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Musiker Magazin 1/2022

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FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Gewinner; Deutscher Rock & Pop Preis 2022 – Konzept STORIES: 40 Jahre Deutscher Rock & Pop Musikerverband e. V. – Ein kleines, aber feines Jubiläum ...; Alwin Smoke – »Six String Stories«; Peter Volland – »Losgelöst von Markt und Umsatz bleibt das Musizieren weiter Teil meines Lebens«; Lili Czuya – »Andere haben mit 20 ein Auslandsjahr gemacht, ich hab auf dem Kiez als Sängerin gearbeitet.«; FEDERNELKEN – Populärmusik zwischen Hirschbachstüberl und Mittlerem Ring; LOOPAHEAD – Musikalische Strukturen, mit den Wurzeln im Blues, Rhythm ’n’ Blues, Latin, Rock & Jazz; Sandra Ajtner – »My future«BARRY ALEXANDER KING – Singer-Songwriter; DER SCHWEIGER – Mit seinen philosophisch-poetischen Songs ist er mittendrin in der deutschen Poesie; SANDRA DELL’ANNA – »Ich möchte nicht aufhören, an Musik zu wachsen«; Die Historie der Rock- & Popmusik – THE DOORS MUSIKBUSINESS: Online musizieren – verzögerungsfrei; The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 3: VOCAL SKILLS RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; Titelschutzanzeigen; CD-Rezensionen; Kleinanzeigen; Impressum

28 STORIES »Die

28 STORIES »Die Federnelken sind ein Gewächs aus der Gegend in und um München und wachsen direkt zwischen den Straßen, auf denen das tägliche Leben spielt.« FEDERNELKEN „Endlich reich“ VÖ: 20. FEBRUAR 2020 WWW.FEDERNELKEN.DE FACEBOOK.COM/FEDERNELKEN INSTAGRAM.COM/FEDERNELKEN www.musiker-online.tv

