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Musiker Magazin 1/2022

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FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Gewinner; Deutscher Rock & Pop Preis 2022 – Konzept STORIES: 40 Jahre Deutscher Rock & Pop Musikerverband e. V. – Ein kleines, aber feines Jubiläum ...; Alwin Smoke – »Six String Stories«; Peter Volland – »Losgelöst von Markt und Umsatz bleibt das Musizieren weiter Teil meines Lebens«; Lili Czuya – »Andere haben mit 20 ein Auslandsjahr gemacht, ich hab auf dem Kiez als Sängerin gearbeitet.«; FEDERNELKEN – Populärmusik zwischen Hirschbachstüberl und Mittlerem Ring; LOOPAHEAD – Musikalische Strukturen, mit den Wurzeln im Blues, Rhythm ’n’ Blues, Latin, Rock & Jazz; Sandra Ajtner – »My future«BARRY ALEXANDER KING – Singer-Songwriter; DER SCHWEIGER – Mit seinen philosophisch-poetischen Songs ist er mittendrin in der deutschen Poesie; SANDRA DELL’ANNA – »Ich möchte nicht aufhören, an Musik zu wachsen«; Die Historie der Rock- & Popmusik – THE DOORS MUSIKBUSINESS: Online musizieren – verzögerungsfrei; The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 3: VOCAL SKILLS RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; Titelschutzanzeigen; CD-Rezensionen; Kleinanzeigen; Impressum

04 SHORT-TAKES FESTIVAL

04 SHORT-TAKES FESTIVAL 02 Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Gewinner 13 Deutscher Rock & Pop Preis 2022 – Konzept STORIES 10 40 Jahre Deutscher Rock & Pop Musikerverband e. V. – Ein kleines, aber feines Jubiläum ... 17 Alwin Smoke – »Six String Stories« 20 Peter Volland – »Losgelöst von Markt und Umsatz bleibt das Musizieren weiter Teil meines Lebens« 24 Lili Czuya – »Andere haben mit 20 ein Auslandsjahr gemacht, ich hab auf dem Kiez als Sängerin gearbeitet.« 28 FEDERNELKEN – Populärmusik zwischen Hirschbachstüberl und Mittlerem Ring 30 LOOPAHEAD – Musikalische Strukturen, mit den Wurzeln im Blues, Rhythm ’n’ Blues, Latin, Rock & Jazz 32 SANDRA Ajtner – »My future« 34 BARRY ALEXANDER KING – Singer-Songwriter 37 DER SCHWEIGER – Mit seinen philosophisch-poetischen Songs ist er mittendrin in der deutschen Poesie 40 SANDRA DELL’ANNA – »Ich möchte nicht aufhören, an Musik zu wachsen« 42 Die Historie der Rock- & Popmusik: THE DOORS MUSIKBUSINESS 50 Online musizieren – verzögerungsfrei 52 The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 3: VOCAL SKILLS RUBRIKEN 04 Musiker-News 56 Produkt-News 61 Titelschutzanzeigen 62 CD-Rezensionen 66 Kleinanzeigen 66 Impressum QUELLE TITELFOTO: THE DOORS WIE DIE MUSIKINDUSTRIE AUF DEN KRIEG REAGIERT Universal Music folgt dem Beispiel des Konzertriesen Live Nation und stellt die Arbeit in Russland ein. Sony und Warner Music ziehen einen Tag später nach. Spotify dagegen versucht einen Spagat. Viele westliche Unternehmen haben infolge des Ukrainekriegs ihr Russlandgeschäft auf Eis gelegt. Nun zieht sich auch der weltgrößte Musik - konzern aus dem Land zurück. Wie Universal Music mitteilte, werden alle Aktivitäten umgehend eingestellt und die Büros in Russland geschlossen. Universal dränge auf ein möglichst baldiges Ende der Gewalt und halte sich mit dem Schritt an internationale Sank tionen. Universal und die anderen beiden globalen Musikriesen – Warner und Sony Music – hatten zuvor angekündigt, Hilfsorganisationen zu unterstützen. Letztere erklärten, ebenfalls ihre Tätig - Handlungen ihrer Regierung empfinden und wir bewusst, die viele russische Fans angesichts der keiten in Russland auszusetzen. möchten an die Menschlichkeit erinnern, die russische und ukrainische Bürger teilen“. Der russische