood“. Ein junges Booking-Duo aus Karlsruhe. Früher haben wir das selbst gemacht. Da die Jungs aber sowieso viel bessere connections haben, kann man sich so besser aufs musikmachen konzentrieren. MM: Ihr tretet live mit Auto-Tune auf. Warum? MM: Mit was für Leuten umgebt ihr euch in eurer Freizeit? Welche Charakter eigen schaf - ten sind euch wichtig? ValEntin: Ein witziger, entspannter umgangs ton ist uns wichtig, dass es flache Hierarchien gibt und dass man sich selbst nicht so ernst nimmt. MM: Was sind eure weiteren musikalischen Ziele? MM: Wie ist es, als deutsche Band in Öster - reich zu spielen? ValEntin: Echt entspannt. ich glaube dahingehend nicht wirklich an Grenzen. man wird herzlich behandelt und dann geht es eigentlich auch nur noch um die musik. Woher die ist, ist egal. Wie achim Funk – Produzent von sHacKE onE mal meinte: „Hauptsache der Beat zeckt.“ ValEntin: auto-tune ist ein einzigartiger Effekt. ob es einem gefällt oder nicht ist eine andere Frage. ich verstehe nicht, wieso man sich davor aus Prinzip verschließen sollte. als leo Fender die erste E-Gitarre auf den markt gebracht hat, gab es sicher auch Gegner, die gemeint haben, dass das nicht mehr real ist. „solidarität“ ist ein song, da ist auto-tune die ganze Zeit an. Funk - tio niert nicht ohne, haha! ValEntin: Wir wollen immer unsere eigenen songs feiern können. Das heißt: sich bloß nicht einer musikindustrie unterjochen. ob das nun be - deutet, dass wir arm und unbekannt sterben oder Festivalsaisons spielen und groß rauskommen, wissen wir nicht. letzteres wäre aber schon cooler. intErViEW: RONJA RABE Fotos: FABIAN CATONI 2/2019 musiker Magazin

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