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Musiker Magazin 1/2022

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FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Gewinner; Deutscher Rock & Pop Preis 2022 – Konzept STORIES: 40 Jahre Deutscher Rock & Pop Musikerverband e. V. – Ein kleines, aber feines Jubiläum ...; Alwin Smoke – »Six String Stories«; Peter Volland – »Losgelöst von Markt und Umsatz bleibt das Musizieren weiter Teil meines Lebens«; Lili Czuya – »Andere haben mit 20 ein Auslandsjahr gemacht, ich hab auf dem Kiez als Sängerin gearbeitet.«; FEDERNELKEN – Populärmusik zwischen Hirschbachstüberl und Mittlerem Ring; LOOPAHEAD – Musikalische Strukturen, mit den Wurzeln im Blues, Rhythm ’n’ Blues, Latin, Rock & Jazz; Sandra Ajtner – »My future«BARRY ALEXANDER KING – Singer-Songwriter; DER SCHWEIGER – Mit seinen philosophisch-poetischen Songs ist er mittendrin in der deutschen Poesie; SANDRA DELL’ANNA – »Ich möchte nicht aufhören, an Musik zu wachsen«; Die Historie der Rock- & Popmusik – THE DOORS MUSIKBUSINESS: Online musizieren – verzögerungsfrei; The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 3: VOCAL SKILLS RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; Titelschutzanzeigen; CD-Rezensionen; Kleinanzeigen; Impressum

64 REZENSIONEN

64 REZENSIONEN Instrumente hat Wissing selbst aufgenommen, produziert und abgemischt, ein bisschen Unterstützung hat er sich aber dennoch ins Boot geholt. So singt zum Beispiel seine Frau Heike Wissing auf „I Want More“ mit und Stephan Schmitt spielt die Bluesharp für „She Hates Blues“ ein. Wer sich nun fragt, wie man einen Titel wie „Where The Streets Have No Name“ in Ein-Mann-Besetzung hinbekommt, wird sich freuen, dass der Looper hier so geschickt ein gesetzt wurde, dass im Zusammenspiel und mit dem Stomper trotzdem eine dichte Atmosphäre geschaffen werden kann. Verschiedene Genres werden hier verarbeitet und auch die Eigenkompositionen sind sehr unterschiedlich. Mal klingt eine Begeisterung für Shanty und Irish Folk durch, wie in „Sail On Rover“, dann gibt es ein bisschen Swing mit „Moccaschnäuzchen“. „Die Chronik“ ist ein sehr persönliches Album mit ganz viel Liebe zur Musik – klare Empfehlung für Fans akustischer Musik. https://www.matteswissing.de R.F. KROHN BAND »The Missing Link« Als „Advanced Hippie Music“ bezeichnet die Münchener Krohn Band selbst ihre Musik und liefert damit den perfekten Soundtrack für lange Autofahrten. Verschiedene Musik - stile mal eher rockig, bluesig oder jazzig wie auf „Kiss On The Moon“ finden sich auf dem Tonträger wieder und die erfahrenen Musiker liefern gut eingespielte Handwerks - kunst. Mit Ausnahme einer Coverversion von Dylans „Like A Rolling Stone“ alles Eigenkompositionen von Sänger und Gitarrist Hans-Peter Krohn. Drums, Percussion, Bass, Saxo - fon, Flöte, Klarinette und weitere Sänger*innen komplettieren den Sound der Krohn Band und bieten viele Möglich - keiten für unterschiedliche Genres. In „Baked Potatoes“, einem Instrumentalstück, steht die Gitarre ganz im Vor der - grund und entführt auf eine melodische Reise. Den Titeltrack „The Missing Link“ nutzt die Besetzung geschickt aus, indem sich Saxofon und Gitarre in bester Call-and-Response- Manier abwechseln. Die Lyrics der Songs basieren zu großen Teilen auf persönlichen Beobachtungen und sind zuweilen sehr reflektiert und zeitkritisch. Alles in allem ein abwechslungsreiches, handwerklich gutes Album. www.krohnband.com R.F. UNITED »Musicians Against Poverty, Pro Health« Musiker aller Genres haben sich für einen Sampler zusammengetan, um das Projekt Armut und Gesundheit in Deutschland e.V. zu unterstützen. Zum Projekt: Der Verein setzt sich für Arme und Obdachlose ein, um