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Musiker Magazin 03/2015

REVOLVERHELD – Immer in Bewegung "Wir sind keine Band, die ein Kunstprodukt ist und affektiert auf der Bühne steht." Deutscher Rock & Pop Preis 2015 78Twins – "Fast Beinahe Bekannt" Viola Tamm & Band – Samtig grell und anmutig dreckig! Nobody Knows – Postmoderne, bundesrepublikanische Folklore mit nordwesteuropäischer Note und ostokzidentaler Rhythmik Lady Moustache – Rauer und energiegeladener Sound Saris– Durch die Nische zum Erfolg DCseven – Mal rockig, mal funky, und dabei immer selbst gemacht Matthias Weisheit – Gitarrist, Singer-Songwriter, Bassist, Komponist, Textdichter, Produzent/Arrangeur, Lehrer/Dozent April Art – Kickender Crossover/Alternative Rock mit weiblicher Powerstimme und garantiert feinstem Abgehpotenzial Interview mit Paul-Gerhard Lange Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 3: Johnny Winter – Wintertime Again Es geht auch ohne Plattenfirma – aber nicht ohne deren Arbeit Als Musiker reicht mir doch eine Privathaftpflicht, oder?

12 STORIES REVOLVERHELD

12 STORIES REVOLVERHELD – MTV Unplugged – ALBUM – VÖ: 09.10.2015 – DVD – VÖ: 09.10.2015 WWW.REVOLVERHELD.DE | WWW.FACEBOOK.COM/REVOLVERHELD von Bands wie Seed profitiert hat. 2014 waren wir eine der etablierteren Bands. Es ist beide Male gut gelaufen für uns. MM: Wie entstehen eure Songs? REVOLVERHELD: Wir haben alle kleine Studios, machen rudimentäre Songfragmente. Dann gehen wir in den Proberaum, machen einen Bandsong daraus. Jeder hat Ideen, die er dazusteuert. Beim aktuellen Album hat unser Produzent eine große Rolle im kreativen Prozess gespielt. Wir haben mehr auf abwechslungsreiche Instrumen tierung geachtet. Es ist unser vielseitigstes Album. Wir haben mehr als 50 Songs geschrieben und lange an jedem einzelnen gefeilt. MM: Wie ist das, wenn ihr so einen Pool von Songs habt: Wie entscheidet ihr, welche Songs auf das Album kommen? Gibt es manchmal Streit? REVOLVERHELD: Wir haben glücklicherweise immer wieder festgestellt, dass wir in entscheidenden Punkten ähnlich ticken. Das ging schon los, als wir uns zusammengesetzt haben, um ein neues Album zu machen. Wir hatten eine ähnliche Vision, wie es werden sollte. Insofern war die »Deutsche Musik trifft definitiv einen Nerv und ist Zeitgeist. Wir hoffen, dass das Grenzen einreißt, dass Genres ineinander übergreifen, dass es noch interessanter wird.« Songauswahl nicht dramatisch. Das Gros der Songs stand fest. Wir haben das gefunden, wo wir alle ein gutes Gefühl hatten. Wir haben gelernt, unserem Bauchgefühl zu vertrauen. Wenn einer von uns Magenschmerzen mit einer Entschei dung hat, wird es nicht gemacht. Sehr zuträglich für den Prozess ist, dass wir Freunde sind. MM: Wie oft probt ihr zusammen? REVOLVERHELD: Wir proben nur für bestimmte Ereignisse. Wenn eine Tour ansteht, setzen wir uns in einen Proberaum und erarbeiten ein Pro gramm. Wenn ein neues Album ansteht, feilen wir an den Arrangements. Aber es ist nicht so, dass wir uns jede Woche zum Proben treffen. Das würde gar nicht funktionieren. Wir sind viel unterwegs, das ist nicht planbar. Wir spielen zwei bis drei Auf - tritte die Woche, da brauchen wir nicht mehr zu proben. Aber für das MTV-Unplugged-Konzert haben wir uns drei Monate im Probe raum eingeschlossen und jeden Song neu interpretiert. Wir haben viel an dem Konzept gefeilt. Das war eine intensive Probephase. MM: Was wollt ihr mit eurer Musik erreichen? REVOLVERHELD: Wir wollen mit der Musik so weit kommen, dass wir nur noch Musik machen können. Das ist das Privileg, was wir gerade genießen und was uns Freude macht. In den An - fangszeiten mussten wir Studentenjobs machen, um uns über Wasser zu halten. Sich ganz auf die Musik konzentrieren zu können, war das große Ziel. Das haben wir geschafft. Das ist viel wert. Dass wir das erreicht haben, ohne uns zu verbiegen, ist schön. Wir sind keine Band, die ein Kunst - produkt ist und affektiert auf der Bühne steht. MM: Wie beurteilt ihr den aktuellen Musik - markt in Deutschland? musiker MAGAZIN 3/2015

