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Musiker Magazin 2/2020

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Deutscher Rock & Pop Preis 2020 – Konzept; Deutscher Rock & Pop Preis 2020 – Anmeldung; STORIES: Volkwin Müller – »Musik wie ein guter Freund«; KANDA – Die Kinder von gestern mit dem Spielzeug von morgen; the brothers – More than a family affair; Samira Saygili & Peter Autschbach – Ein musikalischer Dialog der Extraklasse, bei dem Gitarre und Gesang zu einer Einheit verschmelzen; ​ROCKTAIL – Soul, Funk und Rock aus Kassel; Guitar Scale Colours – Die Dominant-Methode: Mit drei Skalen durch die Tonleitersysteme! Die Singleschallplatten der 60er-Jahre – Eine Enzyklopädie der Musikgeschichte für Sammler; 3PLUS – Handgemachter deutscher Pop/Soul mit Rockeinflüssen aus Siegen; Jeff Beck – Who Else? – Einer der drei stilbildenden Gitarristen der British Invasion der 1960er-Jahre; Shure – feiert 95-jähriges Firmenjubiläum; Darkness Light – »The melodic hard rock band from Königsbrunn«; MUSIK & RECHT: Urteil im Fall Julia Neigel gegen Axel S.; RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

40 STORIES and ready“

40 STORIES and ready“ vergoldet. aber live wurde die gesangliche Unzulänglichkeit offenbar, was im auffallenden Kontrast stand zur exzessiven, wilden Bühnenshow des Trios, das die Zuschauer mit seinem instrumentalkönnen mehr als zufriedenstellte. die musikalische Wucht von Beck, Bogert und appice wurde von dem in Japan mitgeschnittenen Live-album „Beck, Bogert, appice Live“ von 1974 sehr gut eingefangen. es kam damals nur als Japan-Pressung heraus, ist mittlerweile aber längst als doppel-Cd erhältlich. Beck zieht alle register seines Könnens, höchst spannend ist zum Beispiel der song „Livin’ alone“. Jahre bevor Peter Frampton die Talkbox mit seinem Live-album „Frampton Comes alive“ 1976 populär machte, setzte Beck sie schon ein – nicht als erster, denn Mike Pinera hatte sie schon 1970 für die LP „Metamorphosis“ der Band irOn BUTTerFLY im stück „Butterfly Bleu“ gespielt. die Talkbox ist ein effektgerät, durch das der schall des instruments über einen schlauch in den Mundraum des Musikers geleitet wird und dort wie beim sprechen durch Zunge und Lippen moduliert werden kann. auf den songs „i ain’t superstitious“ und „Black Cat Moan“ des Japan- Konzertes ist dies eindrucksvoll zu hören. einige andere aufnahmen aus den Jahren 1973 und 1974 erschienen später noch in der Box „Beckology“ von 1991, und auf YouTube kann man sogar Live- Videos der Band finden. Jedoch war auch BBa keine langlebige Band. interne spannungen ließen bei diesen drei selbstbewussten Musikern nicht lange auf sich warten. Beck unterstellte Bogert, ihm die schau stehlen zu wollen, und während einer Tournee durch Großbritannien flogen schließlich die Fäuste hinter der Bühne. Gerade noch hatten die Leser der Zeitschrift Melody Maker die Band zu „The World’s Brightest hope“ ge - wählt, da waren BBa im Mai 1974 am ende. ein zweites studioalbum, für das die Band bereits einige aufnahmen eingespielt hatte, wurde nicht mehr zu ende produziert. als Bootleg tauchten sie neben mehreren BBa-Live-Mitschnitten auf. die Verve des ersten