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Musiker Magazin 2/2020

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Deutscher Rock & Pop Preis 2020 – Konzept; Deutscher Rock & Pop Preis 2020 – Anmeldung; STORIES: Volkwin Müller – »Musik wie ein guter Freund«; KANDA – Die Kinder von gestern mit dem Spielzeug von morgen; the brothers – More than a family affair; Samira Saygili & Peter Autschbach – Ein musikalischer Dialog der Extraklasse, bei dem Gitarre und Gesang zu einer Einheit verschmelzen; ​ROCKTAIL – Soul, Funk und Rock aus Kassel; Guitar Scale Colours – Die Dominant-Methode: Mit drei Skalen durch die Tonleitersysteme! Die Singleschallplatten der 60er-Jahre – Eine Enzyklopädie der Musikgeschichte für Sammler; 3PLUS – Handgemachter deutscher Pop/Soul mit Rockeinflüssen aus Siegen; Jeff Beck – Who Else? – Einer der drei stilbildenden Gitarristen der British Invasion der 1960er-Jahre; Shure – feiert 95-jähriges Firmenjubiläum; Darkness Light – »The melodic hard rock band from Königsbrunn«; MUSIK & RECHT: Urteil im Fall Julia Neigel gegen Axel S.; RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

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06 MUSIKER-NEWS Foto: © meenkulathiamma / Adobe Stock Börsengang Warner Music: SO FEIERT DIE EINST KRISELNDE MUSIKINDUSTRIE IHREN COMEBACK Für die Musikindustrie war es ein Albtraum: Massenhaft saugten Konsumenten über illegale Adressen lieder und komplette Alben aus dem Internet, ohne dafür zu bezahlen. Innerhalb eines Jahrzehnts verlor die branche mehr als ein Drittel ihres umsatzes. len blavatnik, ein amerikanischer Geschäfts - mann mit ukrainischen Wurzeln, investierte trotzdem: Für 3,3 Milliarden Dollar kaufte er im Jahr 2011 Warner Music, den drittgrößten Musik kon - zern der Welt. Was damals nur wenige realisierten: Die branche stand am beginn einer neuen Re vo lution – und eines spektakulären Comebacks. In jenem Jahr, in dem blavatnik kaufte, setzte die Musikindustrie weltweit knapp 15 Milliarden Dollar um, im letzten Jahr waren es mehr als 20 Milliarden. Über die vergangenen fünf Jahre ist der umsatz um durchschnittlich neun Prozent im Jahr gewachsen – deutlich stärker als die Welt - wirt schaft. Auch Warner Music profitiert von dem boom: Seit 2015 hat der Konzern seinen umsatz um 50 Prozent gesteigert. Geholfen haben Stars wie der britische Popsänger ed Sheeran, uS-Rap - perin Cardi b und R&b-Künstler bruno Mars. blavatnik nutzt den erfolg: In der vergangenen Woche platzierte er einen teil seiner Aktien an der börse. Jetzt wird Warner Music dort auf mehr als 15 Milliarden Dollar taxiert. blavatnik hat sein Investment also mehr als vervierfacht. Musik ist plötzlich wieder ein hit: Das Internet, zunächst der Zerstörer, ist zum erlöser geworden. Auch die rasant wachsende Verbreitung von Smart phones kurbelt das Geschäft an, weil Geräte wie das iPhone auch mobile Musikspieler sind. Fast zwei Drittel ihrer umsätze erzielt die branche inzwischen digital. Vor allem Streaming bringt Geld in die Kasse. Dienste wie Spotify, Apple, Amazon oder auch tencent bieten Musik als Abo. Kunden kaufen nicht mehr einzelne lieder oder Alben, sondern bekommen gegen Gebühr Zugang zur gesamten bibliothek des An bieters. bezahlt wird entweder ein Monats beitrag, der in etwa so viel kostet wie ein Album, oder man lässt Werbespots über sich ergehen. Im April hat Warner einen neuen lizenzvertrag mit Spotify geschlossen. Die Plattform ist inzwischen der wichtigste Kunde des Konzerns. Im vergangenen Geschäftsjahr steuerte Spotify 14 Prozent des Gesamtumsatzes von Warner bei. Apple folgt mit einem umsatzanteil von 13 Pro zent knapp dahinter. Das