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Musiker Magazin 03/2014

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Deutscher Rock & Pop Preis 2014 Y'AKOTO - Kunst bedeutet für mich spielen. Interview mit der Komponistin und Texterin Irene Paul über die Zusammenarbeit mit Wolfgang Petry Colin B - Gitarrist & Songwriter aus Leidenschaft verschafft sich Gehör! Vanessa Balscher - Mit Herz und Spaß zum Erfolg Bastian Korn - Was zählt, ist Qualität Nicefield - Ein Feuerwerk der Gefühle Dagmar Bunde - Mein Jazz Andy Lang - Bodenständig, fränkisch, keltisch und spirituell Christines Leidenschaften POND - Interview mit Wolfgang Paule Fuchs über die Anfänge in der DDR und die aktuellen Projekte Red Cat Entertainment - Interview mit Dr. Andreas Kassel Proberäume oder "Welche Sicherheiten können Sie uns bieten?" Music Licensing - die eigene Musik in Film, TV und Werbung Image? Brauch' ich nicht! - Die Angst der Musik, ins zweite Glied zu rutschen

60 CD-REZENSIONEN WATCH

60 CD-REZENSIONEN WATCH OUT STAMPEDE »Reacher« Die Bremer Jungs von WATCH OUT STAMPEDE bringen drei Jahre nach ihrer Gründung nun mit „Reacher“ endlich ihr Erstwerk auf den Markt. Sie gelten als die große Hoffnung der deutschen Post-Hardcore-Szene. Nach dem Casio- Sound-ähnlichen Intro „The Crucible“ geht es auf dem schweren und sehr groovigen „Witch Trial“ schon heftiger zur Sache. Aber es dauert nicht lange, bis die cleanen Vocals einsetzen und somit die melodischen Elemente wieder ins Spiel kommen. Die ersten drei Tracks des Albums scheinen ein klein bisschen eintönig. Aber das täuscht nur auf den ersten Blick, denn die Songs wachsen. Je öfter man sie sich anhört, desto besser wirken sie. Der Über- Song des Albums ist ohne Wenn und Aber der Titel-Track „We Are The Branches“. Die Melodie dieses Songs lässt einen nicht mehr los und wird mit großer Sicherheit zu einem der Fan-Favoriten auf ihren Konzerten. Technisch ge sehen ist „Reacher“ ein kleines Meisterwerk, denn alle beteiligten Musiker beherrschen ihre Instrumente mit äußerster Per - fektion. Es ist ein durchweg eingängiges Werk der Marke Hardcore trifft auf Melodie. www.watchoutstampede.com M.D. MARGIN »Psychedelic Teatime« extraterrestrischer Song von mehr als zehn Minuten. Etwas griffiger und eingängiger, mit Uptempo, ist „Psychedelic Under ground“ beseelt. Keine Frage – bei diesem Projekt ist die Kanne noch lange nicht leer. www.madvedge.com C.S. TOM TIME »The Tide Is Turning« TOM TIME, der mit bürgerlichem Namen Thomas Krüger heißt, ist schon ein alter Hase im Musikgeschäft. Mit seiner Oldie-Cover-Band TIME OUT heizt er schon seit Jahrzehnten den Leuten auf diversen Festen ordentlich ein. Begleitet von seiner aktuellen Band bietet er uns auf seinem neuesten Werk „The Tide Is Turning“ eine bunte Mischung aus Rhythm ’n’ Blues und Rock. Der Opener „Friends“ ist ein sehr von den Rolling Stones beeinflusstes Stück und macht sofort Laune auf mehr. Die zwölf Songs spenden Trost, bieten einem eine Schulter zum Ausweinen und sorgen mit viel Witz und großem Esprit für unbeschwerte Freude. Lieder wie „Gonna Get You“ oder „Seems Like Yesterday“ sind High lights aus einem Meer von großen Songs. Genau das Richtige für die kommenden Herbst stunden. Man fühlt einfach, dass hier Musiker am Werke sind, die noch ehrliche, handgemachte Musik unter die Leute bringen wollen. Die geforderte Auf - merksamkeits spanne bei „The Tide Is Turning“ ist womöglich die Antwort auf die schnelllebige Musikwelt, und es ist der ultimative Test für alle