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Musiker Magazin 3/2017

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• Deutscher Rock & Pop Preis 2017 – Konzept • Die PLANK – Musik mit wildem Herzen • MATIJA – Die Ruhe vor dem Sturm • Jenny Bright – Die 19-jährige Singer-Songwriterin macht leidenschaftlichen Country-Pop • Peer Frenzke – Profigitarrist und Initiator der „1st Class Session“ • Lisa Vuoso – Charmant, authentisch und ein bisschen verrückt … • APRIL ART – Ihre rockende Musik soll ins Ohr gehen und mit einer inhaltlichen Aussage im Kopf bleiben • CousCous – „In einer anderen Welt“ • NOBODY KNOWS – „Nehmt uns nicht für bare Münze“ • Unnachahmlicher Reiz – „Marie-Luises last Show“ entzückte im Theater • Musiker, Moderator und Musicaldarsteller Johnny Silver über das Leben im Musikbusiness • SUPERUSE – „Wenn wir Musik mit Fußball verbinden könnten, wäre das kaum zu toppen …“ • Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 8: Peter Green und Fleetwood Mac – Griff nach musikalischen Sternen • Eva Kyselka – Live berührt sie mit ihrem wandlungsfähigen Gesang und ihrer magisch-sinnlichen Bühnenpräsenz • Haifische in der Musikbranche • Erst Tageshonorare ab 420 Euro (Beispiel: Editoren) sind Argument gegen Scheinselbstständigkeit

42 STORIES Älteren

42 STORIES Älteren Freunden des Bluesrock ist Peter Green (vollständig: Greenbaum) bestimmt ein Begriff, und vermutlich werden die Augen leuchten, wenn sein Name fällt. Andere kennen vielleicht zumindest seinen Hit „Albatross“. Eric Clapton hingegen ist den meisten vertraut, denn seine Karriere hat ihn zum Gitarren- Superstar gemacht. Als einem der kreativsten und innovativsten Musiker seiner Zeit hätte Green mit seinem vor Spannung knisternden, lodernden Gitarrenspiel das vermutlich auch gelingen können. Aber seine eigentliche Karriere endete bedauerlicherweise schon 1970. Mit seinen Solo-Alben „In the Skies“ und „Little Dreamer“ (1979 und 1980) schien er daran noch einmal durchstarten zu können. Gezeichnet von seiner psychischen Erkrankung blieb er jedoch mehr oder minder ein Schatten des damaligen bahnbrechenden Künstlers. TEIL 8: PETER GREEN UND FLEETWOOD MAC – Griff nach musikalischen Sternen Als Yardbirds-Gitarrist Clapton mit der musi - kalischen Richtung seiner Band endgültig brach, schloss er sich 1965 John Mayalls Bluesbreakers an. Dort konnte er seine Liebe zum Blues ausleben. Der damals sprunghafte Clapton erschien allerdings manchmal nicht zu Auftritten der Band und verließ sie im Herbst 1965 für eine Welttour des Blues mit The Glands, die jedoch schon bei ihrem Start in Griechenland kläglich scheiterten. Clapton kehrte daraufhin im November des Jahres reumütig zu Mayall zurück. In der Zwischenzeit hatte der 19-jährige Peter Green Clapton dreimal bei den Blues - breakers auf der Bühne vertreten. 1966 nahmen Mayall und Clapton das berühmte Beano-Album „Blues Breakers. John Mayall With Eric Clapton“ musiker MAGAZIN 3/2017

