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Musiker Magazin 3/2018

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Deutscher Rock & Pop Preis 2018 – Festivalkonzept; Schraubenyeti – Ein Tier am Klavier; MICAST– »Der Markt ist überschwemmt«; Christine Helms – »Ich hatte eine große Menge Glück«; Joachim Griebe – »Etwas mehr Solidarität und Hilfe unter Musikern wäre mehr als hilfreich für uns alle«; »We Call It Blues« – Interview mit Jörg Klein; Interview mit Alwin Smoke; Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 12: Eric Clapton – The Golden Sound; Stefan Lauterbach – »Es gibt nichts, was dieser Mann nicht selbst macht«; KINGS OF FLOYD – Die ultimative Pink Floyd Tribute Band; ETERNAL FLAME – »Smoke On The Mountain« – neues Album nach 16 Jahren; Google will der beste Freund der Plattenfirmen sein; Jule Neigel Band – 4. Akt...; Die andere Meinung: Ins Netz gegangen – Interview mit der EU-Abgeordneten Catherine Stihler; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

24 STORIES

24 STORIES Blues-Geschichte war das Ziel klar: Klassische Sounds für klassische Blues-Riffs. Meine weiße 93er Fender Strat bekam eine Komplettbestückung vom Guitarfetish (USA). Noiseless Pick - ups, Messingblock am Tremolo, Nullbund aus Messing. Für die saftigen Songs habe ich mich für eine Epiphone Black Beauty entschieden und das keine Minute bereut. Den Rest des Sounds macht dann ein Laney Lionheart. Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren! MM: Du gibst Blues-Gitarren-Kurse auf You - Tube und hast auch eine Blues-Band. Was fasziniert dich so an diesem Genre? JÖRG: Ich erinnere mich, dass ich im zarten Alter von 14 mit meinem Kumpel Tom im Treppenhaus des Schulhauses „Get Back“ in Blues-Manier spielte. Um danach festzustellen dass eine komplette Schulklasse als Zuhörer von oben zuguckte … Der Blues enthält unzählige Facetten, mit denen ich mich ausdrücken kann – Funk, Rock, Boogie, instrumental oder mit Gesang. Und zwar auf eine instinktive, kreatürliche Art. Bedingt durch meinen Job als Gitarrenlehrer ist es prinzipiell die einfach zu vermittelnde Grund - struk tur des Blues mit seinen typischen 12 Takten, die auch Anfänger umsetzen können. Deshalb auch der Blues-Kurs in YouTube. Das lief parallel zur Bandhistorie, nachdem Rock- und Rock- Coversongs nicht so recht wuppen wollten. Mein Anspruch war und ist, dem Publikum immer alles zu geben. Also begann ich, in Blues- Struk turen zu komponieren, um die „Übungs last“ für die Ka meraden zu erleichtern. Das Konzept hat sich be währt – immer wieder entdecke ich neue Varian ten und Herausfor de rungen im Blues für mich als Sänger und Gitar rist. Mit Herz, mit Trauer, mit Spaß und manchmal auch mit Wut. Dass es so umfangreich würde, hätte ich nie ge - ahnt. MM: Welche anderen Stilrichtungen finden sich in deiner Musik? JÖRG: Als One-Man-Show kann ich in meinem kleinen Tonstudio alles produzieren, was mir ge - rade so auf der Seele liegt. Da finden sich u. a. die AETERNOM-Scheibe (Powermetal), die wir auch zu fünft um 2003 auf der Bühne hatten. Aus der Singer-Songwriter-Ecke gibt es das „BitterSweet“-Album, das auf Akustik-Gitarre basiert. Aktuell arbeite ich an der zweiten Blues- CD, an einem Set namens „Solid Rock“ mit mehr Instrumentalanteil und einem Live-Solo-Set, das ich mit Looper und A-Gitarre performen werde. Dann bin ich flexibel und kann auch mal alleine losziehen. MM: Kannst du dir ein Leben ohne Musik vor stellen? JÖRG: Nein. Denn die Musik und die Songs brauche ich, um die Last auf meinen Schultern zu erleichtern. Es hat gedauert zu realisieren, dass es mir besser geht, wenn ich die Themen in meinem Kopf zu Songs verarbeite. Auch in einer Be - ziehung ist es manchmal nicht ganz einfach, wenn man als Musiker wochenlang jede freie Minute im Studio verbringt, und so war ich ein paarmal kurz davor, alles hinzuschmeißen. Gut, dass es nicht passiert ist. Eine Freundin sagte mal: „Jörg macht keine Musik, Jörg ist Musik.“ Der Moment, wenn du live dein Publikum mitnimmst, ist pure Magie, ist die ganze Arbeit drum herum wert. Da fülle ich dann meine Tanks wieder auf. MM: Dein Blues-Album ist gerade fertig. Wie liefen die Aufnahmen? Eine großartige Erfahrung! Da ich ja bis aufs Drumplay alles selber gemacht habe (Recording, Mix, Master, Gitarren, Bass, Keys, Vocals, Art - work, Pressabwicklung etc.), habe ich in kurzer Zeit (ca. 6 Monate) wahnsinnig viel gelernt. Am schwierigsten fand ich den Mix. Ich wollte ein Live-Feeling schaffen, damit sich die Songs so anhören, wie sie auch auf der Bühne klingen. Hier wieder der Vorteil der One-Man-Show: Ich habe so lange Gitar ren, Bässe und Vocals ausprobiert, bis sie perfekt zueinander passten. An dieser Stelle einen dicken Dank an meine Family, die mich dieses halbes Jahr kaum mehr zu Ge - sicht bekam und mir den Rücken freihielt! MM: Was ist dein Lieblingstrack auf dem Album? JÖRG: Tom Glas von Radio Bayern 1 hat sich vor Kurzem den „Travel-Shuffle“ herausgepickt und vorgestellt. Meine Wahl wäre vielleicht eher „Blues For Two“ gewesen, weil da die Gitarre so schön fliegt und weil ich komplexe Harmonien mag. Oder doch „Home Alone“, der gaaanz langsame, traurige Song, bei dem ich live immer mitsamt Publikum ganz bedröppelt ende … Alle Songs der CD beschreiben mich auf dieser Blues- Reise durch mein Leben. Schwierig, da einen konkret herauszupicken. MM: Wie sieht dein Alltag als Gitarrist aus? JÖRG: Optimalerweise so: vormittags Online-Kon - takte pflegen, Organi sations kram, Bank, Kleini gkei - ten im Studio machen, Texte schreiben etc. Kurz nach Mittag geht’s dann mit Unterricht los, meist so bis 20 Uhr. Gemeinsames Abend essen, und dann entweder aktuelles Set durchspielen (vor Auftritten) oder neue Songs ansetzen, Riffs erfinden, Licks trainieren. Dienstag-/ Freitagabend Band probe. Am Wochenende sind dann meist ein paar Stunden am Stück im Studio möglich. Oder Auftritte. Langweilig wird’s nie. musiker Magazin 3/2018