Musik liebhaber, wieder mehr Zeit mit der Musik zu verbringen. www.tomtimeband.com M.D. erkennt man die Begabung von Sängerin Anna Sening. Auch an melodischen und klaren Rock-Stücken wie etwa „The Curse Of Maggie Stowe“ oder dem verspielten und temporeichen „Piece Of Mind“ kann man nichts Schlechtes finden – außer vielleicht, dass das Überraschungsmoment fehlt. Der Rest der Tracks auf „Unreduced“ lässt sich eher mit – ja, womit lässt sich der Rest eigentlich vergleichen? Es ist wohl der Mittelweg aus ruhigen Stücken und rüpelhaftem Rotzgören-Rock. www.sparkofsense.com M.D. ENDEAVOUR »The Grand Heritage« ENDEAVOUR kann man dem Hatecore und Thrash Metal zuordnen. Mit ihrem Debütalbum hauen sie uns bretthart die Klamotten um die Ohren. Die Jungs aus der Hauptstadt machen seit 2010 in der Hardcore-Szene Berlins von sich reden. Blastbeats, peitschende Riffs und Sänger Hagen Piepers tief gestimmte Röhre dominieren das Album „The Grand Heritage“. Gefährlich dynamisch rockt das Zeug ab. Dabei hat der Horror seine großen Momente, wie in „Inter- lude“: Eine Dame ist dabei, eine Geisel zu meucheln. Danach bedrohliche Growls in „Bloodstained Memories“ und berstende dynamische Double-Bass-Attacken von Philipp Harder am Schlagzeug. Die blutige Familiengeschichte eines Jour - nalisten wird in diesem Konzeptalbum fortgeschrieben. 2011 hat dieses Unheil inhaltlich auf der EP „The Protago - nist“ seinen Anfang genommen. Musikalisch und für dieses Genre ist „The Grand Heritage“ eine Offenbarung, die sicher viele Fans und Protagonisten zusammenbringt. www.facebook.com/endeavourberlin C.S. Eine Kanne psychoaktiven Tees bieten uns MARGIN an. Das Werk „Psychedelic Teatime“ bewegt sich in psychedelischen Prog-Gefilden. Lutz Meinert, szeneerfahrener Sänger, Key - boarder und Schlagzeuger, ist Gründer des Studio-Projekts und ein Bekannter der Berliner Prog-Rock- und Fusion- Szene. Arne Spekat, ehemals auch bei FOR YOUR PLEASU- RE, lieferte seinen Beitrag für das Werk an der akustischen Gitarre. Carola Meinert lieh ihre Stimme im Back - ground für „Psychedelic Underground“ und „Landscapes On The Sky“. Eine psychedelische Reise aus fünf Teilen erwartet den Hörer gleich beim ersten Titel, „A Mysterious Cup Of Tea“. Abwechslungsreich, filigran produziert, dabei nicht überladen. Eine E-Gitarre, ein dominanter Bass, Orgeln jagen durch wechselnde Themen und fangen sich wieder in ruhigeren Bildern. Pink Floyd in der Frühphase scheinen nicht fern, bei all den Zutaten dieses schmackhaften, wenn auch recht sphärischen Albums. „Last Exit To Pluto“ zeigt dabei, wohin die Reise gehen kann, wenn man hoch abhebt: SPARK OF SENSE »Unreduced« Immenhausen ist eine Kleinstadt im Landkreis Kassel, und genau von dort kommen SPARK OF SENSE, die uns mit „Unreduced“ eine rockige Scheibe vorlegen. Parallelen zu den großen GUANO APES sind unschwer herauszuhören. Auch hier gibt es eine Frontfrau, die den Ton angibt. Wenn - gleich Anna Senings Stimme vielleicht nicht die gleiche Kraft aufzuweisen hat, so überzeugt sie doch mit viel Gefühl. Beim Opener „Grenade“ geht es noch eher poppig zu, aber bereits beim zweiten Stück „Bitch Please“ geht die Post ab. Die sanftere Seite bei SPARK OF SENSE ist auf „Unreduced“ aber auch gleichzeitig ihre stärkere. Das hymnische „Get Alive“ ist ein Pop-Rock-Song erster Güte. Spätestens hier JENNY CASEY »Rockin’ The House« Jenny Casey ist eine echte Stimmungskanone aus Okla - homa. Schon früh zog sie Kinder auf und beschloss, ihre Küche zur ersten Bühne als Country-Star zu machen. Nach einer Depression im Alter von 31 Jahren begann sie zu schreiben. Sie nahm irgendwann auch die Gitarre hinzu und fand erste Zuhörer. Ihren Sound beschreibt sie selbst als „fun grown-chick music“. Dieser Sound fand schließlich den Weg aus ihrer Küche nach Tennessee und dort in die Country-Metropole Nashville. Ein Musik gewordener „American Dream“. Es wird gerockt, mit der Fiddle gegeigt und auf der Harmonica georgelt, wie in „Mother Load“. Steve musiker MAGAZIN 3/2014

