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Musiker Magazin 03/2014

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Deutscher Rock & Pop Preis 2014 Y'AKOTO - Kunst bedeutet für mich spielen. Interview mit der Komponistin und Texterin Irene Paul über die Zusammenarbeit mit Wolfgang Petry Colin B - Gitarrist & Songwriter aus Leidenschaft verschafft sich Gehör! Vanessa Balscher - Mit Herz und Spaß zum Erfolg Bastian Korn - Was zählt, ist Qualität Nicefield - Ein Feuerwerk der Gefühle Dagmar Bunde - Mein Jazz Andy Lang - Bodenständig, fränkisch, keltisch und spirituell Christines Leidenschaften POND - Interview mit Wolfgang Paule Fuchs über die Anfänge in der DDR und die aktuellen Projekte Red Cat Entertainment - Interview mit Dr. Andreas Kassel Proberäume oder "Welche Sicherheiten können Sie uns bieten?" Music Licensing - die eigene Musik in Film, TV und Werbung Image? Brauch' ich nicht! - Die Angst der Musik, ins zweite Glied zu rutschen

36 STORIES RED CAT

36 STORIES RED CAT ENTERTAINMENT Interview mit Dr. Andreas Kassel MM: Bitte stelle unseren Lesern deine Firma „Red Cat Entertainment“ einmal vor. ANDREAS: RED CAT ENTERTAINMENT© (RCE) ist eine Musikproduktions-Gesellschaft mit jahrzehntelanger Erfahrung auf dem Gebiet der Künstlerentwicklung und -förderung sowie im Fernseh-, Film- und Werbebereich. Gegründet in den 90er-Jahren – damals noch als DOCTOR’S MAGIC ENTERTAINMENT zentral im Herzen von Hollywood gelegen –, arbeiten unsere professionellen Musiker, Toningenieure und Produzenten auch heute noch tagtäglich mit den Weltstars der Unterhaltungsindustrie zusammen. Inzwischen ist ein weiteres Aufnahmestudio unseres Sound - ingenieurs Alan Sanderson in San Diego dazugekommen, Produktionen finden aber nach wie vor auch in der Metropole Los Angeles statt. Der musikalische Stil von RED CAT ENTER- TAINMENT© (RCE) kann als zeitgenössisch, mo - dern, cinematographisch, themenorientiert und visuell bezeichnet werden. Die Arbeiten unseres variablen Teams sind auf vielen Alben weltberühmter Stars und in einer Vielzahl von Produktionen des Films, Fernsehens, Radios und von Commer - cials integriert und zu hören. Wir legen besonderen Wert auf das sog. „Artist Development“, wobei wir junge, talentierte Künstler bei ihren ersten Schritten im Musik - bu siness beraten, unterstützen und begleiten. Das Entwickeln eines individuellen Sounds, das Festigen eines Images und Stils sind dabei ebenso wichtig wie die Aufnahmen der Musik selbst. Als Notarzt bin ich es gewohnt, unter Druck und in außerordentlich schwierigen Ausnahme - situationen die Übersicht zu behalten, was sich im aufreibenden und nervenstrapazierenden Musik geschäft als sehr nützlich erwiesen hat. Mein zusätzliches Betriebswirtschaftsstudium mit Schwerpunkt Marketing leistet dazu sein Übriges. Mit diesen Voraussetzungen und einer Fülle von Erfahrungen in der Musikwelt von Los Angeles sind wir bestens gerüstet, den Herausfor de run gen der Entertainment-Industrie zu trotzen. MM: Du selbst bist eigentlich ausgebildeter Arzt. Wie kamst du zur Musik? ANDREAS: Mit 14 Jahren fing ich an, Gitarre zu spielen, zur damaligen Zeit vor allem Songs von Cat Stevens, Bob Dylan, James Taylor und den Beatles, später dann auch Rock’n’Roll und Rock - abilly aus den 50er-Jahren. Mit Mitte 30 begann ich, mich auf das Klavier zu konzentrieren, um die Möglichkeiten des Schreibens und Kompo - nierens von Songs zu erweitern. Den Traum, mein Leben der Musik zu widmen, hatte ich schon mit 18 Jahren. Da ich aber aus einer Medizinerfamilie komme, bin ich zunächst in die Fußstapfen meines Vaters getreten und eben - falls Arzt geworden. Während meines Medizin - musiker MAGAZIN 3/2014

STORIES 37 studiums in Italien, Holland und Deutschland lernte ich, mich in anderen Ländern in fremden Sprachen an immer verschiedenen Unis durch die arbeitsintensive Ausbildung zu kämpfen. Während dieser Zeit wuchs meine Liebe zur Musik mehr und mehr. Als Facharzt für Anästhesie, Intensiv- und Notfall - medizin war ich Anfang der 90er-Jahre leitender Notarzt bei Konzerten von u. a. Genesis und Phil Collins. Die Veranstaltungen solcher Mega stars waren dann die Initialzündung. Dort fand ich, was mich un - endlich interessierte: die faszinierende Welt des Show - business, die Aura von Ruhm, Stars und Reich tum. Ich selber hatte zwar noch nicht wie Genesis und Phil Collins. im Niedersachsen-Stadion in Hannover vor 60 000 Zuschauern gespielt, sondern nur vor maximal 2 000 Besuchern. Aber ich konnte backstage die Atmosphäre und die Begeisterung hautnah miterleben und genießen. Nachdem ich in der Medizin alles vom Facharzt bis zum Doktortitel erreicht hatte, blieb für mich nur die Möglichkeit, entweder die nächsten 30 Jahre auf meinem Posten auszuharren und ewig meinem Traum hinterherzutrauern oder einen Schlussstrich zu ziehen. Da ich nicht zu Halbheiten neige, konnte ich auch die Musik nicht nur ein bisschen nebenher laufen lassen, sonst wird man weder der Medizin noch der Musik gerecht. Es musste also eine Entscheidung getroffen werden, die mein gesamtes Leben verändern sollte. In den 90er-Jahren gab es weltweit nur wenige Städte, in denen die Infrastruktur vorhanden war, um absolut professionell im Pop- und Rockmusikbereich arbeiten zu können. Nach Meinung der meisten Exper - ten waren das damals London und Los Angeles. Da in London die Lebenshaltungs- und Produktions kosten sehr hoch und der Eintritt als Außenseiter in die Musik - szene sehr schwierig waren, wählte ich die Möglich - keit, nach Los Angeles zu gehen. In LA war einfach alles anders. Menschen von überall auf der Welt strömten in diesen Schmelztiegel der Unterhaltungsindustrie. Die Stadt atmete praktisch Film, Fernsehen und Musik. Der Großraum Los Angeles umfasste rund 22 Millionen Einwohner, von denen ein beachtlicher Teil im Unterhaltungsgeschäft tätig war. Nichts schien hier unmöglich: „The sky’s the limit“. Aus diesem Grunde, und nicht nur wegen des ständigen Sonnenscheins, blauen Himmels und des milden Klimas, war alles, was im Showbusiness Rang und Namen hat, hier vertreten. Als ich nach LA kam, kannte ich dort niemanden, bin vielen Ganoven in die Arme gelaufen, die einen Neuling auf drei Meilen gegen den Wind witterten und mir das Geld aus der Tasche zogen. Ich musste sehr viel Lehrgeld bezahlen, der Preis für Unwissenheit 8

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