ihnen Zugang zu medizinischer und sozialer Unterstützung zu verschaffen. Ob in der ambulanten Arztpraxis für Bedürftige, mit dem Arztmobil beim Mainzer Modell oder bei verschiedenen Einsätzen im Ausland. Wie auf der Vereins-Homepage vorgestellt, handelt es sich um einen sozialen Verein mit vielen unterstützenswerten Projekten. Armut und Ge sund heit in Deutschland e.V. ist Mitglied in der nationalen Armuts kon - ferenz (NAK) und der Landesarmutskonferenz Rheinland- Pfalz (LAK). Es handelt sich also um eine Charity-CD mit dem Titel „UNITED – United Musicians Against Poverty, Pro Health“. Nicht nur für den guten Zweck lohnt sich die Anschaffung des Silberlings. Es finden sich darauf musikalische Leckerbissen aus den verschiedensten Diszipli nen: ALLY THE FIDDLE rockt beim Opener „Distance“ die Geige. Die Stromgitarren treiben das Barockwerk mit Double Bass Drum in ein Metallgewitter. Gaby Weihmayer rockt mit LABEL Z den Song „Go To Pot“. Ein Groove-Metal-Megalith. RAIMLER BENZ beweist, er hat mit „Nicht recht!“ einen echt guten Flow im Deutsch-Rap-Stil. Weitere Künstler auf dieser lohnenswerten Sammlung Musik sind BACKDOOR CONNECTION, ATOMIC PICNIC PROJECT, STANZI JOY und viele mehr. Gutes tun und Gutes hören! Erhältlich bei Atomic Picnic Records. www.armut-gesundheit.de/was-wir-tun/ C.S. ZYDECO ANNIE & SWAMP CATS »Louisiana Christmas Night« Augen schließen und an die schönste Zeit des Jahres denken – ZYDECO ANNIE & SWAMP CATS versetzen einen mit ihrer CD „Louisiana Christmas Night“ direkt in die besinnliche Weihnachtszeit zurück. Besinnlich ist die Zeit bei der Band jedoch nur manchmal, auf dem Eingangssong „Le Temps Est Venu“ zum Beispiel, und umso fetziger geht es in anderen Songs zu. Zu „Nous Nous Amusons“ will man sofort die Beine schwingen, da kommt der Rhythmus von New Orleans direkt ins deutsche Wohnzimmer geflogen. Ein paar Klassiker dürfen auf der CD nicht fehlen: Die Band hat ihre ganz eigenen Arrangements von „Let It Snow“, „Silent Night“ oder „Jingle Bells“ im Gepäck. „Blue Christmas“ startet mit einem coolen Klaviersolo und wird ebenfalls mit einem durchgängig groovigen Südstaaten-Anstrich präsentiert – dabei macht Sänger Frederic Berger fast schon Elvis Kon - kurrenz. Traurig klingt hier nur der Text. „Les Enfants Sont Tres Heureux“ wird mit einer charmanten Schnod drig keit vorgetragen. Durchweg positiv fallen die Soli auf, in denen sich alle Instrumente und Bandmitglieder immer wieder präsentieren können. Zum nächsten Weihnachtsfest sollte man die CD definitiv wieder hervorholen und seine Familie auf eine weihnachtliche Reise vom kalten Norden bis in den heißen, rhythmischen Süden der USA mitnehmen. www.zydecoannie.de/konzerte.html L.K. REIDAR JENSEN »Boundless« Er ist ein Reisender, der vor 40 Jahren seine Heimat Nor - wegen verließ. Als international arbeitender IT-Manager traf Reidar Jensen Menschen in vielen Regionen der Welt. Er hörte zu, tauschte sich aus und lernte ihre Kulturen kennen. Diese vielschichtigen Erfahrungen und Begebenheiten in - spirierten ihn zu seinen Song-Geschichten. Als Singer- Songwriter/Gitarrist hat er viel zu erzählen und sieht sich in der Tradition eines Bob Dylan oder Donovan. So auch in „Boundless“, seinem aktuellen Album. Es steht wieder in einer Reihe des nordischen Folk, den er als Protagonist mitprägt. Gleich eine ganze Reihe von Preisen dürften sein Musik zimmerregal zieren. Exemplarisch sind diese: 4 & 5 Stars beim „UK Songwriting Contest 2021“. Beim Deutschen Rock & Pop Preis 2016 und 2017 u. a. „bester englischsprachiger Text“, 1. Platz, sowie die Top-Platzierung „bestes traditionelles Weltmusikalbum“ und mehrere Zweitplat zie rungen in der Kategorie Folk Rock. Der Mann mit der markant