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Musiker Magazin 3/2017

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• Deutscher Rock & Pop Preis 2017 – Konzept • Die PLANK – Musik mit wildem Herzen • MATIJA – Die Ruhe vor dem Sturm • Jenny Bright – Die 19-jährige Singer-Songwriterin macht leidenschaftlichen Country-Pop • Peer Frenzke – Profigitarrist und Initiator der „1st Class Session“ • Lisa Vuoso – Charmant, authentisch und ein bisschen verrückt … • APRIL ART – Ihre rockende Musik soll ins Ohr gehen und mit einer inhaltlichen Aussage im Kopf bleiben • CousCous – „In einer anderen Welt“ • NOBODY KNOWS – „Nehmt uns nicht für bare Münze“ • Unnachahmlicher Reiz – „Marie-Luises last Show“ entzückte im Theater • Musiker, Moderator und Musicaldarsteller Johnny Silver über das Leben im Musikbusiness • SUPERUSE – „Wenn wir Musik mit Fußball verbinden könnten, wäre das kaum zu toppen …“ • Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 8: Peter Green und Fleetwood Mac – Griff nach musikalischen Sternen • Eva Kyselka – Live berührt sie mit ihrem wandlungsfähigen Gesang und ihrer magisch-sinnlichen Bühnenpräsenz • Haifische in der Musikbranche • Erst Tageshonorare ab 420 Euro (Beispiel: Editoren) sind Argument gegen Scheinselbstständigkeit

48 STORIES EVA KYSELKA

48 STORIES EVA KYSELKA Live berührt sie mit ihrem wandlungsfähigen Gesang und ihrer magischsinnlichen Bühnenpräsenz Eva Kyselka, geboren im Leipzig der DDR, singt als Liedermacherin vor allem über The - men wie Naturschutz, Frieden und Selbst fin dung. MM: Du bist damals noch in der DDR aufgewachsen, hast dort später auch in mehreren Rockbands gesungen. Wie war für dich als Musikerin die Zeit dort? EVA KYSELKA: Trotz Mauer und somit begrenztem Territorium fühlte ich mich frei, weil ich während meines Studiums gut von der Musik leben konnte. Nach dem Studium war ich ständig unter wegs, auch auf Touren in den Ostblock län dern. Ich war freiberuflich, musste mich gar nicht mit diesem System auseinandersetzen. Künstler wurden sehr gut bezahlt, besonders, wenn man wie ich einen Berufsausweis hatte. Kunst und Musik wurden viel mehr wertgeschätzt. Da mein Vater jedoch von der Bundesregierung aus politischer Haft frei gekauft wurde, hatte ich das Ge fühl, dass ich be stimmte staatliche Förderungen nicht erhielt. Ich wollte meinen Bekanntheitsgrad damals nur steigern, damit ich mal in die unbekannte Welt, die man nur aus dem Fernseher kannte, delegiert werde. MM: Inwieweit haben Mauerfall und Wieder - vereinigung deine Musik geprägt? EVA KYSELKA: Ich habe mich riesig gefreut, als sich alles von allein auflöste und ich weder Aus - reiseantrag stellen noch Delegierung brauchte. In der neuen Situation war mir egal, dass für uns über Nacht das ganze Veranstaltungswesen zu - sammenbrach, bestehende Verträge ihre Gültig - keit verloren, Vereinbarungen für neue Rundfunk - musiker MAGAZIN 3/2017

STORIES 49 »Ich möchte Mut machen, der eigenen schöpferischen Kraft zu vertrauen und den Weg durch die Unsicherheit und Ängste zu wagen. Deshalb handeln meine Songs von dem Einlassen auf das Ungreifbare in sich selbst in einer Welt, die sich überwiegend an greifbarer äußerer Sicherheit orientiert.« auf diese wichtige Problematik aufmerksam machen und ein Bewusstsein für einen respektvollen Umgang mit der Natur und allen Lebe - wesen schaffen. Ich will damit Hoffnung geben, dass jeder in unserer Turbowegwerfgesellschaft etwas tun kann, um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. MM: Ist Musik für dich eher etwas, um selbst Dinge zu verarbeiten, oder eher etwas, womit du andere Menschen auf Sach verhalte aufmerksam machen willst? produktionen hinfällig wurden. Ich war damals durch die neu gewonnene Freiheit total motiviert, neue Chancen und Herausforderungen anzunehmen. MM: Wie schwer war es für dich, auf dem west- bzw. gesamtdeutschen Musikmarkt Fuß zu fassen? EVA KYSELKA: Noch im Wendejahr gründete ich mit dem Gitarristen und dem Keyboarder aus meiner letzten Bandbesetzung und drei West - berliner Musikern eine Rockband. Es war eine der ersten Bands, wo sich aus den ehemals getrennten Stadtteilen Musiker fusionierten. Wir spielten bei den Konzerten im vereinten Deutsch - land fast nur eigene Songs. Davon leben konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Dafür hätte ich Top-40-Musik in Westdeutschland machen müssen, aber ich wollte in Berlin bleiben. Deshalb machte ich in Berlin eine Weiterbildung als Sozial - arbeiterin. MM: Du singst in deinen Liedern über The - men wie Umweltschutz, Frieden, Toleranz und Selbstfindung. Wieso? EVA KYSELKA: Mit den Songs auf meiner Kon - zept-EP „Bienenkönigin“ zum Thema Umwelt und Naturschutz will ich nicht bekehren. Aber ich will EVA KYSELKA: Auf meinem neuen Album „Wirst Du mich hören“ sind Texte zu unterschiedlichen, für mich wichtigen Themen, auf die ich aufmerksam machen will. Die Lieder sind aber für mich alle miteinander verknüpft. Zum Beispiel bei der Suche zu sich selbst: dass man diesen Weg im Einklang mit unserer Umwelt und im menschlichen Miteinander geht. Ein ganz persönliches Lied ist „Wirst Du mich hören“. Mit diesem Lied habe ich die Trauer um meine Mutter verarbeitet. Gleichzeitig wollte ich Mut machen, loszulassen, Abschied zu nehmen und weiterzugehen. INTERVIEW: JANINA HEINEMANN FOTOQUELLE: EVA KYSELKA EVA KYSELKA „Wirst du mich hören“ VÖ: 19.11.2016 WWW.EVAKYSELKA.DE WWW.FACEBOOK.COM/ EVAKYSELKA.DE 3/2017 musiker MAGAZIN

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