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Musiker Magazin 1/2021

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Das Musiker Magazin berichtet über aktuelle Themen der Rock- und Pop-Musikszene, veröffentlicht Fakten und Hintergründe und gibt Tipps und Ratschläge für die professionelle und semi-professionelle Musikszene in Deutschland. FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Anmeldung STORIES: Lena Hauptmann – Ihre Songs grooven, fließen und bewegen • BIRD’S VIEW – Jazzakkorde, krumme Taktarten und ein fetter Sound sorgen für originelle Songs • Sascha Salvati – »Künstler müssen einfach mehr zum Unter nehmer werden« • Chris Brandon – EingängigePopsongs, ein Schuss Rhythm and Blues und eine markante Stimme, die vor Energie sprüht • SPY # ROW – Eine neue Ära des Hard Rocks • In den Fängen der roten Ideologen • ZZ Top – That Little Ol’ Band From Texas • DISLIKE SILENCE – Mit einem Knall traten sie 2019 ins Rampenlicht • The Beatles Beat Band – 47 Jahre im Dienst der Pilzköpfe MUSIKBUSINESS: The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 1: VOCAL SKILLS • Nur intelligente Einzelkämpfer überleben RUBRIKEN: Musiker-News• CD-Rezensionen• Titelschutzanzeigen• Produkt-News • Kleinanzeigen • Impressum

42 STORIES Im

42 STORIES Im Winterhuder Fährhaus spielten wir zwölf Zugaben. Dann explo - dierte auch noch meine Gesangsanlage mit einem großen Knall. In diesem Augenblick wurde mir klar, dass ich die Chance hatte, diese Erfolge in fast allen Musikclubs in Deutschland zu wiederholen. Wenn es uns in der zweitgrößten Stadt Deutschlands gelungen war, so eine Begeisterung und einen derartigen Ansturm hervorzurufen, dann müsste das in den zahlreichen kleineren Städten dieses Landes genauso funktionieren. Was tun? Ich kaufte für 1 000 DM von einem Konzertveranstalter circa 5 000 Adressen, entwarf einen Brief und legte diesem Brief eine genaue Beschreibung der sechs Kon zerte in Hamburg bei – mit den Namen, Adressen und Telefonnummern dieser Clubs als Referenzen. Danach bemerkte ich, dass circa 4 000 Adressen nicht mehr stimmten – die Briefe kamen in den meisten Fällen postalisch zurück. (Mails gab es damals noch nicht.) musiker MAGAZIN 1/2021

STORIES 43 Und siehe da: Plötzlich riefen eine große Anzahl von Veran - staltern bei mir an und wollten die Beatles Beat Band auch bei sich haben. Daraufhin erhöhte ich die Gage je nach Größe des Clubs auf 1 000 bis 1 500 DM. Und auch das klappte, denn die Veran stalter rechneten selber mit Gewinnen. Damit hatte ich innerhalb von ein bis zwei Monaten 120 bis 130 kleine und größere Kon zert auf tritte für 1977 zusammen. Sämtliche Verträge mit den Veran staltern entwarf und formulierte ich selber. Da sich dieser große Erfolg schnell herumsprach, brachte unser Schlagzeuger Mitte 1976 einen befreundeten Studenten der Ham - burger Uni mit, der bereit war, uns zukünftig bei allen Kon zerten als Agent zu vertreten. Sein Name: Klaus Lühnenschloss. Die Folge der Gagenerhöhungen: Die Konzerte wurden weniger, was auch für uns eine Erleichterung war, denn für so wenig Geld wie bisher in ganz Deutschland mit einem großen Bus herumzufahren – die meiste Zeit fuhren ihn unser Pianist Hinrich Vogt und ich im ständigen Wechsel –, beladen mit inzwischen großen Anlagen und Instrumenten, belastete in erheblichem Maße die Nerven und die Gesundheit aller Bandmitglieder. Wahrscheinlich haben wir in circa zehn Jahren auf 400 bis 500 Konzerten gespielt. Um die Musikgruppe immer attraktiver werden zu lassen und die Veranstalter für Konzerte zu gewinnen, ließ ich laufend neue Plakate und Infos drucken. Je höher die Gagen ausfielen, umso schwieriger wurden die Verhandlungen mit den Veran - staltern. Zum Schluss unserer vielen Konzerte managte uns der Manager der Beatles Revival Band aus Frankfurt, Klaus Schmitt. »Wahrscheinlich haben wir in zehn Jahren auf 400 bis 500 Konzerten gespielt.« Herausragend war ein Konzert auf dem Hannoveraner Stadtfest, bei dem um die 10 000 Personen anwesend waren. Herausragend war auch ein Konzert im heiligen Parlamentssaal des Hamburger Senats/Rathauses. Ebenso herausragend war ein Konzert in Amsterdam/Holland während einer Beatles Convention. Und auch in der Ham burger Ernst-Merck-Halle, in der einst die Original-Beatles auftraten, spielten wir vor mehreren Tausend Besuchern zusammen mit Truck Stop. Circa 1993 entschloss sich unser Pianist, Gitarrist und Sänger Hinrich Vogt zu heiraten und in Bayern ein großes Hotel zu übernehmen. Uwe und ich machten ab 1996 weiter. Wir engagierten verschiedene Gitarristen und Schlagzeuger bis zum Jahre 2005, als Hinrich als Pianist, Gitarrist und Sänger wieder zu uns zurückkehrte. Seitdem haben wir mit verschiedenen Schlagzeugern (unter ihnen Henning Dahlmann, der leider inzwischen verstorben ist) weiter in einem kleinen Probe-, Video- und Konzerttheater in Lüneburg geübt, das ich in einer ehemaligen Autowerkstatt fantastisch und technisch perfekt aufgebaut und eingerichtet habe, und weiter auf Konzerten gespielt. Bis zum heutigen Tage … Ich habe in den folgenden zehn Jahren über alle Konzerte genaue Terminkalender geführt, die ich bis heute aufbewahrt habe. Nach und nach erhöhte ich dann die Gagen. Im Mittel aber verlangten unser Agent und ich als Organisator dieser Musikgruppe zwischen 2 000 und 3 000 DM für ein Konzert. Zu unser aller Begeisterung sind 46 Jahre nach unserer Grün - dung im Jahr 1974 zu unserem letzten Konzert im Dezember 2019 in das Kulturforum Gut Wienebüttel circa 400 Besucher gekommen, die bereit waren, zwischen 12 und 15 Euro Eintritt zu zahlen. Und auch hier forderte das Publikum wie in alten Tagen viele Zugaben – für eine Rentner band mit einem Altersdurchschnitt von inzwischen ca 70 Jahren ein unerwarteter Erfolg! 1979 verließ uns unser Schlag zeuger Holger Quintus und wir engagierten als neuen Schlagzeuger Knut Purwin aus Bad Bevensen. WEB: WWW.FACEBOOK.COM/THEBEATLESORCHESTRA TEXT UND FOTOQUELLE BBB: OLE SEELENMEYER FOTO BEATLES WALL: © GIGIGNOFORCELLA/ADOBE STOCK 1/2021 musiker MAGAZIN