CD-REZENSIONEN 61 Goodie, seines Zeichens Multiinstrumentalist und Nashville- Produzent, steuerte die meisten Instrumente diesem Spaß bei. Die Country-Hauptstadt erhält sogleich ihre Ode in „Loretta“. Hier klingt sie nach einem ihrer Vorbilder: Dolly Parton. Die rockigere Seite lässt ein weiteres Idol erkennen, die Shania Twain. Längst ist sie selbst über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus bekannt geworden und tourt durch Europa. Bombenstimmung in Cowboystiefeln kann so gut klingen! www.jennycasey.com C.S. „Traintime“ entführt uns Chris Beckers nochmals in sein Jazz-Universum, be gleitet von Ilja Reijngouds lebendigem Posaunenspiel, und somit schließt sich der musikalische Kreis perfekt. Sein jazziger Musikkosmos bietet etwas für jedermann. Aber be sonders Jazz-Liebhaber, die Improvi - sationen zu genießen wissen, kommen hier voll auf ihre Kosten. www.chrisbeckers.com M.D. Chor und feierlichen Bläsern ein. Sein Piano steuert songdienlich im Hintergrund, viel Akustikgitarre kommt zum Einsatz, jede Menge Percussion gibt den Herzschlag an. Klar ist: A. J. Croce überzeugt auf seinem 9. Album mit klassischem Pop, wunderbaren Melodien, wie sie seit Super - tramp zuletzt erklangen oder die Eagles in ihren zuletzt raren Shows zum Besten gaben. Wen wundert’s, dass Croce schon im zarten Alter von 17 Lenzen im Vorprogramm von B. B. King auftrat und später Bühnen mit den Herren Ray Charles, James Brown oder Rod Stewart teilte. www.seedlingrecords.com C.S. MIKE SPRUNKEL BAND »Mike Sprunkel Band« Mike Sprunkel ist Texter und Sänger und transportiert seine Lyrik mittels einer klassisch besetzten Rockformation. Micky Rauch am Bass, Felix Hohmann, Gitarre, und Sven Biernath am Schlagzeug bauen rockende Strukturen um die gereimten deutschen Verse von Mike herum. Liebe, Herz und Schmerz beschäftigen den Sänger und Autor in „Was ist geschehen“, wo es schließlich im Refrain heißt: „ ... Warum muss die Liebe aus unser’m Leben gehen?“ Melancholie macht sich schließlich stimmig und stimmungsvoll in „Herz im Gepäck“ breit. Hier kommen akustische Gitarre, herzzerreißend jaulende E-Gitarre und wieder eine Abschiedslyrik zusammen und klingen charmant nach Liedermacher-Musik. So verstanden ist das selbstbetitelte Album der MIKE SPRUN- KEL BAND Liedermacher-Rock. www.mikesprunkelband.de C.S. CHRIS BECKERS »Navigation« Chris Beckers ist ein niederländischer Gitarrist des Fusion- Jazz, der ab 1964 in Deutschland aufwuchs. Er fühlt sich aber nicht nur im Jazz, sondern auch im Blues und in der Weltmusik zu Hause. Seine Werke haben zwar einen stark geprägten Jazz-Charakter, aber seine anderen Einflüsse sind unüberhörbar. Eigene Kompositionen, Improvisationen und Spontaneität sind das Grundgerüst seiner Musik. Er nimmt den Hörer mit auf eine Reise in die kontemplative Welt der ungeraden Metren und Takt-Verschiebungen. Auf seinem neuesten Werk „Navigation“ regiert erst mal gitarrenbetonter Fusion-Jazz. Bei einigen Liedern hört man sogar Jazz-Fusion in bester Tradition von John McLaughlin