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Musiker Magazin 3/2018

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Deutscher Rock & Pop Preis 2018 – Festivalkonzept; Schraubenyeti – Ein Tier am Klavier; MICAST– »Der Markt ist überschwemmt«; Christine Helms – »Ich hatte eine große Menge Glück«; Joachim Griebe – »Etwas mehr Solidarität und Hilfe unter Musikern wäre mehr als hilfreich für uns alle«; »We Call It Blues« – Interview mit Jörg Klein; Interview mit Alwin Smoke; Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 12: Eric Clapton – The Golden Sound; Stefan Lauterbach – »Es gibt nichts, was dieser Mann nicht selbst macht«; KINGS OF FLOYD – Die ultimative Pink Floyd Tribute Band; ETERNAL FLAME – »Smoke On The Mountain« – neues Album nach 16 Jahren; Google will der beste Freund der Plattenfirmen sein; Jule Neigel Band – 4. Akt...; Die andere Meinung: Ins Netz gegangen – Interview mit der EU-Abgeordneten Catherine Stihler; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

38 STORIES »Es gibt

38 STORIES »Es gibt nichts, was dieser Mann nicht selbst macht« STEFAN LAUTERBACH Den Namen Stefan Lauterbach hat man sicher noch nicht oft zur Kenntnis genommen, aber es sieht ganz so aus, als dass wir von diesem interessanten und vielseitigen Musiker und Menschen in Zukunft noch öfter etwas zu hören bekommen. Seinen Namen haben die Besucher des letzten Deutschen Rock & Pop Preises bei den Preisverleihungen allerdings mit Abstand am häufigsten mit Staunen und Anerkennung gehört. Grund genug fürs Musiker Magazin, Stefan zum Interview zu bitten. MM: Beim letzten Rock & Pop Preis warst du ja der große Abräumer mit zehn Preisen. Wofür waren sie denn und wie fühltest du dich dabei? STEFAN LAUTERBACH: Nun, zuerst war mir schon ein wenig blümerant, aber als dann ein Preis nach dem anderen in meinen Händen a n- kam, war es ein tolles Gefühl, dass die Arbeit, die ich in meine Werke investiert habe, so gewürdigt wurde – von Leuten, die Ahnung davon haben und auch von Kolleginnen/Kollegen, die auch mit mir auf der Bühne standen, sich mit mir mitfreuten! Das ist auch ein weiterer Anschub für kommende Projekte. Ich bin für ein Instrumental album in sechs Kategorien prämiert worden, u. a. „Bestes Instru - mental album“, „Bestes Arrangement“, „Beste Komposition“ und „Beste Percussion“. Für eine Trancenummer bekam ich auch noch Preise sowie für einen englischsprachigen Popsong. MM: Während der Vergabe wurdest du auch anmoderiert mit „Es gibt nichts, was dieser Mann nicht selbst macht“. Was war damit gemeint? SL: Ich denke, das war zum einem dahingehend gemeint, dass ich für das Artwork des Instru - mental werkes in der Kategorie „Bestes Cover“ auch einen Preis erhielt. Ich fertige, wenn die Zeit es zulässt, Bleistiftzeichnungen von Pflanzen an, die teils auch in einer Fachzeitschrift erscheinen. Weil das Album „Songs from the Jungle“ heißt, war es für mich naheliegend, meine musikalischen Ideen mit visuellen zu verbinden. Andererseits mache ich aber auch alles andere allein, von der Komposition bis zum Arrangement, dem Ein - spielen aller Instrumente und dem finalen Mix. MM: Da hattest du sicher auch so einige Lehrer, was? SL: Nö. Niemanden. Du musst wissen, dass mein Vater schon sehr früh gestorben ist und meine Mutter nicht viel Geld hatte. Ich bin in sehr einfachen Umständen aufgewachsen, wollte aber schon immer Musik machen. Ich musste mir viele Fähigkeiten aneignen, dies war sicher ein initialer Motor für die Entwicklung von Fantasie und Hart - näckigkeit; insbesondere, wenn man eine kreative Ader hat und die dann Bahn nach draußen brechen will. Und weil dieser schöpferische Antrieb so groß ist, habe ich mir dann auch das Equipment zusammengespart, um meine Ideen vom Geist und vom Herzen nach draußen in die Welt zu trans portieren. Das ist verdammt hart und wirklich nicht witzig, hat mich aber sicher auch ge - formt ... MM: Ich habe dein Album und die anderen Stücke gehört und bin überrascht, wie vielfältig und authentisch und auch bis ins Aller - kleinste ausgearbeitet deine Arbeiten sind. Bist du stilistisch irgendwo zuhause? SL: Eigentlich nicht. Es gibt zwar, weil ich in erster Linie und mit Leidenschaft Gitarrist bin, Stile bzw. Spieltechniken, die ich lieber mag als andere, jedoch bin ich für alles offen, weil ich mich nicht beschränken mag und meiner Musik alles geben möchte, was in meinem Kopf herumgeistert. Dazu gehört auch, dass ich jeder Idee eine Chance gebe und sie austeste; ganz gleich, ob es das Arran ge - ment oder die Instrumentierung betrifft. Und all das arbeite ich halt so lange aus, bis es das ist, was ich im Inneren schon gehört hatte. musiker Magazin 3/2018

