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Musiker Magazin 03/2016

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Deutscher Rock & Pop Preis 2016 Annina Struve & HUGOONION – Funkustic Rock ’n’ Soul „Tanzmucke ade, willkommen eigene Pläne“ – Interview mit Linda Schinkel MAGISTARIUM – Eine internationale deutsche Metalband KLIMA – Irgendwann ist jetzt CENTURY LETTERS – Eine musikalische Reise durch Erfahrungen, eingebunden in ehrliche Texte FIETE – „Sie hört Musik“ SOLO – Seit 2011 machen die fünf Indie-Rocker zusammen Musik. Solo, aber nicht allein „Mit anderen Augen“ – Liedermacher, Songpoet und Gitarrist Volkwin Müller lädt ein zur Seelenschau eines Mannes mit Gefühl Von Bracken Duo – eingängige Songs von Jazz bis Pop Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 5: Unvergleichlich – Rory Gallagher Black Penny Records – Interview mit Kristian Pohlmann Das nackte Hören – Kann man als MusikerIn das Hören abstellen? Improvisation (auf der Gitarre) Musik-Charts – Welchen Einfluss haben sie noch auf die Musikplanung im Radio?

26 STORIES FIETE »Sie

26 STORIES FIETE »Sie hört Musik« »Jeder Konzert abend ist einzigartig. Plötzlich steht ein Einkaufs wagen mit drei Betrunkenen vor der Bühne – das kann dir im Studio nur schwer passieren.« MM: Mit „Sie hört Musik“ habt ihr beim Deutschen Rock & Pop Preis 2015 den zweiten Platz in der Kategorie „Alternative“ ab - geräumt. Nun habt ihr ein Video dazu ge - dreht. Was passiert in dem Clip? FIETE: Das kann man am besten herausfinden, indem man sich das Video auf YouTube ansieht. Aber eine kleine Zusammenfassung kann ja nicht schaden: Die Protagonistin Maya streift durch die Straßen und sieht einen Zettel, der sie zu einem Privatkonzert einlädt. Sie geht zur angegebenen Adresse und – voilà – da sind die fünf Dullies von FIETE und spielen „Sie hört Musik“. Im Laufe des Videos hören immer mehr Menschen das Lied, reagieren darauf und lassen ihren Emotionen freien Lauf. MM: Warum wolltet ihr gerade diesen Song visualisieren? FIETE: Das hat sich irgendwie ergeben. Das Lied entstand kurz nach den Aufnahmen für unsere erste EP „Schimpansencrew“. Wir wollten nicht warten, bis wir wieder ein Album oder eine Single aufnehmen. Also haben wir „Sie hört Musik“ separat aufgenommen und für das Video verwendet. MM: Wie ist das Video entstanden? FIETE: Mit viel Stress und Arbeit. Wir hatten ziemlich größenwahnsinnige Ideen. Unser Regisseur, Mathias Gaumann, hat uns gedämpft. Wir haben mit ihm zusammen die aktuelle Idee erarbeitet. Anschließend mussten wir Komparsen akquirieren. Schließlich stand der Drehtag an. Weil unsere Location kurzfristig mitteilte, dass wir nur an einem einzigen Tag filmen könnten, wurde das ein 16-Stunden-Tag. Wir schafften es, fielen aber erschöpft ins Bett. Für das Filmteam fing dann die Arbeit mit Schneiden an. MM: Welche musikalischen Vorbilder habt ihr? FIETE: „Vorbilder“ ist, glaube ich, der falsche Begriff. Gerade in der Musik kann man schwer Karrieren nachstellen, weil neben Talent auch Back ground, Kontakte und Glück eine Rolle spielen. Deshalb muss man sich seinen eigenen Weg bahnen. Ein - flüsse haben wir allerdings viele: Von Hip-Hop über Elektro, Punk, Klassik und Jazz hören wir in der Band so ziemlich das ganze Genre-Register durch. Das hilft, sich nicht zu eng an einem Schema zu orientieren und aus Schubladen auszubrechen. MM: Spielt ihr lieber live oder im Studio? Warum? FIETE: Das kann man nicht direkt vergleichen, aber eher live. Dort bekommt man ein unmittel- musiker MAGAZIN 3/2016

STORIES 27 bares Feedback vom Publikum. Jeder Konzert - abend ist einzigartig. Plötzlich steht ein Einkaufs - wagen mit drei Betrunkenen vor der Bühne – das kann dir im Studio nur schwer passieren. (lacht) In der Live-Situation hat man nur eine Chance: Der Auftritt muss sitzen, alles muss sichineinanderfügen. Man macht Fehler, die ein Konzert ein zigartig machen. Im Studio spielt man alles doppelt und dreifach ein. Natürlich kann man auch im Studio kreativ sein, aber irgendwann wird es repetitiv. MM: Was mögt ihr am meisten am FIETE- Sound? FIETE: Unsere Tightness gefällt uns sehr. Valentin spielt schöne Drumparts, die vom einfachen Vier- Viertel-Takt abweichen, ihn variieren. Das verleiht den Liedern Abwechslung. Dazu stimmen wir die Gitarren- und Bassparts ab, sodass am Ende nichts herummatscht. Das ist bei drei Gitarren essenziell. MM: Was können wir von FIETE in den nächsten Jahren erwarten? FIETE: Schlechte Wortwitze, lustige Facebook- Posts und energiegeladene Konzerte. Vielleicht auch eine Expedition zum Mond oder ein Akustik- Set im Bernsteinzimmer. Wir sind für alles offen. MM: Wie seht ihr den deutschen Musik - markt? FIETE: Es ist schön, dass im Radio mittlerweile viel deutschsprachige Musik läuft. Das war in den 2000er-Jahren nicht der Fall. Ansonsten kennen wir das regionale Musikding. Das ist tricky. Man will aus der eigenen Region raus, seine Kreise auch außerhalb ziehen. Dort muss man viel Klin - ken putzen und bekommt teilweise nicht mal die Spritkosten herausgespielt. In Zeiten, in denen Tausende Leute jeden Sommer zu allen möglichen Festivals rennen, werden die kleinen Club kon zerte manchmal vergessen. MM: Könnt ihr von eurer Musik leben? FIETE: Bei uns läuft es noch besser: Wir müssen nicht von unserer Musik leben! Die Band trägt sich weitestgehend selbst, ist unser Hobby. Ein Hobby, das wir ernst nehmen, in das wir unsere Zeit stecken. Aber wir sind keine Berufsmusiker. So, wie wir momentan Konzerte spielen, könnten wir nicht davon leben. Dafür sind FIETE nicht ausgelegt. WEB: FACEBOOK.COM/FIETEOFFICIAL/ INTERVIEW: JANINA HEINEMANN FOTOQUELLE: FIETE

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