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Musiker Magazin 03/2015

REVOLVERHELD – Immer in Bewegung "Wir sind keine Band, die ein Kunstprodukt ist und affektiert auf der Bühne steht." Deutscher Rock & Pop Preis 2015 78Twins – "Fast Beinahe Bekannt" Viola Tamm & Band – Samtig grell und anmutig dreckig! Nobody Knows – Postmoderne, bundesrepublikanische Folklore mit nordwesteuropäischer Note und ostokzidentaler Rhythmik Lady Moustache – Rauer und energiegeladener Sound Saris– Durch die Nische zum Erfolg DCseven – Mal rockig, mal funky, und dabei immer selbst gemacht Matthias Weisheit – Gitarrist, Singer-Songwriter, Bassist, Komponist, Textdichter, Produzent/Arrangeur, Lehrer/Dozent April Art – Kickender Crossover/Alternative Rock mit weiblicher Powerstimme und garantiert feinstem Abgehpotenzial Interview mit Paul-Gerhard Lange Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 3: Johnny Winter – Wintertime Again Es geht auch ohne Plattenfirma – aber nicht ohne deren Arbeit Als Musiker reicht mir doch eine Privathaftpflicht, oder?

40 STORIES war

40 STORIES war gezwungen, im Sitzen zu spielen, so zum Bei - spiel 2007 bei einem weiteren Rockpalast-Konzert und Eric Claptons Crossroads Guitar Fes ti val aus dem selben Jahr. Dennoch war Winter auch dann meistens immer noch ein ausgezeichneter Musi - ker, begleitet von einer guten Band, zu der nun ein zweiter Gitarrist gehörte, um Winter zu entlasten. »Trotz der Ungleichgewichte auf einigen von Winters Studio-Alben bleibt der Eindruck des Beson deren nicht aus.« Bühne „Hupfdohle“. Allerdings verfiel Winter dem Heroin und musste eine Auszeit vom Rock-Ge - schäft nehmen, um sich therapieren zu lassen. Nach seiner Entziehungskur kehrte er nach und nach zurück zum Blues. Er tourte sowohl mit seiner eigenen Band als auch mit der seines Bruders Edgar, wobei die Besetzungen teilweise identisch waren. 1976 spielten die beiden Brüder das erfrischende Live-Album „Together“ ein, mit Rock ’n’ Roll, Rhythm and Blues und Soul. Aus demselben Jahr stammt auch Winters Live-LP „Captured Live“ mit Blues-Schwerpunkten („Blues On Sunday“ und „Sweet Papa John“), bis 1977 das nächste Studio-Album schließlich „Nothing But the Blues“ hieß und sich Winters Zusammen - arbeit mit der Blues-Ikone Muddy Waters an - schloss. Ein Ausnahmemusiker wird an der Lebendig - keit, am Einfallsreichtum und an der Virtuosität seiner Interpretationen zu erkennen sein. Sie verändern Formen und treiben Bestehendes voran. Kein Wunder, wenn man dann gleich den Künstler erkennt, ohne dass sein Name fallen muss. Trotz der Ungleichgewichte auf einigen von Winters Studio-Alben bleibt der Eindruck des Beson deren nicht aus. Ausgesprochen erfolgreich waren dabei nach der ersten Phase von Winters Karriere in den 1980er-Jahren „Guitar Slinger“, „Serious Busi - ness“ und „Third Degree“ für Alligator Records. Vor allem Live-Auftritte spiegeln Winters Einzig - artig keit wider. Mehr noch als Winters über viele Jahre einige wenige offizielle Live-Alben offenbart dies die von ihm selbst ins Leben gerufene „Live- Bootleg-Series“ (seit 2007 sind elf CDs er schie - nen!) und das schnell nach seinem Tod herausgekommene Set Remembrance“ (drei CDs). Wer einen preiswerten Einstieg in Winters Live-Auftritte sucht, wird vermutlich mit der Doppel-CD „The Brother’s Winter“ gut bedient sein. Einen sehr empfehlenswerten Eindruck von Winters Bühnen - präsenz und Klasse – mit seiner berühmten Fire - bird, der National Steel Guitar oder später mit der Erlewine Lazer – vermitteln außerdem die beiden DVDs „Live Through the ‘70s“ und „Live