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Musiker Magazin 1/2022

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FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Gewinner; Deutscher Rock & Pop Preis 2022 – Konzept STORIES: 40 Jahre Deutscher Rock & Pop Musikerverband e. V. – Ein kleines, aber feines Jubiläum ...; Alwin Smoke – »Six String Stories«; Peter Volland – »Losgelöst von Markt und Umsatz bleibt das Musizieren weiter Teil meines Lebens«; Lili Czuya – »Andere haben mit 20 ein Auslandsjahr gemacht, ich hab auf dem Kiez als Sängerin gearbeitet.«; FEDERNELKEN – Populärmusik zwischen Hirschbachstüberl und Mittlerem Ring; LOOPAHEAD – Musikalische Strukturen, mit den Wurzeln im Blues, Rhythm ’n’ Blues, Latin, Rock & Jazz; Sandra Ajtner – »My future«BARRY ALEXANDER KING – Singer-Songwriter; DER SCHWEIGER – Mit seinen philosophisch-poetischen Songs ist er mittendrin in der deutschen Poesie; SANDRA DELL’ANNA – »Ich möchte nicht aufhören, an Musik zu wachsen«; Die Historie der Rock- & Popmusik – THE DOORS MUSIKBUSINESS: Online musizieren – verzögerungsfrei; The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 3: VOCAL SKILLS RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; Titelschutzanzeigen; CD-Rezensionen; Kleinanzeigen; Impressum

54 MUSIKBUSINESS WAS

54 MUSIKBUSINESS WAS VERDIENT MAN DENN SO ALS SÄNGER*IN? UND WO? UND WIE? Das sind gute Fragen, die nicht ganz einfach zu beantworten sind. Denn, wie so oft in der Künst ler branche, ist das sehr unterschiedlich. Wer einen „Hit“ gelandet hat, braucht sich um den Ver dienst – zumindest für eine Weile – nicht groß zu sorgen. Eher braucht er einen guten Finanz be rater. Allerdings hat man mit einem „Hit“ kaum ausgesorgt – und „oben zu bleiben“ kann schwerer sein als „nach oben zu kommen“. Kümmern wir uns also um die Musiker*innen, die zwar – als Solosänger*in oder mit Band – regional oder überregional bekannt sind, aber (noch?) keinen Hit gelandet haben und nicht regelmäßig in den Charts und den Medien vertreten sind. Auch wenn es nicht immer einfach ist (wann und wo ist es schon immer einfach?), die gute Nachricht ist: Man kann mit Musik Geld verdienen! »Motivation des Geistes« Viele Hobbymusiker, die tagsüber zum Bei spiel als Lehrer, Handwerker oder Polizisten arbeiten und am Wochenende in einer Band spielen, erzielen nicht selten ein beträchtliches Zusatz ein kommen. Doch es gibt keinen gewerkschaftlichen oder gesetzlichen Schutz für Berufsmusiker*innen. Es gibt auch keine einheitlichen Kriterien, zumindest nicht in Deutschland, die erfüllt werden müssen, bevor man seine musikalische Dienstleistung ver kaufen darf. Und wahrscheinlich ist es auch den meisten Veranstaltern ziemlich einerlei, ob die Musiker, die bei ihm spielen, einen „Schein“ haben oder nicht. Viele Auftritte kommen ohnehin über Beziehungen zustande. Als studierte Musiker*in könnte man sich also benachteiligt fühlen. Doch leider ändert das nichts an der Tatsache und für Berufsmusiker*innen bedeutet es oft ein arbeitsintensives und mühsames Ringen um Aufträge. Erst recht, wenn man beobachtet, dass Veranstalter aus Kosten grün - den immer häufiger auf Alleinunterhalter oder DJs zurückgreifen. Andererseits: Die wirklich großen Events, Galas und Partys werden fast ausschließlich von Berufsmusikern bestritten, die sich qualitativ, quantitativ und mit kreativen Ideen so von der Konkurrenz (egal, ob Amateur- oder Profibands) abheben, dass der Veranstalter gar nicht anders kann, als sie zu engagieren. Im Leben eines jeden Menschen gibt es Höhen und Tiefen. Um mit diesen Schwan - kungen