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Musiker Magazin 04/2016 – 01/2017

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Deutscher Rock & Pop Preis 2016 – Rückblick Deutscher Rock & Pop Preis 2017– Anmeldung Interview mit Carlotta Truman ALYZEE – Queen of Oriental Rock HÖRGERÄT – Rocken auf Deutsch – Interview mit dem Sänger Andy Link Geschichten van der Spree – Interview mit Vivian van der Spree DORIAN BLACK – Das Streben nach ewiger Jugend und den Wunsch, dass man zeitlos durch die Epochen schweben möchte Interview mit der Sängerin Kara Marie-Luise Cassar – Nach 40 Jahren Pause entdeckt sie die Rock-Musik wieder für sich und plant ihre letzte große Show Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 6: David Lindley – der Saiten-Wizard Das Aus für den Musikmarkt reißt eine Lücke Kammergerichtsurteil Berlin GEMA / Musikverlage – Interview mit Dr. Günter Poll Kreative müssen Einzelkämpfermentalität ablegen – Interview mit Bruno Kramm zu GEMA-Urteil

36 STORIES MARIE-LUISE

36 STORIES MARIE-LUISE CASSAR Nach 40 Jahren Pause entdeckt sie die Rock-Musik wieder für sich und plant ihre letzte große Show MM: Marie-Luise, seit 2004 hast du in Nienburg vier eigene Musicals zur Auffüh - rung gebracht sowie mehrere Konzerte ge - spielt. Du hast, wenn ich richtig mitgezählt habe, rund 100 Songs veröffentlicht. MARIE-LUISE CASSAR: Ja das stimmt. Musik ist mein großes Hobby, das ich nach 40 Jahren Pause durch Beruf und Familie jetzt als Rentnerin voll ausleben kann vor allen Dingen Rock und verwandte Stilrichtungen. Und da es erfahrungsgemäß schwierig ist, in einer vorhandenen Band eigene Stücke durchzusetzen, habe ich meine Stücke eben mit meinen eigenen Projekten zur Aufführung gebracht. MM: Und wie ist es mit Jazz? M-L.C: Ich fahre jedes Jahr zur Jazz-Rock-Blues- Werkstatt nach Hildesheim und habe durchaus schon einige Jazzakkorde in meine Songs eingebaut. Ich möchte diese nun nicht ausschließlich spielen, finde aber, dass die Jazzakkorde oft schöne Harmonien ergeben. Ich stehe ja der Musik mit offenen Ohren gegenüber. MM: Magst du auch klassische Musik? M-L.C: Na klar. Ich hatte in meiner Jugend acht Jahre klassischen Klavierunterricht, und der hat mir damals zumindest die letzten vier Jahre sehr viel Spaß gemacht. Beethoven (Mondschein- Sonate) und Chopin (A-Dur Polonaise) waren meine Lieblingskomponisten. Ich habe auch schon etwas in Klassik-Richtung komponiert: mein ln - strumentalstück „Reformation“, was ich aber völlig anders mithilfe der klassischen Musi kerinnen Tonka Angheloff (Geige) und Valentina Rump (Piano) und meinem Enkel Erik Regul (Schlag- werk) aufgenommen habe. MM: Du gehst ja mit deinen neuen Songs gleich zu Erik ins Studio ... M-L.C: Ja. Seit einigen Jahren hat Erik sein „Horizont Studio“ in Nienburg und seitdem nehme ich natürlich meine Stücke bei ihm auf. Er spielt mir auch den Bass und das Schlagzeug ein manchmal spielt er auch Orgel oder singt. E- Gitarren spiele ich natürlich selber ein und meist auch die Pianostimme, deren Noten ich vorher genau geschrieben habe. MM: Erik hat erzählt, dass normalerweise zuerst der Klangteppich von Schlagzeug, Bass und Akkorden gelegt wird und die Melodie erst später darauf gespielt wird. Bei dir ist das nicht so? M-L.C: Stimmt. Wenn ich meine Songs aufnehme, dann spiele ich immer zuerst die Melodie mit der E- Gitarre ein. Das ist sozusagen der Pilot. Erst da - nach kommen die anderen Instrumente. Ver mutlich ist das so, weil ich das Solieren auf der Gitarre so liebe. Daher möchte ich meine Auf nahmen auch damit beginnen. Die Pianospur spiele ich meist auch selbst ein. Interessanter weise benötige ich dazu immer die Noten, die ich selbst geschrieben habe, weil ich es von Kind an gewohnt war, vom Blatt zu spielen. Mit meiner E-Gitarre ist das anders, da habe ich gelernt‚ aus wendig zu spielen. Ich liebe meine E-Gitarre eine Schecter Hellraiser, die ich vorletzte Weihnachten von meiner jüngsten Tochter geschenkt bekommen habe. Wenn meine Zeit es erlaubt, spiele ich jeden Tag ein bis zwei Stunden, probiere etwas aus oder schreibe ein neues Stück. Oft spiele ich zu meiner Santana-CD und improvisiere selbst Melo dien und Läufe, denn ich habe eine CD, bei der ich die von Carlos Santana gespielten Soli ausblenden kann. Er ist mein großes Vorbild, ebenso wie Brian May von Queen. MM: Du hast ja über die Jahre ein Netzwerk von Musikern aufgebaut, mit denen du deine Songs bei deinen Veranstaltungen aufführst, und auch dein Enkel Erik Regul nimmt dabei einen wichtigen Raum ein. M-L.C: Ja das ist richtig. Für mein neues Projekt „Marie-Luise’s Last Show“ konnte ich schon die bewährten Musiker (in alphabetischer Reihen folge) musiker MAGAZIN 4/16 | 1/17