und seinem Mahavishnu Orchestra heraus. Die spannende und gelungene jazzige Reise endet, wie sie angefangen hat. Mit BLESS 4 »Candy Pop« BLESS 4 ist eine in Phoenix/Arizona gegründete japanische Pop-Band. Mit „Candy Pop“ erscheint nun ihre dritte Single. Aber schon 2010 landeten sie mit dem Song „Dandelion“ einen kleinen Hit in Deutschland. Bei ihnen ist alles auf Spaß ausgerichtet und die Lust am Leben. Sie wollen uns mit „Candy Pop“ in ihre bunte Welt entführen, was ihnen auch gelingt. Einfach mal ein Stück gute Laune verbreitet und wo man nicht mit schweren Lyrics erschlagen wird. Der zweite Song „Thrill Me“ geht da schon eher in die R&B-Richtung, hat aber ebenso die gleiche Leichtigkeit wie „Candy Pop“. Auch wenn der Spaßfaktor hoch ist, so sind hier doch Musiker am Werk, die ihre Arbeit produktionstechnisch gesehen sehr ernst nehmen. Dies merkt man schon am perfekten Sound und an der Tatsache, dass die Lieder in den legendären Abbey Road Studios aufgenommen wurden. Wer mal ein paar Minuten abschalten möchte, hat hier die richtige Medizin gefunden. bless4.jp/HOME.html M.D. A. J. CROCE »Twelve Tales« Sänger, Songwriter und Pianist A. J. Croce trägt nicht nur den berühmten Namen seines Vaters Jim Croce. Vielmehr tritt er in dessen Fußstapfen und produziert vorzüglichen Americana, Blues und Folk-Stoff auf seinem Album „Twelve Tales“. Das in den Vereinigten Staaten, seiner Heimat, entstandene Album genoss die Bearbeitung großartiger Pro - duzenten. Allen Toussaint beispielsweise arbeitete bereits mit Dr. John und Paul McCartney. Doch letztlich zählt das Ergebnis: die Musik. Und sie klingt wie Musik für die Ewig - keit. „Right In Time“ eröffnet fast klassisch irisch. „What Is Love“ klingt nach Skiffle Country und versteht es, dich mit auf eine Reise über’s Land zu nehmen. „Tarnished And Shining“, ein romantischer Blues, lullt mit Gospel-Backing- THE SPIRITUAL BAT »Mosaic« Auf „Mosaic“ veröffentlichen THE SPIRITUAL BAT Dark Wave Rock, wie er in den Achtzigern besser nicht hätte klingen können. Aus den SPIRITUAL BATS hervorgegangen, präsentiert sich das italienische Duo mit kühlem und düsterem Szenario. Es schwirrt eine hallende E-Gitarre durch die atmosphärisch dichten Synthie-lastigen Songs. Angetrieben durch geradliniges Schlagwerk, regelrecht angepeitscht im Song „We Are Born We Live We Die“, Doom-artig in „Death March“. Dario Passamonti sorgt für die musikalischen Arrangements, Rosetta Garri kreiert die lyrischen Ergüsse aus morbiden und sehnsuchtsvollen Geschichten. Sie klingt beschwörend, eindringlich und gefährlich erotisch in „So Proud“. Die Zere - monienmeisterin war in früheren Tagen Schlagzeugerin. Nach „Cruel Machine“ ist „Mosaic“ das 7. Studiowerk, die vorangegangene Besetzung hinzugerechnet, und verspricht, auf den Gothic-Festivals und Clubkonzerten auf einer ihrer Europa- und US- Tourneen erfolgreich „einzuschlagen“. Das Duo zelebriert seine Konzerte mit aufwendigen Alchemie- Bildprojektionen. Wer mit Siouxsie And The Banshees, Cure oder Joy Division die Achtziger erlebt hat, wird auf jeden Fall dieser „spirituellen Fledermaus“ anheimfallen. www.reverbnation.com/thespiritualbat C.S. CATRIX »No.1« Die ersten Stücke von CATRIX stammen aus den späten Neunzigern. Auf dem brandneuen Album „No.1“ zeigt das Elektronica-Projekt des Sängers, Produzenten und „Visual Artist“-Botschafter Sarec seinen Hang zu mystischen und hypnotischen Beats. Einflüsse aus Euro Dance 8 3/2014 musiker MAGAZIN

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