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Musiker Magazin 03/2016

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Deutscher Rock & Pop Preis 2016 Annina Struve & HUGOONION – Funkustic Rock ’n’ Soul „Tanzmucke ade, willkommen eigene Pläne“ – Interview mit Linda Schinkel MAGISTARIUM – Eine internationale deutsche Metalband KLIMA – Irgendwann ist jetzt CENTURY LETTERS – Eine musikalische Reise durch Erfahrungen, eingebunden in ehrliche Texte FIETE – „Sie hört Musik“ SOLO – Seit 2011 machen die fünf Indie-Rocker zusammen Musik. Solo, aber nicht allein „Mit anderen Augen“ – Liedermacher, Songpoet und Gitarrist Volkwin Müller lädt ein zur Seelenschau eines Mannes mit Gefühl Von Bracken Duo – eingängige Songs von Jazz bis Pop Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 5: Unvergleichlich – Rory Gallagher Black Penny Records – Interview mit Kristian Pohlmann Das nackte Hören – Kann man als MusikerIn das Hören abstellen? Improvisation (auf der Gitarre) Musik-Charts – Welchen Einfluss haben sie noch auf die Musikplanung im Radio?

50 MUSIKBUSINESS

50 MUSIKBUSINESS MUSIK-CHARTS Welchen Einfluss haben sie noch auf die Musikplanung im Radio? Im Jahr 2003 stieg die Gesellschaft für Kon - sum forschung (GfK) mit in die Chart-Ermittlung ein, es entstand Media Control GfK International. 2013 übernahm die GfK vollständig die Chart- Erstellung Zu aktuellen Fragen der Chart-Ermitt lung sprach RADIOSZENE mit GfK Entertainment-Ge schäfts - führer Dr. Mathias Giloth. GfK Entertainment erhebt im Auftrag für den Bundesverband Musikindustrie die wöchent - liche Bestenliste. Nach welchen Kriterien werden diese Charts ermittelt? DR. MATHIAS GILOTH: Basis der „Offiziellen Deutschen Charts“ sind die Verkäufe bzw. erzielten Umsätze von Musikprodukten in einer Chart - Woche (Freitag bis Donnerstag). Berücksichtigt für die Single-Charts werden physische Produkte (CD, DVD, Vinyl), digitale Produkte (Downloads) und Premium-Streams. Werbefinanzierte Streams oder auch Musikclips werden nach dem Regel - werk des BVMI nicht berücksichtigt. 2 800 Händler aller Absatzkanäle (stationärer Handel, E-Com - merce, Download, Streaming) liefern uns täglich ihre Verkaufsdaten, die geprüft, elektronisch verarbeitet und schließlich gemäß den Regularien zusammengestellt werden. Und wie läuft die Erfassung der Album- Charts? DR. MATHIAS GILOTH: Bei der Erfassung der Album-Charts spielen die gleichen Kriterien eine Rolle. Sogar Premium-Streams werden seit An - fang 2016 berücksichtigt. Wer bestimmt das Regelwerk und kontrolliert die Erhebung Ihrer Arbeit? DR. MATHIAS GILOTH: Das Regelwerk wird vom Bundesverband Musikindustrie erstellt. In Zu sam - menarbeit mit den Gremien des Bundes ver ban - musiker MAGAZIN 3/2016

