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Musiker Magazin 04/2016 – 01/2017

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Deutscher Rock & Pop Preis 2016 – Rückblick Deutscher Rock & Pop Preis 2017– Anmeldung Interview mit Carlotta Truman ALYZEE – Queen of Oriental Rock HÖRGERÄT – Rocken auf Deutsch – Interview mit dem Sänger Andy Link Geschichten van der Spree – Interview mit Vivian van der Spree DORIAN BLACK – Das Streben nach ewiger Jugend und den Wunsch, dass man zeitlos durch die Epochen schweben möchte Interview mit der Sängerin Kara Marie-Luise Cassar – Nach 40 Jahren Pause entdeckt sie die Rock-Musik wieder für sich und plant ihre letzte große Show Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 6: David Lindley – der Saiten-Wizard Das Aus für den Musikmarkt reißt eine Lücke Kammergerichtsurteil Berlin GEMA / Musikverlage – Interview mit Dr. Günter Poll Kreative müssen Einzelkämpfermentalität ablegen – Interview mit Bruno Kramm zu GEMA-Urteil

26 STORIES MM: Berlin

26 STORIES MM: Berlin ist also zentrales Thema. Ein paar Sätze: Was ist Berlin für dich? VIVIAN: In Berlin bin ich geboren. Hier lebe ich und viele Menschen, die mir wichtig sind. Die Stadt ist mein Biotop; ich singe über das, was mich umgibt. Warum sollte ich so tun, als sei ich eine coole Band aus England das kauft mir doch niemand ab. Berlin steht für das, was ich erlebe und in Songs verpacke, bildet so die Klam mer. Außerdem kommt von Berlin langsam etwas zurück: Ich habe für eine Frankreich-Tour und das zweite Album je ein Stipendium vom Senat erhalten, quasi als Kulturbotschafterin der Stadt. Dafür bin ich dankbar. MM: Und das schönste? VIVIAN: Für mich ist es immer irre, wenn Leute die Texte mitsingen. Zu sehen, dass sie die Musik bewegt oder wenn sie mir sagen, sie bekommen diesen und jenen Song nicht aus dem Kopf. Insgesamt eine der schönsten Begebenheiten war aber, als wir bei einem Heiratsantrag unter dem Balkon die Musik dazu spielen durften. MM: Wenn du nicht grad Musik machst, was tust du dann? VIVIAN: Ich bin selbstständig als Musikerin und Social-Media-Beraterin. »Meist merke ich, wenn ein Song kommt. Das ist ähnlich wie beim Kotzen nur mit erfreulicherem Ergebnis. « MM: Die Songs gibt es auch bei Spotify. Warum hast du dich für Streaming entschieden? VIVIAN: Das war die Entscheidung von Label und Vertrieb. Ich hatte nichts dagegen. Ich weiß vom ersten Album, dass ein Großteil über Spotify ge - hört wird und dadurch theoretisch die Song ver - käufe sinken. Auf der anderen Seite bringt es ein größeres Publikum, das vielleicht mal dein Kon zert besucht. Spotify wird von außen komischerweise als der große Ritterschlag wahrgenommen. Ich habe oft verwundert gehört: „Wahnsinn, du bist sogar bei Spotify!“ Keine Ahnung, warum. Die Aus - schüttungen für Künstler liegen im Nano-Bereich. Das sollte dringend geändert werden. MM: Du warst auf Deutschland-Tour. Was war dein skurrilstes Bühnenerlebnis? VIVIAN: In Hamburg war das Kind eines Band - mitglieds dabei, das mitten im Song auf die Bühne kletterte, Papa völlig unbeeindruckt am Hosen - bein zupfte und sagte, dass es jetzt müde sei. Das baut man dann elegant ins Programm ein. MM: Tauschst du dich mit anderen Künst - lern aus? VIVIAN: Ich tausche mich mit Kollegen egal welchen Alters aus. Man gibt sich Tipps. Community- Foren im Internet sind da hilfreich. MM: Hat es Vorteile, wenn man als Singer- Songwriter seine Lieder schreibt? VIVIAN: Ein selbst geschriebenes Lied singe ich ganz anders, als wenn mir jemand was vorlegt und sagt: „Sing das mal!“ Das ist der emotionale Vorteil. Es gibt aber auch einen technischen: Wer sich mit Gesang auskennt, weiß, dass man be - stimmte Tonhöhen mit bestimmten Vokalen besser trifft. Das nutze ich schon beim Songwriting: Bei „Wie viele das sind“ habe ich im Refrain bei den höchsten Tönen mit „wie viele“ extra ein paar i’s mit eingebaut. Da kann ich sich quasi gar nicht versingen. WEB: VIVIANVANDERSPREE.DE INTERVIEW: JANINA HEINEMANN FOTOS: KATHRIN TSCHIRNER VIVIAN VAN DER SPREE „Geschichten van der Spree “ VÖ: 24.06.2016 VIVIANVANDERSPREE.DE WWW.FACEBOOK.COM/VIVIANVANDERSPREE WWW.YOUTUBE.COM/USER/VIVIANVANDERSPREE musiker MAGAZIN 4/16 | 1/17

