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Musiker Magazin 1/2021

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Das Musiker Magazin berichtet über aktuelle Themen der Rock- und Pop-Musikszene, veröffentlicht Fakten und Hintergründe und gibt Tipps und Ratschläge für die professionelle und semi-professionelle Musikszene in Deutschland. FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Anmeldung STORIES: Lena Hauptmann – Ihre Songs grooven, fließen und bewegen • BIRD’S VIEW – Jazzakkorde, krumme Taktarten und ein fetter Sound sorgen für originelle Songs • Sascha Salvati – »Künstler müssen einfach mehr zum Unter nehmer werden« • Chris Brandon – EingängigePopsongs, ein Schuss Rhythm and Blues und eine markante Stimme, die vor Energie sprüht • SPY # ROW – Eine neue Ära des Hard Rocks • In den Fängen der roten Ideologen • ZZ Top – That Little Ol’ Band From Texas • DISLIKE SILENCE – Mit einem Knall traten sie 2019 ins Rampenlicht • The Beatles Beat Band – 47 Jahre im Dienst der Pilzköpfe MUSIKBUSINESS: The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 1: VOCAL SKILLS • Nur intelligente Einzelkämpfer überleben RUBRIKEN: Musiker-News• CD-Rezensionen• Titelschutzanzeigen• Produkt-News • Kleinanzeigen • Impressum

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44 MUSIKBUSINESS The Singer’s Coach von LeeZa Nail Teil 1: VOCAL SKILLS LEEZA NAIL The Singer’s Coach – Der Karriere-Ratgeber Alles, was ambitionierte Sänger*innen wissen sollten! DIN A4, 160 SEITEN, 18,95 EURO ISBN13: 9783947998081 WWW.ALFREDMUSIC.DE LEEZANAIL.DE | FACEBOOK.COM/LEEZA.NAIL.AUTORIN KÖRPERHALTUNG UND GRUNDSPANNUNG Für alle Übungen ist eine gerade, aufgerichtete Haltung mit einer guten Körper-Grund span nung einzunehmen. Eine „gute Grundspannung“ ist immer dann gegeben, wenn deine Muskel span - nung zwischen nicht angespannt („fallen gelassen“) und überspannt liegt. Mit dieser Grundspannung verfügt dein Körper über einen effizienten Energie-Level und kann ihn auch über längere Zeit halten. AUFBAU DER GERADEN HALTUNG Stelle dich mit dem Rücken an eine Wand. Die Füße stehen parallel zueinander und etwa hüftbreit auseinander. Fersen, Po, Schultern und Hinter kopf berühren die Wand. Nun machst du dich groß, indem du die Wirbelsäule an ihren beiden Enden „auseinanderziehst“. Ziehe den Scheitel punkt (den höchstgelegenen Punkt an der Oberseite deines Kopfes) nach oben (die Augen schauen dabei in Augenhöhe geradeaus, die Hals - wirbelsäule dehnt sich), während du gleichzeitig den Steiß (das untere Ende der Wirbelsäule) nach unten ziehst. Das erreichst du, indem du beide Pobacken anspannst, sie leicht zusammenkneifst. Achte darauf, dass du dabei das Schambein nach vorn oben ziehst und damit dem Hohlkreuz entgegenwirkst. Das heißt, die natürliche S-Form der Wirbelsäule wird in der unteren Hälfte etwas „be- gradigt“ (daran zu merken, dass der Zwischen - raum zwischen unterem Rücken und Wand kleiner wird). Spüre aufmerksam, wie sich die – oft durch Bewegungsmangel und zu langes Sitzen – gestauchten Wirbel auseinanderziehen und die Wirbelzwischenräume vergrößern. Deine Beine sollen gerade und gestreckt sein, die Knie aber nicht krampfhaft durchgedrückt, sondern in lockerer Federung. Nun kreise ein paarmal mit den Schultern, lasse sie dann hinten – unten stehen (so, als ob sich am Rücken die beiden Schulterblätter be - rühren wollten) und lass die Arme locker an den Seiten herabhängen. Wenn du alle Punkte beachtest, solltest du in dieser Haltung eine lockere Grundspannung deines Körpers spüren. Am Anfang mag dir diese Haltung unnatürlich und verkrampft vorkommen, aber wenn du sie ein paarmal eingenommen und dabei bewusst die Muskeln nur „gesund“ angespannt und zur Aufrichtung eingesetzt hast, dann wird sie dir mit der Zeit als die natürliche, auf - gerichtete Haltung unverzichtbar werden. Natürlich kann und soll niemand so den ganzen Tag herumstehen, dennoch ist es für den Aufbau einer guten Körperspannung (die wir für kraftvollen Ge - sang benötigen) wichtig, diese aufrechte Haltung immer wieder einzunehmen. musiker MAGAZIN 1/2021

