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Musiker Magazin 4/2017

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44 STORIES »Nachdem

44 STORIES »Nachdem CREAM nicht zuletzt an der Hassliebe zwischen Bruce und Baker gescheitert waren, wuchs Bruce zu einem musikalischen Tausendsassa in den verschiedensten musikalischen Stilrichtungen heran, dessen Mitwirkung man suchte. Als einer der markantesten und ausdrucksstärksten Sän ger und Bassisten der Rockmusik überhaupt prägte er zahllose Musikereignisse.« Von dieser erregenden Musik zeugt das 2008 veröffentlichte Bruce-Set „Live At The BBC 1971-1978“. Dies alles und Bruces drittes Solo-Album „Harmony Row“ (1971) waren eindrucksvolle Zeugnisse seiner musikalischen Kapazität. Daher hatte er es im Grunde nicht wirklich nötig, mit den beiden Ex-Mountain-Mitgliedern Leslie West und Corky Laing das Power-Trio West, Bruce and Laing zu gründen, das in der kurzen Zeit seines Bestehens drei Alben herausbrachte. Sie hinterlassen gemischte Gefühle, denn trotz einiger wirklich guter Stücke geht es zuweilen leider mehr um Power als um musikalische Einfälle. Bruces Trennung von dieser Band war musikalisch daher folgerichtig. Gesundheitlich zwingend war dies allemal. Wie viele andere damalige Mu - siker hatte auch Bruce zu Drogen ge griffen und damit seine Gesundheit nachhaltig ge schädigt. Bei West, Bruce and Laing jedoch war der Heroin- Konsum geradezu bedrohlich an gestiegen. Abgesehen davon erfand Bruce sich häufig buchstäblich neu, sodass er im Laufe der Jahr - zehnte mit so unterschiedlichen Musikern zu - sam men spielte wie Jan Akkerman, Norman Beaker, Dickie Betts, Carla Bley, Clem Clempson, Billy Cobham, Larry Corryell, Steve Cropper, Bob Dylan, Rory Gallagher, Michael Gibbs, Gov’t Mule, Jan Hammer, Kip Hanrahan, Tony Hymas, Chaka Khan, Fela Kuti, Leslie Mandoki, Gary Moore, Nucleus, Alan Parsons, Simon Phillips, Cozy Powell, Lou Reed, Keith Richards, Uli John Roth, David Sancious, Ringo Starr, Mick Taylor, Robin Trower, Bill Ward, Bernie Worrell, Frank Zappa; die Liste ist absolut nicht vollständig. Seine Beteiligung an dem Album „Apostrophe“ (1974) bescherte Frank Zappa übrigens die am besten verkaufte LP seiner Karriere. Und schließlich kam er 1993 und 2005 vorübergehend auch wieder mit Ginger Baker und Eric Clapton zu - sammen. Aufregend waren insbesondere Jack Bruces Live-Auftritte, auf denen häufig einige CREAM- Titel zu hören waren. Zahlreiche CDs und DVDs sind zumindest ausschnittsweise auf CD und DVD festgehalten worden. Gleich der zeitlich erste Mitschnitt der Jack Bruce Band vom 1. Juli 1975 in Manchester hat es in sich. Mit der Jazz- Key boarderin Carla Bley und dem exquisiten Gitar risten Mick Taylor, der Ende 1974 bei den Rolling Stones ausgeschieden war, unternahm Bruce spannende Ausflüge in Rock, Jazz, Blues und Folk. Aufzeichnungen zweier Kon zerte dieser Zusammensetzung wurden 1998 unter dem Titel „Live ’75“ (mit einer ungewöhnlichen Version des Cream-Klassikers „Sunshine Of Your Love“ und ein über 20-minütiges Medley aus dem Solo - album „Harmony Row“) und 2003 als „Live On The Old Grey Whistle Test“ herausgebracht, 2003 zusammen mit Auf nahmen von Jack Bruces 1980 neu gegründeter Formation, der Bley und Taylor nicht mehr angehörten. Im legendären Rockpalast war Bruce zum ersten Mal in der 7. Essener Rockpalast-Nacht am 19. Oktober 1980 mit seiner Band Jack Bruce and Friends zu Gast. Diese „Friends“ waren nam hafte Musiker. Gitarrist Clem Clempson hatte eine beeindruckende Karriere bei Colosseum und Humble Pie hinter sich, Billy Cobham zählte damals schon zu den wichtigsten Drummern überhaupt, und Key boarder David Sancious ge hört ebenfalls zur Elite seiner Zunft. Das spannungsreiche Konzert der Band geriet zu einem weiteren Highlight der Rockpalast-Geschichte, unter anderem mit einem furiosen Gitarren-Duell, das Clempson und Sancious sich beim CREAM-Klassiker „White Room“ zu Bruces Gesang lieferten. Weitere Live- Auftritte von Jack Bruce and Friends in den USA sind mittlerweile auf mehreren CDs erhältlich. 1980 nahm diese Band außer dem die hörenswerte LP „I Always Wanted To Do This“ auf. Am 1. November 1983 war die Jack Bruce Band (erneut mit „Sancious“) im Rockpalast bei einem Auftritt in der Zeche Bochum zu bewundern. Dass Bruce ein Multi-Instrumentalist war, bewies er am 16. Oktober 1990 in der Kölner Music Hall mit einem Solo-Konzert vornehmlich an den Keyboards und als Mundharmonika- Spieler, ehe er sich nach dem Ende seines Auf - trittes zu einer anderen Bühne des Hauses zu Rory Gallagher gesellte, seinen Bass umhängte und mit dem irischen Top-Gitarristen die Songs „Born Under A Bad Sign“, „I’m Ready“ und „Politician“ darbot – ein Musikfest, das die zwei Ausnahmemusiker dem Publikum bescherten! Wenige Monate darauf gehörte Bruce am 25. April 1991 als Bassist im Kölner E-Werk zur Allstar-Band des Jimi Hendrix Concert, auf dem der begeisternde Sänger der Songs „Spanish Castles Magic“, „One Rainy Wish“ und „The Wind Crys Mary“ darbot. Zu den außergewöhnlichsten Rockpalast-Auftritten zählen jedoch seine beiden Konzerte vom 2. und 3. November 1993 im Kölner E-Werk anlässlich seines 50. Geburtstages. Seinerzeit wurden nur Ausschnitte ausgestrahlt, mittlerweile aber liegen sie seit Herbst 2014 nach den schon 2005 als DVD herausgebrachten anderen Rockpalast-Konzerten nahezu komplett auf drei DVDs vor mit praktisch allem, was Bruce ausmacht und auszeichnet, von Klassik bis zum Jazz, zu Balladen und zum erdigem Rock. Neu war dabei der intensive Song „Neighbor, Neighbor“. Unter den vielen Gästen waren Dick Heckstall-Smith, Clem Clempson, Simon Phillips, Gary Husband und, trotz aller Animositäten, Ginger Baker. Schon schien eine Fortsetzung der kurzen CREAM-Reunion denkbar, die am 12. Januar 1993 in Cleveland stattgefunden hatte, als die Band in die Rock ‘n’ Roll Hall of Fame aufgenommen wurde. Doch auf Eric Clapton wartete man in Köln vergeblich, da er an einem solchen Unterfangen zu der Zeit kein Interesse hatte. Dafür spielten Bruce, Baker und der irische Spitzen-Gitarrist Gary Moore ein fantastisches CREAM-Set. Dieser gemeinsame Auftritt hatte Folgen. Bruce und Moore hatten ursprünglich geplant, mit dem Drummer Gary Husband ein Album aufzunehmen. Da Husband jedoch andere Ver - pflichtungen hatte, taten sich Bruce und Moore mit Baker zu BBM zusammen und veröffentlichten 1994 die CD „Around The Next Dream“, der gemeinsam Live-Auftritte folgten. Und nun warfen Kritiker Bruce vor, nach etwa einem Viertel - jahrhundert wieder auf CREAM-Pfaden zu wandeln, während man andere Bands, die sich wie Oasis die Beatles oder The Who zum Vorbild nahmen, hofierte – verkehrte Welt! BBM blieben allerdings aus anderen Gründen eine kurzlebige musiker MAGAZIN 4/2017

