Aufrufe
vor 1 Monat

Musiker Magazin 3/2018

  • Text
  • Musik
  • Musiker
  • Clapton
  • Album
  • Magazin
  • Zeit
  • Blues
  • Claptons
  • Arbeit
  • Youtube
Deutscher Rock & Pop Preis 2018 – Festivalkonzept; Schraubenyeti – Ein Tier am Klavier; MICAST– »Der Markt ist überschwemmt«; Christine Helms – »Ich hatte eine große Menge Glück«; Joachim Griebe – »Etwas mehr Solidarität und Hilfe unter Musikern wäre mehr als hilfreich für uns alle«; »We Call It Blues« – Interview mit Jörg Klein; Interview mit Alwin Smoke; Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 12: Eric Clapton – The Golden Sound; Stefan Lauterbach – »Es gibt nichts, was dieser Mann nicht selbst macht«; KINGS OF FLOYD – Die ultimative Pink Floyd Tribute Band; ETERNAL FLAME – »Smoke On The Mountain« – neues Album nach 16 Jahren; Google will der beste Freund der Plattenfirmen sein; Jule Neigel Band – 4. Akt...; Die andere Meinung: Ins Netz gegangen – Interview mit der EU-Abgeordneten Catherine Stihler; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

34 STORIES scheiden sich

34 STORIES scheiden sich die Geister komplett. Entweder wird „Pilgrim“ als Claptons schlimmster Flop erachtet oder aber als großartiger, wagemutiger Wurf. Er hat hier nicht nur bewusst ein Album in gedrückter Stimmung vorgelegt, sondern nach Phil Collins mit dem Produzenten Simon Climie erneut mit Syn - the sizern und Drum-Computer gearbeitet. Das hatten beide zuvor schon ohne Erfolg auf dem anonym veröffentlichten Album „T.D.E. Retail Therapy“ (1997) getan, an dessen Misserfolg sich auch nichts änderte, als Clapton seine Mit - wirkung doch publik machte. Anders als bei den Main - stream-Aufnahmen von August ist mit „Pilgrim“ aber ein Album gelungen, das man schwer aus Kopf und Herz be - kommt. „My Father’s Eye“ und „River Of Tears“ sind wohl die bekanntesten Titel des Albums, da Clapton sie gern auch live gespielt hat. „Reptile“ (2001) ist ein ruhiges, solides Werk, das gerade wegen der Spielfreude viel Vergnügen bereitet. Stilistisch passt das Album aufs Erste nicht in den Clapton-Kanon. Man kann aber froh sein, dass Clapton damals schon tun und lassen konnte, was er wollte. Ein ähnlich entspanntes und dennoch vielfältiges Album ist „Clapton“ (2010), bei dem er kein Konzept verfolgte, sondern den Dingen seinen Lauf ließ. Bei „Me And Mr. Johnson“ und den „Sessions for Robert J.“ (beide 2004) zeigt Clapton, dass er auch dann, wenn es wenig spektakulär zugeht, der geborene Bluesman ist. „The Road To Escondido“ (2006) huldigt nicht einfach nur Claptons Idol J.J. Cale, sondern brilliert durch das Zusammenspiel dieser beiden Aus nah - memusiker, was so mancher allerdings als langweilig empfindet. Mit „The Breeze – An Appreciation Of J.J. Cale“ (2014) hat Clapton seinem 2013 verstorbenen Freund außerdem posthum ein würdiges Laid-Back-Denkmal ge setzt, bei dem einmal mehr die Meinungen auseinandergehen. Verglichen mit dem Auf und Ab der Studioalben bereiten fast alle Livealben aus Claptons Solokarriere meistens un - getrübte Freude. „In Concert“ (1973) und „E.C. Was Here“ (1975) habe ich schon genannt. „Just One Night“ (1980) sprüht nur so vor Spiellaune und punktet zudem mit dem zweiten Gitarristen Albert Lee sowie dem Keyboarder Chris Stainton, der Clapton häufig begleitete und auch jetzt in Hamburg dabei war. „24 Nights“ zieht ein Resümee aus 24 Abenden, an denen Clapton unter anderem mit Buddy Guy und auch großem Orchester in der Royal Albert Hall aufgetreten war. An „Just One Night“ reicht dies nicht immer heran, belohnt den Zuhörer aber mit einem großen Facetten- Reich tum, der durch die Live-Atmosphäre gewinnt. Die Auf - nahmen des im Oktober 1991 veröffentlichten Doppel albums waren bis Ende Februar des Jahres entstanden, kurz vor dem tragischen Tod von Claptons 5-jährigen Sohn Conor am 20. März 1991. Um seine Trauer in einer Zeit zu bewältigen, in der er gerade vom Alkohol losgekommen war, schrieb Clapton „Tears In Heaven“ und ließ damit vielleicht auch sein Flehen des Titels „Give Me Strength“ von „461 Ocean Boulevard“ Realität werden. In einer akustischen Version gehört das ans Herz gehende „Tears In Heaven“ zu „Unplugged“ (1992), das Claptons erfolgreichstes Album wurde. Clapton ohne elektrische Gitarre schien nicht denkbar zu sein. „Unplugged“ beweist das Gegenteil, denn der Musiker erzeugt auch mit der akustischen Gitarre enorme Spannung und Wärme. Bis auf „Just One Night“ sind die genannten Konzerte auch auf DVD zu bewundern, auf denen der optische Eindruck den Hörgenuss immens steigert. Nur als DVD erschienen ist Claptons „Live In Hyde Park“ von 1996, bei dem er einmal mehr so der Musik verhaftet spielt, dass er die in Massen er schienenen Zu schauer verzaubert hat; zweiter Gitarrist war Claptons langjähriger Begleiter Andy Fairweather Low, be kannt unter anderem aus der ehemaligen britischen Band Amen Corner. Übertroffen wird dieses Ereignis in meinen Augen nur von »Claptons Studioalben schwanken stark in der Qualität. Schlecht sind sie nie wirklich, aber so manches Album lässt die emotionale Tiefe vermissen, die Konzerte in aller Regel zu solch einzigartigen Erlebnissen werden lassen.« dem Konzert aus dem Jahr 2001, das in dem „Set One More Car, One More Rider“ festgehalten worden ist. Clapton und seine Band spielen wie entfesselt. Ganz ausgezeichnet ist sein langjähriger Drummer Steve Gadd, aber innerhalb der Band bestechen die beiden vom Tempera ment unterschiedlichen Keyboarder Billy Preston und David Sancious mit hinreißenden Soli. Während Preston immer wieder aus dem Häuschen gerät, spielt der ruhigere Sancious sein Keyboard auch über einen mundstückartigen Peavy DPM Controller, sodass man ein feinfühliges Saxophon zu hören meint. Dieses Konzert, bei dem Clapton fantastische Soli nur so aus dem Ärmel schüttelt, ist Gänse haut pur. Eine weitere musikalische Sternstunde wurde mit „Live in San Diego“ von 2007 (veröffentlicht 2017) festgehalten. Clapton tritt mit seinem Idol J.J. Cale sowie den beiden Gitarristen Doyle Bramhall II musiker Magazin 3/2018