STORIES 29 Populärmusik zwischen Hirschbachstüberl und Mittlerem Ring MM: Für Leser, die FEDERNELKEN noch nicht kennen: Wie hat es mit der Musik bei euch angefangen? FEDERNELKEN: Zu Beginn gab es nur die Gitarre von Vroni, das Schlagzeug von Alfons und ein Lied: Den „Ring-Song“, der von einer nächtlichen Fahrt auf dem Mittleren Ring handelt (der Münchner Stadtautobahn). Zwei Lieben - de müssen sich an der nächsten Ausfahrt trennen und träumen sich hinein in eine Fahrt, die endlos Richtung Sonne weitergeht. Darauf haben wir gute Resonanz erhalten, und uns war klar: Wir müssen da was machen, und das am besten in unserer eigenen Sprache. Bayerisch, Deutsch. Deutsch, Bayerisch. Diesen Song wird’s übrigens auf unserem nächsten Album geben. Den haben wir noch in unserem Schatzkästchen auf - gehoben. MM: Wie seid ihr auf den Bandnamen ge - kommen? FEDERNELKEN: Wir lieben den trockenen öster - reichischen Humor, und in einem Urlaub bei Wien ist uns ein großes Schild in einem Natur - park aufgefallen: „Naturdenkmal – Trocken rasen mit Mödlinger Federnelke“. Dahinter war praktisch „nichts“, ein wirklich skurriler Anblick. Und dann dachten wir uns: Vielleicht sollten wir was machen, damit es dann etwas dahinter gibt. Die Leere füllen mit den Federnelken, die auf dem Schild versprochen wurden ... MM: Vor FEDERNELKEN wart ihr auch in anderen Bands tätig. Was genau habt ihr ge macht und inwiefern beeinflusst es eure Band jetzt? FEDERNELKEN: Wir kommen aus den Be rei - chen Blues, Fusion, Hard Rock, Metal, Rock a - billy, Pop, Soul, und wir waren uns erst nicht sicher, ob sich unsere Wurzeln verbinden lassen. Aber dann kam dieser doch sehr interessante, besondere Sound raus. Was wir auf gar keinen Fall wollten, war, auf einen Zug aufzu- springen, sondern was Eigenständiges zu schaffen. Hinzu kam auch, dass Vroni zuvor nur Gi - tar ristin, aber noch nie wirklich Sängerin einer Band war. Da haben wir uns sehr treiben lassen und daraus Songs und ein Soundkostüm kreiert. Und was auch eine sehr große Rolle spielt, sind natürlich die Texte, da muss Inhalt rein. Da springen uns in München oft die Themen vor die Füße, und dann wird fein daran gefeilt. MM: Eure Songs sind überwiegend auf Bayrisch. Warum habt ihr euch dafür entschieden? FEDERNELKEN: Es ist die Sprache, die uns alle seit der Kindheit geprägt hat und einem Song daher eine besondere Ausdrucksstärke verleiht. Der Dialekt fühlt sich für uns einfach authentischer an als Hochdeutsch, wobei wir das natürlich auch beherrschen! Ein Musik kri - tiker der Münchner Abendzeitung hat unsere Sprache mal als „moderates Bayerisch“ be zeich - net: „... so moderat, dass es perfekt zu München passt: Den Alteingesessenen, die das Aus ster - ben des Dialekts bedauern, wird es da heimelig warm ums Herz. Und die Zuagroasten, die München ja auch ausmachen, können dennoch problemlos folgen.“ Wir finden diese Be schrei - bung so treffend, dass wir sie gerne zitieren. MM: Eure aktuelle EP „Endlich Reich“ hat beim Deutschen Rock & Pop Preis 2020 den zweiten Platz in beiden Hauptkategorien „Deut scher Rock Preis“ und „Deutscher Pop Preis“ erreicht. Woher stammte die Inspi ra - tion für die EP? FEDERNELKEN: Aus unserem Leben um und in München und den Spannungsfeldern, die sich hier aufspannen: Da gibt’s die „Schixn“, die mit ihrem SUV auf den Tramgleisen in der protzigen Maximilianstraße parkt (aus dem Song „Konsum“), die 90-jährige Ärztin und Ex- Schau spielerin Marianne Koch, die am Starn - berger See wohnt und im BR-Radio regelmäßig Gesundheitstipps gibt, Großstadtchaos und Berg idyll, Liebe und Fußball ... Wir müssen unsere Themen nicht lange suchen, die finden uns einfach. MM: Wie laufen die Vorbereitungen für eurer zweites Album? FEDERNELKEN: Die Songauswahl ist getroffen und die ersten Tracks sind eingespielt, jetzt geht’s Schritt für Schritt voran. Wir haben dieses Jahr unsere Single „Süße Grüße“ veröffentlicht als Vorgeschmack, in welche Richtung es gehen wird. Dazu haben wir auch wieder ein Video produziert, übrigens schon unser viertes. Die visuelle Umsetzung ist uns auch wichtig, wir sehen das als Teil des Gesamtkunst werks. MM: Ihr beschreibt euren Musikstil als „Po pu - lärmusik zwischen Hirschbachstüberl und Mittlerem Ring“. Was genau bedeutet das? FEDERNELKEN: Es ist nicht einfach Pop, sondern wir sehen es als Pop mit einer Art Er - weiterung. Wir verbinden damit kompakte, tanzfreudige Lines aus der Tiefe unserer Her - kunftsecken, zwischen den Bergen im südlichs - ten Süden bei Lenggries, wo das Hirschbach - stüberl liegt, und München, wo der Mittlere Ring den Puls der Stadt bestimmt. MM: Nun können teilweise wieder Konzerte stattfinden. Wie sind eure Pläne für zukünftige Konzerte? FEDERNELKEN: Wir hoffen, dass Konzerte bald wieder eins zu eins wie früher stattfinden können. Wir haben mega Lust zu spielen, langsam er wacht wieder alles wie nach einem langen Winterschlaf, der Rest kommt dann von ganz allein. Nach unseren sehr schönen Open- Air-Konzerten diesen Sommer befindet sich gerade alles in der Planungsphase. WEB: WWW.FEDERNELKEN.DE INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER FOTOQUELLE: FEDERNELKEN 1/2022 musiker MAGAZIN