STORIES 39 SL: Das hat unterschiedliche Gründe. Der Haupt - grund ist der, dass ich derzeit an einem sehr ab - wechslungsreichen Popalbum arbeite, das auch „massentauglich“ sein wird. Nach dessen Ver - öffentlichung reiche ich dann die anderen Arbeiten, auch die prämierten, Stück für Stück nach. Das Instrumentalalbum ist zwar toll für Liebhaber komplexer Werke, aber das ist nun einmal etwas Spezielles, mit dem man nicht ein größeres Forum erreicht, und das wäre sehr schade. Deshalb spare ich mir das und Anderes für später auf. Sicher werde ich dann auch mehr im Netz präsent sein, aber erst einmal stehen noch die anderen Arbeiten an. MM: Dein Musikvideo „New York City Lights“ kann man ja zum Glück auf YouTube sehen bzw. auch streamen. Damit hast ja auch vor - letztes Jahr deinen ersten Preis in der Ka te - gorie „Bestes Musikvideo“ gewonnen. Es ist ja auch etwas ganz Anderes, als man ge - mein hin bei einem Musikvideo kennt. Wie bist du denn darauf gekommen und wie ist es entstanden? SL: Freunde und ich haben einer Freundin geholfen, ihre Garage für den Sperrmüll auszuräumen. Da waren auch noch Spielsachen drin, nämlich ein Hubschraubermodell und kleine Autos. Da war die Idee zu dem Video für dieses Instrumental - stück schon geboren – Großstadt und Verkehr. Wir haben dann im Wohnzimmer mit Kartons, die wir andeutungsweise als Hoch häuser bemalt hatten, in der Stop-Motion-Technik mit viel Geduld dieses Video aufgenommen. Viele, viele Fotos von den Autos und raffiniertes Schneiden des Materials hat die Autos dann zum Laufen ge - bracht und schon bei den ersten Blicken setzt man die Bilder als Szenen in einer Großstadt zusammen. Das ist echte Illusion! MM: Aus welcher Quelle kommen so viele Ideen? SL: Die Voraussetzung für ein intensives, tiefes Arbeiten mit der Musik ist für mich Ab ge schie - den heit und Rückzug. In der Natur kann ich meinen inneren Kompass wieder auf neutral stellen, um den Ideen wieder Platz zu bieten und in mein Inneres zu hören. Ich habe eine große Achtung vor allem, was lebt und bin immer aufs Neue fasziniert von der Fülle und dem Erfindungsreichtum der Natur, die eine große Inspirationsquelle ist. Dann habe ich meinen Ipod dabei, dem ich meine Gedanken diktiere. Natürlich ist das aber kein mechanischer Prozess, den man nach Be - lie ben aufrufen kann. Ich habe zum Beispiel auch versucht, mit meinen abwechslungsreichen Kom po sitio nen im „Jungle“ die Vielfalt der Natur nachzuempfinden und mit meinem musikalischen Spie gel abzubilden. Die Natur und das eigene Dasein mit Dankbarkeit und Demut zu be trachten ist etwas, was jeden Menschen bereichert. MM: Wenn man dich im Netz sucht, merkt man, dass du gar keine Internetpräsenz hast und bisher nur ein Stück veröffentlicht hast. Warum ist das so? MM: Ich habe den Eindruck, als wenn vor mir ein sehr bescheidener und reflektierter Mensch sitzt, von dem man nicht denken würde, dass er ein solches Potential hat und viel Authentizität in seine Musik bringt. Wie geht das? SL: Die Magie der Kunst, insbesondere der Musik ist für mich, dass sie dann ein Spiegelbild deines Inneren ist, wenn Sie wirklich aus deiner Tiefe kommt, und ich glaube, das ist es, was Menschen dann auch in sich spüren, wenn sie wirklich zu - hören. Dazu gehört aber auch der Mut der Künst - lers, dies zu offenbaren. Und weil ich die Herzen der Menschen erreichen möchte, arbeite ich immer wieder daran. Das kostet natürlich auch ein Quantum an Kraft und ist sicher nicht im Vor - beigehen getan, deshalb kann eine Produktion 8 3/2018 musiker Magazin

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