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Musiker Magazin 2/2019

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FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2019 – Konzept und Anmeldung; STORIES: Axel Nagel – Sänger, Gitarrist, Performer; TICKET TO HAPPINESS – »Mitreis(s)en lassen«; FRIEDRICH CHILLER – »So alltäglich und so dada wie das Leben«; JUST DUTY FREE – »Gute Live-Musik ist keine Einzelleistung«; ÖTTE – »Es ist nie zu spät, noch mal durchzustarten«; Conny Conrad – Über 40 jahre führte er ein spannendes Doppelleben; Die Historie der Rock- & Popmusik – Teil 13: john Mayall – The Godfather of British Blues (Teil 2); Lee’Oh – Eine Stimme wie schwarzer, frischer Espresso; EDDy & THE BACKFIRES – Seit zwei jahrzehnten erfolgreich on the road!; OCHMONEKS – Die Hymnen-Experten aus Düsseldorf; Moonshine Records – The 1950’s Recording Studio MUSIK & RECHT: Die Urheberrechtsreform –Welche Auswirkungen hat sie auf die kreativen Musikurheber und Musiker/-innen in Europa?; MUSIKBUSINESS: Mit Musik auf youTube Music Einnahmen erzielen; RUBRIKEN: Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

50 MUSIK & RECHT DIE

50 MUSIK & RECHT DIE URHEBERRECHTSREFORM Welche Auswirkungen hat sie auf die kreativen Musikurheber und Musiker/-innen in Europa? Netz aktivis ten der Kam pagne zur Ret tung des Internets haben Justiz ministerin Katarina Barley (SPD) inzwischen eine Petition zum EU-Urheberrecht überreicht. Man übergab ihr eine Unterschriftenliste mit 4,7 Mil lionen Unter - schriften, darunter 1,3 Millionen aus Deutschland. Im Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU wurde übrigens ausdrücklich festgehalten, dass eine derartige Zwangs beein träch ti gung der Kommunikationsplattformen unter der euphemis - tischen Bezeichnung „Reform des Ur he ber rechts“ nicht stattfinden soll. Das Europäische Parlament, die Kommission und der Rat der Mitgliedsstaaten verhandelten und stritten sich bis zuletzt, da es in den Be völ - kerungen vieler einzelner EU-Länder außergewöhnlich umfangreiche Proteste gab und die Kritiker durch diese Reform das Ende des freien Internets befürchten. Einige Politiker hingegen loben diese Re for m und sehen darin eine Chance für Kultur schaf - fende, angemessen für ihre Arbeit entlohnt zu werden. (Wenn diese „Entlohnung“ via Einzel - registrierungen aller Nutzungen denn je bei ihnen landet, s. GEMA.) Tatsache aber ist, dass insbesondere die Art. 11 und 13, die zu einem überzogenen europäischen Leistungsschutzrechtsanspruch sowie zu sogenannten umfassenden Zensurmaschinen, d. h. automatisierte „Upload-Filter“, führen könnten, den Streit zwischen Befürwortern und Geg nern massiv befeuert. Die Absurdität der in Diktaturen üblichen „Upload-Filter“ für das Internet wird allein darin sichtbar, dass mit Ihnen ver- musiker Magazin 2/2019

MUSIK & RECHT 51 »Diese Reform richtet sich vor allen Dingen gegen Google, Facebook und Twitter.« Die Europäische Union (EU) hat lange ge braucht, um sich bei der Reform des Urheber rechts auf einen Kompromiss zu einigen. Das liegt zum Teil darin begründet, dass Millionen von Netz aktivisten und YouTuber in fast allen europäischen Ländern gegen diese Urheberrechts re form in zahl losen Ein gaben, Petitionen und De mon strationen zu Recht protestierten. meintliches urheberrechtsgeschütztes Material schon vor dem Hochladen identifiziert und blo - ckiert wird. „Upload-Filter“ sind aber nicht in der Lage, Parodien zu erkennen oder legitime Zitate von unerlaubten Textnutzungen zu unterscheiden. Interpretierende Musikgruppen, Musiker in nen und Musiker, die covern, werden zudem durch diese Zensurmaschinen möglicherweise ebenfalls daran gehindert, ihre musikalischen In ter pre tationen in Bild und/oder Ton zu veröffentlichen. Dagegen ist klar, dass Millionen von kreativen Musikerinnen und Musikern, Komponisten und Textern, Journalisten und Fotografen von den positiven Möglichkeiten der digitalen Kom mu ni - kationsplattformen wie YouTube, Facebook, Twitter, Vimeo usw. täglich (auch ohne Bezah - lung) millionenfach kreativen Gebrauch machen, um ihre musikalischen, künstlerischen, journalis - tischen und kreativen Arbeiten weltweit bekannt zu machen und zu kommunizieren. Dazu gehören natürlich auch zehntausende kleine und große Musikgruppen und orchester, die mit ihren Kon - zerten und Studioaufnahmen ganz legal dafür sorgen, dass die Songs/Werke fremder populärer Komponisten und Texter aus dem Gesamt - bereich der populären Musik, d. h. der Rock-, Pop-, Folk-, Blues- und Jazzmusik, niemals vergessen werden … Diese Urheberrechtsreform richtet sich vor allen Dingen gegen Google, Facebook und Twitter. Es sind diese Plattformen, die Fotos, Texte, Bilder und Musikstücke teilen, die in der Regel urheberrechtlich geschützt sind. Ein legaler Vorgang: Fotografen, Autoren und Musikerkomponisten werden in den meisten Fällen über Lizenz geschäfte mit Verwertungsgesellschaften (z. B. GEMA, VG Wort etc.) vergütet. Wenn also in Zukunft Urheber - rechte verletzt werden, dann sollen zukünftig diese Plattformen dafür verantwortlich gemacht werden und nicht mehr die Nutzer. Ausdrücklich soll sich diese Reform des Urheberrechts nicht gegen junge und sehr kleine Unternehmen richten, die am Markt noch nicht erfolgreich sind. Auch private und nichtkommerzielle Projekte gehören dazu. Theoretisch schöne Einschränkungen! Was allerdings bleibt, ist die Gefahr, dass zu - künftige radikal eingestellte „Upload-Filter“ im Internet die gesamte gewachsene Kommuni ka - tion mit ihren millionenfachen Usern negativ be - einflussen. TExT: OLE SEELENMEYER FoTo: © BAKHTIARZEIN/FOTOLIA.COM 2/2019 musiker Magazin

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