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Musiker Magazin 1/2018

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STORIES–– Seite 09: Deutscher Rock & Pop Preis 2018 STORIES • Seite 15: Mut zur deutschen Sprache – Interview mit Miss Allie • Seite 18: THE CONTINENTALS – So klassisch wie Cadillac – so modern wie Batman • Seite 20: STINGER – Hardrock mit einem Hauch Blues, der über alles erhaben ist! • Seite 23: Interview mit GHOSTTOWN COMPANY • Seite 25: Manila Muffin – Tanz der Kontraste • Seite 28 Tokunbo – Leise ist das neue Laut • Seite 34: LEBENDIG – Wer deutsche Musik liebt, wird auch diese coolen Jungs lieben • Seite 37:  Interview mit A SCAR FOR AMY • Seite 38:  IRON HORSES – Kick-Ass Heavy Metal from Germany! 
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26 Klänge, die mit

26 Klänge, die mit einer hellen Stimmfarbe kombiniert werden oder auch umgekehrt. Sie zeichnet ein Bild von einer Einheit innerer Zerrissenheit – Kälte – Wärme, Dunkelheit – Helligkeit. Meine Per sön lich - keit und dadurch meine Musik sind stark von den Jahreszeiten und den Lichtverhältnissen meiner beiden Heimatländer geprägt. Sie lösen innere Konflikte aus, die ich mit meiner Musik dar stelle und zu lösen versuche. Was dabei das Dunkle, was das Helle ist, ist jedem selbst überlassen. MM: Wie beeinflussen deine philippinischen Wurzeln deine Musik? MANILA MUFFIN: Die Beeinflussung findet vor allem unterbewusst statt. Es sind vorrangig die Melodien, die sich an typisch philippinischen Melodien orientieren. Für mich steckt in dieser Musik immer ein Gefühl von Sehnsucht, Roman - tik und Wehmut. Das ist etwas, was auf jeden Fall in meinen Songs und in den Texten steckt. Auch die Rhythmik hat traditionelle Anteile. Es sind vor allem kleine Stücke von Harmonik, Rhyth mik, Sounds und Melodien, die wie eine Erin ne rung auf blitzen. Ich möchte aber auch traditionelle In strumente verstärkt einsetzen und ein paar exotische Blüten zwischen die dunklen Klänge säen. MM: Musik begleitet dich schon seit deiner Kindheit? Was waren deine ersten Schritte in die Welt der Musik? MANILA MUFFIN: Die ersten Schritte sind hier wörtlich zu nehmen. Die Musikschule meines Vaters war praktisch Teil meines Kinder zimmers. Meine Schwester und ich spielten mit den Instru - menten, sangen unsere gespielten Ge schichten mit Puppen und Kuscheltieren und be wegten uns frei und selbstverständlich in einem Garten aus Klängen und Noten. Unsere Eltern sangen und spielten mit uns von Anfang an sehr viel. Ich lernte viel durch Zuhören, Nachspielen und Wieder - holen – freies Spielen und Improvisieren. Ich weiß noch, dass wir einmal die Beatles nachgestellt haben. Da war ich gerade zwei oder drei Jahre alt – übrigens natürlich auch mit stylischen Kla - motten. Mein Unterricht begann dann traditionell mit musikalischer Früherziehung – rhythmisches Spielen, Singen und Klanggeschichten. Mit vier Jahren begann ich mit dem Klavierspielen. Ab da folgten dann andere Instrumente wie die Sopran - blockflöte, Gitarre und so weiter und natürlich der langersehnte Gesangsunterricht an meinem neunten Geburtstag. MM: Erinnerst du dich an die ersten Songs und Musiker, die dich begeistert haben? MANILA MUFFIN: Bei uns zu Hause wurde sehr, sehr viel Musik gehört aus den unter schiedlichsten Genres und Sparten. Es ist sehr schwierig, mich für einige wenige zu entscheiden. Die Vier Jahres - zeiten, vor allem der Sommer und der Frühling, musiker MAGAZIN 1/2018

