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Musiker Magazin 2/2021

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FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Konzept; STORIES: TONLAND – Zwei Menschen, zwei Stimmen, viel Gefühl; Kerstin Bogensee – Musikerin aus Leidenschaft und Optimistin aus Überzeugung; Sam Reckless – »Dark Times On Glamroad«; Mick Zimmer – »Das neue Jahr«; VOYAGER IV – »Pictures At An Exhibition«; SAMIYA – Die Stimme einer neuen Generation Soul; Paul Bartsch – Träume im Kopf, Wut im Bauch, Wärme im Herzen; SIHNA MAAGÉ – Soul mit Blick für den Zeitgeist; SPACEMUELLER – Melodischer Indie-Rock mit viel Zerre auf den Gitarren und abgedrehten Rhythmen; ARREST – True Power Metal Band from Germany; Die Historie der Rock- & Popmusik: Randy California und SPIRIT; MUSIKBUSINESS: The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 2: Vocal Skills; RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

38 STORIES CURTIS NIKIL

38 STORIES CURTIS NIKIL SCHOMO SPACEMUELLER Melodischer Indie-Rock mit viel Zerre auf den Gitarren, abgedrehten Rhythmen und vereinzelten Ausflügen in den Vintage-Bereich MM: Zum Teil kennt ihr euch schon seit eurer Jugend, doch seit 2014 steht die Band- Formation. Als SPACEMUELLER könnt ihr schon einige Erfolge feiern, doch wie kam es zu eurem Bandnamen? SPACEMUELLER: Rob, unser Bassist (Band grün - der), war im Urlaub in Pakistan und trug immer abgefahrene Klamotten, und die Leute dort gaben ihm den Spitznamen Spacemullah. Zurück in München erzählte er es einem Freund (Barny von der Spider Murphy Gang), er verstand den neuen Bandnamen aber falsch und hörte „Spacemueller“. Das hat sofort überzeugt! Das „ü“ haben wir dann in „ue“ geändert – ein Akt der Völkerver - stän digung! Denn international werden deutsche Umlaute eher verständnislos aufgenommen, ähnlich wie das deutsche Wetter! MM: Apropos: Völkerverständigung. Wie verständigt ihr euch in der Band? SPACEMUELLER: Mixed Pickels. Als Band mit einem Proberaum in der Münchner Maxvorstadt ist eine gewisse Portion Oberbayerisch natürlich Gesetz! Außerdem: viel Denglisch! Auch mal Bollywood-Englisch. Nikil hat ja ein paar Jahre in Bombay gelebt, und seine Cousine, Rani, ist eine www.musiker-online.tv