STORIES 25 »Die Musik und die Songs brauche ich, um die Last auf meinen Schultern zu erleichtern. Es hat gedauert zu realisieren, dass es mir besser geht, wenn ich die Themen in meinem Kopf zu Songs verarbeite.« Standhaft in Heim & Studio JØRG „We Call It Blues“ JOERGAUSINGOLSTADT.DE GUITAR-ON-DEMAND.DE MM: Wie kommst du an neue Auftritte? JÖRG: Gute Frage. Natürlich versuche ich, telefonisch/per Internet an Venues ranzukommen. Meist heißt es da „Band zu unbekannt, wir können die Kosten nicht decken“. Toll, verstehe ich ja, aber wie soll ich denn dann den Bekanntheitsgrad erhöhen? Die Risikobereitschaft der Veranstalter ist bei Null. Und die kleinen Clubs haben meist nur eine Briefmarke als Bühne, auf die nicht mal ein Schlagzeug passt … Am besten funktioniert bisher die Vermittlung über Freunde, über Fans. Da springt schon mal ein Festival oder ein größerer Gig dabei raus. Bisher war es immer so, dass die Zuhörer begeistert waren! Mir ist völlig klar, dass ich da hin muss, wo das Publikum ist. Durch neue Kontakte ergibt sich möglicherweise demnächst etwas in Rumänien, Nor wegen und Frankreich. In der Ecke um Dresden ist gerade was im Gespräch, aber natürlich würde ich liebend gern auch vor der Haus türe spielen. DRUM HIER DER AUFRUF: Veranstalter, Clubs, bitte meldet euch bei mir!!! Musikerkollegen; braucht ihr Unterstützung als Support-Act? Festivals: Habt ihr einen Slot für uns frei? MM: Was sind deine weiteren musikalischen Pläne? JÖRG: Der Schwerpunkt liegt jetzt gerade auf der zweiten Blues-CD, knapp die Hälfte der Songs ist schon fertig. Am Solo-Set werde ich auch weiterarbeiten. Und dabei fallen sicher auch wieder Stücke in die „Solid Rock“-Schublade. Alle meine musikalischen Geschichten mögen jetzt ihren Weg in die Herzen der Zuhörer finden! Der König & Meyer Gitarrenständer »Carlos« 17650 · Einzigartiger Gitarrenständer im Säulen-Design · Für Akustik- oder E-Gitarren · Kann schnell und flach zusammengelegt werden · Instrumentenschonende Filzauflagen INTERVIEW: RONJA RABE LIVEBILD: SHADES AND LIGHT | FOTOqUELLE: JÖRG KLEIN WEB: JOERGAUSINGOLSTADT.DE | GUITAR-ON-DEMAND.DE www.k-m.de 5 Jahre Garantie

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