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Musiker Magazin 03/2015

REVOLVERHELD – Immer in Bewegung "Wir sind keine Band, die ein Kunstprodukt ist und affektiert auf der Bühne steht." Deutscher Rock & Pop Preis 2015 78Twins – "Fast Beinahe Bekannt" Viola Tamm & Band – Samtig grell und anmutig dreckig! Nobody Knows – Postmoderne, bundesrepublikanische Folklore mit nordwesteuropäischer Note und ostokzidentaler Rhythmik Lady Moustache – Rauer und energiegeladener Sound Saris– Durch die Nische zum Erfolg DCseven – Mal rockig, mal funky, und dabei immer selbst gemacht Matthias Weisheit – Gitarrist, Singer-Songwriter, Bassist, Komponist, Textdichter, Produzent/Arrangeur, Lehrer/Dozent April Art – Kickender Crossover/Alternative Rock mit weiblicher Powerstimme und garantiert feinstem Abgehpotenzial Interview mit Paul-Gerhard Lange Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 3: Johnny Winter – Wintertime Again Es geht auch ohne Plattenfirma – aber nicht ohne deren Arbeit Als Musiker reicht mir doch eine Privathaftpflicht, oder?

42 MUSIKBUSINESS ES GEHT

42 MUSIKBUSINESS ES GEHT AUCH OHNE PLATTENFIRMA – ABER NICHT OHNE DEREN ARBEIT Wenn in gut gemeinten Ratgebern die Rede davon ist, man benötige als Musiker heutzutage keine Platenfirma mehr, wird die Sache leider meist allzu wörtlich dargestellt. Viele Musiker werden dabei in die Irre geführt, bis sie glauben, Plattenfirmen seien im Musikbusiness völlig über - flüssig. Doch das sind sie nicht, steht doch hinter jedem Charterfolg irgendein Label, die Superstars sind fast ausnahmslos bei Majors unter Vertrag oder Was sich nicht geändert hat, ist die Wichtig - keit der Arbeit, die eine Plattenfirma leistet. Dass es auch ohne Plattenfirma geht, heißt also nicht, dass man den Aufgabenbereich des Labels geflissentlich ignorieren kann, sondern, dass man künftig selbst die Arbeit eines Labels erledigen muss. Dabei geht es dann weniger um die Erfüllung formaler Kriterien wie Firmengründung oder Label Code, sondern um den Aufbau eigener Vertriebs - kanäle, eigene Medienkontakte und die Erstell ung von Marketingkampagnen oder alternativ die Nutaber mit ihrem eigenen Indielabel an ein Major an - geschlossen, um deren weltweite Vertriebs struk - turen nutzen zu können. Was sich bis heute zugunsten der Musiker geändert hat, die von den Labels bisher abgelehnt wurden, ist die Möglichkeit, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und auch ohne Plattenlabel im Hintergrund Gehör bei den Medien zu finden und ihre Musik auf meist alternativen Wegen welt - weit zu vertreiben. musiker MAGAZIN 3/2015

MUSIKBUSINESS 43 zung entsprechender Angebote fremder Dienst - leister. Was bleibt, ist die Finanzierung aus eigenen Mitteln. Von nichts kommt nichts, und mal schnell einen Song ins Netz stellen und auf den Aus nahme erfolg über die sozialen Medien hoffen, bewirkt leider nichts Nennenswertes, da auch vermeintlich virale Videos inzwischen nicht ohne Starthilfe auskommen. Wer als Musiker ernsthaft sein Marktsegment erobern will, muss also dafür sorgen, in allen dort relevanten Medien präsent zu sein, seien dies nun Online-Magazine, Blogs, gedruckte Hefte, große terrestrische Radiosender oder viele kleine, aus privaten Wohnzimmern betriebene Internet Radio - sendungen. Eine Bemusterungskampagne an 50 bis 200 nationale und internationale Kontakte ist damit je nach Größe des speziellen Marktes un - ausweichlich. Hinzu kommt die Verfügbarkeit in den wichtigsten Ländern. Während dies auf digitalem Weg einem Kinderspiel gleichkommt, gestaltet sich die Bestückung physischer Untergrundshops in mehreren Ländern als größere Herausforderung. Ja, physisch. Darüber hatten wir bereits an anderer Stelle berichtet. Fans ungesignter Musiker sind in der Regel Musikliebhaber und Sammler, die ein »Dass es auch ohne Plattenfirma geht, heißt also nicht, dass man den Aufgabenbereich des Labels geflissentlich ignorieren kann, sondern, dass man künftig selbst die Arbeit eines Labels erledigen muss.« physisches Produkt bevorzugen. Am deutschen Markt sind CDs mit über 60% nach wie vor stark vertreten, bei vielen Rock- und Metalbands machen physische Käufe nicht selten bis zu 90% aus, und selbst im Hip-Hop-Bereich, dessen Ziel - gruppe wohl eher der Handygeneration zugehörig ist, schlägt der physische Tonträger noch so stark zu Buche, dass die Interpreten nicht darauf verzichten wollen. Egal, mit welchen Wieder ver - käufern man sich nun einlässt, erfordert dies in gewissem Umfang eine Inventur: Wer hat wie viel Kommissionsware bekommen und wie viel hat er verkauft? Regel mäßiges Rückfragen und Über prü - fen sowie das leider unvermeidliche Verschi cken von Zahlungs erinnerungen gehören dazu. Und hier wären wir dann bei den Aufgaben, für welche ein Plattenlabel eigene Abteilungen unterhält, der selbstvermarktende Musiker jedoch neben Auftritten – oh ja, das Booking – und Auf - nahmen aber einfach selbst zu erledigen hat. Natürlich klingt all das nicht so schön wie das tausendste „per Autopilot Musik verkaufen“-Pro - gramm, aber es entspricht der Realität. Wer also auf die Plattenfirma verzichtet bzw. verzichten muss, hat die Chance, auch ohne sie die eigene Musik bekannt zu machen, aber auch die Pflicht, künftig selbst zur Plattenfirma zu werden. TEXT: JULIAN ANGEL FOTO: © PURESOLUTION/FOTOLIA.DE JULIAN ANGEL ist Organisator der MusicBiz Mad - ness Konferenz, die am 11.10.2015 in Frankfurt/ Main stattfindet. DRMV-Mitglieder und Musiker- Leser erhalten einen Sonderrabatt über diesen Link: www.musicbizmadness.de/drmv Sound in 4D Ein Sound-System mit allen Möglichkeiten: Tauche mit der Soundbar ins Fernsehprogramm ein. Erlebe Filme in „Surround on Demand“. Streame fantastisch klingende Musik in Stereo. Genieße erstklassigen Sound über den mobilen Lautsprecher. Sound in 4D Entdecke mehr auf: www.soundin4D.com Fidelio B5 Soundbar Surround on Demand Von Stereo zu Surround in Sekunden PHILIPSSOUND

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