Markt für Musikaufnahmen war 2019 laut dem Label-Branchenverband Inter na - tional Federation of the Phonographic Industry SPOTIFY WEITER AKTIV, PRÄSENZ (IFPI) zwar global gesehen nur die Nummer 17. IN RUSSLAND GESCHLOSSEN Doch stand im Vorjahresvergleich ein Umsatz - zuwachs von 50,3 Prozent zu Buche. Der Ge - Der Audio-Streamingdienst Spotify hat seine samt umsatz belief sich auf 171,7 Millionen Dollar. Präsenz in Russland auf „unbestimmte Zeit“ ge - Mit Blick auf die große Bevölkerung Russlands schlossen. Zudem sei der Zugang zu Inhalten von und die entsprechenden Wachs tums möglich - russischen Staatsmedien eingeschränkt und das keiten ist der Reiz für die Branche offensichtlich. Angebot von RT und Sputnik in der EU und „anderen Märkten“ entfernt worden. Der Dienst LIVE NATION ZOG SICH SCHON selbst ist in Russland allerdings bislang weiterhin FRÜH ZURÜCK verfügbar, um „den globalen Fluss von Infor ma - tionen aufrechtzuerhalten“, hieß es seitens des Der Universal-Rückzug ist freilich beileibe nicht schwedischen Unternehmens. In einer Mitteilung die erste Reaktion der Musikindustrie dieser Art. von Finanzchef Paul Vogel hieß es dann, das be - So hatte der größte Live-Entertainment-Konzern zahlte Angebot mit rund 1,5 Millionen Abon nen - der Welt, das US-Unternehmen Live Nation, zu ten werde bis auf Weiteres eingestellt. Spotify war dem auch die Plattform Ticketmaster gehört, erst im Juli 2020 nach Russland und unter anderem in die Ukraine expandiert. erklärt, keine Konzerte mehr in Russland zu veranstalten und im Markt nicht mehr tätig sein zu Auch die britische Verwertungsgesellschaft PRS wollen. Zusätzlich zu einer Reihe von Solidari täts - hat ihre Zusammenarbeit mit der russischen bekundungen von Künstlerseite sagten diverse RAO auf Eis gelegt. Die amerikanische BMI kündigte ebenfalls einen solchen Schritt an. Gleich - Musiker und Bands wie Björk, Nick Cave, The Killers oder Green Day Auftritte in Russland ab. zeitig be tonte das britische Pendant zur deutschen Auch die Russland-Termine der Solo-Tour von GEMA, dass es nicht das Ziel sei, russische Rammstein-Sänger Till Lindemann wurden ge - Kom po nis ten, Song writer und Verlage, die für strichen. Die deutsche Rockband hat in Russland Frieden einträten, zu bestrafen. Die PRS wolle im seit Langem eine große Fanbasis. Auf Instagram Dach ver band der Verwertungsgesellschaften erklärte die Gruppe vor einigen Tagen: „Rammstein (CISAC) auf eine Prüfung der weiteren Mitglied - möchten ihre Unterstützung für das ukrainische schaft russischer Organisationen hinwirken und Volk zum Ausdruck bringen, das sich gegen den darüber hinaus mit den Partnern weiter nach schockierenden Angriff der russischen Re gie - Möglichkeiten suchen, die „Stimmen für den rung wehrt.“ Auch sei ihnen „die Verzweiflung Frie den“ zu unterstützen. QUELLE: www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/universal-und-co-wie-die-musikindustrie-auf-den-ukraine-krieg-reagiert-17864452.html Foto: © Miha Creative / Adobe Stock www.musiker-online.tv

SHORT-TAKES 05 Foto: © gguy / Adobe Stock SPOTIFY ÜBERRASCHT MIT OFFIZIELLEN ZAHLEN (und sieht sich als Retter der Musikindustrie) Spotify möchte für mehr Transparenz im Strea - minggeschäft sorgen. Dafür hat das schwedische Unternehmen im vergangenen Jahr mit Loud & Clear eine eigene Website ins Netz ge - stellt. Hier sind aktuelle Zahlen zur Nutzung von Spotify einsehbar. Inzwischen gibt es so erste (für die Öffent lich - keit einsehbare) Erkenntnisse über das Musik jahr 2021 bei Spotify. Demnach zahlten die Schweden weltweit 7 Milliarden US-Dollar an die Musikin - dus trie aus. Kein anderes Unternehmen, so heißt es in einem Statement von Spotify, führe der Branche so viel Geld zu. STREAMING BOOMT IMMER WEITER Kein Wunder: „Im Jahr 2021 überstiegen die Streaming-Einnahmen der Musikindustrie die Ge - samteinnahmen der Branche durch Musik ver - käufe (inklusive digitaler und physischer Ton träger, Synchronisation und Performance) aus jedem einzelnen Jahr zwischen 2009 und 2016.