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Musiker Magazin 4/2018 | 1/2019

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Musiker-News, Deutscher Rock & Pop Preis 2018 – Gewinner und Festivalrückblick; Deutscher Rock & Pop Preis 2019 – Anmeldung; Sophia. – »Meine Musik begründet sich komplett auf dem Inhalt des Textes«; Betty Gee – »I love to s(w)ing for you«; Alexandra Lomkina – »Du und ich«; OMNITAH – »Man muss den Mut haben, etwas zu wagen, ohne zu wissen, was es bringt«; Razzmattazz – Ass-kickin Hard Rock; Corny Held – Singer-Songwriterin und Multiinstrumentalistin; Schamanisches Leben – Interview mit Janine Jabs; SteilFlug – Deutschsprachige Rockmusik aus Trier; Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 13: John Mayall – The Godfather of British Blues (Teil 1; Das Urheberrecht bei Musik – Wer ist Inhaber einer Melodie? Public Domain Day: Diese Werke sind seit Neujahr gemeinfrei; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

44 STORIES JOHN MAYALL

44 STORIES JOHN MAYALL The Godfather of British Blues (Teil 1) John Mayall gehört zu den wenigen Veteranen des Bluesrock, die bis ins hohe Alter ihrer Musik verbunden geblieben sind und noch regelmäßig auf Tournee gehen. Allein für 2019 hat der am 29. November 1933 im britischen Macclesfield geborene Mayall aus Anlass seines 85. Geburtstages in Europa und in den USA rund 50 Konzerte für sich angesetzt. musiker Magazin 4/18 | 1/19

STORIES 45 »An Langlebigkeit im Musikgeschäft übertrifft Mayall sogar die Rolling Stones, die immerhin schon 1962 gegründet worden sind.« Seit 1965 hat er nicht weniger als knapp 70 offizielle Alben mit einer großen Anzahl von Mu - sikern herausgebracht. Autorisierte Sampler und solche, die es nicht sind, gibt es zahllose, dazu sind über die Jahrzehnte viele legale Live- Mitschnitte und Bootlegs herausgebracht worden, nicht selten aus Mayalls eigenem Fundus von Konzert-Aufzeichnungen – ein Dschungel, in dem man durch Veröffentlichungen unter ganz verschiedenen Titeln schnell aufs Glatteis geführt wird. Für Februar 2019 hat Mayalls ak - tuelles Label Forty Below Records bereits sein nächstes Album Nobody Told Me angekündigt. Mayalls Einfluss auf die Rockmusik kann wahrscheinlich nicht hoch genug eingeschätzt werden, seine Bedeutung steht kaum hinter der der Bedeutung der Rolling Stones zurück. Seine Bands brachten Musiker hervor, die international bekannt wurden. Etwas gehässig heißt es von ihm, seine Bands immer dann aufgelöst zu haben, wenn seine Mitstreiter besser als er gespielt hätten. Sein zeitweiliger Drummer Keef Hartley sagte sogar, niemand werde auf die Idee kommen, Mayall in eine Band aufzunehmen. Andere sehen in Mayall nicht mehr als einen musikalischen Katalysator. Allerdings haben Musiker wie Canned Heat, Rod Stewart und Bo Diddley (und ja, auch Peter Maffay) ihn gern als Gastmusiker gesehen, weil er unverwechselbare Musik beiträgt. Er hat überdies an diversen Festivals teilgenommen (zum Beispiel 1993 am Festival international de jazz de Montreal) und versteht es bis heute, gute, spannende Songs zu schreiben, zu arrangieren und zu interpretieren. Sein aufs Erste vielleicht etwas eintönig klingender Gesang ist nicht weniger als Mayalls Markenzeichen, der sich exakt in seinen Musikstil und die Songs einfügt. Mayall baut und gestaltet seine Gitarren selbst (wie er auch seine Kleidung entwirft), darunter eine neunsaitige Gitarre. Ein bedeutender Gitarrist ist er jedoch nicht, dafür aber ein beachtlicher Keyboarder und ein vorzüglicher Blues-Mundharmonika-Spieler. Von diesem In - strument trug er früher bei seinen Auftritten nach Tonlagen geordnet mehrere Exemplare in einer Art Patronengürtel. Ganz besonders aber hat Mayall einen Blick für talentierte, herausragende Musiker, die er in seine Bands integrierte und mit ihnen als begnadeter Performer spannend zum Erlebnis machte. Die negativ-zurückhaltenden Einschätzungen werden daher weder dem Musiker Mayall noch seiner Wirkung gerecht. Sein Vater begeisterte sich für Jazz, hatte viele Schallplatten und spielte Gitarre. Das häusliche Umfeld animierte den Junior, sich selbst das Spielen von Gitarre, Klavier und Mund har monika beizubringen. 1950 formierte er sein erstes Blues trio. Mayalls Teilnahme am Koreakrieg von 1952 bis 1955 legte seine junge Musikerkarriere zeitweilig auf Eis. Nach der Rückkehr ins Privat - leben begann Mayall ein Kunststudium und widmete sich wieder der Musik. 1957 gründete er die Bluesband Powerhouse Four, die er 1962 durch The Blues Syndicate ablöste. Schon in dieser Zeit war sein Drummer Hughie Flint, der mit Pausen vergleichsweise längere Zeit bei Mayall blieb und später einer Reihe be kannter Blues-Formationen angehören sollte. 2000 brachte Mayall auf seinem eigenen Label Private Stash aus den Jahren 1957 und 1962 die CD „Time Capsule“ mit Live-Aufnahmen heraus, die einen guten Einblick in die Musik der damaligen Bands geben; an die Tonqualität darf man in Anbetracht der Entstehungszeit technisch keine hohen Anforderungen stellen. Sie zeigen, dass Mayall sich während des Rock- ‘n’-Roll- und Beat-Booms dem afro-amerikanischen Blues widmete und begann, ihm eigene Impulse zu geben. Zwei andere Gründungsväter des British Blues inspirierten damals Mayall: der Blues- Mundharmonika-Spieler/Gitarrist/Sänger und Blues-Purist Cyril Davis, der 1964 im Alter von nur 32 Jahren an Leukämie starb, und der ungleich aktivere und populärere Alexis Korner. Der 1928 geborene Korner zog mit seiner Band Blues Incorparated das Publikum in die Clubs, seine Vorgruppen waren damals die Rolling Stones und die Yardbirds vor ihrem Durchbruch. Den Rolling Stones ebnete Korner gewissermaßen den Weg und war später an der Grün - dung der britischen Bluesrock-Band Free be - teiligt. Anfangs suchte Stones-Frontmann Mick Jagger geradezu Korners Nähe. Korner wurde als „a founding father of British Blues“ bezeich- 8 4/18 | 1/19 musiker Magazin

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