STORIES 27 MM: Was verbirgt sich hinter deinem musikalischen Projekt “Dorian Black”? DORIAN BLACK: DORIAN BLACK ist mein Solo - projekt, die Songtexte und die meisten mu si - ka lischen Ideen kommen von mir, und ich nehme auch selbst fast alle organisatorischen Aufgaben wahr. Ich habe ein eigenes Plattenlabel und einen Musikverlag gegründet. Live spiele ich aber mit mehreren zusätzlichen Musikern. DORIAN BLACK »Das Streben nach ewiger Jugend und den Wunsch, dass man zeitlos durch die Epochen schweben möchte« MM: Dein Künstlername ist eine Anlehnung an den Roman “The Picture of Dorian Gray”. Inwiefern beeinflusst das Buch dich musikalisch? DORIAN BLACK: „The Picture Of Dorian Gray“ ist als einziger veröffentlichter Roman von Oscar Wilde mit Recht sehr populär geworden und wurde mehrmals erfolgreich verfilmt. Die Idee, durch eine Art faustischen Pakt die ewige Jugend zu bewahren und stattdessen ein Bild altern zu lassen, hat schon auf viele Ge nera tio - nen attraktiv und inspirierend gewirkt … Auch mich fasziniert dieses Thema. Wiederkehrende Komponenten meiner Texte sind ja Sinnlichkeit und Erotik. Vielleicht erschien mir zusätzlich die Vorstellung, dass es einen dunkleren Dorian geben könnte, interessant … Die düstere Ironie des Schicksals, dass die unvergängliche Jugend auch ein Gefängnis sein kann und dafür ein hoher Preis gezahlt werden muss, wird in meinem Song „Dorian Gray“ thematisiert. Darüber hinaus enthält der Roman allerdings auch viele Lebensweisheiten und denkwürdige Passagen. MM: Woher beziehst du sonst deine Inspi - ration? DORIAN BLACK: Überwiegend kombiniere ich in meinen Songtexten Autobiografisches mit Fiktion. Ich denke, man muss seine eigenen Geschichten erzählen, um erfolgreich zu sein. Allerdings möchte ich das auf eher hintergründige Weise versuchen … Quellen der Inspi ra - tion sind für mich auch oft Bücher und Filme. Ich bin ein ausgesprochener Cineast und liebe das Kino. MM: Auffällig ist die schwarz-weiße Farb ge - bung des Videos zu „Share My Desire“ und vieler deiner Fotos. Wieso hast du dich oft für dieses Stilmittel entschieden? DORIAN BLACK: In Schwarz-Weiß wirken manche Motive einfach stärker, weil Kontraste zwischen Licht und Schatten, Formen, Strukturen, Einstellungen und Bildausschnitte die Auf nah - men dominieren und die Betrachter weniger durch Farben abgelenkt werden. Das ist auch bei Filmen oder Musikvideos ein inszenatorisches Stilmittel. Die Zuschauer können sich stärker auf Details konzentrieren, die ihnen sonst verborgen bleiben würden. Die Ideen und Visionen der Foto- und Filmkünstler werden für die Betrachter leichter sichtbar. Der schwarzweiße Musikclip zu „Share My Desire“ besitzt zusätzlich diese Stummfilm-Ästhetik und passt viel besser zur etwas düsteren Story des Songs als eine farbenfrohe Darstellung. Die Essenz der erzählten Geschichte und die Charaktere werden präziser wahrgenommen. MM: Viele der anfallenden Aufgaben während der Songproduktion und -promotion erledigst du selber. Warum gibst du so ungern Arbeit aus der Hand? DORIAN BLACK: Nachdem ich mich zwischenzeitlich mehrere Jahre nicht intensiv mit Musik 4/16 | 1/17 musiker MAGAZIN

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