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Musiker Magazin 3/2017

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• Deutscher Rock & Pop Preis 2017 – Konzept • Die PLANK – Musik mit wildem Herzen • MATIJA – Die Ruhe vor dem Sturm • Jenny Bright – Die 19-jährige Singer-Songwriterin macht leidenschaftlichen Country-Pop • Peer Frenzke – Profigitarrist und Initiator der „1st Class Session“ • Lisa Vuoso – Charmant, authentisch und ein bisschen verrückt … • APRIL ART – Ihre rockende Musik soll ins Ohr gehen und mit einer inhaltlichen Aussage im Kopf bleiben • CousCous – „In einer anderen Welt“ • NOBODY KNOWS – „Nehmt uns nicht für bare Münze“ • Unnachahmlicher Reiz – „Marie-Luises last Show“ entzückte im Theater • Musiker, Moderator und Musicaldarsteller Johnny Silver über das Leben im Musikbusiness • SUPERUSE – „Wenn wir Musik mit Fußball verbinden könnten, wäre das kaum zu toppen …“ • Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 8: Peter Green und Fleetwood Mac – Griff nach musikalischen Sternen • Eva Kyselka – Live berührt sie mit ihrem wandlungsfähigen Gesang und ihrer magisch-sinnlichen Bühnenpräsenz • Haifische in der Musikbranche • Erst Tageshonorare ab 420 Euro (Beispiel: Editoren) sind Argument gegen Scheinselbstständigkeit

34 STORIES »NEHMT UNS

34 STORIES »NEHMT UNS NICHT FÜR BARE MÜNZE« MM: Eure Musik ist auffallend facettenreich. Wie würdet ihr jemandem „Nobody Knows“ erklären, der euch noch nicht kennt? NOBODY KNOWS: Wir beschreiben unseren Stil als „postmoderne, bundesrepublikanische Folklore mit nordwesteuropäischer Note und ostokzidentaler Rhythmik“. Damit können grundsätzlich nicht viele Leute etwas anfangen – wir auch nicht. Wir waren es vor einigen Jahren leid, immer auf ein Genre – sei es Irish Folk oder Polka – festgenagelt zu werden, und haben uns aus diesem Grund eine stilistische Bezeichnung ausgesucht, die es keinem Hörer am Ende eines Konzertes ermöglicht zu behaupten, er habe nicht gehört, was in der Be schreibung stand. Generell sind wir zwischen unterschiedlichen Spielarten des Folk bzw. der Folklore, zwischen Country und Polka, aber auch Weltmusiker und Singer-Songwriter zu finden. MM: Zum einen habt ihr viele selbstironische und humoristische Lieder. Wie entstehen solche Text bei euch? NOBODY KNOWS: Es geht generell um zweierlei: Unterhaltung und Wachsamkeit. Unterhaltung ist insofern notwendig, als dass jeder Muße stun - den fernab alltäglicher Verpflichtungen braucht. Wachsamkeit meint das Einbauen von gesellschaftskritischen und politischen Themen im Modus eines Wilhelm Busch: Man übe die Kritik subtil genug, dass der Gescheite sie verstehen möge, indes der Nicht-ganz-so-Gescheite sich nicht auf den Schlips getreten fühlt. Das Verständ - nis von Ironie setzt dabei grundlegend voraus, dass man – sowohl als Musiker als auch als Zuhörer – gewillt ist, sich selbstkritisch und in erster Linie mit den eigenen Defiziten auseinanderzusetzen. Niemand mag den erhobenen Zeige - finger. Im Modus der Ironie indes kommt Kritik durchaus auch zum Mitsingen und -Tanzen wohl - mundig daher. MM: Deutlich ruhiger ist eure Lyrik-Reihe, in der ihr bekannte und unbekannte Gedichte musikalisch unterlegt. Wie entstand die Idee? NOBODY KNOWS: Die Idee entstand aus der Affi - nität zur Lyrik und zur deutschen Sprache. Warum zur deutschen Sprache? Nicht aus Gründen idiotischen Patriotismus-Geschwafels, sondern weil es einfach die Sprache ist, die wir am besten verstehen. Wir haben anfangs folkloristisch die sogenannten Klassiker der Schule, wie bspw. den „Erlkönig“ oder das „Heidenröslein“, neu interpretiert. Dass daraus eine Reihe wurde, ergab sich aus der Vielzahl der Vertonungen, die ich ge - schrieben habe. MM: Auch eure Vita ist beeindruckend. Ihr macht seit über 16 Jahren gemeinsam Musik und habt mehr als ein Dutzend Tonträger veröffentlicht. Wie erreicht man als Musiker konstant so einen hohen Output? Habt ihr Ratschläge? NOBODY KNOWS: Ich weiß nicht, ob ein derartiger Output generell notwendig oder gar empfehlenswert ist. Jede Produktion geht mit Stress und Kosten einher, die – will man etwas ruhiger musiker MAGAZIN 3/2017

STORIES 35 »Nobody knows the trouble I’ve seen« Dieses Spiritual ist namensgebend für die Band Nobodys Knows, die sich nicht so leicht einer Musikrichtung zuordnen lässt. Zwischen humoristischer Selbstkritik und deutscher Lyrik wird es neuerdings auch politisch. Wir haben mit Max Heckel über den selbst auferlegten Schaffensdruck als Musiker und die faszinierende Bandbreite von Nobody Knows gesprochen. leben – durchaus zu vermeiden sind. Die hohe Schlagzahl unserer Veröffentlichungen ist dem Umstand geschuldet, dass wir – insbesondere ich – wahnsinnige Angst vor kreativer Stagnation habe(n). Das Tätig- und Kreativbleiben zwingt uns bei jeder Produktion, wieder neue Wege einzuschlagen, uns immer wieder neu zu suchen und zu finden. Am Ende jeder Produktion verändern sich unser Stil und unsere Live-Präsenz. Ein Rat - schlag: Das Wagnis der Unbeständigkeit führt unweigerlich zu Neuem, das bisweilen nicht besser, aber in jedem Fall vorantreibend sein wird. Studiozeit ist Zeit des Genießens – und wer immer es sich leisten kann, möge sich mindestens eine Woche im Studio einschließen und dort genießen, wie aus Ideen ein physisches Medium wird. MM: Beim Deutschen Rock und Pop Preis 2016 habt ihr nicht nur den Preis als „Beste Folk- & Countryband“ gewonnen. Auch der Publikumspreis ging in eure Hände. Wie baut man sich so eine treue Fanbase auf? NEU GLX-D ® ADVANCED DIGITAL WIRELESS MEHRKANAL-SETUP SO EINFACH WIE NIE. Die digitalen GLX-D Advanced Systeme bieten einen Empfänger für die Rack-Montage sowie den Shure Frequency Manager und liefern einen erstklassigen Klang, intelligente Akkutechnologie und sichere Drahtlosperformance, auch bei der Nutzung mit mehreren Systemen. www.shure.de © 2017 Shure Incorporated

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