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Musiker Magazin 3/2019

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FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2019 – Konzept; STORIES: Sigi Schwab – Der vielsaitige Champion; Albert Böhne spricht über seine Karriere und die Zusammenarbeit mit Tony Liotta; Interview mit Linda B.; 50 Jahre Peter Maffay – Pünktlich zu seinem siebzigsten Geburtstag erschien das Jubiläumsalbum »Jetzt!«; Achim Amme – »Ammerica«; Die Historie der Rock- & Popmusik – Teil 14: The Rolling Stones – the greatest rock & roll band in the world (Teil 1); HAzel The Nut – »Animal Birthday Party«; DECADANCE DANCE – »We All Get lost ... Sometimes«; UDOMAT & Panikgenossen; MAKIA – Wenn man Musikerherzen öffnet – ist da die ganze Welt zu hause; MUSIKBUSINESS: Mit Musik auf Youtube Music einnahmen erzielen (teil 2) – Deine Musikkarriere auf andere Arten über Youtube vorantreiben; MUSIK & RECHT: Fundamentale Weichenstellung: EUGH-Urteil über Sampling in der Musikproduktion; RUBRIKEN: Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

60 CD-REZENSIONEN

60 CD-REZENSIONEN GOLDSCHATZ »Salt Of The Sea« Ein illustres Duo mit spannender, weltumspannender Hinter - grundgeschichte sind die offiziell in der Schweiz beheimateten GOLDSCHATZ. Die als Rykka vom Eurovision Song Contest bekannte Halb-Kanadierin Christina Rieder hat sich musikalisch und auch menschlich mit Timothy Jaromir zusammengetan, der ebenfalls starke Bezüge in die Musik - szene Kanadas in seiner Vita stehen hat. Auf einem ge - mein samen Trip in den Weiten Nordamerikas haben sie sich musikalisch und kompositorisch ausgetobt und mit dem kanadischen Produzenten David Gavan Baxter ein Album eingespielt, das die ur-amerikanischsten Pop musik stile bedient: Americana, Folk und Blues. Die immer als Duette und oft unisono gesungenen Stücke versprühen den Geist unendlicher Weite und junger, frischer Liebe, die durch nichts erschüttert werden kann. Kompositorisch und klanglich ist das hier ganz hohes Niveau. Puristen werden wohl Ecken und Kanten im Soundgewand vermissen. Positiv kann man sagen, dass das Album zeitgenössisch und radiotauglich genug umgesetzt ist, um ein breites Publikum anzusprechen und vielleicht den ein oder anderen bislang Abgeneigten von den Vorzügen klassischer amerikanischer Pop- und Volksmusik zu überzeugen. „Salt Of The Sea“ ist nicht nur aufgrund der vergleichsweise kurzen Spielzeit eine kurzweilige Angelegenheit, sondern auch und gerade, weil die beiden Hauptprotagonisten es verstanden haben, auf den Punkt unterhaltsame Songs zu schreiben. goldschatzmusic.com P.S. düster. „At Your Service“ nimmt Tempo auf, das im Titeltrack noch höher und tanzbarer wird. In „Silly Me“ ist das F***- Wort provozierend in Szene gesetzt. Das Album „Lustfire“ von KAT KOAN ist kompromisslos abseits vom Mainstream und ein deutliches Goth-Wave-Statement. Ein Album, das den Speakern an Druck einiges abverlangt – unbedingt hörensund tanzenswert! facebook.com/KATKOANmusic C.S. BARBARA ZANETTI »Run For Life« Die Südtirolerin Barbara Zanetti, die neben dem Gitarren spiel auch die Zither beherrscht, präsentiert einen brandneuen Song: „Run For Life!