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Musiker Magazin 1/2022

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FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Gewinner; Deutscher Rock & Pop Preis 2022 – Konzept STORIES: 40 Jahre Deutscher Rock & Pop Musikerverband e. V. – Ein kleines, aber feines Jubiläum ...; Alwin Smoke – »Six String Stories«; Peter Volland – »Losgelöst von Markt und Umsatz bleibt das Musizieren weiter Teil meines Lebens«; Lili Czuya – »Andere haben mit 20 ein Auslandsjahr gemacht, ich hab auf dem Kiez als Sängerin gearbeitet.«; FEDERNELKEN – Populärmusik zwischen Hirschbachstüberl und Mittlerem Ring; LOOPAHEAD – Musikalische Strukturen, mit den Wurzeln im Blues, Rhythm ’n’ Blues, Latin, Rock & Jazz; Sandra Ajtner – »My future«BARRY ALEXANDER KING – Singer-Songwriter; DER SCHWEIGER – Mit seinen philosophisch-poetischen Songs ist er mittendrin in der deutschen Poesie; SANDRA DELL’ANNA – »Ich möchte nicht aufhören, an Musik zu wachsen«; Die Historie der Rock- & Popmusik – THE DOORS MUSIKBUSINESS: Online musizieren – verzögerungsfrei; The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 3: VOCAL SKILLS RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; Titelschutzanzeigen; CD-Rezensionen; Kleinanzeigen; Impressum

18 STORIES ALWIN SMOKE

18 STORIES ALWIN SMOKE „Six String Stories“ VÖ: 12. NOVEMBER 2021 WWW.ALWIN-SMOKE-MUSIK.DE FACEBOOK.COM/ALWINSMOKEBAND ALWIN SMOKE: Genau, also das Soloprojekt ist natürlich so angelegt, dass ich erst mal meine eigenen Vorstellungen, unberührt anderer Inte res sen, selbst umsetze. Das bedeutet, dass ich keinen habe, der mir reinredet. Da bin ich relativ egois - tisch, würde ich mal so sagen. Wenn ich die Chance habe, es live umzusetzen, dann habe ich durch meine anderen Tätig - keiten mit anderen Bands sehr viele Kontakte zu sehr guten Musikern, und die werden dann von meiner Seite aus gefragt, ob sie daran Interesse hätten, und daraus entstehen die Live-Pro jekte. Dort spielen dann die Spezialisten meine Parts, oder zu mindest Parts, die ich so ähnlich gespielt habe, in ihrer eigenen Version. MM: Also dass du auf der Bühne gar nicht alleine spielen musst? ALWIN SMOKE: Nein, auf keinen Fall. Würde ich auch gar nicht. Live ist die Sache schon angelegt als richtige Band. Ist aber so, dass ich halt nicht warten muss bei meinen Ideen, bis ich jetzt zum Beispiel einen Keyboarder finde, der die Songs so spielt, wie er es tun soll. Ich finde es selbst als Musiker auch ein bisschen schwierig, wenn andere Musiker einem genau alles vorschreiben. Ich denke, jeder Musiker hat seine eigene Art zu spielen und seine eigene Interpretation. Da ich das ja bei meinen eigenen Sachen nicht so will, sondern meine eigenen Ideen habe, würde es live in Betracht kommen, eine Aufnahme zum Beispiel nicht. MM: Das klingt, als würde es sich auf jeden Fall lohnen, sich eine Live-Show anzuschauen, weil es sich von den Aufnahmen unterscheidet. ALWIN SMOKE: Ja, durchaus, also die Aufnah - men sind nicht eins zu eins mit dem Live, das klingt dann bestimmt anders. MM: Das ist ja auch immer eine Art von kreativem Ausdruck, oder? Wenn du halt im Studio den ganzen Kram aufnimmst, dann planst du das alles genau durch und dann hörst du es hundertmal oder öfter an, und sobald man dann andere Musiker miteinbezieht, dann bekommt die ganze Sache noch mal ein neues Gefühl. ALWIN SMOKE: Auf jeden Fall. Für mich ist das so: Wenn ich die Sachen dann endlich mal live umsetze, ist es sehr spannend zu sehen, was aus diesen Sachen, die ich vorher aufgenommen habe, live entsteht durch die anderen. Also wenn die anderen ihre Interpretation, ihre Art zu spielen, dazugeben, bin da glücklicherweise live so flexibel, zum Beispiel, wenn ein Bassist meine Linien nicht so spielt, wie ich die auf der Auf nah - me gespielt habe, aber der Song insgesamt so www.musiker-online.tv