rauchigen Stimme erhält in seinen Werken vorzügliche Unterstützung seiner Instrumentalisten. Diese sind im Gegen satz zum einstimmigen und markanten Vokaleinsatz Jensens virtuos und breit besetzt. Bläsersätze, Querflöte, Piano, Organ, mal dezent, mal im Breitband-Sound, malen die Songs auf dem neuen Album „Boundless“. Diese Beset zung ist ein Maximum an Musikalität. Um nur einige der Instrumentalisten zu nennen: David Pèrez Luna am Bass, Keys, Drums; Rómer Avendano, Gitarren, Ukulele; Carlos Ferrer am Cello und Josefien Kieppe an diversen Saiten instrumenten. Sie werten das Album in eine professionelle Dimension auf. Die Songs verströmen einen sanften Opti mismus, wie wir ihn dringend benötigen. „What You Are“ ist der Opener, der nur als eine Liebeserklärung an die Herzens dame zu verstehen ist. Das Berlin der 1930er ist www.musiker-online.tv

REZENSIONEN 65 Thema von „Swing Life 1931“. „When you are with me, you light up all of me (...)“ klingt wieder nach Liebesballade im beschwingten Mid-Tempo. „Smell Of Fear“ thematisiert die Dramen der Gegenwart mit Lockdown und einer geteilten Welt. Reidar Jensen beschwört, erzählt und singt im Gewande dieser schönen Produktion, die Extrasterne verdient. Wunder - bar für die Anhänger des Songwriter Rock-Pop! www.reidarjensen.com C.S. BRUTAL VISION »Volume 4« Aus dem Hause Noizgate kommt der Sampler von Deaf - groundrecords als bereits vierte Ausgabe. 33 Bands aus sieben Ländern präsentieren feinsten Metal in all seinen Facet - ten. Zehn Gewinner aus einem Online-Voting fanden Platz auf diesem expliziten Sampler mit zwei silbernen Ton trägern. CD 1 trägt den Untertitel „Dystopia“, CD 2 „Utopia“. Es geht hart zur Sache. Als Feinheiten und Subgenres können hier unter anderem Death Metal und Grindcore genannt werden. Jedenfalls gibt es viele Growls beim Gesang. Gelegentlich finden Melodien Eingang in derbe und brutale Metal-Riffs. CRITICAL MESS lassen mit ihrem Titel „Generation Fork“ Black Sabbath mit ihren Doom-Riffs erinnern. Die fauchende Stimme von Shouterin und Cover-Art-Model Mara Bach lädt bei „Totentanz“ mit ihrer Band MIR ZUR FEIER zur Wall Of Death ein. CHARGER bewegen sich mit „Automatical War“ im melodiösen Power Speed Metal. PSYCHO TOASTER erinnern gesanglich wiederum an Type O Negative in „Lights Out“. Nach Genuss von „Dystopia“ geht die Reise auf CD 2 nach „Utopia“. Melodiös und orientalisch lassen GRAI mit einer bezaubernden Frauenstimme im Song „Of Dead Water“ erschaudern. Was bringt uns die Zukunft? Eine überraschende Antwort bieten die Macher des Albums mit dem letzten Song auf der Liste: NIKA TIMOS lässt es mit „Crash“ krachen – aber: im Disco-Sound! Fazit: Metal wird weiblicher. Und Metal bleibt beinhart! www.noizgate.com C.S. PAUL BARTSCH & GUTFREUND »Lieder vom Kommen und Gehen« Als gesamtdeutscher Liedermacher hat dieser Künstler sich schon längst einen Namen gemacht. Als Bartsch & Band, Bordkapelle und heute mit dem aktuellen Album als PAUL BARTSCH & GUTFREUND. Er ist und bleibt ein Garant für poetischen deutschsprachigen Rock und Folk. „Lieder vom Kommen und Gehen“ ist ein Album im besten akustischen Liedermacherstil mit einem Hang zum Rock und entsprechender elektrifizierter Besetzung. Slide-Gitarren, Bläser und Trommeln klingen wohltuend analog produziert. Mit dabei: Michael Lehrmann (guit.), Felix Lehrmann (dr.), Gerd Hecht (keys), Thomas Feinert (Geige) und viele weitere. PAUL BARTSCH (Gesang, Mundharmonika) ist ein Poet, wie es sich in jedem Sätzchen Text herauskristallisisert: „Der Kompass drehte durch und war am Ende ...