W– wie Wissenswertes Übrigens: Die bekannte Management- und Motivationstrainerin Vera F. Birkenbihl hat einen wirkungsvollen Tipp gegen Frust und Ärger. Sie empfiehlt, in einen Spiegel zu schauen und sich eine Minute lang (!) anzulächeln. Auch wenn das Gesicht in den ersten 15 bis 20 Sekunden eher einer verzerrten Fratze ähnelt: Spätestens nach einer Minute produziert das Gehirn vermehrt Endorphine und verbessert die Stimmung. Einen Versuch ist es allemal wert, oder? Merke: Die Aufrichtung der Wirbelsäule ist das A und O einer gesunden Haltung und kann dich im besten Fall vor schmerzhaften Rücken pro blemen bewahren. Der menschliche Körper ist ein Be wegung s - apparat, und so sollte er auch eingesetzt werden. Ohne angemessene, möglichst tägliche Be we - gung bringt auch die beste Haltung auf Dauer nur mäßigen Erfolg. AUFRECHTE HALTUNG STÄRKT AUCH DIE PSYCHE Wenn du überwiegend in der geraden, aufgerichteten Haltung gehst, stehst und sitzt, sendest du kraftvolle Signale in die Außenwelt, fühlst dich stärker und deine Stimmung verbessert sich auto - matisch. Zum einen schöpfst du deine Körper - größe vollends aus, zum anderen erweitert sich dein Blickfeld im wörtlichen wie im über tragenen Sinne. Das ist einer der Gründe dafür, dass es hilft, sich aufzurichten und die körperliche Hal tung zu ändern, wenn man deprimiert oder frustriert ist. Auch wenn’s in dieser Stimmung zunächst un - möglich scheint: Auf richten, Kopf hoch und lächeln, mindestens eine Minute lang, und du wirst spüren, wie nach und nach Kraft und Optimismus zurückkehren (s. Kasten unten). »There’s no business like showbusiness« BUSINESS SKILLS FÜR SÄNGER*INNEN OUTFIT UND IMAGE EINES*EINER SÄNGER*IN Ein*e Musiker*in schenkt seinem*ihrem Pu - blikum nicht nur gespielte oder gesungene Töne. Die Bühne ist eine Art Laufsteg; hier gelten andere Gesetze als im alltäglichen Leben. Im Moment der Perfor mance offenbart ein*e Musiker*in immer auch einen Teil seiner*ihrer Persönlichkeit. Und dieser Teil ist wichtig. Selbst wenn für die Zuhörer die Musik die erste Intention gewesen sein mag, zum Konzert zu kommen, so geht doch das In - teresse oft weit darüber hinaus: »Man möchte auch wissen, was das für ein Mensch ist, der da auf der Bühne steht und einen so fasziniert. Wie ist er oder sie zu der Person ge worden, die sie heute ist? Was hat sie für eine Vergangenheit? Wie und wo lebt sie? Was liebt sie?« MUSIKBUSINESS 45 Die Wahrheit ist jedoch: Wir alle lassen uns von Äußerlichkeiten beeindrucken – und be ur tei - l en andere (mehr oder weniger be wusst) danach. Grund genug, sich als Sänger*in mit diesem Thema zu beschäftigen. Wie zum Teufel kommt man denn nun zu einer Ausstrahlung, wie sie eine Adele, ein Bruno Mars oder eine Lady Gaga besitzen? Zwar kann man sich Ausstrahlung und Charis ma nicht einfach antrainieren wie Muskeln, aber du kannst deine dir innewohnende Ein zig ar tig keit nutzen, indem du deine besonderen Eigenschaften an dir selbst entdeckst und sie bewusst verstärkst. So ge - langst du zu dem, was die Menschen fasziniert: Au then tizi tät. A – wie Anekdote Karl Lagerfeld sagte in der Talkshow von Markus Lanz am 19. April 2012: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ Die Fortführung des Gedankens ist: Eine Person in Jogginghosen und Badelatschen bewegt, fühlt und verhält sich instinktiv anders als eine im Anzug bzw. im Kostüm und mit High Heels. Was bedeutet das für eine*n Sänger*in? WIE FINDE ICH MEIN PERSÖNLICHES IMAGE UND OUTFIT? Eine wichtige Funktion für eine gute Haltung übernehmen die Schultern. Nach vorne, zum Brust bein hin gewölbte, hängende Schultern deuten nicht nur auf einen kraftlosen, gedrückten Men - schen hin, sondern sie machen es auf Dauer auch immer schwerer, sich wieder aufzurichten und zu neuer Kraft zurückzufinden. Ein aufgerichteter Rücken mit erhobenem Kopf und locker nach hinten – unten gestellten Schultern zeigen einen kraft vollen und selbstbewussten Men schen (bitte nicht wie ein Gockel mit übertrieben vorgestreckter, stolzgeschwellter Brust). Extrovertierte Sänger*innen haben es da leichter. Sie zeigen gerne und meist intuitiv durch ihre Art zu singen, zu reden, sich zu kleiden und zu stylen, durch Gestik und Mimik dem Publikum etwas von ihrem Inneren. Aber nicht allen fällt das gleichermaßen leicht – einige müssen vielleicht erst herausfinden, was für ein Typ sie sind und wie sie von ihrem Pu bli - kum wahrgenommen werden (möchten). Oder sie denken, dass sie doch zuallererst mit ihrem Gesang und nicht mit Äußerlichkeiten ihr Publikum überzeugen wollen. Natürlich gibt es kein Patentrezept, wie man es schafft, authentisch zu sein. Doch du kannst einiges dafür tun und dieses Kapitel als An regung verstehen, dich mit dem zu beschäftigen, was auf dein Publikum und die Men schen in deiner Um - gebung einwirkt: deine Musik, deine Stimme, dein Erscheinungsbild, Gestik und Mimik, deine Art, mit dem Publikum zu kommunizieren, Show und Bewegung. Und das geschieht auf zwei Ebenen. Die erste ist die, auf der der*die Sänger*in als Privatperson in der Öffentlichkeit fungiert. 8 1/2021 musiker MAGAZIN