STORIES 19 »Ich für meinen Teil möchte was in der Hand haben, womit ich mich ausweisen und sagen kann: Guck mal hier, das ist das, was ich mache. Deshalb die CD.« rüberkommt, dann ist das völlig okay. Das finde ich sehr spannend, dass die Lieder ein ganz neues Flair kriegen. MM: Was bedeutet denn generell Musik für dich? Du machst ja jetzt auch schon recht lange Musik, du machst dein eigenes Pro - jekt, du spielst in Bands, spielst verschiedene Instrumente und du singst auch. Es ist ja schon ein großer Bestandteil deines Lebens. ALWIN SMOKE: Ja, mit einer der größten absolut. Mit Berufung ist vielleicht gar nicht genügend ausgedrückt. Es ist Leidenschaft, Berufung und mein Leben. Also ohne Musik ist es nicht vorstellbar. Seit ich sechs oder sieben war, ist das für mich ein wesentlicher Bestandteil. Musik hat mich durch alle Lebensphasen begleitet und ist schon fast ein meditatives Element. Wir gehen ja durch alle möglichen Phasen und Musik ist ein richtiger Anker. Du kannst dann richtig irgendwo sagen, wenn alles danebengeht oder wenn ich „down“ bin, dann nehme oder höre ich meine Lieblingsmusik und es geht weiter. Und das ist elementar, das muss sein, und so ist für mich dann auch der Aus - druck dessen, was mein Innerstes ist, meine Musik. MM: Das ist wirklich schön, und man hofft dann natürlich immer als Musiker, dass so was rüberkommt oder, wie du es schon ge - sagt hast, wenn es dir mal schlecht geht, hörst du auch manchmal Lieder, die dir guttun. Hast du manchmal diesen Gedanken: Vielleicht gibt es gerade jemanden, der traurig zu Hause sitzt und deine Musik hört, und dann geht’s ihm/ihr besser? ALWIN SMOKE: Ich wünsche es jedem Menschen, dass, ob es jetzt meine Musik ist, so egoistisch will ich gar nicht mal sein, aber dass jeder Mensch seine Musik findet, die ihm genau dafür hilft und in den einzelnen Phasen so kommt. Auch in den tollen Phasen, wo man feiert, Party-Songs und so weiter hört, dass man sagt: Okay, das ist ganz klasse, damit kann ich jetzt feiern, aber auch in den melancholischen Phasen, wo man sagt: Okay, ich bin jetzt echt nieder und muss jetzt durch diese Zeit gehen. Für mich ist es so, ich habe das auch jedem meiner Freunde/Bekannten/Familienangehörigen ge sagt: Musik ist immer das eine gewesen für mich. Wenn irgendwann mal was war, wenn es ein Zufall war oder nicht, war es immer die Mög - lich keit zu sagen: Okay, jetzt gehe ich da hin, da bin ich nicht allein, da habe ich meine Musik und komme damit klar. MM: Bist du Berufsmusiker oder ist es sozusagen dein zweites Standbein? ALWIN SMOKE: Nein, ich bin kein Berufsmusiker. Ich versuche, das so gut wie ich kann umzusetzen, manche sagen dazu professionell. Ich würde es so formulieren: so gut wie möglich umzusetzen und daraus das dann zu machen. Berufs - musiker bin ich deshalb jetzt nicht. MM: Okay, aber es ist manchmal entlastend, dass man die Freiheit hat, und nicht den Druck zu haben, man müsse jetzt unbedingt was machen, was gekauft wird. Das ist ja oft so eine Diskussion. ALWIN SMOKE: Ich kenne verschiedene Berufs - musiker, die diesen