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Musiker Magazin 2/2020

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Deutscher Rock & Pop Preis 2020 – Konzept; Deutscher Rock & Pop Preis 2020 – Anmeldung; STORIES: Volkwin Müller – »Musik wie ein guter Freund«; KANDA – Die Kinder von gestern mit dem Spielzeug von morgen; the brothers – More than a family affair; Samira Saygili & Peter Autschbach – Ein musikalischer Dialog der Extraklasse, bei dem Gitarre und Gesang zu einer Einheit verschmelzen; ​ROCKTAIL – Soul, Funk und Rock aus Kassel; Guitar Scale Colours – Die Dominant-Methode: Mit drei Skalen durch die Tonleitersysteme! Die Singleschallplatten der 60er-Jahre – Eine Enzyklopädie der Musikgeschichte für Sammler; 3PLUS – Handgemachter deutscher Pop/Soul mit Rockeinflüssen aus Siegen; Jeff Beck – Who Else? – Einer der drei stilbildenden Gitarristen der British Invasion der 1960er-Jahre; Shure – feiert 95-jähriges Firmenjubiläum; Darkness Light – »The melodic hard rock band from Königsbrunn«; MUSIK & RECHT: Urteil im Fall Julia Neigel gegen Axel S.; RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

22 STORIES SAMIRA

22 STORIES SAMIRA SAYGILI & PETER AUTSCHBACH „Sweeter Than Honey“ VÖ: 19. NOVEMBER 2018 WWW.SAYGILI-AUTSCHBACH.DE MM: Seit wann arbeitet ihr als Duo zusammen? Wie habt ihr euch kennengelernt? PeTer: Bei einem Dating-Portal (Gelächter). Nein, ich habe schon immer gern Sängerinnen begleitet, weil für meine Ohren weiblicher Gesang besonders gut zur Gitarre passt. Mit Samira arbeite ich seit 2009 zusammen. SAMIrA: Alle Duopartnerinnen, mit denen Peter damals gespielt hat, waren schwanger, als er ihnen ein Konzertangebot machte. Da empfahl die tolle, damals schwangere Sabine Kühlich ihre ehemalige Gesangsschülerin Samira. Wir hatten dann drei Konzerte zusammen. Ich war sehr aufgeregt, meine Lehrerin zu vertreten. Als Peter dann meinte: „Hey, das passt, sollen wir öfter?“, habe ich mich sehr gefreut. Natürlich! Und seitdem ent - wickeln wir uns auf wundervolle Art und Weise zusammen weiter. MM: Wie oft übt ihr im Monat eure Pro gram - me ein? SAMIrA: es kommt immer darauf an, was an - steht. Je mehr Konzerte wir haben, desto weniger üben wir, da wir ja immer spielen und dadurch nichts vergessen, uns aber trotzdem weiterentwickeln. Da wir beide neugierig sind und penible routine nicht unser Ding ist, überraschen wir uns gerne gegenseitig bei Konzerten. Das ist ein schönes musikalisches Zusammenspiel und so entsteht viel Neues. So kam zum Beispiel unser „Girl from Ipanema/I’m not in Love“-Medley zu - stande. Peter improvisiert auf Deutsch über das Girl-from-Ipanema-Thema. Immer wieder lustig. PeTer: Ich probe gern mit Samira, weil dabei hinterher noch bessere Musik herauskommt. es gibt in unseren Songs überraschende Momente, die aber auch Fallen sein können. Wenn wir die immer wieder gemeinsam durchgehen, werden aus den Fallen interessante Höhepunkte. Die Spon ta neität ist aber genauso wichtig. Das kann man zwar nicht proben, aber die erprobten klaren Struk tu - ren sind unsere Spielwiese für spontane einfälle. Wir planen gerade ein neues Album, da steht natürlich auch viel Arbeit an. musiker Magazin 2/2020