studioalbums fehlte allerdings. danach änderte Beck seinen Musikstil völlig und kombinierte seine absolute Virtuosität auf der Gitarre mit seinem Faible für sound und effek - te. seine nächste LP „Blow By Blow“ ist ein reines instrumentalalbum und wurde eines der erfolgreichsten alben seiner Karriere. Produziert hatte es der mittlerweile selbstständige BeaTLes-Produ zent George Martin. aufgenommen im Oktober 1974 mit Max Middleton an den Keyboards enthält „Blow By Blow“ eine kluge Mischung aus wunderschönen songs und eindeutig jazzorientierten stücken, deren Bindeglied ein überwältigender technischer ideenreichtum und bestaunenswerte Gitarre ist, die mal zart klingt, mal messerscharf und dann auch wieder moduliert wird durch die Talkbox bei dem BeaTLes-song „she’s a Woman“. 1974 hatte stevie Wonder seinen song „Cause We ended Up as Lovers“ veröffentlicht, den Beck zu einem der schönsten stücke seiner Karriere werden ließ. er widmete ihn unter anderem dem Gitarristen roy Buchanan. Wonder steuerte zu „Blow By Blow“ außerdem das stück „Thelonius“ bei, für das er selbst am Keyboard saß. das instrumentalalbum „Wired“ von 1976 wurde ebenfalls von George Martin produziert. Ge mein - sam mit dem tschechisch-stämmigen Jazz-Key - boarder Jan hammer gelang Beck ein einzigartiges album, härter in der Gangart als sein Vorgänger, mit zwei songs, die immer wieder einmal auf Becks Konzerten zu hören sind: „Led Boots“ von Middleton und Charles Mingus’ „Goodbye Pork Pie hat“. diese LP polarisierte. Man warf ihr einer - seits vor, seelenlos zu sein, andererseits wurden „Blow By Blow“ und „Wired“, die beide Platinstatus erreichten, musikalische Twin-Towers ge - nannt. an die härtere seite des hochtechnisierten Freestyle-Jazzrock knüpften die kommenden Tourneen an. auf der 1977 veröffentlichten LP „Jeff Beck With The Jan hammer Group Live“ spielen Beck und hammer einander entfesselt die rhythmisch-musikalischen Bälle zu, was mit einer Gold-LP belohnt wurde. die „Freeway Jam“ als akustische Tour de force ist ein gutes Beispiel aus dieser Zeit, aus der die im März 2020 er - schienene Cd „Jeff Beck With The Jan hammer Group Brisbane 1977“ mit sieben weiteren Live- Fassungen eine willkommene ergänzung ist. 1978 tourte Beck mit ähnlichem Programm, aber anderen Musikern durch die Usa: stanley Clark am Bass, Becks Wunsch-drummer simon Philips und der Keyboarder Tony hymas, mit dem Beck in den kommenden Jahren wiederholt zusammenarbeiten sollte. der radiomitschnitt „Freewy Jam“ mit dieser Band wurde vor einigen Jahren von Laser media auf den Markt gebracht. Mit Philips und hymas, zum Teil auch mit hammer, entstand 1980 das studioalbum „There and Beck“, das Becks Fusionsstil weiter konsolidierte. „el Becko“ heißt ein stück selbstbewusst. Für die weichere seite von Becks stil steht das balladeske „The Pump“, das 1983 in den Film „Lockere Ge - schäfte“ (risky Business) integriert wurde. »Beck änderte seinen Musikstil völlig und kombinierte seine absolute Virtuosität auf der Gitarre mit seinem Faible für Sound und Effek te. Seine LP „Blow By Blow“ ist ein reines Instrumentalalbum und wurde eines der erfolgreichsten Alben seiner Karriere.« musiker Magazin 2/2020