“. So heißt es in „Odyssee“ – eine Retrospektive über die deutsch-deutsche Wende? Eine Standortbestimmung oder eine Perspektive? Um beim Thema zu bleiben, rockt der Ostalgie-Blues mit einem angedeuteten Bad-Moon-Rising-Riff. Warum nun ein Album zu besprechen wäre, wird mir im Song „Ballade“ von dem, was es so niemals gab, glasklar vor Augen geführt. Musik ist nicht um ihrer Selbst willen oder um des Künstlers willen Kunst. Allein ein Lied wie dieses ist Grund genug, Musik als wunderbar und Poesie als bereichernd zu sehen und zu hören. PAUL BARTSCH & GUTFREUND präsentieren Lieder mit einer umwerfenden Selbstverständlichkeit. Wohl das Beste, was gesamtdeutscher Liedermacher-Rock heute ist. Und wie BARTSCH selbst hofft: demnächst auch wieder live! www.zirkustiger.de C.S. LILLY + GEORG WITSCH »’s Leben« Mal jazzig, mal poppig, mal soulig, mal bayerische Texte, mal Hochdeutsch – Lilly und Georg Witsch präsentieren auf ihrem Album „’s Leben“ einen vielseitigen Mix ihrer musikalischen Schaffensperioden. Aufgenommen im eigenen Studio in der Nähe des schönen Ammersees, geht es auch viel um die Natur. „Wia a Fisch im Wasser“ greift genau die Atmosphäre am See auf und wie sich Natur und verschiedene Tageszeiten im Wasser spiegeln. „Sommer“ ist voller melancholischer Gedanken an die warme Jahreszeit und man freut sich schon auf den kommenden. Neben der Natur finden sich aber auch andere Themen wie Liebe, das Nacht leben oder die verschiedenen Rollen, die man im Alltag spielen muss („Spieglein, Spieglein“), auf dem Album. Die Lieder aus dem Leben und über das Leben sind unterhaltsam, stimmen manchmal nachdenklich und doch wohnt ihnen allen ein gewisser Optimismus inne. Gerade für Zuhörer*innen, die Musik mit einer persönlichen Note oder charmantem Dialekt zu schätzen wissen, sei dieses Album wärmstens empfohlen. unseremusikwerkstatt.de R.F. FREE WAVE JAZZ BAND »Life Keeps Moving On« Die FREE WAVE JAZZ BAND versammelt auf ihrem neuesten Album eine ganze Reihe verschiedene Sub-Genres. Von Swing über Latin und sogar Blues zu Jazz-Funk und Modern Jazz hält die Band eine bunte Mischung an Songs bereit. Pu risten finden immerhin Interpretationen dreier bekannter Jazz- Standards, unter anderem „How Sensitive“ von Carlos Jobim. Der Rest setzt sich aus den einfühlsamen Kom po sitionen von Gitarrist Marcus Schmitt zusammen. So auch der Titeltrack des Albums. Während „Fishin“ eher im Modern Jazz zu verorten ist, bringen die fünf mit „Natural Indigo“ eine tolle Jazz- Fusion auf Platte. Komplettiert wird die Band um Marcus Schmitt durch Charly Thomass (Keyboard), der mit einigen Jazz-Größen wie Klaus Doldinger zusammengearbeitet hat, Gudrun Zajicek (Vocals), die schon beim „Munich Swing Or - ches tra“ sang, Christoph Naleppa (Tenor- und Sopransaxofon), Andreas Urich (Kontrabass) und Andi Gleixner (Schlag zeug). Ein abwechslungsreiches Album für einen stilvollen Abend. www.free-wave-jazz-band.de R.F. ACHIM SCHULTZ »The Little Clown« Ein schelmischer Clown blickt träumend vom CD-Booklet in die Welt. „The Little Clown“ ist der Schelmenstreich des Studio-Masters und Multi-Instrumentalisten Achim Schultz. Der Hang zu den Fab Four ist auf seinem neuen Studiowerk nicht zu überhören. Die sanfte Stimme schmeichelt zur vielfältigen Instrumentalisierung, die zur Gitarren-Bass-Schlag - zeug-Besetzung für Farbpunkte sorgt. Er transportiert seine melodiösen Home-Recording-Ergüsse in einer wohlgefälligen Verve ans geneigte Gehör. Ambitioniert und überzeugt rockt er in „Feelings“. Die Chorus- und Begleitstimme von Sandrina Sedona weiß hier sowie in weiteren Songs des Albums zu überzeugen. In „Swinging 60‘s“ erzählt uns Achim Schultz von wilden Zeiten in London als „hardest city“. Heiße Scheibe für laue Frühlingsabende! www.achim-schultz.de C.S. REZENSENTEN: R.F. – RONJA FRICK L.K. – LINDA KNAUER C.S. – CHRISTIAN SCHÖNING 1/2022 musiker MAGAZIN