Through the ‘80s“, die im Gegen satz zu den ansonsten hervorragenden Live-Zeug nissen immer angeben, wann die Auf nah men entstanden sind und wer Winter begleitet hat. Winter hat leider seine Gesundheit durch seinen Drogen- und Medikamentenmissbrauch ruiniert und sich dadurch viel zu früh darum gebracht, auch im Alter noch annähernd so mitreißend zu spielen wie in seinen besten Tagen. Beim Konzert zu Bob Dylans 30-jährigem Bühnenjubiläum im Oktober 1992 brillierte er zwar mit seiner Slide- Fassung von „Highway 61 Revisited“. Sein körperlicher Abbau wurde aber schon sichtbar. In den folgenden Jahren brach Winter sich die Hüften und litt an Taubheit in den Armen, sodass er zeitweise gar nicht mehr spielen geschweige denn auftreten konnte. Als er dazu wieder in der Lage war, musste er auf die Bühne geführt werden und Nach dem Tod eines großen Künstlers schlachten Geschäftstüchtige gern seinen Nachlass aus. Bei Johnny Winter scheint das nicht anders zu sein. Qualität spielt keine Rolle, allein der Name auf dem Cover muss dafür herhalten, schnelles Geld zu machen. Aus dem zunehmend un über - sichtlicher werdenden Angebot empfiehlt sich eine sorgsame Auswahl. Denn nur musikalisch und aufnahmetechnisch überzeugende Pro dukte können Johnny Winter gerecht werden. Also Finger weg von Aufnahmen, die er nie und nimmer veröffentlicht hätte, zum Beispiel, wenn er wie ein Schatten seiner selbst wirkte. Im Laufe der Jahre ist der Markt außerdem mit CDs aus der Zeit überschwemmt worden, bevor Winter „The Progressive Blues Experiment“ aufnahm und er ein Star wurde. Unter ständig wechselnden, zuweilen geradezu reißerisch klingenden Titeln wird ver - sucht, immer wieder dasselbe zu verkaufen. Diese Aufnahmen sind historisch von einem gewissen Interesse, sie vermitteln aber nicht Winters außer - gewöhnliches Talent und kraftvolles Spiel. Allen gesundheitlichen Hemmnissen zum Trotz sind Winters letzte drei Studio-Alben „I’m A Blues - man“ (2004), „Roots“ (2011) und „Step Back“ (2014) ausgezeichnet. „Step Back“ wurde aufgenommen mit hochkarätigen Gastmusikern wie Eric Clapton. Allerdings hatte nun auch Winters Stimme ihren Tribut gezahlt: Man meint, einen Fremden singen zu hören. Beachtlich finde ich schließlich zwei ausführliche DVD-Produk tio nen der „Legendary Licks“-Reihe, mit denen Winter in gewisser Weise ein Vermächtnis hinterlassen hat. Höchstpersönlich stellt er verschiedene Gitarren- Stile vor. Das ist natürlich nicht mit Konzert-Auf - tritten zu vergleichen, dafür aber umso intimer – wirklich hörens- und sehenswert. ES FOGT: NATÜRLICH: DIE BEATLES! TEXT: DR. NORBERT APING FOTOQUELLE: WWW.FACEBOOK.COM/ PAGES/JOHNNY-WINTER/58833032349 DR. NORBERT APING Geboren 1952, Buchautor und Leiter des Amtsgerichts in Buxtehude. musiker MAGAZIN 3/2015

NEU Spitzenförderung für 19,50€ Vielfalt statt Mainstream! Jupiter Jones Meisterkurs für Populäre Musik Heisskalt Wie es funktioniert: Ablauf und Inhalt Musikbusiness Songwriting und Vocal-Coaching OK KID Für Musikförderer und Musikschaffende Jede Menge praktische Tipps Über den Autor Lothar Scholz, Musik- und Kommunikationswissenschaftler, ist seit über zehn Jahren Berlin-Korrespondent des Branchenmagazins “musikmarkt” mit den Schwerpunktthemen Urheberrecht und kollektive Rechtewahrnehmung. Popcamp — Know-How Autor: Lothar Scholz ISBN: 978-3-9813446-8-4 Preis: Euro 19,50 Herausgeber: Deutscher Musikrat - gemeinnützige Projektgesellschaft mbH Verlag: musikmarkt GmbH & Co.KG Bestellen Sie jetzt unter: www.musikmarkt.de Das Branchenmagazin

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