STORIES 41 den Curtis Mayfields „People Get ready“ sang. außerdem coverte Beck den TrOGGs-Klassiker „Wild Thing“, der damals nur als single herauskam, einige Jahre später aber auch zum sampler „Beckology“ gehörte. Für Jan hammers instru - mental „escape“ erhielt Beck seinen ersten Grammy. das zweite und letzte instrumental auf „Flash“ ist „You Know, We Know“ von Tony hymas. die Kritiken waren wieder einmal geteilt, doch im endeffekt wurde auch „Flash“ gut angenommen. Beck selbst hält allerdings nicht viel von dem album. ab 1979 war Beck Gast verschiedener Wohl - tätigkeitskonzerte wie den „secret Policeman’s Balls“ zugunsten von amnesty international und im september 1983 mit Clapton, Page und steve Winwood sowie in der Londoner royal albert hall beim a.r.M.s.-Konzert zur Bekämpfung der Multiplen sklerose. Weite Teile davon sind auf dVd und Cd erschienen. ein neues Beck-album ließ auf sich warten. dafür war Beck als Gitarrist auf alben prominenter anderer Musiker vertreten und genoss sein Gastdasein nach eigener darstellung. 1984 war er auf „Bad For You“ von rod stewarts album „Camouflage“ (1984) zu hören, bei dem Titelsong von Tina Turners Comeback-album „Private dancer“ aus demselben Jahr übernahm er den Gitarrenpart des von Mark Knopfler geschriebenen stücks und wirkte mit an der semi-YardBirds-reunion, die in das album „Box of Frogs“ mündete. Gleich auf sechs der neun songs von Mick Jaggers erster solo- Wieder vergingen Jahre bis zu seinem näch s - ten studioalbum. Jedoch war dies nicht durch eine kreative Pause bedingt, sondern durch einen weiteren Unfall, der Becks Karriere hätte beenden können. als Liebhaber alter klassischer autos, sogenannter hot rods, ist er schon lange sein eigener Kfz-Mechaniker mit voll ausgerüsteter Werkstatt einschließlich hebebühne und Grube. 1987 fiel ihm ein solches Gefährt von der Bühne, quetschte einen Finger seiner spielhand gegen das Chassis des autos und verletzte sie damit schwer. Mühsam musste Beck sich wieder an das spielen der Gitarre gewöhnen. 1989 kam „Jeff Beck’s Guitar shop“ heraus, auf dem Cover eine Fender stratocaster groß wie ein Fahrzeug auf einer hebebühne, und Beck schraubt daran. auf dem instrumental-album mischte er seinen Jazz-Fusion kräftig mit rock. damit beschritt er zwar keine neuen Wege, aber er präsentierte mit „Guitar shop“ einen showcase seiner Karriere, indem er zeigte, was für ihn auf der Gitarre alles möglich ist. seine Band bestand aus hymas und dem ex-Frank-Zappa-drummer Terry Bozzio, der mit einem enorm umfangreichen schlagzeug arbeitete und einige sprecheinlagen einstreute. die dichte treibenden stücke bis hin zur atem - losig keit einerseits und einfühlsamer Musik andererseits machen dieses album zu einem schwer punkt LP „she’s The Boss“ spielte Beck 1985 die Lead - gitarre. in dem Jahr entstand auch der sound track in Becks Werk. stücke wie das unglaublich intensive „Big Block“ sowie die geradezu zarten zu dem Film „Porkey’s revenge“ mit Becks „sleep Walk“. Überhaupt war er fortan an er staunlich „Behind the Veil“ und „Where Were You“ können vielen soundtracks beteiligt, wie ein Blick auf die den Zuhörer immer wieder in das album hineinziehen. Wer noch nie etwas von ihm gehört hat eintragungen zu ihm bei imdb.com zeigt. dass er außerdem er im Laufe der Zeit mit anderen und sich ihm nähern möchte, sollte vielleicht mit Gitarristen wie steve Lukather, Carlos santana und „Guitar shop“ beginnen, für das Beck seinen zweiten Grammy empfing. den sound seiner hoch- stevie ray Vaughan auf der Bühne gestanden hatte, erscheint wie selbstverständlich. einige verstärkten Fender stratocaster regelte er, steuerte den sound über die Lautstärke- und Klang - Beispiele davon enthält die 2020 erschienene Laser-Media-Cd „Jeff Beck & Friends Live“. regler seiner Fender und setzte immer mehr den Tremolo-hebel ein, wenn er gleichzeitig die saiten nach fünf Jahren Pause kam im Juli 1985 anschlug, was er künftig nur noch ohne Plektrum Becks album „Flash“ heraus. es wandelte eher auf tat. Bei Live-auftritten wie zum Beispiel am 1. Mainstream-Pfaden, und diesmal waren die Mai 1990 im hamburger CCh ließ sich gut beobachten, wie Beck über die dämpfung der hoch- instrumentals in der Minderzahl. sogar Beck selbst reihte sich in die sängerriege ein bei den verstärkten Gitarre viele Facetten seiner Musik songs „Get Workin’“ and „night after night“. erzielte, die durch hymas’ Keyboards ein hervorragendes Gerüst bekam. Bozzios Parts waren eine echte Überraschung war, dass rod stewart 8 2/2020 musiker Magazin

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