STORIES 35 und Derek Trucks auf. Der 1979 geborene Trucks war bei der Allman Brothers Band der legitime Nachfolger des im Herbst 1971 tödlich verunglückten Slide-Gitarristen Duane Allman und zählt selbst zu den wichtigsten Rockgitarristen der jüngeren Generation. Große Freude bereitet auch die Blu- Ray „Planes, Trains and Eric „(2014) über Claptons Japan- Tournee aus der Zeit, diesmal ohne weitere Gitarristen. Leider ist die Blu-Ray als Dokumentation strukturiert worden, bei der der Konzertmitschnitt immer wieder durch In ter views unterbrochen wird. Demgegenüber ist die Live-Blu-Ray „Slowhand At 70 – Live At The Royal Albert Hall“ (2015), nun wieder mit dem zweiten Gitarristen Andy Fairweather Low, ein durch und durch ungetrübtes Ver gnügen, das auch als erweiterte Deluxe-Ausgabe erhältlich war. „Live in the Seventies“, deren Titel eine andere Struktur offenbart. Hier kann man gut vier Stunden in wirklich mitreißender Clapton-Live-Musik schwelgen. Clapton war bei anderen Musikern ein gern gesehener Gast. Auf der Geburtstagsfeier von Keith Richards und dem Saxophonisten Bobby Keyes spielte Clapton im Dezember 1970 mit den Rolling Stones eine erregende Version des Hits „Brown Sugar“ ein, die mittlerweile offiziell auf der Deluxe-Version des Klassiker-Albums „Sticky Fingers“ 2015 veröffentlicht wurde. Beim „The Last Waltz“, dem Abschiedskonzert von The Band, der Clapton sich so gern angeschlossen hätte, war er Ende Oktober 1976 mit dabei (veröffentlicht 1978), 1979 bei der Feier zu Alexis Clapton hat im Laufe seiner nunmehr schon 55 Jahre dauernden Karriere so viele Alben und gefilmte Konzerte vorgelegt (von den hunderten Bootlegs in Ton und Bild ganz zu schweigen) und war an unzähligen Alben anderer Künstler beteiligt, dass man letztlich aus dem Vollen schöpfen und unmöglich in einem Artikel alles auch nur anreißen kann. Daher folgen noch einige Schlaglichter. Clapton wurden zahlreiche Werkschauen gewidmet. Die wichtigste dürfte die 1988 erschienene 4-CD-Box „Cross- roads“ mit zahlreichen bis dahin unveröffentlichten Tracks sein. Unter diesen stechen die Aufnahmen für das zweite Album von Derek And The Dominos hervor, mit der ur - sprünglichen Studio-Fassung von „Got To Get Better In A Little While“. 1996 folgte die 4-CD-Box „Crossroads 2“: Korners 50. Geburtstag, die der Kölner Rockpalast veranstaltet hatte – und so Clapton jedenfalls als Begleitmusiker für den Rockpalast gewonnen hatte. Der Mitschnitt „The Party Album“ erschien 1980 als Doppelalbum. Gemeinsam mit den Ex-Beatles George Harrison und Ringo Starr bereicherte Clapton das Konzert des Rock ‘n’ Rollers Carl Perkins von 1985, das als DVD unter dem Titel „Carl Perkins & Friends“ erhältlich ist. Im Jahr darauf spielte Clapton auf zwei Konzerten zum 60. Geburtstag des Rock-‘n’-Roll- Urgesteins Chuck Berry, woraus der Konzertfilm „Hail! Hail! Rock ‘n’ Roll“ entstand, der 2006 sogar mit viel Bonus - material angereichert als 4-DVD-Set auf den Markt kam. 1988 ging Clapton mit Mark Knopfler auf eine ausgedehnte Tournee, die bis nach Japan führte. Zwischendurch spielten sie im Juni des Jahres auf dem Konzert zu Nelson 8 3/2018 musiker Magazin

Archiv

Musiker Magazin 3/2018
Musiker Magazin 2/2018
Musiker Magazin 1/2018
Musiker Magazin 4/2017
Musiker Magazin 3/2017
Musiker Magazin 02/2017
Musiker Magazin 04/2016 – 01/2017
Musiker Magazin 03/2016
Musiker Magazin 02/2016
Musiker Magazin 04/2015 – 01/2016
Musiker Magazin 03/2015
Musiker Magazin 02/2015
Musiker Magazin 01/2015
Musiker Magazin 03/2014
Musiker Magazin 02/2014
Musiker Magazin 01/2014
Musiker Magazin 03/2013