Geschäft mit physischen tonträgern schrumpft nur noch leicht: enthusiasten kaufen Alben in Vinyl; diejenigen, die noch einen CD- Player besitzen, schaffen Nachfrage nach den Silberscheiben. Das Wachstum aber wird auch künftig aus dem Internet kommen. Der branchen - verband IFPI kalkuliert, dass die Zahl der Abon - nenten bei Streamingdiensten im vergangenen Jahr um 34 Prozent auf 341 Millionen gestiegen ist. Der Finanzdienst bloomberg kalkuliert, dass sich die einnahmen aus diesem Geschäfts be - reich bis zum Jahr 2025 verdoppeln können. Analysten sehen weiter Wachstumspotenzial vor allem in China. Dort hatten im vorvergangenen Jahr erst zwei Prozent der bevölkerung ein Abo bei einem Musikdienst, argumentiert Warner. Die Analysten der Schweizer bank ubS sehen Musik als eine langfristige, strukturelle Wachs - tumsstory. WIE SOCIAL MEDIA WIE TIKTOK DIE MUSIKINDUSTRIE VERÄNDERT Der einfluss der Video-App tiktok auf die Mu - sik industrie wird immer größer – mit teilweise erheblichen Folgen für Musikerinnen und Musiker, Plattenlabels, die Charts, Verwertungs modelle und sogar die Art, wie Popsongs geschrieben und produziert werden. Momentan liegt Instagram mit einer Milliarde Nutzerinnen und Nutzer auf Platz 6 der größten sozialen Netzwerke weltweit, könnte diesen Platz aber schon bald an tiktok verlieren. Die Video- App des chinesischen Konzerns byteDance hat bislang 800 Millionen userinnen und user weltweit – tendenz steigend, und das trotz Kritik am Datenschutz von tiktok und Vorwürfen, dass dort homosexuelle Nutzerinnen und Nutzer und Men - schen mit behinderung diskriminiert werden. Doch die Nutzungszahlen steigen, wohl auch wegen der aktuellen Weltlage, denn die Inhalte von tiktok sind wie gemacht für unkomplizierte unterhaltung in langweiliger Quarantäne: userinnen und user performen lippensynchron zu Schnipseln ihrer lieblingssongs, unterlegen kleine Sketche mit Musik oder machen bei tanzchallenges zu bestimmten liedern mit. Musik spielt auf tiktok eine extrem große Rolle. Auf diese Art hat sich tiktok zu einem neuen Player auf dem Musikmarkt entwickelt, der aktuell dabei ist, die Musikindustrie zu verändern. „Der einfluss von tiktok auf die Charts wächst seit einigen Jahren und wird immer deutlicher. Das offensichtlichste beispiel dafür ist lil Nas X – er hat dank eines Songs auf tiktok den Durch bruch geschafft“, so Chaz Jenkins vom unternehmen Chart Metric, das die Charts von Streaming - diensten analysiert. Foto: © MclittleStock / Adobe Stock Quelle: www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/boersengang-warner-music-so-feiert-die-einst-kriselnde-musikindustrie-ihrencomeback-1029297443 Quelle: www.deutschlandfunk.de/social-media-wie-tiktok-diemusikindustrie-veraendert.807.de.html?dram:article_id=477229 musiker Magazin 2/2020

MUSIKER-NEWS 07 DIE MUSIKINDUSTRIE KOMMT ZUSAMMEN IM KAMPF GEGEN COVID-19 Foto: © Masson / Adobe Stock CoVID-19 hat die globale Musikindustrie hart getroffen. Auf der ganzen Welt wurden Konzerte und Musikfestivals abgesagt, um die Aus brei tung des Virus zu stoppen, und viele unternehmen mussten vorübergehend Personal entlassen und budgets kürzen. Doch während die branche sich mit den vor ihr liegenden herausforderungen abfindet, war die bedeutung, die Musik für die Zusammen füh - rung von Gemeinschaften hat, noch nie so groß wie heute. eine Reihe von Initiativen auf globaler und sehr lokaler ebene nutzen Musik, um Gemein - schaften zusammenzubringen und unser aller Gesundheit und Wohlbefinden zu stärken. Zum beispiel hat die Weltgesundheits organi - sation (Who) zusammen mit Global Citizen die „together At home“ live-Streaming-Initiative