Aufrufe
vor 7 Monaten

Musiker Magazin 1/2021

  • Text
  • Gibbons
  • Damals
  • Deutschen
  • Bestes
  • Bester
  • Zeit
  • Album
  • Magazin
  • Musik
  • Musiker
Das Musiker Magazin berichtet über aktuelle Themen der Rock- und Pop-Musikszene, veröffentlicht Fakten und Hintergründe und gibt Tipps und Ratschläge für die professionelle und semi-professionelle Musikszene in Deutschland. FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Anmeldung STORIES: Lena Hauptmann – Ihre Songs grooven, fließen und bewegen • BIRD’S VIEW – Jazzakkorde, krumme Taktarten und ein fetter Sound sorgen für originelle Songs • Sascha Salvati – »Künstler müssen einfach mehr zum Unter nehmer werden« • Chris Brandon – EingängigePopsongs, ein Schuss Rhythm and Blues und eine markante Stimme, die vor Energie sprüht • SPY # ROW – Eine neue Ära des Hard Rocks • In den Fängen der roten Ideologen • ZZ Top – That Little Ol’ Band From Texas • DISLIKE SILENCE – Mit einem Knall traten sie 2019 ins Rampenlicht • The Beatles Beat Band – 47 Jahre im Dienst der Pilzköpfe MUSIKBUSINESS: The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 1: VOCAL SKILLS • Nur intelligente Einzelkämpfer überleben RUBRIKEN: Musiker-News• CD-Rezensionen• Titelschutzanzeigen• Produkt-News • Kleinanzeigen • Impressum

46 MUSIKBUSINESS THE

46 MUSIKBUSINESS THE SINGER’S COACH In ihrem bei Alfred Music erschienenen Buch The Singer’s Coach (978-3-947998-08-1) gibt LeeZa Nail ihre Erfahrungen weiter an alle, die es ebenfalls ernst meinen mit der eigenen Gesangskarriere. In insgesamt dreizehn Kapiteln beschäftigt sich LeeZa mit: • der Gesangspraxis und deren handwerklichen Grundlagen (Atemtechnik, Stimmbildung, Interpretation) • den „Basics“ der allgemeinen Musiklehre (Harmonik, Rhythmik, Gehörbildung, Vom-Blatt-Singen) • der bewussten Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als Sänger*in (Performance, An sprache des Publikums, Imagebildung, Zeit- und Selbstmanagement, Fitness von Körper, Geist und Seele) • den Notwendigkeiten des Musikbusiness (Equipment, Marketing, Künstlersozialkasse, Verwer tungs - gesellschaftenwie GEMA und GVL) Spannende und aufschlussreiche Interviews mit Profimusiker*innen aus Soul, Pop, Jazz, Musical, Oper und Chor runden ihr Buchkonzept ab. Selbstanalyse DER*DIE SÄNGER*IN ALS PRIVATPERSON Die Bühne ist nur eine der öffentlichen Platt - formen, auf denen der Künstler agiert. Grund - sätzlich ist jedes öffentliche Auftreten, jedes Ge - spräch, jeder Smalltalk repräsentativ. Indem ein Musiker über seinen Beruf spricht und für seine Kunst wirbt, wirbt er gleichzeitig auch immer für seine Person. Sänger*innen – erst recht, wenn sie mit dem Singen Geld verdienen wollen – sollten sich neben einem Bühnenimage und -outfit ein zweites, nennen wir es das Repräsentier-Outfit, zulegen. Zum Beispiel für Treffen mit Veranstaltern oder der örtlichen Presse oder um ein Interview zu geben. Auch werden dich fremde Menschen, die dich als Sänger*in (er-)kennen, sehr neugierig be obachten, wenn sie dich plötzlich auf der Straße oder beim Friseur treffen. Der Artikel „W – wie Wissens wertes“ – rechte Spalte – macht zweierlei deutlich: zum einen, wie sehr die Wirkung, die wir auf andere haben, auch von Komponenten wie der Körpersprache ab - hängig ist, und zum anderen zeigt er uns, dass wir überhaupt Einfluss darauf nehmen können, wie wir auf andere wirken. Zuallererst solltest du dich mit deiner eigenen Persönlichkeit beschäftigen, quasi dich selbst besser kennenlernen. Die folgenden Fragen können dir dabei helfen. Nimm dir dazu ausreichend Zeit sowie Block und Stift zur Hand und denke intensiv über die Fragen nach. Du kannst die vorliegende Tabelle nutzen und mit Stichpunkten aus - füllen. Doch ich empfehle dir, zusätzlich die Fragen ausführlich und schriftlich auf einem Extrablock zu beantworten, indem du positiv formulierst, also zum Beispiel „Mir ist wichtig, dass …“ usw. AUTOR: LEEZA NAIL TEXTQUELLE: MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON ALFRED VERLAG FOTOS: © FANTOM_RD / ADOBE STOCK W– wie Wissenswertes Der Psychologe und langjährige Chef - redak teur der Zeitschrift „Psychologie heute“ Heiko Ernst thematisiert in seinem Artikel „Unser täglicher Aus druckstanz“ in der Aus gabe 04/2014 die „emotionale Selbst beein flussung“. Die Wahl der Kleidung, die Art zu sprechen und die eigene Körpersprache, also kurz: die eigene Selbstdarstellung beeinflusst unsere Außenwirkung auf andere. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit! Neuere Forschung hat nämlich ergeben, dass man durch bewusste Körper - haltungen sich auch emotional selbst – sozusagen auch nach innen – beeinflussen kann. „Nicht nur unsere inneren Zu - stände drücken sich in der Körper sprache aus. Wir können den Pro zess umkehren und dem Gehirn durch be wusste Gesten vorgeben, wie es sich zu be finden hat, zum Beispiel in Prüfungs- oder Bewertungs - situationen.“ Gerade diejenigen, die nicht zur Selbst - sicherheit tendieren, sich eher selbst klein - machen, zu Schüchternheit, Intro vertier t - heit und/oder übertriebener Selbstkritik neigen, können ihre Selbstpräsenz durch die eigene Körpersprache optimieren. Dazu sind keine besonderen schauspielerischen Fähigkeiten nötig. Es reicht schon, „negative Körper ein flüsse auf das Denken und Fühlen zu vermeiden“ und sich selbst davon zu überzeugen: „Hier bin ich, so bin ich! Die Wirkung wird verblüffend sein.“ musiker MAGAZIN 1/2021

