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Musiker Magazin 03/2013

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Leslie Clio – „Meine Lieder sind reine Reflexion“ Lisa Fitz – „Der lange Weg zum Ungehorsam“ Eclipse Sol-Air – Eine Prog-Rock-Band will ohne Major-Deal hoch hinaus Fernsucht – Deutscher Pop-Preisträger 2012 Safiya – The Orient meets the Occident30 René Ulbrich – „So weit so nah!“ GEMA: Rechtsstaatswidrig? GEMA-Petition – Beschlussergebnis Deutscher Bundestag Das Groovephänomen – eine Analyse Führungsstile in Bands – Braucht jede Band einen Bandleader? Was ist eigentlich eine Band juristisch betrachtet

60 CD-REZENSIONEN

60 CD-REZENSIONEN REVOLVERHELD »Immer in Bewegung« Die deutsche Rockband REVOLVERHELD wurde 2002 in Hamburg gegründet und vor allem durch Songs wie „Ge ne ration Rock“, „Freunde bleiben“ oder auch „Mit dir chill’n“ bekannt. Mit ihren Texten sprechen sie vor allem das jüngere Publi kum an und schafften es bisher immer, die Texte so authentisch wie möglich zu schreiben. Hinzu kamen eingängige Melodien und Refrains, die leicht mitzusingen waren und auch live das Publikum mitreißen konnten. Die aktuelle CD „Immer in Bewegung“, die Ende September 2013 er - schien, zeigt deutlich, dass sich die Band und natürlich ihre Musiker weiterentwickelt haben. Die Jungs waren ständig in Be - wegung und deswegen trifft es der Titel des Albums auch perfekt. Hört man sich die Alben „Revolver held“ (2005), „Chaostheorie“ (2007), „In Farbe“ (2010) und „Immer in Bewegung“ (2013) chronologisch an, dann merkt man diese Entwicklung deutlich. Die Texte drehen sich zwar immer noch um Liebe und andere zwischenmenschliche Alltags er - lebnisse, aber die Musik ist experimentierfreudiger geworden, weniger rebellisch und meiner Mei nung nach durchproduzierter. Aber alles in allem will man bei diesem Album einfach nur zuhören, sich zum Teil mit den Texten identifizieren und die Welt für einige Minuten ausblenden. www.revolverheld.net A.J.-D. 2RAUMWOHNUNG »Achtung fertig« Vier Jahre hat sich das im Jahre 2000 ge - gründete Berliner Elektropop-Duo 2RAUM- WOHNUNG Zeit gelassen, um ein neues Album zu veröffentlichen. Nach der letzten Scheibe „Lasso“ ist „Achtung fertig“ das siebte Album von Inga Humpe und ihrem Lebensgefährten Tommi Eckart. Diesmal flogen die beiden über den großen Teich nach Los Angeles und San Francisco, um ihr neues Album aufzunehmen. Und dort fanden 2RAUM WOHNUNG zu ihren Wurzeln zurück. Ursprünglich drehte sich alles um einen ravigen Sound, der nach und nach immer verspielter wurde und sogar Elemente von Pop, Bossa nova, Techno und Punk enthielt. Auf „Achtung fertig“ sucht man diese Elemente allerdings vergebens. Hier geht es wie in den Anfangszeiten wieder mehr um elektronische Klänge. Die Single auskopplung „Bei Dir bin ich schön“, die im August dieses Jahres er - schien, ließ erahnen, in welche Richtung es gehen wird. Zwar sind hier und da eine Gitarre oder einige akustische Instrumente zu hören, das Augen merk liegt bei dieser Anfang Septem ber veröffentlichten Platte aber auf der Elek tronik. Für Fans der ersten Stunde ein absolutes Muss. Tanzbar, kraftvoll und mit der unverwechselbaren Stimme von Inga Humpe. www.2raumwohnung.de A.J.-D. JOHN LEGEND »Love in the future« Auf die Veröffentlichung dieses neuen Albums von Grammy-Preisträger John Legend mussten Fans stolze fünf Jahre waren. Sein letztes Soloalbum „Evolver“ erschien 2008 und erreichte den vierten Platz der US Billboard Charts. 2011 entstand mit „Wake Up!