STORIES 27 von Vivaldi, sowie „Le Sacre du Printemps“ von Stravinsky haben mich für die Weiten und die Schönheit der klassischen Musik begeistert – später kam hier noch der Liederzyklus „Die Winterreise“ von Schubert hinzu, der mich durch die Texte und die musikalische Um setzung regelrecht gefangen nahm und immer noch nimmt. Klassische Musik hat mich seit meiner Kindheit auf einer tiefen, höchst emotionalen Ebene be - rührt, verstört, getröstet und herausgefordert. Im popular musikalischen Bereich gab es in meiner Kindheit weniger konkrete Songs und Mu siker. Songs aus Filmen gehörten dazu wie zum Beispiel das Lied des kleinen Mädchens aus der Siedlung in Disneys „The Junglebook“ – wegen der traurigen Melodie, „If We Hold On Together“ von Diana Ross aus dem Film „Ein Land vor unserer Zeit“, „The Power Of Love“ von Huey Lewis and the News. Beeindruckt und ge - prägt haben mich aber auch Whitney Houston »Kontraste erschaffen einen Raum mit Ecken und Kanten, mit Spannung und Reibungen, mit Konfliktpotenzial und Authentizität. Aus der allgemeinen Ordnung, dem „Schwarz-Weiß-Denken“ auszubrechen und die Vielfalt der Farben entdecken zu können, Farben einer Persönlichkeit, von Emotionen, Musik und Kunst – das ist es, was mich fasziniert.« und Mariah Carey – vor allem durch Karaoke – Peter Gabriel (sowohl solo als auch mit Genesis), Prince und David Bowie. Als ich ihn im Film „Das Laby rinth“ gesehen hatte, war ich sehr fasziniert von seiner Rolle, seiner Ausstrahlung und Stimme. Und auch ein bisschen verliebt. MM: Ursprünglich wolltest du Opern sän gerin werden. Woran ist das gescheitert? MANILA MUFFIN: Scheitern würde ich es nicht nennen, eher umorientieren. Ich singe immer noch sehr gerne klassische Stücke und Arien und trete damit auch auf, aber je mehr sich mein Kopf mit Texten und Melodien füllte, desto mehr wurde mir klar, dass dieser Weg mich auf der kreativen Ebene einschränkt. Ich wollte Rollen wie Líu aus Turandot oder Pamina aus der Zauber flöte darstellen. Solch eine Rolle zu bekommen – gerade als Sopranistin – ist sehr unwahrscheinlich, weil der Konkurrenzdruck unglaublich hoch ist. Und meine Karriere dauerhaft auf einen Chor zu beschränken, reichte mir nicht. Ich wollte und musste – mit einer inneren Zwanghaftigkeit – selbst aus mir heraus erschaffen. Meine Ge - danken und Gefühle, meine Sicht der Dinge auf die Welt, das, was ich teilen kann und möchte, ließ sich nicht in einer Mappe voller Arien unterbringen. Popularmusik bot und bietet mir die Frei heit, die ich für meine Musikalität und Kreati - vität brauche und einfordere. MM: Auch nach deiner Jugend bist du in einem kreativen Umfeld geblieben und hast das Music College Hannover besucht. Auf welche Fähigkeiten hast du dich dort konzentriert? MANILA MUFFIN: Ich profitierte sehr stark von der großen Bandbreite an Fächern, die am Music College Hannover den Stundenplan formen. Die Möglichkeit, in die verschiedenen popular-musikalischen Sparten hineinzuschnuppern, bot mir immer wieder eine Herausforderung. Da ich vor der Ausbildung nur klassisch gesungen habe, musste ich mich komplett neu orientieren und habe gefühlt fast von vorne angefangen. Im ersten Semester habe ich beim Abschluss kon - zert den Song „I don’t Like The Drugs (But The Drugs Like Me)“ von Marilyn Manson gesungen – etwas, das vorher niemals möglich gewesen wäre. MM: Deine Musik klingt teils sehr schwer und melancholisch. Wie hat sich dieser Stil entwickelt? MANILA MUFFIN: Die Geschichte, das Leben zeigt einmal mehr, dass Tragödien die Menschen schon immer mehr gefesselt und berührt haben als Bilderbuchgeschichten. Jeder hat sein eigenes kleines Drama, das des Nachbarn, vom Kind aus der Schule, das der besten Freundin, des Bruders oder Arbeitskollegen mitzutragen. Tra - gö dien geschehen jeden Tag, vor und hinter unserer Haustür. Das Gemisch an Gedanken und Ge fühlen bietet einen unerschöpflichen, un - vorhersehbaren Pool an Geschichten. In meiner Musik bekommen die Protagonisten solcher Geschichten ihre Bühne, ihren Moment, sich zu zeigen. Der dunkle Teil der menschlichen Seele präsentiert sich in so farbenfrohen Gewän - dern, dass ich mich der Faszination noch nie ent - ziehen konnte. MM: Wie lauten deine Pläne für 2018? MANILA MUFFIN: 2018 wird viel passieren. Jetzt im Februar kommt der Song „Sleeping Beauty“ als Singleauskopplung heraus – das Video dazu ist auch schon fertig und wird wenig später zu sehen sein. Momentan arbeite ich noch an dem letzten Feinschliff meines Albums, das ich im Sommer/Herbst auf einer kleinen Tour vorstellen werde. Außerdem möchte ich versuchen, auf dem ein oder anderen Festival zu spielen. WEB: WWW.FACEBOOK.COM/ MANILA-MUFFIN-661586330556646 INTERVIEW: JANA MOYSICH FOTOS: JAN HOLDORF 1/2018 musiker MAGAZIN

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