“ Das Multitalent sang in Musicals, wie der Dreigroschenoper, moderierte eine Radio-Rock- Sendung, sang Hymnen für Biathlon-Meisterschaften und für die erste Eishockey-Liga beim HC Bozen. Auch im ZDF bei Andrea Kiewel war sie schon zu Gast. 2015 erhielt sie den Preis der deutschen Schallplattenkritik für das Album „74“ in der Kategorie Singer-Songwriter/Folk. Mit „Run For Life“ legt sie nach. Die Miss Südtirol von 2012 lässt aufhorchen mit motivierender Message, im Stil einer Uptempo- Hymne, poppig und positiv mitreißend. Radio aufdreh! barbarazanetti.com C.S. Bands werden geweckt. Das liest sich zwar alles wie ein wildes Sammelsurium verschiedenster Einflüsse, doch GREAT RED SILENCE verstehen es, die unterschiedlichen Stile ge konnt zu in sich stimmigen Songs und zu einem runden Ganzen zu mischen, was ein einheitliches Bild in exzellentem Soundgewand entstehen lässt. Für ungeübte Hörer mag „White Shark Café“ etwas zu düster, etwas zu verrückt, etwas zu trippy sein. Wer jedoch mit der Rock ge - schichte der letzten 50 Jahre etwas anfangen kann und dabei auch vor eingängigen Passagen nicht zurückschreckt, wird hier seine oder ihre helle Freude haben. www.facebook.com/GreatRedSilence P.S. ALWIN SMOKE »Five Steps To Zero« Alwin Smoke ist zurück. Nach dem Debüt „Sagattaria“ und dem Vorgänger „Spirit’s Free“ erscheint das neueste Werk von Alwin Smoke, dem Deutschen Rock und Pop Preisträger in „Bester Rhythm-&-Blues-Song 2014“: Eine rockige und poppige Platte ist „Five Steps To Zero“, oft im Stile der 80er. Einige sehr persönliche Akustiksongs in deutscher Sprache sind diesmal auch dabei („Dass es uns jemals gab ...“). Außerdem findet sich auf dem Album eine respektabel folkigrockige Version von „Greensleeves“. Alwin Smoke ist in fast allen Genres unterwegs und bringt mit „Five Steps To Zero“ wieder eine hochambitionierte Scheibe heraus. alwin-smoke-musik.de C.S. KAT KOA »Lustfire« „Artist in Spotlight“ kann man über KAT KOAN lesen. Ihr kühler, erotischer Gesang wird durch ihre Erscheinung noch unterstrichen. Das Album „Lustfire“ thematisiert die menschliche Beziehungsarmut und den Beziehungsersatz durch Liebesroboter. Das Debutalbum der Berlinerin orientiert sich an Elektro-Pop, Post Punk und Wave. KAT KOAN nimmt in „Lustfire“ kein Blatt vor den Mund. Der Sound ist elektronisch bis industriell klingend. Ihre prominenten Einflüsse sind das Who is Who von Stilikonen wie Björk, Nick Cave oder Anne Clarke. Der Opener „Dream“ erinnert an den Break-Beat-Sound von PJ Harvey, beschwörend und GREAT RED SILENCE »White Shark Café« Als Progressive-Blues-Rock bezeichnen GREAT RED SILENCE aus Österreich ihren Stil. Ob dies eine ernst gemeinte Be - schrei bung oder lediglich eine Verballhornung zeitgenössischer Absurditäten in Sachen musikalischer Selbstein - ordnung ist, bleibt offen. Denn während die Band definitiv einige progressive Elemente in ihren Sound einarbeitet, fehlt die Blues-Komponente dann doch ziemlich. Was einem hier stattdessen eher begegnet, sind Anleihen im Alternative Rock und an so unterschiedliche Acts wie THE POLICE und QUEENS OF THE STONE AGE. Doch die fünf Männer entwickeln auch einen ganz eigenen Stil, der teilweise wesentlich düsterer als genannte Referenzen daherkommt. So sind moderne Prog-Rock-Elemente, wie man sie etwa von DEVIN TOWNSEND kennt, ebenso herauszuhören. Auch Erin - nerungen an die Musik von Bands wie den FOO FIGHTERS, MUSE oder der berühmten modernen britischen Indie- VOCALENSEMBLE MEMORIES »Wishes And Hopes« Mit dem Ziel, den Stimmen mehr Vorrang und Aufmerksam keit zu schenken, begann das VOCALENSEMBLE MEMORIES 1985 in Essen. Teile des Repertoires sind sakrale Gospels, Sakro- Pop, aber auch Hits aus Folk und Pop, beispielsweise von den Beatles. 7 Frauen und 5 Männer bilden ein vielstimmiges chorales Erlebnis. Teils a-cappella oder in Begleitung von Gitarren, Keys und Percussion sind die Besetzungen. Der Chor tritt zu kirchlichen sowie zu weltlichen Anlässen auf. Das neue Album „Wishes And Hopes“ erfüllt dem Chor-Enthusias ten alle Wünsche und Hoffnungen. Absolutes Highlight und um - werfend arrangiert ist VOCALENSEMBLE MEMORIES’ Version der Ballade „Mad World“ von Tears For Fears. Halleluja! Memories-web.de musiker Magazin 3/2019