“ eine Album-Kollaboration mit der Hip-Hop-For - mation „The Roots“. Für die Pro duk tion des aktuellen Longplayers „Love in the future“ nahm der Sänger, Songwriter, Pianist und Produzent unter anderem Kanye West und Dave Tozer mit ins Boot. In den 16 Songs auf der Scheibe zeigt John Legend, dass guter Soul und R’n’B durchaus Ecken und Kanten besitzen und dennoch bestens für den Main - stream geeignet sein kann. Warme Klavier - klänge erzeugen ein wenig Nostalgie und um schlingen gekonnt John Legends Gesang, der sich ganz und gar den Texten hingibt. Und die sind teils verspielt, teils deutlich. Es geht um die Liebe. Ich habe keine Ahnung, wie die Liebe in der Zukunft aussieht, aber die aktuelle Platte von John Legend scheint eine kleine Rolle zu spielen. Ohne große Umwege und Experimente, ent spannter Soul und R’n’B, wie man ihn heutzutage eher selten findet. www.johnlegend.com A.J.-D. ECLIPSE SOL-AIR »Schizophilia« Mit Produzent Frank Bornemann (ELOY) haben ECLIPSE SOL-AIR einen Mann gefunden, der die Musik perfekt in Szene setzen kann – und dies auf höchstem Niveau. Denn nur so ist es möglich, die vielen Details in den einzelnen Songs zu hören und mitfühlen zu können. Progressiver Rock, der teils experimentell, teils eingängig ist und den man unbedingt in Ruhe und mit Hingabe hören sollte. Und selbst bei der Sprachaus - wahl war die in Bayern ansässige Band sehr abwechslungsreich: Französisch, Englisch und Deutsch. Die verschiedensprachigen Text passagen sind ineinander verflochten und sorgen manchmal für ein wenig Verwirrung. Aber auch die verschiedensten Musikstile werden miteinander vermischt. Von Folküber Pop-Rock bis hin zu Reggae, Funk und Klassikpassagen ist alles dabei. Sogar weltliche Musik hat ihren Platz auf „Schizophilia“ gefunden und so ist der Name des Albums auch wirklich Programm. Selten habe ich eine solch abwechslungsreiche Prog-Rock- Scheibe gehört, die durch ihre Arrangements absolut zu überzeugen weiß. Professionell aufgenommen und abgemischt, dynamisch und absolut mitreißend. Hier sollte man sich wirklich die Zeit nehmen und zuhören – denn nur so kann einem kein Detail entwischen. Man würde eine Menge verpassen. www.eclipse-sol-air.com A.J.-D. KAYLEIGH LEITH »This Woman« „This Woman“ ist das zweite Album einer jungen Künstlerin, die durchstartet: Kayleigh Leith. Und diese zwei Anläufe sind noch gar nichts. Ihre wandlungsfähige Stimme reicht von klassischen Nashville-Country- Songs über Rock bis hin zum Blues. Viele Texte hat Kayleigh selbst geschrieben, so auch den Titelsong „This Woman“, zusam- men mit dem Produzenten und interessanten Singer-Songwriter Rob Crosby, der bereits mit Carl Perkins, Paul Simon u.v.m. zusammen ge arbeit hat. Auf dem nächsten Album wird diese Frau – jede Wette – so loslegen, wie sie es eigentlich kann: Boom- Tschack Boom-Tschack „Bet You !“ Jasmines Tipp: „Bet You !“ www.KayleighLeith.com Zu beziehen über: www.klwebshop.com und www.amazing-records.eu J.B. HOPMAN »Epitome« HOPMAN alias Christian Höpfner startete seine musikalische Karriere 1993 in Zusam - menarbeit mit einem Gitarristen. In dieser Besetzung wurden zwei Alben veröffentlicht: „Without … Secrets?!“ (1995) und „Sense“ (1997). Bereits ein Jahr später nahm HOPMAN sein erstes Soloalbum auf, zwei weitere Alben folgten 2002 und 2004. Seine Soloalben nahm er alle mit einem 4-Spur- Rekorder auf, wie es damals laut Wikipedia die Beatles bei „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ getan haben. Und wo wir gerade schon bei den Beatles sind: Das Artwork des aktuellen Albums erinnert vom Stil her ein wenig an das Artwork von „A Hard Day’s Night“. Die aktuelle Scheibe „Epitome“ nahm HOPMAN in seinem Home-Studio auf. Die Songs reichen von sehr rockig über psychedelische Keyboard-Parts bis hin zu poppigeren Klängen. Und auch hier erinnern mich einige Stücke stellenweise an die Beatles. Alles allerdings moderner arrangiert und aufgenommen. Einflüsse von Jethro Tull sind ebenfalls zu erkennen, und was ich per sönlich am wichtigsten finde, ist dieses ehrliche und wirklich tolle Songwriting. Hier klingt alles echt, unverfälscht und handgemacht. Musik, wie man sie heutzutage leider viel zu selten findet. www.hopman-music.com A.J.-D. musiker MAGAZIN 3/2013