MUSIKBUSINESS 51 des wird dieses immer wieder überprüft und auf aktuelle Marktveränderungen angepasst. So fließen seit Anfang 2016 Premium-Streams in die Album-Charts ein. Die Industrie hat in vielen Fällen ebenfalls Zugang zu Marktdaten und kann so die Charts nachvollziehen. Wie barrierefrei sind die Charts? Kann sich jeder Tonträger beziehungsweise jeder Song auch ohne Mitgliedschaft beim Verband in den Bestenlisten platzieren? DR. MATHIAS GILOTH: Grundsätzlich besteht für jeden Titel die Möglichkeit, sich in den Charts zu platzieren. Artikelstamminformationen müssen jedoch vorhanden sein. Diese können entweder über Phononet oder bei GfK angemeldet werden. Außerdem muss der Händler, der das Produkt ver - kauft, an unser Panel angeschlossen sein. Titel, deren Stammdaten unbekannt sind, können leider nicht erfasst werden. zu erkennen. Dies läuft unter dem Begriff „fraud detection“ und nimmt einen zentralen Platz in der Qualitätssicherung unserer Charts ein. Bei Ver - dachts fällen wird ein umfassender Prüf pro zess ausgelöst, den auch die Industrie und der Bundes - verband intensiv begleiten. Welche Arbeit steckt hinter der wöchentlichen Erhebung und wie groß ist das daran beteiligte Team? DR. MATHIAS GILOTH: Es ist ein aufwendiger Pro zess mit einem größeren Team, der insbesondere viele Prüfschritte wie z. B. auf Vollstän - dig keit und Richtigkeit der Händlerdaten und Qualitätssicherungsmaßnahmen enthält. Daneben aber auch und insbesondere vorbereitende Schritte, wie das Coding neuer Titel und Alben. Nicht zu vergessen die unterstützenden Aufgaben, wie Händlerbetreuung, die Pflege und Weiter ent - wicklung der Systeme, Anpassungen auf die sich In den Song-basierten Charts finden sich auffallend wenige Schlager-Titel … DR. MATHIAS GILOTH: Das Genre Schlager funktioniert besser in den Album-Charts. Hier sind regelmäßig Schlagerkünstler auf den vorderen Plätzen vertreten. Fans von Schlagermusik kaufen lieber gleich das ganze Album als nur einen einzelnen Song oder eine Single. Welche aktuellen Trends kann man derzeit aus den deutschen Charts ableiten? DR. MATHIAS GILOTH: In den „Offiziellen Deu t - schen Album-Charts“ sind Genres wie Hip-Hop und Schlager sehr beliebt. Außerdem geht der Trend hin zu deutschen Künstlern. Diese platzieren sich häufiger bzw. sind länger dabei als internationale Künstler. In den Single-Charts ist das anders. Hier haben internationale Künstler in vielen Fällen die Nase vorn. »In den „Offiziellen Deu t schen Album-Charts“ geht der Trend hin zu deutschen Künstlern. Diese platzieren sich häufiger bzw. sind länger dabei als internationale Künstler.« Die „Offiziellen Deutschen Charts“ haben eine hohe Bedeutung für Handel, Medien und Öffentlichkeit. Zu welchem Zeitpunkt und über welche öffentliche Kanäle werden die Ranglisten verbreitet? DR. MATHIAS GILOTH: Die „Offiziellen Deutschen Charts“ erscheinen jeden Freitag um 15 Uhr. Dazu gibt es eine Pressemeldung und Posts auf unseren Social-Media-Kanälen. Außerdem sind sie über unsere Website www.offiziellecharts.de zugänglich. Zu unseren Partnern und Kunden gehören Zeitungen, Radiosender, TV-Sender, Onlineseiten (VIVA, Ampya), die regelmäßig die Top 100, Genre - Charts oder auch Auszüge daraus veröffentlichen. Wer finanziert die doch offenbar sehr aufwendige Erhebung dieser Bestenlisten? DR. MATHIAS GILOTH: In Deutschland werden die Charts über die Partnermedien finanziert, die die Veröffentlichungsrechte an den Charts er wer - ben. Wie sichern Sie das System gegen mögliche Manipulationsversuche ab? DR. MATHIAS GILOTH: Unsere Systeme sind darauf ausgelegt, mögliche Manipulationen sofort verändernden Marktbedingungen wie Streaming und eben die Kommunikation der Charts und die Verleihung des „#1 Award der Offiziellen Deut - schen Charts“. Erhebt Ihr Unternehmen noch weitere Be s - tenlisten aus dem Musikbereich bzw. weiterer Mediengattungen? DR. MATHIAS GILOTH: Ja, GfK Entertainment ist seit vielen Jahrzehnten offizieller Chart-Ermittler und betreibt Marktforschung im Entertainment- Be reich. Wir erstellen offizielle Charts in den Be - reichen Musik, Buch, Video und Games. Hier ar - beit en wir eng mit den entsprechenden Ver bän den zusam men und sind insgesamt als 100 pro zentige Tochter der GfK in mehr als 30 Ländern weltweit tätig. Neben den „Offiziellen Deutschen Musik-Charts“ entstehen in Baden-Baden viele weitere Hit listen. Musik: u.a. Streaming-Charts, Download- Charts, Vinyl-Charts, Musikvideo-Charts, Hip- Hop-Charts, Dance-Charts etc.; Buch: Sachbuch, Ratgeber, Belletristik, Kinder - bücher, Jugendbücher etc. Video: DVD, Blu-Ray, Neuerscheinungen; Games: PC, einzelne Konsolen (Xbox One, Xbox 360, PS4, PS3, Wii, Wii U, NDS etc.). Zuletzt erreichen im Vergleich zu früheren Jahren relativ viele zuvor unbekannte Künst - ler die Song-Charts. Gibt es hierfür besondere Gründe? DR. MATHIAS GILOTH: Es gibt mehrere Ein - fluss faktoren. Zum einen haben sich die technischen Voraussetzungen, Musik in guter Qualität zu produzieren, enorm verbessert, und so ist es für Künst ler einfacher geworden, sich mit ihrer Kreati vität dem Wettbewerb zu stellen. Zum anderen haben sich mit Social Media Plattformen herausgebildet, die es ermöglichen, neue Songs ohne hohe Kosten vorzustellen und zu verbreiten. Steht dann noch ein gutes Label mit einer guten Kampagne hinter dem Künstler und treffe ich mit meiner Musik den Geschmack der Fans, steht einer Chart-Platzierung eigentlich nichts mehr im Wege. Gibt es Erkenntnisse, welche medialen oder sonstige Quellen besonderen Einfluss auf die Platzierungen der Charts haben? DR. MATHIAS GILOTH: Man merkt es immer wieder, dass nach Großereignissen oder großen TV- Shows die Künstler in den „Offiziellen Deutschen Charts“ nach oben klettern. Das ist bei Kon zerten nicht anders. Befindet sich eine Band gerade auf Tour, kann man fast davon ausgehen, dass sie auch in den Charts höher platziert ist als sonst. Auch Titelsongs von Kinofilmen profitieren oft vom Erfolg des Films. WEB: WWW.OFFIZIELLECHARTS.DE TEXTQUELLE: WWW.RADIOSZENE.DE FOTO: © DENISISMAGILOV/FOTOLIA.COM 3/2016 musiker MAGAZIN

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