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Musiker Magazin 1/2022

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FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Gewinner; Deutscher Rock & Pop Preis 2022 – Konzept STORIES: 40 Jahre Deutscher Rock & Pop Musikerverband e. V. – Ein kleines, aber feines Jubiläum ...; Alwin Smoke – »Six String Stories«; Peter Volland – »Losgelöst von Markt und Umsatz bleibt das Musizieren weiter Teil meines Lebens«; Lili Czuya – »Andere haben mit 20 ein Auslandsjahr gemacht, ich hab auf dem Kiez als Sängerin gearbeitet.«; FEDERNELKEN – Populärmusik zwischen Hirschbachstüberl und Mittlerem Ring; LOOPAHEAD – Musikalische Strukturen, mit den Wurzeln im Blues, Rhythm ’n’ Blues, Latin, Rock & Jazz; Sandra Ajtner – »My future«BARRY ALEXANDER KING – Singer-Songwriter; DER SCHWEIGER – Mit seinen philosophisch-poetischen Songs ist er mittendrin in der deutschen Poesie; SANDRA DELL’ANNA – »Ich möchte nicht aufhören, an Musik zu wachsen«; Die Historie der Rock- & Popmusik – THE DOORS MUSIKBUSINESS: Online musizieren – verzögerungsfrei; The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 3: VOCAL SKILLS RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; Titelschutzanzeigen; CD-Rezensionen; Kleinanzeigen; Impressum

30 STORIES LOOPAHEAD MM:

30 STORIES LOOPAHEAD MM: Wer steckt hinter der Band? LOOPAHEAD: Hinter der Gruppe LOOPAHEAD stecken der Kopf und Mastermind Udo Lummer (Gitarren, Looper, Vocals), Paul-Gerhard Lange (Bass, Background Vocals) und (ab 2019) Uli Twelker (Schlagzeug, Percussion, Background Vocals). Uns gibt es seit sieben Jahren. Wir präsentieren den Blues in seiner akustischen, jazzigswingenden und rockigen Spielart. MM: Wart ihr vorher schon in anderen Grup pen tätig? LOOPAHEAD: Udo war Musiker bei: The Thimbles Skiffle Group – Klaus Reinhardt Swing Combo – Green Onions – The MGs – 1. Bielefelder Pop Orchester – British Army Rock Band – Brachmann & Lummer – Blue Phoenix – Kakadu Combo – Ente Vogts – LOOPAHEAD. PG war Musiker bei: The Thimbles Skiffle Group – Green Onions – Skiffle Revival – Flatfoot Sam Bluesband – Bluesburgers – Jam Factory – Alligator Blues Band – LOOPAHEAD. Uli war Musiker bei: Thunderbirds – Widow Murphy – Nothing – Merseyblues – Getaway – Blue Alley – The Sazerac Swingers – LOOPAHEAD MM: Mit den GREEN ONIONS habt ihr euch 2012 wieder getroffen und ein Reunion- Konzert gespielt. Woher kam der Ent schluss, wieder zusammen Musik zu machen? LOOPAHEAD: Nachdem Udo und PG längere Zeit keinen Kontakt mehr hatten, haben wir nach dem (durchaus erfolgreichen) Konzert beschlossen, wieder zusammen zu musizieren. Die Idee, eine Live-Looping-Band zu gründen (zunächst als Duo), kam von Udo. MM: 2013 dann die Gründung von LOOP- AHEAD. Was ist der Unterschied zwischen den beiden Gruppen? LOOPAHEAD: Es gibt durchaus Gemeinsamkeiten zwischen den alten GREEN ONIONS und LOOP - AHEAD, zum Beispiel die Liebe zu dem R&B englischer Prägung. Aber auch Unterschiede bei der Hin wendung zu Swing-Titeln, Blues, Latin sowie Rock und Jazz. Nicht zu vergessen viele eigene Titel. MM: Im selben Jahr wurde von euch der LOOPER vorgestellt. Was ist das Besondere an diesem Gerät? LOOPAHEAD: Der Loop ist ein zeitlich begrenztes Klangerlebnis, das mit technischen Mitteln wiederholt wiedergegeben werden kann. Die LOOPS (Loop = Schleife) kennen wir bereits aus der (elektronischen) Musik