ge - startet, die von lady Gaga kuratiert wird und die Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens, die an vorderster Front arbeiten, feiert. Die Initiative ist teil einer größeren Kampagne, welche schon zig Millionen Dollar für den Kampf gegen CoVID-19 mobilisiert hat. Auch die berliner Club Commission bringt im Rahmen des „united We Stream“-Programms DJs aus der ganzen Welt zusammen, um neue Musik und Kooperationen für jedermann zugäng - lich zu machen. In Afrika singen bekannte Musiker über Vor - sichts maßnahmen wie das händewaschen zum Schutz vor CoVID-19. In den Vereinigten Staaten hat das Musikunternehmen the orchard das Stay At home Festival auf Instagram live gestartet, während das Quarantäne-Fest in Spanien 30 Künstler online zusammenbrachte. Das berühmte belgische Musikfestival tomor row - land hat damit begonnen, Millionen von Anhän gern auf Facebook und Youtube kostenlose live- Streaming-DJ-Sets der wichtigsten nationalen und internationalen DJs anzubieten. Sechzig Künstler*innen in belgien haben beschlossen, das lied „We Are the World“ zu covern, um die opfer von CoVID-19 und auch das medizinische Personal zu ehren. einhundert niederländische Künstler und einflussnehmer veröffentlichten den Song „Sunshine“. es gibt zu viele beispiele, um sie alle aufzuzählen. Von Italienern, die auf balkonen singen, bis hin zu Yo-Yo Ma, der ein lieblingslied der hei - lung teilt. Musik ist wichtiger denn je. Musik vereint Menschen. Sie ist unsere universelle Sprache. und so hat Musik auch einen einfluss auf die Verwirklichung der Ziele der nachhaltigen entwicklung (SDGs) und der Aktionsdekade. Sie kann die Gleichstellung der Geschlechter fördern, wie die Keychange-be - wegung in ganz europa gezeigt hat. Sie erarbeitet lösungen zur bekämpfung der Klimakrise, durch Null-Abfall-Festivals und Initiativen für grüne energie. Aber die Pandemie hat ernsthafte Aus - wirkungen auf die Musikindustrie. Die Absage des SXSW-Festivals in Austin, texas, verursachte der Stadt einen geschätzten Verlust von 350 Millionen Dollar. ein Großteil davon betraf Arbeits - plätze außerhalb der Musikbranche, von lebens - mittelgeschäften bis zu hotels, von taxifahrern bis zu Reinigungskräften – wenn Musik verschwindet, werden wir alle ärmer. Wenn wir das Potenzial von Musik jetzt erkennen, während wir durch diese Krise gehen, werden wir sie in Zukunft besser schützen, erhalten und feiern können. Sie kann uns helfen, die SDGs zu verwirklichen und die Welt zu einem gerechteren, ausgewogeneren ort zu machen. Jetzt ist es an der Zeit, dies zu erkennen, und um Musik zu hören. Lady Gaga: KEINE WEIBLICHE HILFE IN DER MUSIKINDUSTRIE Lady Gaga will nicht dieselben Fehler machen, wie es die Frauen in der Musik in - dus trie bei ihr getan haben. Deswegen hat die Sängerin ihren jüngeren Kolleginnen wie Billie Eilish ihre Unter - stüt zung zugesprochen. Gegenüber „Apple“ meinte die 34-Jährige: „Die Wahrheit ist, dass ich mit älteren Frauen eine harte Zeit hatte, abgesehen von Céline Dion. Im Sinne von, dass ich eine weibliche Mentorin hatte, die mir sagte: ,So wird es gemacht‘. Es hat sich als schwierig für mich herausgestellt, jemanden in meinem Leben zu haben, der mir den Weg zeigte.“ Lady Gaga zeigt sich nicht nur ihren jüngeren Kolleginnen gegenüber unterstützend und großzügig, sondern auch gegenüber Fans, die sie im Supermarkt trifft. Quelle: www.fan-lexikon.de/musik/news/lady-gaga-keineweibliche-hilfe-in-der-musikindustrie.247729.html Foto: © Norbert Schoerner / Universal Music Quelle: unric.org/de/14042020-musikindustrie-gegen-covid-19 2/2020 musiker Magazin

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