STORIES 37 daher immer Papier und Stift am Bett liegen. Ich schreibe alles immer sofort auf. Auch wenn es nur Fragmente sind. Später entscheide ich, was ich wofür verwenden kann. MM: Was fällt dir denn zuerst ein? Der Text oder die Melodie? M-L.C: Das ist ganz unterschiedlich. Oft habe ich eine Melodie im Kopf, die ich dann an der Gitarre weiter entwickele. Den passenden Text suche ich dann aus vorhandenen Textfrag menten oder mir fällt noch etwas Passenderes ein. Es ist auch schon vorgekommen, dass mir unterwegs auf dem Fahrrad ein komplettes Lied eingefallen ist und ich dann ganz schnell nach Hause gefahren bin, um es aufzuschreiben. MM: Du entwickelst die Musik an der E- Gitarre und nicht am Klavier? M-L.C: Meist ja. Oft fange ich mit der Melodie an und erst später kommen die Gitarrenakkorde dazu. Am Klavier habe ich aber kürzlich einen Gospel geschrieben. »„Marie-Luise’s Last Show“ wird auf jeden Fall autobiografisch sein und behandelt im Großen und Ganzen die vergangenen zwölf Jahre.« Tonka Angheloff (Geige und Erzählerin), Emil Gemedzhiev (E-Gitarre), Arne Juschkat (Neuzu- gang am Schlagzeug), meinen besagten Enkel Erik Regul (E-Bass und Piano) und Valentina Rump (Piano) gewinnen. Auch ich werde zwei Stücke mit meiner E-Gitarre spielen. Als Sänger/-innen werden auftreten: Nathalie Cassar‚ Joana Cassar, Anja und Jürgen Regul und Sarah Wülpern. Außer dem werde ich wieder meinen kleinen Traum welt-Chor zusammenholen. MM: Wann hast du eigentlich angefangen, deine eigene Musik zu schreiben? M-L.C: So Anfang 2000. Ich war in einem Frauen - band-Projekt und jemand von Verein „Mensch- lichkeit“ kam und fragte, ob wir nicht für ein Pro - jekt einen Song zum Thema Menschlich keit schreiben könnten. Das habe ich dann gemacht. Es ging besser als gedacht. Ich habe den Titel „Humanity“ genannt und wir haben ihn dann mit einer kurzfristig zusammengestellten Band bei dem Festival im ehemaligen Nienburger Theater auch gleich aufgeführt. MM: Aha, und da hat es dich also gepackt? M-L.C: Ja, von da an ging es dann immer weiter. Irgendwann hatte ich so viele Stücke zusammen, dass ich diese zu Musicals zusammengestellt habe. MM: Die Texte deiner Songs klingen sehr persönlich. Erzählen sie wirklich von dir und deinen Erfahrungen? M-L.C: Ja. Alle meine Texte haben in irgendeiner Form mit mir zu tun. Wenn mich irgendetwas beeindruckt, ärgert, freut oder stark interessiert, dann muss ich das musikalisch verarbeiten. Manchmal werde ich nachts sogar wach, weil mir eine Melodie oder ein Text einfällt. Ich habe MM: Auf diese Weise sind ja auch schon vier Musicals von dir entstanden. Jetzt steht dein fünftes Projekt „Marie-Luise’s Last Show“ an, was am Samstag, dem 20. Mai 2017, im Nienburger „Theater auf dem Horn - werk“ aufgeführt werden soll. M-L.C: Ja die Planungen laufen auf Hoch touren. Es wird auf jeden Fall autobiografisch sein und be - handelt im Großen und Ganzen die vergangenen zwölf Jahre. Manchmal sind es nur Kleinig kei ten, die mich beschäftigen und einen Song entstehen lassen. Meist sind es Geschehnisse aus meinem Umfeld oder mit meiner geliebten Groß familie, aber auch Alltägliches. Das Stück‚ „27 Skulls“ zum Bei - spiel basiert auf meiner Be obach tung bei einem Zahnarztbesuch, als ich auf dem Behandlungsstuhl saß und aus dem Fenster auf einen gegenüberliegenden Giebel mit 27 Toten masken geschaut habe. Aus den Toten masken habe ich dann Toten - köpfe gemacht und mir vorgestellt, was in dem Haus alles so passiert sein könnte. Ein anderes Stück beschreibt meine Ein drücke bei den Deich - brandfestivals 2014 und 2015. Die Tickets haben mir meine beiden Enkel Erik und Patrick ge - schenkt, die mich auch mitgenommen und sich um mich gekümmert haben. MARIE-LUISES LAST SHOW THEATER NIENBURG: 20.05.2017 20 UHR KARTENHOTLINE: 05021/87264 TICKETS: WWW.THEATER.NIENBURG.DE 4/16 | 1/17 musiker MAGAZIN

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