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Musiker Magazin 1/2022

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FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Gewinner; Deutscher Rock & Pop Preis 2022 – Konzept STORIES: 40 Jahre Deutscher Rock & Pop Musikerverband e. V. – Ein kleines, aber feines Jubiläum ...; Alwin Smoke – »Six String Stories«; Peter Volland – »Losgelöst von Markt und Umsatz bleibt das Musizieren weiter Teil meines Lebens«; Lili Czuya – »Andere haben mit 20 ein Auslandsjahr gemacht, ich hab auf dem Kiez als Sängerin gearbeitet.«; FEDERNELKEN – Populärmusik zwischen Hirschbachstüberl und Mittlerem Ring; LOOPAHEAD – Musikalische Strukturen, mit den Wurzeln im Blues, Rhythm ’n’ Blues, Latin, Rock & Jazz; Sandra Ajtner – »My future«BARRY ALEXANDER KING – Singer-Songwriter; DER SCHWEIGER – Mit seinen philosophisch-poetischen Songs ist er mittendrin in der deutschen Poesie; SANDRA DELL’ANNA – »Ich möchte nicht aufhören, an Musik zu wachsen«; Die Historie der Rock- & Popmusik – THE DOORS MUSIKBUSINESS: Online musizieren – verzögerungsfrei; The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 3: VOCAL SKILLS RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; Titelschutzanzeigen; CD-Rezensionen; Kleinanzeigen; Impressum

50 MUSIKBUSINESS ONLINE

50 MUSIKBUSINESS ONLINE MUSIZIEREN – VERZÖGERUNGSFREI 0 Latency – mit dem Elk-LIVE-System Musiker*innen an unterschiedlichen Orten in Europa spielen über das Mehrere Internet zusammen. Funktioniert das? Bisherige Lösungen kämpfen mit dem Problem der wahrnehmbaren Latenzen (Verzögerungszeiten), verursacht durch Software-Verarbeitungszeiten. Folge: Ein sensibles, punktgenaues Zusammen spiel ist nicht möglich. „Da muss es doch eine Lösung geben“, dachte Georg Berhausen-Land, und begann zu recherchieren. Anfang 2021 stieß er dabei auf die Entwicklungsarbeit der schwedischen Firma ELK AUDIO in Stockholm, Schweden. Fasziniert schaute er ein Video an, in dem der Jazzposaunist Nils Landgren und der Schlagzeuger Robert Ikiz in einer speziellen Session, die für Yamaha Music Europe aufgenommen wurde, miteinander über das Internet musizierten. Beide Spieler befanden sich in ihren eigenen vier Wänden und spielten gemeinsam live über 670 Kilometer voneinander entfernt. Berhausen-Land nahm Kontakt zu Elk AUDIO auf und machte die Idee des verzögerungsfreien Musizierens über das Internet zum Thema einer Projektförderung, die er 2021 im Rah men der Neustart-Kultur-Kampagne durch die GEMA erhielt. Ausgestattet mit der entsprechenden Hardund Software spielten vier Musiker am 24. Januar 2022 an drei unterschiedlichen Standorten vier Stücke und nahmen Ton und Video auf. „Ich hatte bewusst betont rhythmisches musikalisches Material ausgewählt, bei dem sich Signalver zö - ge rungen sofort unangenehm bemerkbar machen würden. Dann die ersten gespielten Takte. Keinerlei wahrnehmbare Verzögerung! In den Kopfhörern ein Sound wie im Studio. Meine Kollegen und ich waren sprachlos. Das hatten wir nicht erwartet“, so Berhausen-Land. „Wir waren begeistert, denn das Konzept von Elk AUDIO funktioniert wirklich.“ »Unser Ziel ist es, neue Wege zu schaffen, um die Kluft zwischen Musikern und Technologie zu überbrücken und die Art und Weise zu verändern, wie Menschen Musik lernen, kreieren, aufnehmen und teilen.« BJÖRN EHLERS (CMO VON ELK AUDIO) WIE MACHT ELK AUDIO DAS? Grob gesagt werden die Verzögerungen haupt sächlich durch die Konvertierung von Audio zu Digital und umgekehrt auf der Emp fän ger - seite verursacht. Deshalb hat Elk AUDIO eine ultraschnelle Audio-Hardware entwickelt, die diesen Problemfaktor umgeht und direkt mit dem Netzwerk (Router) verbunden ist. UND WELCHE MÖGLICHKEITEN ERÖFFNEN SICH DADURCH? Seit Ausbruch der Coronapandemie sind Musiker*innen durch wegfallende Live-Auftritte und ausbleibende Probemöglichkeiten massiv in ihren Tätigkeiten eingeschränkt worden. Damit einhergehend folgten erhebliche Einkommen s - ein brüche, nicht selten mit existenzbedrohenden Konsequenzen. Wenn schon isoliert, wäre es da nicht traumhaft, über das Internet miteinander weiterarbeiten und auch Streaming kon - zerte geben zu können? Georg Berhausen-Land und seine Mitmusiker Berthold Matschat, Klaus Mages und Emanuel Stanley haben gezeigt, dass es jetzt geht. Fest - gehalten wurde das Online-Experiment in Form eines Videos: https://youtu.be/wt16I9U839M www.musiker-online.tv