STORIES 39 MM: 2020 habt ihr beim 38. Deutschen Rock & Pop Preis sieben Auszeichnungen erhalten, unter anderem als beste Rockband. Wie seid ihr zum Genre Rock/Punk gekommen? MM: Wie man an den Spotify-Charts erkennen kann, dominieren Pop, Hip-Hop und Rap in der aktuellen Musikwelt. Was haltet ihr von der modernen Musik? SPACEMUELLER: Alle aus der Band haben verschiedenste musikalische Backgrounds. Curtis aus London kommend hat alles an Stilen gespielt/ produziert (Ex-Gitarrist von Roachford). Rob aus München hat schon in jungen Jahren in einer Punkband Deutschland unsicher gemacht. Nikil aus Tutzing/München hat schon als Teenie in Rockbands gespielt, um auf Partys und Kon zerte zu kommen, für die er eigentlich noch viel zu jung war. Schomo auch aus Tutzing/München hatte in vielen Bands und Studioprojekten alle möglichen Stile gespielt, trotz Jazzstudium in Arnheim/ Niederlande. Da ist es nur logisch, dass unser Stil Rock- & Punk-Elemente beinhaltet. SPACEMUELLER: Da hat jeder so seine eigene Ansicht in der Band. Man findet sicher überall in - teressantes Zeug. Aber es gibt in den letzten Jahren trotz vermeintlicher Vielfalt auch eine Menge Einfalt. Schomo, unser Drummer, ist zum Teil erschüttert wie rudimentär die Drums eingesetzt werden. Auch harmonisch bewegen sich viele Songs auf dem Drei-Akkord Level. Selbst die Beatles wollten ja immer Songs aus einem Akkord machen, aber man sieht, was daraus ge worden ist. Als Punk/Rock- oder Rock/Punk-Band ist das immer eine Gratwanderung. Wir rechnen uns nicht einem Genre zu, sondern arbeiten mit vielen Stilen – nicht mit allen, aber vielen. MM: Ihr kommt aus verschiedenen Ecken und bringt somit unterschiedliche Einflüsse mit in die Band. Was sind diese Einflüsse und wie machen sie sich bemerkbar? MM: Durch Covid-19 seid ihr, was Auftritte, Proben und Aufnahmen angeht, sehr eingeschränkt. Was beschäftigt euch in dieser Zeit und wie nutzt ihr sie? ROB bekannte Bollywood-Schauspielerin. Das färbt natürlich ab! Rob spricht offenbar Kroatisch – wie gut, weiß aber keiner von uns. Vielleicht erlaubt er sich da seit Jahren einen Spaß mit uns. Und Curtis hat aufgrund des Brexit-Dramas mittlerweile viele deutsche Wörter lernen müssen … äh … dürfen –, zum Beispiel „Einreise-Quarantäneverordnung“ und „Virus variantengebiet“. Aber damit kann man leider keinen Rock ’n’ Roll machen! SPACEMUELLER: Nicht ganz 200 Jahre musikalische Erfahrungen spiegeln sich einfach in der Band. Da wir zum Teil die Entwicklung der Rock - musik am eigenen Leibe erfahren haben, spiegelt sich das natürlich auch in unserer Musik wider. Schomo behauptet bis heute, er habe mit drei Jahren die Beatles in München gesehen, wurde vermutlich aber nur von seiner Mutter verarscht ... Wir denken auch überhaupt nicht in Stilen, sondern wir erarbeiten die Songs gemeinsam, jeder mit seinem musikalischem Background eben. Jeder in der Band kommt mit Songideen und wir arbeiten sie dann im Studio bzw. Proberaum aus. Es gibt Songs, da haben wir mit Streichern experimentiert. Wurlitzer, Sequenzer und Bariton - gitarren wurden auch ausprobiert. Das kann eine recht langwierige und spannende Sache werden – obwohl der Song eigentlich schon steht. Am Ende müssen aber alle zufrieden sein. MM: Eure Texte sind nicht predigend, und jeder findet dort genau, was er sucht. Ihr selber beschreibt euch auch als unpolitisch. Warum ist das so und was soll eure Musik ausdrücken? SPACEMUELLER: Texte, die dir sagen, was du denken oder wen du wählen sollst, sind nicht unsere Sache. Wer sich mit unserer Musik befasst, der kommt in aller Regel dadurch auf eigene Ideen, und das ist für uns viel spannender, als einfach eine Message abzuspulen. Was soll unsere Musik ausdrücken? Wohl alles und nichts. Oder: Wer suchet, der findet! SPACEMUELLER: Jeder in der Band hat seine Projekte, mal davon abgesehen, dass hart am Mix unserer CD gearbeitet wird, was durch Covid-19 nicht gerade begünstigt ist. Nikil hat Anfang 2020 das erste Buch über die Corona-Krise geschrieben ( Covid-19: Was in der Krise zählt), Curtis ist im Dauerstudioeinsatz, Rob musste mit seiner Musikinstrumentenfirma PRO-AVS innerhalb Münchens umziehen und Schomo hat diverse Projekte (Musik/Videoschnitt) im SPACEMUELLER eigenen Studio, da das Schlagzeugunterrichten zum Teil ja verboten war. MM: Auf eurer Website steht: „Audiofiles und Livetermine und CD, Vinyl … werden kommen … Bald …“ Wann können eure Hörer Neues von SPACEMUELLER erwarten? SPACEMUELLER: Wir haben uns dazu entschieden, alle Songs noch mal neu zu mischen, da die Songs mit unterschiedlichem Equipment über die Jahre aufgenommen wurden. Wir lassen die Songs dann von Tony (Sound Arts Mastering Studio/London) mastern, da wir uns im eigenen Studio nicht gemeinsam aufhalten dürfen, und Tony hat das Vintage-Equipment, auf das wir stehen! Videos sind in Planung – sobald die Covid- Apokalypse vorbei ist, geht’s los mit der Pro - duktion! WEB: SPACEMUELLER.COM INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER FOTO: STEPHANIE WOLFSTEINER 2/2021 musiker MAGAZIN