beruflichen Zwängen unterworfen sind, die müssen ja für ihr Einkommen sorgen über den Beruf und dadurch Dinge machen, die ihnen nicht gefallen, bei denen sie Auf träge verwirklichen müssen, um an das Geld zu kommen. Da habe ich mir in meinem Leben diesen „space“ frei gehalten, um zu sagen: Okay, ich kann immer machen, was ich will. Also ich muss das nicht machen, um an Geld zu kommen. Insofern ist es für mich leichter. Würde es dann lieber insofern bevorzugen, aber das ist jetzt ein Wunschtraum, dass über meine eigene Musik so viel entsteht an Einnahmen, dass ich weiter machen kann, was ich will, und insofern ist das mit dem Berufsmusiker-Dasein für mich nicht infrage ge - kommen. MM: Aber trotzdem ändert das ja nichts an der Motivation, die du hast, beziehungsweise deine Motivation ist da. Du hast ein Herzensprojekt von dir jetzt auch umgesetzt, und zwar hast du eine neue CD, die heißt „Six String Stories“, und ich hatte eben erwähnt, du bist auch Sänger, aber du singst auf der CD nicht. ALWIN SMOKE: Nein, auf dieser CD ist ausschließlich meine große Liebe, die Fender Strato caster, ohne dass ich hier Werbung machen will … sorry. Aber das ist meine geliebte Gitarre, sie ist auch von kleinsten Tagen an das leuchtende Instrument für mich gewesen. Die Songs sind entstanden von Mai bis September 2021, alles spontan, sehr schnell, die waren einfach alle da. Der Klang der Strato - caster war dieses Mal für mich das Wesentliche an dieser ganzen Geschichte und das wollte ich um - setzen. Das hatte ich schon mein ganzes Leben im Hinterkopf, dass ich eine reine Gitarren-Platte machen wollte. Da kam für mich dieses Mal gesangsmäßig auch nichts infrage, sondern das hat jetzt alles die Gitarre übernommen, und für mich ist es ein Ge nuss, sie zu spielen. So ist das entstanden. MM: Das Besondere, muss man ja mittlerweile sagen: Es ist eine physische CD. ALWIN SMOKE: Ja, ich bin halt noch so ein bisschen der „altbackende“ Musiker, der gerne was in der Hand hat und sich auch gerne Bilder an - schaut und auch gerne Platten. Sofern es noch Schallplatten in großen Stilen geben würde und die Pro duktion nicht so teuer wäre, würde ich auch über so was nachdenken. Die CD ist für mich schon sehr bedeutsam, weil es ist wie eine Art Visiten karte für eine Band. Du musst jemandem was in die Hand drücken können, ob er das umsetzt und die CD im CD-Player oder Computer hört oder ob er sagt: Okay, ich habe die CD zu Hause, höre es mir aber lieber über Spotify oder diverse Streamingportale an, das bleibt ja jedem unbenommen, das ist ja okay. Ich für meinen Teil möchte was in der Hand haben, womit ich mich ausweisen kann und sagen kann: Guck mal hier, das ist das, was ich mache. Deshalb die CD. MM: Das ist ein sehr schöner Gedanke. Du hast es ja eben gesagt, man könnte es auch streamen, also gibt es die Songs auch bei Spotify und Co.? ALWIN SMOKE: Ja, das ist natürlich der Gang der Zeit, das ist ganz klar. Das wird heute digital umgewandelt und muss für jeden zugänglich sein, die Musik ganz ohne große Hürden jederzeit wahrnehmen zu können, und das geht dann über alle Streamingportale. Die dürfte dann auch überall hörbar sein. MM: Und du warst ja auch bei uns im Studio und hast zwei Songs performt. Schaut es euch unbedingt an, große Empfehlung und vielen Dank, dass du da warst. ALWIN SMOKE: Ich habe mich zu bedanken. WEB: WWW.ALWIN-SMOKE-MUSIK.DE INTERVIEW: ALINA SEBASTIAN BEARBEITUNG: LEONIE FÖRSTER FOTOQUELLE: ALWIN SMOKE 1/2022 musiker MAGAZIN