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Musiker Magazin 3/2018

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Deutscher Rock & Pop Preis 2018 – Festivalkonzept; Schraubenyeti – Ein Tier am Klavier; MICAST– »Der Markt ist überschwemmt«; Christine Helms – »Ich hatte eine große Menge Glück«; Joachim Griebe – »Etwas mehr Solidarität und Hilfe unter Musikern wäre mehr als hilfreich für uns alle«; »We Call It Blues« – Interview mit Jörg Klein; Interview mit Alwin Smoke; Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 12: Eric Clapton – The Golden Sound; Stefan Lauterbach – »Es gibt nichts, was dieser Mann nicht selbst macht«; KINGS OF FLOYD – Die ultimative Pink Floyd Tribute Band; ETERNAL FLAME – »Smoke On The Mountain« – neues Album nach 16 Jahren; Google will der beste Freund der Plattenfirmen sein; Jule Neigel Band – 4. Akt...; Die andere Meinung: Ins Netz gegangen – Interview mit der EU-Abgeordneten Catherine Stihler; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

42 STORIES Die

42 STORIES Die ultimative Pink Floyd Tribute Band MM: Warum habt ihr gerade eine Pink Floyd Tribute Band gegründet? KING OF FLOYD: Ganz einfach, weil die großartigen Kompositionen weiterhin gespielt werden müssen, damit der Sound lebendig bleibt. Es war ja insbesondere aufgrund der Differenzen zwischen David Gilmour und Roger Waters nicht mehr damit zu rechnen, dass sich Pink Floyd jemals wieder vereinigen würden, und ganz be - stimmt nicht nach dem Tode von Richard Wright am 15.09.2008. MM: Was fasziniert euch an der Band und warum wolltet ihr keine Band mit Eigen kom - positionen sein? KING OF FLOYD: Wenn man mit der Musik von Pink Floyd groß geworden ist und z. B. im März 1973 die Veröffentlichung von „Dark Side Of The Moon“ hautnah miterlebt hat, dann lässt sich nachvollziehen, welche Bedeutung die zeitlose Musik und der Sound für uns hatten. Die KINGS OF FLOYD setzen das Thema 1:1 um und somit beginnt die Faszination schon beim Erklingen des G-Moll-Akkords im Intro von „Shine On You Crazy Diamond“. Eigene Kompositionen spielen wir in anderen Bandprojekten. Mark Gillespie z. B. veröffentlicht Mit musikalischer Extraklasse, hervorragendem Stage-Design und großartigem Sound begeistern Kings of Floyd das Publikum und rufen die nahezu perfekte Illusion eines Pink-Floyd- Konzertes hervor. regelmäßig Alben mit seinen Kompositionen, die er auch auf seinen Touren promotet. Es ist ein Trugschluss zu glauben, die Dar bie - tung im Tributebereich sei nicht kreativ, nur weil es keine eigenen Kompositionen sind. Die exakte Reproduktion ist sicherlich sehr kreativ, oder würde man einem Sinfonie or - ches ter die Kreativität bei der Aufführung eines klassischen Meisterwerkes absprechen? MM: Wie schafft ihr es, einen Sound zu finden, der so dicht am Original ist? KING OF FLOYD: In erster Line ist es der ge - samte musikalische Einfluss. David Gilmours Spielweise ist ja sehr bluesig und er hat damit schon in den 70ern eine Reihe von Gitarristen beeinflusst. Noch heute wollen viele so klingen wie er. Mithilfe der musikalischen Wurzeln werden manche Charakteristika unbewusst inkorporiert, sodass am Ende auch mal ein Bending oder Vibrato ähnlich klingt wie etwa bei David Gilmour. Die technische Umsetzung mit Equip - ment ist dann eher sekundär. MM: Bei eurer Show gehen Musik und visuelle Effekte Hand in Hand. Was ist das besondere an eurem Sound- und Lichtdesign? KING OF FLOYD: Wir versuchen dabei, uns möglichst am Original zu orientieren. Es gibt ein paar Signature Designs, wie z.B. die runde Lein wand - projektion und der große Halbkreis. Aber die Technik hat sich enorm entwickelt, niemand würde das heute noch mit PAR-Scheinwerfern wie in den 70ern umsetzen, heute stehen uns Movingheads und Laser zur Verfügung. musiker Magazin 3/2018