SAMIRA SAYGILI& STORIES 23 PETER AUTSCHBACH Das Duo Samira Saygili & Peter Autschbach agiert gleichermaßen mitreißend wie gefühlvoll und bleibt dabei stets äußerst unterhaltsam. Die beiden bieten einen musikalischen Dialog der Extraklasse, bei dem Gitarre und Gesang zu einer Einheit verschmelzen, die ihresgleichen sucht. SAMIrA: Ich war in einer Ausstellung zu diesem Thema in Kiel und unendlich fasziniert darüber, dass wir alle Holobionten sind, also eine Kom bi - nation aus Mensch und jeder Menge Mikroben. es sind weit über 30 Billionen ... MM: Ihr habt am 14. Dezember 2019 in der Siegerlandhalle in Siegen Deutsche Rock und Pop Preise gewonnen. Welche Be deu - tung hat für euch diese Preise? Erleichtern sie eure Öffentlichkeitsarbeit? En gage ments bei Konzertveranstaltern? MM: Welche besondere Geschichte steht hinter den Songs „Unhappy Triad“ und „Holo- biont“ ? PeTer: Samira bewegt sich gerne. So still wie bei unseren Konzerten sitzt sie im Grunde nie. Sie war türkische Vizemeisterin im Bouldern, ist also sehr sportlich. Als die CD-Aufnahmen zu „Sweeter Than Honey“ bei mir im Studio anstanden, ist sie einige Tage vorher aus nur einem Meter Höhe so unglücklich auf die Matte gefallen, dass sie sich die schlimmste Knieverletzung (Unhappy Triad genannt, das ist so was wie der Atomschlag im Knie) zugezogen hat. Als Samira zu der Auf nah - mesession bei mir zu Hause ankam, mit Orthese und Krücken und deutlich geknickter Stimmung, meinte ich: Aus dieser Stimmung müssen wir unbedingt einen Song machen! Gesagt, getan – so enstand „Unhappy Triad“. Als Samira mir später den Text zu „Holobiont“ gab, erklärte ich sie zunächst für verrückt. ein Song über Bakterien? Sie erklärte mir dann, dass der Mensch zu mehr aus der Hälfte seiner Zellen aus Mikroben besteht und dass wir mit denen in einer engen Symbiose leben. Ohne die Mikroben können wir nicht überleben und umgekehrt ist es genauso. Dann dachte ich: Wenn das so ist, dann muss der Song eine richtige Hymne werden, groß und mit Pathos. Und genau das ist es geworden: Unsere Ode an die Mikrobe :-) PeTer: Ich habe mich eigentlich nie für Wett - bewerbe interessiert, weil Musik für mich das Gegenteil von einem Sportwettkampf ist. Aber viele Kollegen haben gewonnene Wettbewerbe in ihrer Vita stehen. Als dann Anfang 2019 eine e- Mail kam, dass man sich noch für die Interna tional Jazz Competition Bucharest anmelden kann, habe ich gedacht: Warum nicht? Nun bin ich ja nicht mehr der Jüngste, falle damit durch das raster der Nachwuchsförderung und komme natürlich nicht mehr für Wettbewerbe infrage, weil ich die zu - lässige Altershöchstgrenze überschritten habe. In Bukarest habe ich mich in der Funktion „Band- leader unseres Duos“ angemeldet, der Band leader darf dort älter sein. Wir waren dann plötzlich im Halbfinale, sind nach Bukarest geflogen und haben das Finale erreicht und im ehrwürdigen Odeon Theater unsere Musik präsentieren dürfen. Das gab rückenwind für mehr: Wir haben dann im Dezember 2019 beim Deut schen rock und Pop Preis zwei Preise ge wonnen: den ersten Preis in der Haupt kate gorie „Deutscher Singer Preis“ und eine Auszeichnung in der Sonder ka tegorie „Bester Gitarrist“. Wir hatten nur fünf Mi nu ten Bühnenzeit – da galt es, alles rauszulassen. 8 2/2020 musiker Magazin

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