von Karl-Heinz Stockhausen. Auch der Gitarrist Robert Fripp (King Crimson) setzte Loops ein, wie auch Brian Eno (Roxy Music). Weil es aber die digitalen Möglichkeiten damals noch nicht gab, wurde mit Tonbändern gearbeitet (Vorläufer der Echo ge - räte). Das alles war aber nur im Studio möglich. Mit dem Aufkommen der digitalen Geräte ist es auch möglich, dies auf der Bühne einzusetzen. Es ermöglicht den Musikern, nicht gleichzeitig spielbare Parts zu speichern und mit einer weiteren Spur gleichzeitig wiederzugeben. Sie hören ein Sextett und sehen ein Trio. Wir wollen aber nicht verschweigen, dass Live-Looping ein hohes Maß an Disziplin und Präzision erfordert. Dem haben wir uns mit LOOPAHEAD erfolgreich ge stellt. MM: Welche Musiker und Gruppen prägen euch und eure Musik? LOOPAHEAD: Zur Zeit der Beat-Ära die Rolling Stones, Yardbirds, Kinks, Moody Blues, Animals und andere. Daneben auch Delta-Blues- und Urban-Blues-Musiker, besonders aber auch Ray Charles, Taj Mahal und natürlich JJ Cale. MM: Woher kommt eure Faszination für die Genres Blues und R&B? LOOPAHEAD: Für uns ist der Blues der Ursprung der populären Musik schlechthin. Es fasziniert uns das Ursprüngliche, Rohe, sowohl in den Texten als auch in den Harmonien. Einfache, aber schöne Strukturen, die den Musikern jede Menge Raum für Improvisationen geben. MM: 2017 wurdet ihr beim Deutschen Rock und Pop Preis unter anderem mit einem ersten Platz in der Kategorie „Beste Expe ri - mentalband“ ausgezeichnet. Wie ging es danach für euch weiter? www.musiker-online.tv

STORIES 31 Was machen LOOPAHEAD und ist das eigentlich Live-Musik? Ein scheinbarer Widerspruch, der sich nach den ersten Songs klärt. Der Zuhörer/die Zuhörerin erlebt, wie sich eine musikalische Schicht über die vorher live eingespielten Schichten legt. So entsteht, oft durch Inspiration und Interaktion mit dem Publikum, ein musikalisches Unikat über – eigentlich einfache und reduzierte – musikalische Strukturen, Taktmaße und Tonarten mit den Wurzeln im Blues, Rhythm ’n’ Blues, Latin, Rock & Jazz. LOOPAHEAD: Die Jury gründete die Auszeich nun - gen auf unsere beiden CDs: „Close to the Blues“ – 1. Platz beste Experimentalband; „The other side of LOOPAHEAD“ – 2. Platz beste Coverband. Das hat uns sehr gefreut, zumal in der ersten Kategorie eine Anzahl eigener Titel von uns stammen. Das war eine Wertschätzung für unsere Arbeit und ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. In den Folgejahren 2018 und 2019 hatten Udo und PG als Duo eine Menge Live-Auftritte. Ende 2019 haben wir uns dann entschlossen, uns zum Trio zu erweitern und mit einem guten und erfahrenen Drummer und Perkussionisten zu verstärken. Das ist uns mit Uli Twelker außerordentlich gut gelungen. Seitdem haben wir die Sounds aus dem Drum Composer reduziert auf rudimentäre Taktgeber. Den entstandenen Freiraum nutzt Uli perfekt mit seiner langen, umfangreichen Erfah - rung und bereichert unsere Musik mit filigranen Percussions-Elementen. Leider ereilte uns im Jahr 2020 die Coronapandemie, sodass wir plötzlich ohne Gigs dastanden und alle bereits vereinbarten Auftritte absagen mussten. MM: Während Corona habt ihr das „Projekt JJ Cale“ gestartet. Was kann man sich darunter vorstellen? LOOPAHEAD: Schnell waren wir drei uns klar, dass wir nicht die Hände in den Schoß legen würden, sondern während der Zwangspause an einer neuen Studioproduktion