zurechtzukommen, müssen Körper, Geist und Seele gleichermaßen eingesetzt werden. Künstler erleben oft viel intensiver als Menschen mit anderen Be rufen den Wechsel von labilen und stabilen psychischen und physischen Zuständen, was nicht immer einfach ist. Die gute Nachricht aber ist: Jeder kann Tech niken erlernen und sich Ge wohnheiten an trainieren, die ein stabiles Arbeiten mit der Stimme auch in wechselhaften Lebens phasen ve rbes sern bzw. überhaupt ermöglichen. So gibt es Sän ger*innen, die, nachdem sie gerade erst einen schweren Schicksalsschlag wie den Tod eines nahen Ver wandten hinnehmen hatten müssen, schon ein paar Tage später wieder auf der Bühne standen. Während darüber Verwandte und Freunde vielleicht die Köpfe schüttelten, half den Trauern - den gerade ihre routinierte Arbeit auf der Bühne über diese Krise hinweg. Darum: Bleibe achtsam und sei bestrebt, Körper, Geist und Seele in Einklang zu halten. Aber werde dabei nicht neurotisch und wittere nicht überall und ständig Gefahren für deine Stimme. Es ist nun mal nicht alles kontrollierbar, aber du kannst lernen, dein inneres wie dein äußeres Gleich ge - wicht zu finden und zu stabilisieren, damit dich nicht jeder Sturm des Lebens gleich umhaut. Das braucht Zeit, Geduld und Ausdauer. Aber am Ende wird es sich auszahlen und du wirst viel entspannter und gelassener mit den „Ups and Downs“ des Lebens umgehen können als noch zu Beginn deiner Berufstätigkeit. W – wie Wissenswertes Auch Menschen aus vielen anderen Be rufen nutzen die „mentale Ar - beit“, um sich bestmöglich vorzubereiten und zu motivieren. So zum Beispiel Sportler, indem sie trainingsfreie Zeiten (oder Ruhezeiten unmittelbar vor dem Wettkampf) nutzen, in Gedanken die einzelnen Stationen des Wettkampfs durchzugehen. Sie rufen sich die körperlichen Ab läufe und Bewegungen ins Gedächtnis, „spüren“ sie geradezu und „sehen“ sich selbst, wie sie die Hürden locker nehmen – und in Bestzeit die Ziellinie passieren. Er folgreiche Menschen aus anderen Be - rufen erzählen, dass sie sich zu Zeiten, da sie noch keinen nennenswerten Erfolg hatten, bereits in der Position sahen, in der sie sich Jahre später tatsächlich befanden. Manche von ihnen sagen, sie „wussten“ einfach, dass sie mit der Malerei, dem Schrei - ben, der Musik, der Forschung, dem politischen Amt oder mit was auch immer Erfolg haben würden. Andere erzählen, dass sie sich immer und immer wieder intensiv vorgestellt haben, wie sie leben würden, wenn sie ihr Ziel erreicht hätten. Diese Technik nennt man Vi sua li sie rung. www.musiker-online.tv

Mentale Zielsetzung und Planung des Abenteuers »Leben als Berufssänger*in« MUSIKBUSINESS 55 In Kapitel 12 wurde bereits empfohlen, sich gründlich mit seinen eigenen beruflichen Zielen zu befassen und einen (schriftlichen) Business - plan zu erarbeiten. Vielleicht kennst du bereits sehr genau deine beruflichen Ziele als Sänger*in oder hast schon einen Businessplan entwickelt – dann ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung bereits getan. Es gibt aber noch weitere Techniken, die das Erreichen deiner Ziele unter - stützen können. VISUALISIERUNG Mit der Visualisierung kannst du dein Unter - bewusstsein so programmieren, dass es die Er - reichung deiner Ziele unterstützt. Das ge schieht, indem du dir intensiv vorstellst, wer und wie du bist, wenn du dein Ziel bereits erreicht hast. Dazu füttere dein Gehirn mit den entsprechenden Bildern, aufgeladen mit möglichst kraftvollen Emo - tionen. Auch wenn es wahrscheinlich keinen Beweis für die Wirksamkeit des Visualisierens gibt: Das Gegenteil wurde