STORIES 43 »Der Zuschauer im Tribute- Bereich möchte keine kreativen Improvi sa tionen, er wünscht sich das originale Klang er lebnis von den Alben und möchte in seine Ver gangenheit zurückversetzt werden.« MM: Worauf legt ihr Wert bei eurem Equip - ment? Worauf seid ihr besonders stolz? KING OF FLOYD: Auch da orientieren wir uns am Original. Die typischen Anlagen mit WEM- Boxen und Hiwatt Amps waren für die damalige Zeit typisch. MM: Wie bringt ihr das Ganze auf die Bühne? KING OF FLOYD: Das gelingt im Grunde nur mit einer erstklassig eingespielten Crew. Die Venue Specs sind ja in der Regel online abrufbar. Beim Get-in werden die Standardabläufe durch den Stagemanager und den Backliner koordiniert. MM: Wie bewältigt ihr den Transport des um - fassenden Equipments? KING OF FLOYD: Mit der Zeit ist alles gewachsen, aktuell sind wir bei zwei 7,5-t-Lkws angelangt. MM: Wie lief eure Recherche ab? Wie be - schäftigt ihr euch mit Pink Floyd, um eine gute Tribute-Show abzuliefern? KING OF FLOYD: Ich hatte das Glück, Pink Floyd zweimal live erleben zu können, zuerst am 29.01.1977 in der Deutschlandhalle in Berlin im Rahmen der „Animals Tour“ und dann später in Dortmund die „The Wall Show“ im Februar 1981. Beide Konzerte haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen, denn der betriebene technische Aufwand war immens. Die Eindrücke von damals sind sicherlich ein Vorbild, eine Tribute Show in diesem Genre zu entwickeln. Mittler - weile gibt es ja viele YouTube-Videos auch aus der damaligen Zeit, an denen man sich noch mal genauer orientieren kann. Die Umsetzung ist letztendlich ein Hybrid aus den historischen Elementen mithilfe modernerer Technik. MM: Der Stimme von Roger Waters oder dem Gitarrenspiel von David Gilmour, der Syd Barret 1968 ersetzte, das Wasser zu reichen ist nicht leicht. Wie geht ihr damit um? KING OF FLOYD: Ich würde mich eher fragen, wie das Publikum damit umgeht, eine Tribute Show zu besuchen und dabei das Original im Ohr zu haben. Das bedeutet, die Erwartungen sind riesig. Wenn die Presse dann schreibt, „nahezu wie das Original, und wenn man die Augen schließt, hat man den Eindruck, man höre David Gilmour“, dann meine ich, haben wir alles richtig ge - macht, oder? MM: Wie sieht es aus mit eigener Kreativität im Tribute-Bereich – in erster Linie versucht man ja, die Songs so gut es geht nachzuspielen? KING OF FLOYD: Im Tribute-Bereich gibt es keine Kreativität im Sinne von Interpretation oder Arrangement. Es gibt keine Improvisation wie etwa im Jazz, wo auch Songs aus dem Ameri - kanischen Songbook „nachgespielt“ werden, die bis auf das ursprüngliche Thema ein völlig neues Gesicht bekommen, z. B. durch Umhar - moni sierung oder Verwendung anderer Beats. Der Zuschauer im Tribute-Bereich möchte keine Interpretationen oder kreativen Improvi - sa tionen, er wünscht sich das originale Klang - er lebnis von den Alben und möchte in seine Ver gangenheit zurückversetzt werden. Die Kompositionen so zu spielen, wie sie im Original geklungen haben, erfordert sicherlich ein erhebliches Potenzial an Kreativität, denn es wird ja etwas erzeugt. Der Begriff Tribute sollte nicht mit Cover verwechselt werden. Web: WWW.KINGSOFFLOYD.COM IntervIeW: OLE SEELENMEYER Foto: © WEBROCK-FOTO.COM GraFIkquelle: KING OF FLOYD 3/2018 musiker Magazin

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