STORIES 43 auf, das wegweisend für den Bluesrock und den im folgenden Jahr aufkommenden britischen Blues-Boom war. Noch vor der Veröf fent lichung des Albums stieg Clapton jedoch 1966 endgültig bei Mayall aus, um mit Jack Bruce und Ginger Baker die Band Cream zu gründen, die binnen kurzer Zeit als erste Super gruppe des Bluesrock eine legendäre Berühmt heit erlangte und Musikgeschichte schrieb. Daraufhin wurde Green Claptons etatmäßiger Nach folger bei den Bluesbreakers und genauso wie sein Vorgänger ein außergewöhnlicher Musiker. Green zelebrierte seinen eigenen, hoch intensiven Gitarrenstil auf seiner Gibson Les Paul Standard aus dem Jahr 1959. Ihr Hals-Ton ab - nehmer-Magnet war versehentlich umgekehrt herum montiert worden. Dadurch erhielt sie ihren unverwechselbaren Out-of-Phase-Klang, der zu Greens Markenzeichen wurde. Zudem spielte er Blues-Mundharmonika und stellte sich als erst klassiger Bluessänger heraus. Ob Greens Einzigartigkeit bei Mayall sichtbar würde, blieb zunächst fraglich. Unter Mayalls Einfluss schrieb Green außerdem gute, unter die Haut gehende Blues-Songs. Im Herbst 1966 nahm Mayall mit seinem neuen Ausnahmegitarristen das im Februar 1967 veröffentlichte Album „A Hard Road“ mit den zwei Green-Kompositionen „The Same Way“ und „The Super-natural“ ein. Die letztere war eine Art Blaupause für Greens Gitarren-Qualitäten aus souveränem Spiel, stilsicherer Erzeugung von Spannung und Atmosphäre, Beherrschung von Sound und Feedback. Ein professioneller Live- Mitschnitt von einem Auftritt dieser Blues - breakers-Formation stand damals leider nicht zur Debatte. Umso größer war die Überraschung, als Mayall 2015 und 2016 zwei CDs mit Live-Aufnahmen aus dem Jahr 1967 veröffentlichte, die ein Fan mit einem Tonband aufgezeichnet hatte. Die mäßige, für die Zeit aber passable Klangqualität lässt immer noch gut nachempfinden, wie ausgezeichnet die Blues - breakers mit Green waren. Auch Green blieb nicht lange bei Mayall. Im Juni 1967 verließ Green, der noch auf dem aktuellen Album des Blues-Pianisten Eddie Boyd mitgespielt hatte, gemeinsam mit dem Drum mer Mick Fleetwood die Bluesbreakers, denen Fleetwood sich erst vor Kurzem angeschlossen hatte. Mit dem Gitarristen und Sänger Jeremy Spencer und dem Bassisten Bob Brunning wollten sie sich vornehmlich dem Chicago-Blues widmen: Peter Green’s Fleetwood Mac war geboren. In dieser Zusammensetzung trat die Band am 13. August 1967 auf dem 7. National »Als das Beano-Album auf den Markt kam, mussten daraus live Stücke ge spielt werden. Green kopierte Clapton jedoch nicht, sondern interpretierte die Stücke in seinem eigenen Stil. Dennoch rief das Publi kum anfänglich nach Clapton, über den man in Groß britannien „Clapton is God“ an Wände gesprüht hatte. Als es allerdings Greens Quali täten er kannte und der sich zudem als Blues rocker mit rasender Geschwindigkeit entwickelte, hieß es bald: „Green Is Better Than God!“« Jazz and Blues Festival in Windsor auf, das als Beginn des britischen Blues-Booms gilt. Brunning wurde bald durch den Blues - breakers-Bassisten John McVie ersetzt, und mit ihm entstand im Spätherbst 1967 binnen drei Tagen Fleetwood Macs gleichnamiges Debüt-Album, ein praktisch reines, stilsicheres Blues-Album mit Green als Frontmann. Das traf in Großbritannien den Nerv der Zeit und wurde zum Kassenerfolg. Großen Anteil hatte der Elmore-James-Klassiker „Shake Your Money - maker“ mit Spencers geradezu ekstatischer Slide-Gitarre und seinem passenden Gesang. Die wenige Monate darauf folgende LP „Mr. Wonderful“ wirkt musikalisch runder und ab - wechslungsreicher. Da die Tracks ohne Over - dubs aufgenommen worden waren, wirkte die Musik frisch und rau wie bei einem Live-Auftritt und damit spontaner. Mr. Wonderful glänzt mit einigen Blues-Ohrwürmern, die in der Über zahl von Green stammen: „Stop Messin’ Around“, „Love That Burns“, „If You Be My Baby“ und „Lazy Poker Blues“. Für ihr Londoner Label Blue Horizon nahm die Band auch Singles auf, denn Musik, die es in die Hitparaden schaffte, ließ die Kassen klingeln. 3/2017 musiker MAGAZIN

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