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Musiker Magazin 03/2015

REVOLVERHELD – Immer in Bewegung "Wir sind keine Band, die ein Kunstprodukt ist und affektiert auf der Bühne steht." Deutscher Rock & Pop Preis 2015 78Twins – "Fast Beinahe Bekannt" Viola Tamm & Band – Samtig grell und anmutig dreckig! Nobody Knows – Postmoderne, bundesrepublikanische Folklore mit nordwesteuropäischer Note und ostokzidentaler Rhythmik Lady Moustache – Rauer und energiegeladener Sound Saris– Durch die Nische zum Erfolg DCseven – Mal rockig, mal funky, und dabei immer selbst gemacht Matthias Weisheit – Gitarrist, Singer-Songwriter, Bassist, Komponist, Textdichter, Produzent/Arrangeur, Lehrer/Dozent April Art – Kickender Crossover/Alternative Rock mit weiblicher Powerstimme und garantiert feinstem Abgehpotenzial Interview mit Paul-Gerhard Lange Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 3: Johnny Winter – Wintertime Again Es geht auch ohne Plattenfirma – aber nicht ohne deren Arbeit Als Musiker reicht mir doch eine Privathaftpflicht, oder?

32 STORIES Ich habe mich

32 STORIES Ich habe mich dann entschlossen, nach Deutsch land zurückzukehren. Auch ein eindringliches und nettes Gespräch mit Scott Warren nach dem Konzert im „House Of Blues“ in West Hollywood über bestimmte Philosophien und das Business konnte daran nichts ändern. Das Äußere kann niemals das Innere ersetzen, wenn man dies denn gefunden hat. Ich habe einmal mehr erlebt, dass sich vieles im Äußeren ge - staltet, und vieles wird im Äußeren gesucht und ist durch Gedanken und Erinnerungen aus der Ver - gangenheit geprägt, positiver oder nicht so positiver Art, und oft nicht erkannt oder aufgearbeitet und beeinflusst stark die Gegenwart – in der nun mal alles stattfindet. I found great people, great human beings, creative musicians, gifted and hard working individuals, big talents, visionary creators – and sometimes the complete opposite! Yeah! MM: Im Rahmen dieses Projekts ist das Album „Imagine Me Alive“ entstanden. Sind weitere Veröffentlichungen geplant? MATTHIAS: Es sind noch Kompositionen und Riffs aus der Bay-Area-Schaffensphase übrig und Riffs und Neukompositionen von mir in Arbeit. Ob es einen Nachfolger gibt, ist derzeit nicht klar, wir werden sehen. „Imagine Me Alive” wurde im Eigen ver trieb veröffentlicht. Wir hatten einen Pro - moter aus New York, der Titel „The Guy Upstairs Lied“ war in den Top 20 einer der meistgewünschten und -gespielten Songs des Jahres von KNAC.com, neben Van Halen, Overkill, Testament, Accept etc. Nach einer Recherche habe ich leider auch festgestellt, dass die CD über 10 000 mal über ein Torrent-Netz werk downgeloadet wurde, Stand: Sommer 2013. Leather Leone veröffentlicht in Herbst dieses Jahres die achte CD mit Chastain: „We Bleed Metal“. Sie hat im Frühjahr 2015 einen Booking Deal in Deutschland/EU abgeschlossen und ist als Solokünstlerin unterwegs. Wie auch im letzten Jahr, wo sie in Brasilien mit Benedictum auf Tour und des Öfteren Gastmusikerin neben Bobby Blitz (Overkill) bei Doro Pesch war. Somit ist sie erst einmal mit der Promotion dieses Albums beschäftigt, was dem Songwriting für zu kün f tige gemeinsame Kompositionen natürlich keinen Abbruch tut. Ich denke auch über ein (Metal-) Instru mental-Album nach, wo diese Ideen dann mit einfließen. MM: Außerdem hast du mit Studenten des Musicians Institute in Hollywood eine Live - band auf die Beine gestellt. Vor welchen Her - aus forderungen standet ihr? MATTHIAS: Hauptsächlich war die Herausfor de - rung, in kurzer Zeit einen zweiten Gitarristen und auch einen Bassisten zu finden, da Jimmy Bain nach wenigen Proben im Quartett leider doch nicht für Livekonzerte zur Verfügung stand. Und dann natürlich das Liveset einzustudieren und mit der kompletten Liveband zu proben. Ich zog dann direkt nach Hollywood nahe des Musicians Intitute. Ebenfalls über das MI Student Alumni Network und den Metal LPW (Live Playing Workshop), den ich jeden Freitag im MI besuchte, fanden wir nach einigen Auditions einen zweiten Gitarristen, Rick Lambert aus Philadelphia, und den Bassisten Chris Davidson (Schweden), die gerade am Musicians Institute studierten. Wir jammten, probten und trainierten im MI, und nach kurzer Zeit stand das Liveset, bestehend aus „Imagine Me Alive“ komplett und einigen Kult- Songs von „Chastain“, wo Leather Leone früher schon als Sängerin tätig war. MM: Wie seid ihr damit umgegangen? MATTHIAS: Da wir durch das Studium am MI ebenfalls die gleiche musikalische Sprache hatten, war dies relativ einfach. Die Bandproben fanden dann in verschiedenen Probekomplexen und Rehearsal Studios in LA, Anaheim und Holly - wood statt. Meistens im Amp Rehearsal Studio North Hollywood und im Mates, wo Dio früher lange Jahre probten und auch Guns N‘ Roses probten und komponierten (Use Your Illusions I + II). Die Studios mussten stundenweise angemietet und die Bandmitglieder koordiniert werden. Leather war nördlich von San Francisco sechs Stunden Autofahrt entfernt, Rick und Chris waren noch Studenten und hatten noch Prüfungen zu absolvieren. Jeder in der Band hatte eine Aufgabe, was ganz gut funktionierte, und so kam alles zustande. MM: Welche Unterschiede zwischen der deut schen und amerikanischen Musikin dus - trie sind dir aufgefallen? MATTHIAS: Es gibt in den USA die American Fe - deration of Musicians mit vielen lokalen Unions. Eine Art Gewerkschaft mit politischer und moralischer Philosophie, die auch Rentenpläne und Krankenversicherungen anbietet. Mit Band-, Mu - siker- und Musiklehrer-Datenbanken etc. und die sich um verschiedene Belange von Musikern kümmert. In Deutschland gibt es im Rock- und Pop- Bereich ausschließlich den DRMV, ggf. wenige kleinere lokale Organisationen, dann ver.di und z. B. die Deutsche Orchester verei ni gung im klassischen Bereich. Die Lobby der Musik ist in den USA um ein Vielfaches größer als in Deutschland. Vieles wird amerikanisch lockerer gesehen und geht in einem sehr hohen Tempo voran, gerade in LA. Gleich - zeitig erscheint es ggf. auch härter, wenn es Un - stimmigkeiten gibt. Die Digitalisierung ist natürlich global. Die Zeit schreitet auch dort voran – oder gerade dort – und die Auftrittsmöglich keiten werden sich, wie in Deutschland auch, be schrän - ken. Wie den Medien zu entnehmen ist, ist der weltberühmte Sunset Strip leider in seinem musikalischen Ursprung bedroht, von Investoren, die Hotels und andere Touristenanlagen errichten wollen, und somit die Musikclubs wie z. B. das Roxy, Key Club, das Whiskey A Go Go etc. neue Locations suchen bzw. abgerissen werden sollen. Wer noch einen Hauch des Feelings dort erleben möchte, sollte sich auf den Weg machen. MM: Deutsche Bands haben es bekanntlich schwer, in Amerika Fuß zu fassen. Ist es um gekehrt genauso? musiker MAGAZIN 3/2015

