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Musiker Magazin 2/2019

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FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2019 – Konzept und Anmeldung; STORIES: Axel Nagel – Sänger, Gitarrist, Performer; TICKET TO HAPPINESS – »Mitreis(s)en lassen«; FRIEDRICH CHILLER – »So alltäglich und so dada wie das Leben«; JUST DUTY FREE – »Gute Live-Musik ist keine Einzelleistung«; ÖTTE – »Es ist nie zu spät, noch mal durchzustarten«; Conny Conrad – Über 40 jahre führte er ein spannendes Doppelleben; Die Historie der Rock- & Popmusik – Teil 13: john Mayall – The Godfather of British Blues (Teil 2); Lee’Oh – Eine Stimme wie schwarzer, frischer Espresso; EDDy & THE BACKFIRES – Seit zwei jahrzehnten erfolgreich on the road!; OCHMONEKS – Die Hymnen-Experten aus Düsseldorf; Moonshine Records – The 1950’s Recording Studio MUSIK & RECHT: Die Urheberrechtsreform –Welche Auswirkungen hat sie auf die kreativen Musikurheber und Musiker/-innen in Europa?; MUSIKBUSINESS: Mit Musik auf youTube Music Einnahmen erzielen; RUBRIKEN: Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

38 STORIES Eine Stimme

38 STORIES Eine Stimme wie schwarzer, frischer Espresso ee’Oh ist Sängerin. Sie gibt Konzerte, die Bühne ist ihre Welt. Ihr Zuhause ein Wohnwagen im Allgäu. Schon immer ist Musik ihr Traum. 2001 entscheidet sie sich, ihren bürgerlichen Beruf hinter sich zu lassen und als Leadsängerin und Studio musikerin ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Durch die intensive Arbeit im Studio- und Live-Bereich sammelt Lee’Oh von Jahr zu Jahr unschätzbare Erfahrungen in verschiedensten Musikgenres. Und doch verfolgt sie immer nur ein Ziel: ihren eigenen Musikstil finden – sich selbst finden – ankommen! musiker Magazin 2/2019

STORIES 39 Alles umgekrempelt und die Flexibilität Als künstlerin 2001 machte ich mich nach der Diagnose Multiple Sklerose selbstständig als Sängerin. Ich habe keinen Moment überlegt. Im Gegenteil: Die Diagnose gab mir den letzten Tritt, um meinen größten Traum zu realisieren. Alle gut gemeinten Ratschläge ließ ich hinter mir und setzte alles auf eine Karte. Es folgten Coverbands, Studiojobs, Straßenmusik und alles, was irgendwie nach Musik schmeckte. Die harten Zeiten überbrückte ich mit Nebenjobs, die sich gerade anboten – ohne Flexibilität hätte ich das nicht geschafft. Ich probierte mich jahrelang mit Songwritern aus den wohl unterschiedlichsten Genres. Durch die Covermusik war ich stimmlich zwar flexibel und konnte alles singen – das machte aber meinen Weg zu einem eigenen, unverkennbaren Stil nicht einfacher. Als sich das musikalische Rad 2014 in meiner damaligen Heimat für mich nicht mehr ausreichend zu drehen schien, beschloss ich kurzerhand, in die Münchner Richtung zu ziehen. Mit 14 Umzügen auf dem Buckel schien mir ein Wohn wagen die beste Lösung – und wieder mal musste ich flexibel sein und loslassen können. Ohne einen blassen Schimmer vom Leben im Wohn wagen habe ich den nächstbesten gekauft und mir einen privaten Stellplatz in der Nähe von Buchloe gesucht. Von Haustür zu Haustür klingelte ich und feuerte seriös meinen Spruch ab: Hallo, ich bin Sängerin und suche einen Stell - platz für meinen Wohnwagen. Gesagt, getan. Das Trailer-Bootcamp konnte in der Hofeinfahrt einer freundlichen Familie beginnen. Ein ganz neuer Weg entgegen aller Erwartungen meines Umfelds. Ich begann, die erstaunten Blicke zu genießen, und fand mit jedem Tag mehr zu mir selbst und zu der Erkenntnis, was wirklich wichtig ist für mich. eine löWin unterWegs im Wohnmobil durch d, A & ch Ich kämpfte mich durch den Neuanfang und ein Jahr später suchte ich mir einen neuen Stell - platz in der Umgebung: mitten im Grünen und näher an der Natur, als ich es je zuvor war. Musi - kalisch baute ich mir ein neues Netzwerk. Wieder arbeitete ich neben der Covermusik mit zahlreichen Song writern an meiner eigenen Musik. Ich schrieb neue Texte, zerrte alte aus der Ver sen - kung und schrieb und schrieb. Die Zusam - menarbeit mit sogenannten Pro duzenten ging mal besser und schlechter. Schwierig wurde es für mich, als immer mehr Leute ent scheiden wollten, wie meine Texte auszusehen hatten. Nein, ich wollte authentisch bleiben. Ich wollte meinen Weg gehen, mich ausleben, meine Worte für meine Texte nutzen und nicht mehr das erfüllen, was mein musikalisches Um - feld von mir erwartete. Ich war ständig on the road und auf der Suche nach mir. Die Nächte in meinem Kombi wurden mir langsam zu viel, so legte ich mir 2015 ein kleines Wohn - mobil zu: Ich wollte noch ungebundener sein. Von nun an war ich völlig frei und konnte meine Auftritte und mein Leben perfekt koordinieren. Alles, was ich und meine Hunde dame Jamie brauchten, hatte ich ja immer dabei. AlltAg und musik im WohnWAgen Mittlerweile habe ich mich an das Leben im Wohnwagen gewöhnt. So sehr sogar, dass ich einen Campingplatz und seine Annehmlichkeiten überhaupt nicht vermisse. Was ich an meinem Leben schätze, ist die Freiheit. Zu keinem Zeit - punkt habe ich das Gefühl, etwas zu vermissen. Egal ob Sommer oder Winter – mein Wohnwagen bietet mir neben der Bühne das glückliche Ge - fühl, endlich angekommen zu sein. Ich kann singen, wann immer ich Ideen habe; heimkommen, ohne jemanden morgens um 4 Uhr zu stören. Heute sitze ich oft mitten in der Nacht an meinem Schreibtisch vor meinem Mikrofon und lasse meinen Ideen freien Lauf. 8 LEE’OH „Imma jetzt.“ VÖ: 26. JULI 2016 WWW.LEEOH.DE WWW.FACEBOOK.COM/ BINEONSTAGE.DE 2/2019 musiker Magazin

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