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Musiker Magazin 1/2021

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Das Musiker Magazin berichtet über aktuelle Themen der Rock- und Pop-Musikszene, veröffentlicht Fakten und Hintergründe und gibt Tipps und Ratschläge für die professionelle und semi-professionelle Musikszene in Deutschland. FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Anmeldung STORIES: Lena Hauptmann – Ihre Songs grooven, fließen und bewegen • BIRD’S VIEW – Jazzakkorde, krumme Taktarten und ein fetter Sound sorgen für originelle Songs • Sascha Salvati – »Künstler müssen einfach mehr zum Unter nehmer werden« • Chris Brandon – EingängigePopsongs, ein Schuss Rhythm and Blues und eine markante Stimme, die vor Energie sprüht • SPY # ROW – Eine neue Ära des Hard Rocks • In den Fängen der roten Ideologen • ZZ Top – That Little Ol’ Band From Texas • DISLIKE SILENCE – Mit einem Knall traten sie 2019 ins Rampenlicht • The Beatles Beat Band – 47 Jahre im Dienst der Pilzköpfe MUSIKBUSINESS: The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 1: VOCAL SKILLS • Nur intelligente Einzelkämpfer überleben RUBRIKEN: Musiker-News• CD-Rezensionen• Titelschutzanzeigen• Produkt-News • Kleinanzeigen • Impressum

18 STORIES SASCHA

18 STORIES SASCHA SALVATI »Künstler müssen einfach mehr zum Unter nehmer werden« Der Dortmunder Vollblutmusiker wurde in Soest geboren. Im Alter von 15 Jahren war er bereits als professioneller Studiosänger aktiv. Er spielt sowohl Klavier als auch Gitarre und wird von seinen Musikerkollegen als Songwriter und Komponist geschätzt. Sascha hat immer einen lustigen Spruch auf den Lippen. Auf der Bühne sprüht er vor Energie und das kann man hören und sehen. MM: Wie ich erfahren habe, habt ihr an der TV-Show Popstars 2007 teilgenommen. Kannst du uns dazu etwas sagen? SASCHA SALVATI: Tialda und ich haben 2007 die TV-Show Popstars gewonnen und waren Mit glie - der der Band ROOM2012. In dieser Zeit wurden wir auch privat ein Paar und entschieden uns nach der Trennung der Band, den Weg zu zweit weiterzugehen. SASCHA SALVATI: Ich komme aus einer multinationalen Familie mit deutschen, italienischen, jamaikanischen, amerikanischen Wurzeln. Be sonders die afroamerikanischen Einflüsse haben sich bei mir musikalisch sehr niedergeschlagen. Ich bin mit Oldschool-RnB-Musik aufgewachsen und diese Musik hat den größten Einfluss auf mich gehabt. ROOM2012 haben in seiner kurzen Bestehens - zeit etwa 150 000 CDs verkauft und mehrere Top- Ten-Platzierungen in den Charts erhalten. Die Band hat sich nach Differenzen mit Ma na - gement und Plattenfirma getrennt. MM: Welche Auszeichnungen hattet ihr in 2019 anlässlich des Deutschen Rock & Pop Preises erhalten? Natürlich gibt es auch einen großen Hip-Hop- Anteil in meinen musikalischen Wurzeln. Daher hat es mich auch sehr gefreut, dass mein Soloalbum „Was ich will & was ich gebe“ einen der Hip-Hop- Preise gewonnen hat. Musikalisch bin ich aber weniger Hip-Hop, sondern sehr RnB! MM: Wie lebt ihr als unabhängige Musiker und Künstler? SASCHA SALVATI: Ich durfte insgesamt sieben Preise mit heimnehmen. Unter anderem den ersten Platz in der Kategorie RnB, die mir als RnB- Sänger extrem wichtig war. SASCHA SALVATI: Darüber könnte ich ein Buch schreiben: Für uns war nach der Popstars-Ge - schichte klar, dass wir nie wieder in ein so extremes Abhängigkeitsverhältnis kommen dürfen. MM: Bitte beschreibe euren musikalischen Background … In dieser Situation hatten wir absolut keine Kontrolle über unsere Karriere oder das Busi ness. musiker MAGAZIN 1/2021

STORIES 19 Zudem waren die Beteiligungen für uns so gering, dass wir trotz extremen Bekanntheitsgrads kaum über die Runden gekommen sind. Nach einiger Zeit wurde uns klar, dass wir unsere musikalische Karriere als Business verstehen müssen. Deshalb haben wir TS Entertainment gestartet. Ich habe nach der Erfahrung mit Popstars ein Betriebswirtschaftsstudium ab geschlossen, damit ich mein wirtschaftliches Knowhow auf ein vernünftiges Level bringe. Wir sind jetzt nur musikalisch und wirtschaftlich so er - folgreich, weil wir unser Business zu 100 Prozent selbst steuern. Das nimmt natürlich extrem viel Zeit in Anspruch. Wir müssen uns immer wieder aus unserer Komfortzone herausbegeben, um zu wachsen. Aber die extreme Mühe ist es wert. Wir wissen ganz genau, was in unserer Unter neh mung passiert, und können selbst entscheiden. Auch wenn der Bekanntheitsgrad nicht ansatzweise so hoch ist wie damals, verdienen wir ein Vielfaches von dem, was wir nach Popstars erhalten haben. Auch wenn Musiker immer ungern über Finanzen reden, ist es wie in jedem Business trotzdem ein wichtiges Thema. Und Musik ist halt einfach ein Business. MM: Wie ich erfahren habe, bist du nicht nur Musiker, sondern auch Betriebswirt und berätst als Business Coach angehende Unternehmer. Wie schaffst du diesen Spagat? SASCHA SALVATI: Nach meiner Erfahrung, mit dem Auf - bau von TS Entertainment und dem Studium wurde ich immer wieder von Musikern gefragt, ob ich Tipps habe. Ein Musikerkollege hat mich gefragt, ob ich beim Aufbau seiner Musikschule behilflich sein kann. Ich bin so zufällig in den Bereich Unternehmensberatung und Coaching ge - rutscht. Interessant ist für mich, dass ich oberflächlich gesehen ja absolut nicht dem typischen Bild eines Unternehmens - beraters entspreche. Ich drehe Musikvideos mit Frauen und Sonnenbrille. Für manche Leute ist das etwas verwirrend, auch für mich selbst manchmal. Ich hatte zu Beginn oft das Gefühl, dass ich diesem typischen Unternehmensberatertyp entsprechen 8 1/2021 musiker MAGAZIN