STORIES 33 MATTHIAS: Ich glaube, mittlerweile ja. Die Zeit, in der US-Bands hier relativ einfach touren und ggf. Verträge abschließen konnten, gehört ein wenig der Vergangenheit an. Dazu kommt, dass die Ren - ta bilität ebenfalls oft nicht vorhanden ist und für die meisten Künstler und Plattenfirmen etc. alles mit genau kalkuliertem und ggf. minimalem Budget ablaufen muss. Gute Kontakte sind hier natürlich wichtig, aber von Übersee hierherzukommen, ist logischerweise und mittlerweile deutlich schwieriger, als sich hier direkt innerhalb der EU als an - sässige Band oder Künstler zu be wegen. Ich »Seit circa zwei Jahren besteht „Gasoline Phoenix“ im Akustik-Duo mit Barbella J an der Gitarre, Gesang, Percussion und ebenfalls Songwriting.« möchte erwähnen: Nach meiner An kunft in den USA und dem Einfinden in die musikalische Metal- Szene stellte ich fest, dass viele Bands und Metal- Musiker natürlich nach Europa und Deutschland wollen. In das Ruhrgebiet, home of Metal, German Metal, Asphalt & Concrete. Einige wohnen auch hier bzw. ein oder mehrere Band mitglieder – und ermöglichen es so ihren Bands und Projekten, in Deutschland und Europa jedes Jahr zu touren. Dass dies alleine durch Booking agenturen und Plattenfirmen organisiert wird, ist ja bekanntlich nicht immer der Fall. MM: Hast du abschließend einen Tipp, wie man sich als Musiker erfolgreich vernetzen kann? MATTHIAS: Natürlich alles versuchen, alle aktuellen Internetplattformen so gut es geht nutzen und Kontakte knüpfen. Ich möchte hinzufügen und ich glaube, dass man sich hier leicht verzetteln kann und unter Umständen aufs falsche Pferd setzt oder einer bestimmten Sache oder einem Internetportal zu viel Gewicht zuordnet. Das kostet Zeit, Energie und ggf. auch Geld. Eine gewisse gesunde Intuition bzgl. der eigenen Musik rich - tung, wo und wie sie derzeit stattfindet, hilft, da gibt es nach wie vor keinen genauen Plan. Ich glaube, letzten Endes funktioniert das meiste über persönliche Kontakte – eine gute und gesunde Menschenkenntnis finde ich hier von Vorteil. INTERVIEW: JANA MOYSICH FOTOQUELLE: MATTHIAS WEISHEIT GRAFIK: © NIROWORLD / FOTOLIA.DE WEB: WWW.GASOLINE-MUSIC.COM WWW.RM-C.EU WWW.LEATHERLEONE.COM It’s all about trust. Du weißt, wie deine Gitarre perfekt klingt. Egal ob zu Hause oder bei der Jam-Session mit den Jungs im Proberaum. Auf deine CORDIAL- Kabel kannst du dich immer verlassen. · photo: © Anton Brandl · thanks to Just Music Cordial GmbH · Sound & Audio Equipment Otto-Hahn-Straße 20 · D-85221 Dachau · Phone +49 (0) 8131.99 697-0 · Fax +49 (0) 8131.99 697-29 · www.cordial.eu

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