MUSIKBUSINESS 47 NUR INTELLIGENTE EINZELKÄMPFER ÜBERLEBEN »Ich bin bekanntlich einer der schärfsten Kritiker der GEMA – schickt Ole Seelenmeyer voraus. Aber sie hat in 2012 einen großen Schritt nach vorn gemacht und notwendige Reformen eingeläutet.« er Vorsitzende des Deutschen Rock & D Popmusikerverband (DRMV) spricht von der Umstellung auf das INKA-Abrechnungs ver - fahren in 2012/2013. Damit löste die Verwer tungs - gesellschaft das bisherige PRO-Verfahren ab, einem nach Ansicht von Ole Seelenmeyer „extrem komplizierten und ungerechten Tantiemen-Aus - schüt tungs system. INKA ist einfacher, transparenter und bietet eine höhere Abrechnungs - genauig keit.“ Mit der Einführung der PRO-Abrechnung vor 23 Jahren seien die Urheberrechtseinnahmen der live auftretenden Künstler in Deutschland „massiv eingebrochen“. Das PRO-Verfahren zu entschlüsseln habe jahrelange Erfahrung erfordert. Von den GEMA-Lizenzgebühren für einen Live - auftritt einer Band habe die Verwertungs gesell - tet als positiv, dass die GEMA-Mitglieder über schaft bisher im Lizenzbereich zwischen 350 und INKA abstimmen durften, während PRO ein „reiner Verwaltungsentscheid“ des damaligen Auf - 750 Euro und damit einen Großteil einbehalten. Seelenmeyer gibt ein Rechenbeispiel: „Es kam vor, sichts rats gewesen sei. „PRO konnte zudem dass lediglich zehn Prozent der Konzertlizenzen extrem missbraucht werden, und zwar von den ausgeschüttet wurden. Das war ein Aderlass, bei GEMA-Millionären, die die eigentlichen Großver - dem professionelle Künstler auf bis zu 90 Prozent diener des PRO-Verfahrens waren und es bis der GEMA-Lizenzeinnahmen verzichten mussten.“ heute sind.“ Nach Seelenmeyers Meinung stünden den selbst komponierenden und textenden Musikern Doch Livekonzerte sind nur eine der Vergü - jedoch 85 Prozent der GEMA-Lizenzgebühren zu. tungsquellen der Musiker. „Die Einnahmen eines Die restlichen 25 Prozent entfallen auf Be ar bei - Rock- und Popmusikers stammen aus vielerlei tungsgebühren sowie Kultur- und Sozial ab gaben. Töpfen, wobei das Livegeschäft, bestehend aus Gagen und daraus oft resultierenden GEMA- Diese Verteilung könne nun hoffentlich das Tantiemen, mit zusammen 60 bis 70 Prozent den INKA-Verfahren gewährleisten. Seelenmeyer wer- größten Anteil ausmacht.“ Doch während sich 8 1/2021 musiker MAGAZIN