MUSIKBUSINESS 51 MM: Wie lange arbeitet ihr schon an der Ent - wicklung des Elk-Systems? BJÖRN EHLERS: Der Kern von Elk LIVE ist das Elk AUDIO OS. Ein hyperschnelles Audio-Be - triebs system für ein gebettete Geräte (das heißt nicht Computer, sondern Audio-Hardwaregeräte). Elk Audio OS befindet sich seit etwa sechs Jahren in der Entwicklung. Und eines der vielen Dinge, die mit Geräten gemacht werden können, die von Elk Audio OS betrieben werden, ist, dass sie sich über das Internet miteinander verbinden können und eine Verbindung erhalten, die schnell genug ist, um Musik abzuspielen. MM: Was war die Initialzündung für den Start des Elk-Projekts? BJÖRN EHLERS: Als Unternehmen setzen wir uns dafür ein, mithilfe von Technologie neue Wege für Musiker zu finden, kreativ zu sein. Über das Inter - net zusammen zu spielen war für viele Musiker ein Traum, seit sie zum ersten Mal einen Video- Chat wie Skype ausprobierten. Mit Elk Audio OS hatten wir endlich das Zeug dazu, diesen Traum wahr werden zu lassen. Und da die Pandemie den Fragen an Björn Ehlers (CMO von Elk AUDIO) Parallel dazu werden wir den sozialen Aspekt von Elk LIVE entwickeln und Funktionen implementieren, mit denen Benutzer neue Leute zum Spielen finden können. Gleichzeitig führen wir einige großartige Ge - spräche über zukünftige Partnerschaften. Es passiert viel, also werden wir hoffentlich bald mehr zu erzählen haben! Angestachelt durch den Erfolg des Projekts, plant Georg Berhausen-Land bereits die nächsten Schritte: „Nach erfolgreichem Abschluss unseres Pro - jekts, wo wir noch aus verschiedenen Orten in Deutschland gespielt haben, stellt sich die Frage, ob es möglich wäre, mit Musiker*innen in ganz Europa ein Livestreaming-Konzert mithilfe des ELK-Systems umzusetzen.“ Würde ein solches Projekt mit Erfolg umgesetzt werden können, wäre dies eine Pionier leis - tung. Einmal in Bezug auf die internationale kulturelle Zusammenarbeit, zum anderen in Bezug auf das enorme Einsparpotenzial sonst zwangsläufig anfallender immenser Kosten für Weg - strecken bei der Umsetzung solcher Projekte. meisten Musikern das Leben extrem erschwert, haben wir uns natürlich noch mehr darauf konzentriert. MM: Wo siehst du den Hauptanwendungs - be reich für das Elk-System? BJÖRN EHLERS: Das Einzigartige an Elk LIVE ist, dass es echtes Live-Musikmachen über das Inter - net ermöglicht. Dies ist ein Aspekt, der in viele ver - schiedene Aspekte des Alltags im Leben eines Mu - sikers einfließt, wie das Proben und Schreiben. Bildung ist auch ein Bereich, in dem wir Fern - unterricht gut finden. Während der Pan demie haben wir großes Interesse von verschiedenen Schulen auf der ganzen Welt erhalten. MM: Wo werden eure Geräte bereits erfolgreich eingesetzt? BJÖRN EHLERS: Die erste Charge von Elk Bridges wurde gerade an Benutzer auf der ganzen Welt versandt. Wir haben zuvor eng mit der San Francisco Opera sowie mehreren Musikuniver si - täten auf der ganzen Welt zusammengearbeitet. Das Royal College of Music hier in Stockholm ist eines davon. Wir haben auch einige großartige Bands wie die Ikiz Cabin Crew, die Elk LIVE nutzen, wie Sie in dem offiziellen Video sehen können, das wir mit ihnen gemacht haben. MM: Was sind eure Pläne für die Zukunft? BJÖRN EHLERS: In der Phase, in der wir uns jetzt befinden, ist dies in vielerlei Hinsicht ein Werk - zeug für Musiker, um Musik zu proben, zu schreiben und einfach nur zum Spaß zu spielen. Während der Beta haben wir eng mit Musik - schulen zusammengearbeitet, daher ist uns auch der pä dagogische Aspekt des Unter richtens wichtig. In der nächsten Phase planen wir, weitere Funk tionen zu implementieren, die sich auf Auf - zeich nung und Streaming konzentrieren. So können wir auch das Publikum in Elk LIVE einbeziehen. »Neue Herausforderungen benötigen neue Lösungen!« GEORG BERHAUSEN-LAND Kleiner gedacht: Musiker*innen könnten an ihren Projekten in Pandemiezeiten online weiterarbeiten. Fahrten zu Proben oder Kon zerten würden wegfallen. Das würde Fahrtzeiten und Fahrt - kosten ersparen. Das wiederum würde die Um - welt entlasten. WEB: ELK.AUDIO INTERVIEW UND FOTOQUELLE: GEORG BERHAUSEN-LAND FOTO: © IGOR_KELL /ADOBE STOCK 1/2022 musiker MAGAZIN