CD-REZENSIONEN 61 MOIRA »ANOTHER LESSON« Einem wahren künstlerischen Multitalent können wir mit MOIRA aka Carola Wirth bei ihrem musikalischen Solotrip zuhören. Bereits in jungen Jahren war sie als Pianistin, Ballett-Tänzerin, Sängerin und Zeichnerin aktiv gewesen. Als gelernte Komponistin und Musikpädagogin verfügt sie zudem nicht nur über das praktische, sondern auch das theoretische Wissen, hochqualitative Musik zu schreiben – und so präsentiert sie sich auf „Another Lesson“ dann auch. Die Songs schaffen in ihrer Gesamtheit einen eindrucksvollen Spagat: und zwar den zwischen Dynamik und eindrucksvoller Verspieltheit sowie einer stets eindrücklichen und trotz der persönlichen Themen unaufgeregten Entspanntheit. In langsameren Momenten erinnern die Werke beispielsweise an die Musik von Lana del Rey oder Portishead, aber da ist noch viel mehr. Gesangstechnisch werden Erinnerungen mit bekannten weiblichen Soulgrößen wach, die vielspurigen Arrangements atmen den Geist solcher Größen wie Norah Jones oder Katie Melua. Doch ist das Ganze mitnichten ein reines Runterbeten von musikalischen Reminiszenzen. Eben dieser Mix vereint über kurze Strecken so viele unterschied - liche Eindrücke, dass Moira ihren ganz eigenen Stil zu kreieren scheint, der zwar vertraut, aber zeitgleich trotzdem neu und spannend klingt. Man kann Carola Wirth für „Another Lesson“ und seine musikalische Klasse nur beglückwünschen – hier wächst etwas heran, was jedem Musikinteres - sierten, der etwas auf seinen Geschmack hält, ein Ohr Wert sein sollte. www.moiramusic.com P.S. HERR WITTE »Wenn das Leben anders läuft« Leise, tiefgründiger Humor, deutschsprachige Texte, die Melancholie des Erzählten, die kleinen Dinge, die Emotionen bei den Hörern auslösen sollen: Das alles zeichnet die Musik des Liedermachers HERR WITTE und seine Band aus. Nach dem 2014 veröffentlichten Album „Herr Witte … sagt nicht alles“ ist mit „Wenn das Leben anders läuft“ im Mai dieses Jahres das zweite Album der unter anderem mit dem Deutschen Rock und Pop Preis 2016 ausgezeichneten, aus der „Euregion Aachen“ stammenden Kappelle erschienen. Auf diesem präsentiert das Trio, bestehend aus Jens Witte (Gesang, Gitarre, Klavier & Percussion), Andreas Mosch (Bass, Gitarre & Akkordeon) und Susanne Zielgens (Cello), den Zuhörern erneut verträumte und entspannte Chansons. Texte über die Merkwürdigkeiten des Lebens und die Un ge - reimtheiten der Liebe lassen in ihren Aussagen die Frei heit zur Interpretation durch den Zuhörer. Schräge Blick winkel – verpackt in ruhig-heitere Melodien in spannender Instru men - tierung. Insbesondere Susanne Zielgens schafft es immer wieder mit ihren gezielt eingesetzten Cello-Pas sagen, den Songs angenehme Stimmung und Tiefe zu verleihen und die Texte damit in ein angemessenes musikalisches Licht zu rücken (z. B. im Song „Wunderbar“). Im weiteren Verlauf des Albums stößt man immer wieder auf spannende Instru - men tierungen. Im Titelsong des Albums wird dem Refrain durch den Einsatz einer Klarinette geradezu Ohrwurm - charakter verliehen. „Der Gute“ besticht darüber hinaus durch Textpassagen in rheinischer Mundart. Solche kleinen, sich erst nach mehrmaligem Hören offenbarenden Feinheiten sind es, die „Wenn das Leben anders läuft“ von HERR WITTE im Zusammenspiel mit den einfühlsamen, intelligenten Texten zu einer kurzweiligen Angelegenheit für alle Fans deutschsprachigen Chansons machen sollten. www.herrwitte.de