CD-REZENSIONEN 61 5FT HIGH & RISING »Follower« Bei der Band 5FT HIGH & RISING handelt es sich um fünf Jungs aus Alfeld in Nieder - sachsen, die bereits seit 2009 zusammen Musik machen. Genauer gesagt handelt es sich hierbei um Songs, die man alle in die Hardcore-Schublade stecken kann. Das im Oktober 2013 erschienene Album „Follower“ überzeugt mit feinstem Melodic Hardcore, bei dem auch gerne mal zu elektronischen Hilfsmitteln gegriffen wird. Diese werden allerdings erfreulicherweise eher sparsam eingesetzt, denn oft überladen Bands, die in diesem Genre unterwegs sind, ihre Songs mit zu viel elektronischen Spielereien. Hier ist man bodenständig geblieben und verpackt die Stücke in modernen Hardcore-Sound mit schweren Gitarren, treibenden Drums und groovigen Riffs. Die Shouts sind teils wütend, teils emotional mit cleanen Passagen. „Follower“ kann mit seinen 13 abwechslungsreichen Post-Hardcore-Songs wirklich überzeugen und lässt keine Langeweile auf - kommen. An dem Album hat man von Anfang bis Ende Spaß und das nicht nur einmal. Diese Scheibe legt man gerne mehrmals in den CD-Player und lässt sich von der Musik packen. www.facebook.com/ffhar A.J.-D. VENTANA AL VERANO »Marialy Pacheco und David Jehn« Marialy Pacheco gehört zu den talentiertes - ten kubanischen Pianisten/Musikern ihrer Ge ne ration. Sie gewann 2012 den Montreux- Solo-Piano-Wettbewerb – als erste Frau! Ihr Spiel ist ganz und gar emphatisch und integer. Sie deckt die innere Wahrheit einer Komposition auf, erweckt sie zum Leben und erspielt die gemeinsame Begegnung. David Jehn ist nicht nur ein sehr erfahre- ner Bassist, sondern auch Dozent für Bass an der Universität von Bremen. Zusammen interpretieren sie lyrische musikalische Illus - trationen und Bilder eines imaginären Fensters zum Sommer, die Ingo Höricht komponiert hat. Inspirierende und gelungene Im - provisationen zwischen Ausbrechen und Wieder zusammenfinden. Eine lebendige und über zeugende Produktion. Jasmines Tipp: „First Snow“ und „On the Way“ www.ingo-hoericht.de Zu beziehen über: www.ingo-hoericht.de/ventana.php?p=5 HIGH SOUTH »Now« J.B. Die Gruppe HIGH SOUTH, das sind vier Singer-Songwriter im Aufbruch. Sie stellen eine ganz besondere Produktion vor: moderne, stimmungsvolle Balladen, West - coast-Rock mit Satzgesang, getragen von einem mutigen, neuen Geist. Das Innovative und Neue ist, dass hier nicht gekämpft, sondern er kannt wird. Interessante gedankliche Umkeh run gen, kluge, minimalistische, runde Texte und Melodien von Männern, die sich mit ihren Gefühlen auseinandersetzen – jetzt. „I’d rather miss you“: Wenn du, die ich liebe, nicht da bist, fange ich nichts mit einer anderen an – lieber vermisse ich dich. Steven Diamonds „I See Sky“: „You think we’re fighting and I think we’re finally talking …“ (Du denkst, wir streiten, und ich denke, dass wir endlich reden). „You hear words in a shout, I hear feeling pouring out …“(Du hörst geschriene Worte, ich höre hervorquellende Gefühle). Ver trauen in die eigene Wahrnehmung der bestehenden Situation, rebellische Aufrich tigkeit als Voraussetzung für die Wendung zum Posi - tiven – so ein Lied habe ich noch nie gehört! „Love on“ – zeilenübergreifende, eigen formulierte kraftvolle Ermutigung: „The world may see so wrong, when you feel like hope is