arbeiten wollten. Unsere Wahl fiel auf das Lebenswerk des 2013 verstorbenen John Weldon Cale – genannt JJ Cale. Der „große Schweiger von Tulsa“ hatte es uns schon seit Jahrzehnten angetan mit seinem Relax-Sound und unnachahmlichen Laid-back- Gesang. In einer demokratischen Entscheidung hatten wir schnell die 18 Titel zusammen, die wir auf die CD bringen wollten. Ebenso schnell war auch klar, dass wir auf die von ungezählten Bands gespielten Titel wie „Cocaine“, „Call me the Breeze“ und „After Midnight“ verzichten wollten. Der Großteil der Arbeit lag bei Udo, der in seinem „Klangspektrum-Studio“ zunächst die Gi - tarrenparts zu einer zuvor eingestellten Drum - spur in die Looping-Station einspielte. Aus seinem sehr umfangreichen Gitarrenarsenal kamen vorwiegend seine Akustikgitarren Martin und Gibson zum Einsatz sowie die Duesenberg „Paloma“ und die Duesenberg Lapsteel „Fairy- tale“. Darüber hinaus eine seiner modifizierten Fender Strats und die mit einem hexaphonischen Pickup bestückte Telecaster. Liebevoll und detailverliebt arbeitete Udo Monate an den Spuren, und wenn wir meinten, dass die Ergeb nisse nun super seien, fand er immer noch Mög-lich keiten, etwas zu verfeinern. Dann folgte der Gesang, den Udo gefühlvoll den Texten des mürrischen Einzelgängers JJ an - passte. Erst dann legte PG das Bassfundament darunter mit seinem Sandberg California VM5 und dem Warwick Streamer Stage I. Eingespielt über den Glockenklang-Amp „Blue Sky“. Uli machte die Sache perfekt mit seinen Tama Drums und der legendären RMV Brazil Bapeva Shell Snare sowie diversen Sounds aus seinem umfangreichen Percussions-Arsenal. Sehr viel Arbeit hat Udo investiert in das Mixing und Mastering. Alle Graphics und das Layout stammen ebenfalls von Udo sowie alle Fotos im Booklet, die er auf seinen zahlreichen USA-Reisen erschaffen und liebevoll zusammengestellt hat. Wir legen Wert darauf, dass dieses Album kein JJ-Cover ist, denn nachahmen kann man diesen Ausnahmekünstler und einen der größten amerikanischen Songwriter sowieso nicht, sondern es galt, uns JJ möglichst anzunähern. Daher auch der Titel unserer CD „Loopahead Approaches JJ Cale“. Wir glauben, dass uns zu Ehren des „Oklahoma Troubadour“ ein Meister stück gelungen ist. Nicht von ungefähr hat die BELLAPHON die CD umgehend in den Digital vertrieb aufgenommen, wie auch die drei Vorgänger-CDs „River Of Wine“ (ausverkauft), „Close To The Blues“, „The Other Side Of LOOPAHEAD“. MM: Wie stellt ihr euch die Zukunft nach Corona vor? LOOPAHEAD: Keiner von uns glaubt, dass die Pandemie kurzfristig überwunden werden kann. Live-Auftritte in Clubs und vor größerem Publi - kum werden die Ausnahme bleiben, zumindest auf absehbare Zeit. Deshalb haben wir schon vor kleinerem Publikum „Garten- und Wohnzimmer- Konzerte“ gegeben – der Erfolg kann sich durchaus sehen lassen. Wir hoffen, dass künftig viele Freunde unserer Musik ihre Gäste mit Wohn - zimmer-, Terassen- oder Garten-Konzerten über - raschen werden. Letztes Jahr wurde unsere CD beim DRMV in den Kategorien „bestes CD-Album“, „bestes Booklet“ sowie „bestes Musikvideo“ (mit dem Video „Jailer“ – unbedingt ansehen, zum Beispiel auf YouTube) ausgezeichnet. WEB: WWW.LOOPAHEAD.DE INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER FOTOQUELLE: LOOPAHEAD LOOPAHEAD „Loopahead Approaches JJ Cale“ VÖ: 20. NOVEMBER 2020 WWW.LOOPAHEAD.DE 1/2022 musiker MAGAZIN