P.S. DIE TAUCHER »Landgang« Mit „Landgang“ präsentieren DIE TAUCHER ihr erstes Album seit sage und schreibe 28 Jahren – also fast seit der Geburt des Rezensenten. Vor über 30 Jahren wurde die Truppe gegründet. Was anfangs als Gag und nur für einen Auftritt im örtlichen Jugendhaus gedacht war, verselbstständigte sich innerhalb kürzester Zeit, zog immer größere Kreise und wurde zum echten Abenteuer für die „chlorreichen Vier“ aus der schwäbischen Provinz. Die erste Pressemappe ordnete die Band wie folgt ein: „Das abwechslungsreiche Pro gramm der vier aus dem Ulmer Raum stammenden Musiker reicht vom Invasions-Punk bis zum schweren Schlager. Die durchweg in deutscher Sprache gesungenen Texte handeln von Sex & Bier & Rock’n’Roll, nehmen die menschlichen Schwächen aufs Korn und machen vor nichts und niemandem Halt. Am allerwenigsten vor ihnen selbst.“ Was 1986 galt, kann man nach dem ersten Hören von „Landgang“ auch heute noch attestieren. Die 13 Songs versprühen rohen, teils fiesen Punk-Charme, der musikalisch Zartbesaitete mindestens irritieren dürfte. Insbesondere die raue Stimme von Sänger Dr. Elmex A. und die straighten, ohne allzu viel schmü - ckendes Beiwerk auskommenden Kompositionen sollten jedem Fan von hartem Punk und Rock alter Schule Freude bereiten. Dabei gestaltet sich das Songwriting alles andere als eintönig: Der Opener „Unsterblich“ drückt direkt aufs Gaspedal und zollt den alten Zeiten Tribut. „Gott vom Schwer - metallgewitter“ nimmt musikalisch die Neue-Deutsche-Härte- Szene aufs Korn und „Diekönnunsnix“ erweist sich als tanzbarer Live-Hit mit Bläsereinsatz, dem man fast schon Funk- Einschlag attestieren kann. Auch textlich geht es bunt zu: Von angesprochener Nostalgie, Kultur- oder Sozialkritik bis zu reinen Stimmungssongs findet man eine Fülle an unterhaltsamen Themen. Bewusst roh, bewusst einfach, bewusst direkt – ganz wie damals und kein Stück aus der Zeit gefallen. Willkommen zurück, lasst euch nicht wieder 28 Jahre Zeit! www.dietaucher.net P.S. DACAPO »Covers« Seit einigen Jahren sind DACAPO in Baden-Württemberg und darüber hinaus als Live-Act unterwegs. Nun hat die auf Galas, Partys und Feste spezialisierte Coverband ihre erste CD veröffentlicht, die passenderweise mit dem einfachen und effektiven Titel „Covers“ versehen wurde. 15 stilistisch äußerst unterschiedliche Titel präsentiert die Band, bestehend aus Tatjana Gottschling (Gesang, Saxophon, Keyboards), Stefan Miklic (Gesang, Trompete), Benjamin Tomec (Schlagzeug, Ge - sang) und Jürgen Gottschling (Keyboards, Gitarre, Gesang) den Hörern. Vom deutschen Schlager der Münchner Frei - heit („Ohne Dich schlaf ich …“), Klassikern der 80er-Jahre („Time After Time“/Cindy Lauper) bis zum Stadion-Rock („Bed Of Roses”/Bon Jovi) und Neuer Deutscher Welle („Major Tom“/Peter Schilling) musizieren sich DACAPO durch ein breites Repertoire und zeigen ihre stilistische Band breite. Auch für eine Band ungewöhnlichere Nummern wie „What Is Love“ von Haddaway oder der Klassiker „Trompetenecho“ haben es auf die Scheibe geschafft und unterstreichen noch einmal die Variabilität des Quartetts. Vor allem die mit Bläser-Ein - sätzen versehenen Stücke wissen zu überzeugen und machen Lust auf mehr. www.tanzband-dacapo.de P.S. JØRG »Angry Road« Musikalisch faul auf der Haut zu liegen, kann man Jörg Klein aka Jørg nun wirklich nicht vorwerfen. 2018 erschien das Album „We Call It Blues“, Anfang 2019 das Tribute- Album „Love!“ und nun mit „Angry Road” bereits das dritte Album in kurzer Zeit. Nebenbei ist der Ingolstädter auch noch 8 3/2019 musiker Magazin

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