ebenso wenig bewiesen. Und wenn du es mithilfe dieser Technik schaffst, dich in schwierigen Zeiten immer wieder neu zu motivieren, hat sie ihren Zweck schon erfüllt. Darum kann ich nur empfehlen, sie zu nutzen. WAS BEIM VISUALISIEREN ZU BEACHTEN IST Grundsätzlich wird jede Vorstellung positiv bebildert. Du solltest Bilder im Kopf haben, die dich genau so zeigen, wie du es für dich wünschst. Lass also keine Bilder zu, die zeigen, was du nicht willst. Nicht, wenn es dir schlecht geht, und auch nicht, wenn du zum Beispiel gerade glaubst, vor Lampen fieber verrückt zu werden. Stattdessen „malst“ du in deinem Kopf Bilder, wie du den Auf tritt locker meisterst, dein Publikum applaudiert und „Zu gabe“ ruft. Die begleitenden Gedanken zur Visua lisie - rung sollen immer in der Gegenwart und so präzise wie möglich sein. Mit dem Gedanken „Irgend- wann werde ich Konzerte mit meinen eigenen Songs geben und viele CDs verkaufen“ kannst du möglicherweise lange auf die Unterstützung deines Unterbewusstseins warten, denn „irgend- wann“ und „viele“ sind keine konkreten Infor ma - tionen, mit denen dein Gehirn etwas an fangen kann. Visualisieren ohne Emotion ist wie Fließbandarbeit: Man steckt mechanisch irgendwelche Teil - chen zusammen, weiß aber gar nicht, wozu das Ganze überhaupt gut sein soll. Visualisierung funk - tioniert, indem du sie mit intensiven Emo tionen unterstützt. Suche dir ein ungestörtes Plätzchen, schalte Handy und Türklingel aus, setze dich aufrecht hin und tauche für mindestens zehn Minuten konzentriert in deinen Wunschzustand ein. Be - schwöre nicht nur die Bilder herauf, sondern erlebe dich selber als Teil dieser Bilder. Spüre, wie es sich anfühlt, in diesem weiß glitzernden Traum von Gala kleid/Anzug vor all diesen Leuten zu stehen und zu singen, „höre“ den tosenden Applaus, während dich die Scheinwerfer blenden und du deinem Publikum zulächelst). Ausdauer beweisen: um das Unterbewusste auf den gewünschten Pfad zu bringen, braucht es Kontinuität. Es reicht nicht, die Technik des Visualisierens sporadisch oder nur ein paar Tage oder Wochen zu praktizieren. Mache es dir am besten zu einer festen täglichen Gewohnheit – auch in Zeiten, in denen es dir mal nicht so gut geht. Tue es mit Spaß und genieße die ungestörte Zeit mit dir selber. Gute Zeiten sind der Morgen gleich nach dem Aufwachen und am Abend vor dem Einschlafen. AUTOR: LEEZA NAIL WEB: WWW.ALFREDMUSIC.DE FOTOS: CREATOPIC, GSTUDIO, BILLIONPHOTOS.COM, GRAFICRIVER / ADOBE STOCK DIE AUTORIN LeeZa Nail ist freiberufliche Musikerin und arbeitet als Vocal Coach. Sie hat das Studium des Jazz- und Populargesangs in Frankfurt absolviert, ist international mit ihrem Solo-Projekt „LeeZa Nail“ unterwegs und widmet sich seit einiger Zeit verstärkt dem Schreiben und Komponieren. THE SINGER‘S COACH In ihrem bei Alfred Music erschienenen Buch The Singer’s Coach (978-3-947998-08-1) gibt LeeZa Nail ihre Erfahrungen weiter an alle, die es ebenfalls ernst meinen mit der eigenen Gesangskarriere. In insgesamt 13 Kapiteln beschäftigt sich LeeZa mit: Gesangspraxis, allgemeiner Musiklehre, der Rolle des*r Sänger*in und den Aspekten des Musikbusiness. Und als Bonus: aufschlussreiche Interviews mit Profimusiker*innen aus Soul, Pop, Jazz, Musical, Oper u.v.m. TEXTQUELLE: MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON ALFRED VERLAG | FOTO: © CAROLA SCHMITT LEEZA NAIL The Singer’s Coach – Der Karriere-Ratgeber Alles, was ambitionierte Sänger*innen wissen sollten! DIN A4, 160 SEITEN, 18,95 EURO, ISBN13: 9783947998081 LEEZANAIL.DE | FACEBOOK.COM/LEEZA.NAIL.AUTORIN 1/2022 musiker MAGAZIN