“ Über 50 000 Künstlerinnen und Künstler hätten rund um den Globus allein über Spotify 10 000 US-Dollar und mehr umgesetzt, wie es in der statistischen Auswertung heißt. Bleibt die Frage, ob dies nun ein Fortschritt ist, wenn die allermeisten Einnahmen aus dem Streaming ge schäft stammen, oder ob es für viele mittlere und kleine Musikerinnen und Musiker eher ein Rück schritt ist im Vergleich zu einer Welt ohne Strea ming. Immerhin weisen die Schweden aus, dass be - zogen auf die Breite des wirtschaftlichen Wachs - tums der Industrie mehr Protagonisten beteiligt sind, die substanzielle Summen einspielen, anders als in der CD-Ära. In der Mitteilung des Unter - nehmens heißt es dazu: „Damals entfielen fast 25 Prozent der US-Albumverkäufe auf die Top- 50-Künstler*innen. Auf Spotify entfielen im Jahr 2021 nur 12 Prozent der US-Streams auf die Top- QUELLE: https://www.rollingstone.de/spotify-statistik-streams-2021-2427233 50-Künstler*innen – was bedeutet, dass die Ein - nahmemöglichkeiten heute deutlich über die Superstars hinausgehen.“ MEHR GEWINN DURCH STREAMING Spotify weist deshalb darauf hin, dass die großen Plattenfirmen im Jahr 2021 einen Gewinn von über vier Milliarden US-Dollar gemacht hätten – was ohne den Erfolg des Streamings, so deutet es zumindest Spotify für sich, kaum möglich gewesen wäre. Fast ein Drittel (28 Prozent) aller nach eigenen Maßstäben erfolgreichen Künst lerinnen und Künstler (also mit Verdienst über 10 000 US-Dollar) veröffentlicht selbstständig oder mit kleinere Distributoren; ein Anstieg um 171 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017. „Künstler*innen können durch Streaming schneller Einnahmen generieren und erfolgreiche Karriere starten“, gibt Spotify zu bedenken. „Mehr als 10 Prozent der Künstler*innen (ca. 5 300), die im Jahr 2021 mehr als 10 000 US-Dollar auf Spotify generierten, haben ihre ersten Songs in den vergangenen zwei Jahren veröffentlicht. Im Jahr 2021 erwirtschafteten 350 von ihnen 100 000 US-Dollar allein über Spotify.“ Inzwischen fokussiert sich das Interesse der Hörer auch fast zur Hälfte (43 Prozent) nicht mehr nur auf die großen zehn Musikmärkte. Bleibt die Frage, was all dies wirklich für Mu si - kerinnen und Musiker bedeutet. Die große Mehr - heit sieht nämlich erst einmal gar nichts von diesem Geld, das Spotify ausschüttet, bis es von den Rechteinhabern, also Labels, Verlegern und andere – weitergereicht wird. Das ist dann ab hän gig von abgeschlossenen Verträgen. UND WAS HABEN DIE MUSIKERINNEN UND MUSIKER DAVON? Spotify-CEO Daniel Ek hatte zuletzt lautstark erklärt, er wolle einer Million Musikerinnen und Musikern helfen, „von ihrer Kunst zu leben“, nur ist der Streamingdienst davon noch weit entfernt. Das liegt natürlich auch daran, dass die meisten an fest gelegte Tantiemen gebunden sind, die nicht Spotify mit ihnen ausgehandelt hat. Die greifen erst nach Abzug allerhand Vorschüsse und Aus ga ben und sind zu allem Überfluss in der Statistik bei Spotify nicht abhängig von etwa der Menge der Streams für einen Song, sondern konkret von dem Anteil, den die Streams eines bestimmten Acts im Vergleich zu allen anderen Acts auf Spotify hat. 1/2022 musiker MAGAZIN