gone – love on“. Und dazu die Manpower von Könnern: der Schlagzeuger Shannon Forrest tourt u.a. mit dem großartigen Michael McDonald; der Bassist Glenn Worf (u. a. Mark Knopfler), der Pianist und Session Leader Matt Rollings (Knopfler, Billy Joel etc.), um nur einige zu nennen. Aber … Instrumentierung muss dem Sinn der Aussagen folgen. Modernes Denken braucht den entsprechenden Sound, Zu ver - sicht passt nicht in altbackene Klangbilder. Mit ängstlichen Arrangements, auf Hör ge - wohnheiten ausgerichteten Instrumentierungen, sind viele bewusst freige lassene Räume hermetisch geschlossen, übereifrig mit Strei chern und Slide Guitars überfrachtet worden. In verständnisloser Routine wurde manches Mal an den Songs vorbeigearbeitet. Die Hoffnung bleibt: „Practice makes perfect … you see clouds, I see sky“. Jasmines Tipp: „I see (the next stars in the) sky“ www.highsouthmusic.com/biography.html Zu beziehen über: www.universal-music.de MELLOW MELANGE »Handbag« Der Komponist Ingo Höricht und der Texter Thomas Christen haben musikalische Ge - schichten geschrieben über die Gegen - stände, die in einer Damenhandtasche zu finden sind: Lippenstift, Postkarte, Schlüssel, Handy u.v.m. Persönliches, Erinnerungen, Alltägliches sind in – teils surrealen – Text - bildern zusammengefügt. Nette Idee. Das Resultat ist ein durchdachtes und sorgfältig durcharrangiertes Konzeptalbum. Stili stisch sind alle bekannten Sparten von Jazz, Rock, Chanson bis Schlager und Tangoelementen aufgesucht worden. Sonja Firkers schöne Stimme meistert alle Melodiebögen mit ihrer so leicht klingenden, jazzigen Stimme. Launige Kaffeehausmusik, unaufdringliche, komplexe Arrangements, die so einiges an professioneller Erfahrung erfordern. Jasmines Tipp: „Mirror“ www.mellow-melange.de Zu beziehen über: www.nil-records.de J.B. TABEA »Memories« J.B. TABEA wuchs in Medenbach im Lahn-Dill- Kreis auf und machte ihre ersten musikali- schen Erfahrungen im Kinderchor der Freien Evangelischen Gemeinde Medenbach. TABEA spielt Violine und singt von Jazz-Pop bis hin zu Musicals. 2008 arbeitete sie als Kurz - zeit missionarin in Japan und studiert seit 2010 Deutsch und Arabistik. Nun hat sie ihr Können auf CD gebannt und zeigt in 12 tollen Songs, wie vielseitig ihre Stimme sein kann. Auf der aktuellen CD „Memories“ singt TABEA überwiegend Lieder der japanischen Sängerinnen Kou Shibasaki und Mika Nakashima, die mit einem neuen englischen Text versehen wurden und die wahnsinnig gut zur eher zarten Stimme von TABEA passen. Und mit „Light in your eyes“ ist auch ein Song von Sheryl Crow mit dabei, dem sie ihre ganz persönliche Note verleiht. Die Songs sind teils rockig, teils poppig und auch mal mit Country-Elementen versehen. Keine CD zum Tanzen, aber zum Zuhören, Ent span - nen und Träumen. www.klaus-giebeler.de A.J.-D. MARTIN ENGELIEN »Go Music Two« Der musikalische Werdegang von Martin Engelien begann, wie es vielleicht viele kennen, im Alter von zehn Jahren mit der Block - flöte. Es folgten die elektrische Heimorgel und eine Akustikgitarre. Mit 13 Jahren entdeckte Martin Engelien den Bass, der ab 1982 in Form eines E-Basses sein Haupt - instrument ist. Er gehörte 1983 zu den Grün - dungsmitgliedern der Klaus Lage Band und wurde ein Jahr später durch den Hit „1000 und 1 Nacht“ zum nationalen Popstar. Wer sich für seine wirklich eindrucksvolle Bio - grafie interessiert, der sollte unbedingt seine Home page besuchen, denn es würde hier den Rahmen sprengen, alle wichtigen musikalischen Stationen zu nennen. „Go Music“ ist prak tisch sein „Lieblings-Baby“, wie Martin Engelien selbst schreibt, und eine 3/2013 musiker MAGAZIN

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