REVOLVERHELD: Deutschsprachige Musik ist so erfolgreich wie nie zuvor. Das ist eine super Ent - wicklung. Als wir angefangen haben mit unserer Musik, gab es die Diskussion, ob es eine deutsche Quote im Radio geben soll. Heute gibt es fast mehr deutschsprachige Musik als englische im Radio. Die Vielfalt ist total krass. Es gibt in jedem Genre deutschsprachige Musik. Die Qualität ist mit der Quantität gestiegen. Die Hörgewohn heiten der Leute haben sich verändert. Es ist wichtig, dass ein deutscher Text gut ist, die Leute hören darauf. Wir sind dankbar, dass wir ein Teil davon sind. Wir sind gespannt, wo die Entwicklung hingeht. Wir glauben, dass die Vielfalt wächst und die Qualität steigt. Deutsche Musik trifft definitiv einen Nerv und ist Zeitgeist. Wir hoffen, dass das Grenzen einreißt, dass Genres ineinander übergreifen, dass es noch interessanter wird. MM: Was mögt ihr lieber – Studio-Auf nah - men oder Live-Auftritte? REVOLVERHELD: Wir sind froh, dass wir beides haben können. Im Studio macht es viel Spaß, die Songs auseinanderzunehmen und anders zu - sammenzusetzen und eine Entwicklung zu sehen. Dieser Prozess ist spannend. Es hat seinen Reiz, an Sounds herumzuspielen, verschiedene Auf - nahmetechniken auszuprobieren, mit den Songs zu arbeiten und das Beste aus einem Song herauszuholen. Aber wenn man das ein paar Wochen gemacht hat, ist man froh, wenn man rauskommt, um die Musik zu präsentieren. Vor Publikum zu spielen ist ein einzigartiger Mo ment. Das wollen wir uns nicht nehmen lassen. Insofern ist es toll, beides zu haben. Es ist spannend, wie Songs sich live verändern, wie sie sich nach der Studio - produktion weiterentwickeln. MM: Im April habt ihr ein MTV-Unplugged- Konzert aufgenommen. Was war das Be son - dere bei diesem Konzert? REVOLVERHELD: Es war eine riesengroße Ehre, dass wir gefragt wurden. Wir sind in den 90ern groß geworden mit den legendären Unplugged- Konzerten von Eric Clapton, Nirvana, Pearl Jam. Als die Anfrage an uns kam, dachten wir, MTV habe sich verwählt. Wir wollten etwas Beson de - res machen. Wir haben das Konzert in drei Akte eingeteilt und versucht, alle unterschiedlich zu machen. Wir haben uns für jeden Block Arran - geure geholt. Das war viel Arbeit. Wir haben uns drei Bühnenbilder überlegt, die thematisch zu unseren Songs passen. Es gab jemanden, der von Set zu Set überleitete und eine Ge schich te erzählte, die eine Klammer bildete. Wir haben viel Liebe ins Detail gesteckt. Es ist eine Entertain - ment-Show geworden. Das haben die Zuhörer STORIES 13 genossen. Es gab lange Umbaupausen, aber trotz dem ist die Stimmung die ganze Zeit oben geblieben. Die Leute haben gemerkt, dass wir uns etwas dabei gedacht haben. Es war kein nor males Konzert. Genau das wollten wir erreichen: etwas Spezielles, wovon wir unseren Kindern erzählen können, dass Papa damals gar nicht so uncool war. MM: Und wie würdet ihr die Atmosphäre beschreiben? REVOLVERHELD: Das Publikum war euphorisch. Es gab keine Stelle im Set, wo die Stimmung ab - geflacht ist. Das war auf der Bühne auch so. Es waren viele Musiker da, wir hatten viele Gäste eingeladen. Hinter den Kulissen war gute Stim - mung. Alle haben gemerkt, dass es toll ist, dabei zu sein. Man hat gemerkt, dass es für alle ein besonderer Abend war. Wir sind gespannt, wie es nächstes Jahr auf Tour wird. Wir müssen uns überlegen, wie wir das Konzept auf die Bühne bringen. Das wird eine Herausforderung. Wir wollen versuchen, den Gedanken der drei Akte auf die Bühne zu bringen. MM: Welche Ziele habt ihr als Band? REVOLVERHELD: Es ist super gelaufen in den ver - gangenen Jahren. Wir haben viel erreicht. Aber das Ziel, was immer über uns steht, ist, dass man sich Zeit lässt, dass man die Lust an der ganzen Sache nicht verliert. Wir haben gelernt, dass es wichtig ist, dass man nichts überstürzt oder un - inspiriert macht. Das allerwichtigste Ziel ist, dass wir lange zusammen Musik machen. Wenn wir mit 60 noch auf der Bühne stehen, ist das gut. MM: Was würdet ihr jungen deutschsprachigen Musikern raten? REVOLVERHELD: Tipps zu geben ist schwierig, weil jeder einen eigenen Weg hat. Jeder muss für sich herausfinden, was das Beste ist. Für uns war wichtig, dass man auf der einen Seite nicht beratungsresistent ist, sich aber auf der anderen Seite nicht zu viel reinreden lässt. Man muss auf sich selbst hören. Wenn man sich darauf verlässt, ent - wickelt man sich in die richtige Richtung. Wenn man sich in eine Form reinpressen lässt, die einem nicht liegt, ist das nicht gut. Das ist das Einzige, was wir mitgeben können. Ansonsten hat jeder seine eigene Entwicklung vor sich. Wenn man an sich glaubt und daran arbeitet, sich organisiert und Gas gibt, kriegt man eine Chance. INTERVIEW: JANINA HEINEMANN FOTOS: BENEDIKT SCHNERMANN LIVE-FOTO: TIM KRAMER MAKE MUSIC BLUES–BAUSTEINE für Gitarre von Andi Saitenhieb! NEU! 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