STORIES 45 »Aufregend waren insbesondere Jack Bruces Live-Auftritte, auf denen häufig einige CREAM-Titel zu hören waren.« Angelegenheit. Nicht nur die Differenzen zwischen Bruce und Baker lebten wieder auf, Moore musste wegen seines Tinnitus auch wiederholt Auf tritte absagen, was vor allem Baker missfiel, der wegen eines finanziellen Eng passes damals auf Einnahmen angewiesen war. Bruce, Husband und Moore hingegen kamen 1998 für Bruces Video-Porträt „The Cream Of Cream“ und Husbands Video „Interplay And Improvisation“ endlich doch für eine Reihe von CREAM-Titeln zusammen, und dann 2002 noch einmal zu dem John-Lee-Hooker-Tribute „From Clarksdale To Heaven“, dem gemeinsame Kon zerte in Groß - britannien folgten. 1981 hatte Bruce mit dem ehemaligen Procol- Harum-Gitarristen und Jimi-Hendrix-Adepten Robin Trower die Alben „B.L.T.“ und „Truce“ aufgenommen. Leider geben sie ein schwankendes Bild ab, vor allem „Truce“, weil es nicht mit Songs der Güte von zum Beispiel „Carmen“ von „B.L.T.“ punk - ten kann. Bruce und Trower unternahmen jedoch 2008 gemeinsam mit Drummer Husband einen neuen Anlauf. Das ausgezeichnete Album „Seven Moons“ bestätigte Trowers Einschätzung, dass es nun ge lungen sei, sich mit Bruce musikalisch ohne wenn und aber absolut verstanden zu haben. Der Live-Mitschnitt gleichen Titels auf DVD legt ein Zeug - nis darüber ab, wie die Band ihr Publikum mitriss. Schon 1987 hatte Bruce in Japan seine Fans begeistert mit solch herausragenden Mitstreitern wie dem Session-Drummer Anton Fier und dem japanischen Rock-Gitarristen Kenji Suzuki. Aus - schnitte eines Auftrittes des Trios sind auf der CD „Inazuma Super Session – Absolute Live!!“ zu hören. Ausführliche Live-Mitschnitte von Bruces Konzerten mit Ringo Starr and His All-Starr Band aus den Jahren 1997 bis 2000 sind hingegen bislang nicht erschienen. Offizielle Bild- oder Ton - träger von Alan Parsons Beatles-Tribute-Tournee „A Walk Down Abbey Road“, an dem Bruce eben falls beteiligt war, sind bislang eine Fehl an - zeige geblieben. 8 4/2017 musiker MAGAZIN

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