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Musiker Magazin 03/2013

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Leslie Clio – „Meine Lieder sind reine Reflexion“ Lisa Fitz – „Der lange Weg zum Ungehorsam“ Eclipse Sol-Air – Eine Prog-Rock-Band will ohne Major-Deal hoch hinaus Fernsucht – Deutscher Pop-Preisträger 2012 Safiya – The Orient meets the Occident30 René Ulbrich – „So weit so nah!“ GEMA: Rechtsstaatswidrig? GEMA-Petition – Beschlussergebnis Deutscher Bundestag Das Groovephänomen – eine Analyse Führungsstile in Bands – Braucht jede Band einen Bandleader? Was ist eigentlich eine Band juristisch betrachtet

30 STORIES ein Weg zu

30 STORIES ein Weg zu weit, kein Fluss zu tief, kein „KBerg zu hoch, kein Ziel zu groß.“ Das sind die Worte eines Mannes, der nie aufgegeben hat zu kämpfen. René Ulbrich gilt als der „Selfmademan“ der deutschen Musikszene, er hat sich nach vorn geboxt – ohne Castingshow, ohne Manager, ohne Geldgeber. Ein Idealist, der sein Ziel nie aus den Augen verlor und seinem unverkennbaren Stil immer treu blieb. Nach zahlreichen Band- und Musikprojekten im englischsprachigen Genre widmete sich René 2011 komplett der deutschsprachigen Musik und prompt wurde ihm der „Deutsche Rock & Pop Preis“ in der Kategorie „Bester Schlager sän - ger“ von Deutschlands größtem und erfolgreichstem Nachwuchsfestival verliehen. Er gilt somit als eines der hoffnungsvollsten Nachwuchs talente Deutsch lands. MM: Erzähl uns doch kurz, wie du zur Musik gekommen bist. RENÉ: Ich habe schon sehr früh begonnen. Als 6-Jähriger hat mich mein Vater zum Klavier unter - richt geschickt, den ich sehr widerwillig gemacht habe. Klassik und Theorie einem Kind zu vermitteln, das lieber mit Freunden Fußball spielt, ist schon echt Hardcore. ;-) Aber ich habe bald festgestellt, dass ich mit den Notenkenntnissen ja auch ganz andere Musik spielen kann, nämlich die meiner Vorbilder, und das waren ganz klar die Beatles und ABBA. Es war nicht meine Zeit, aber diese Musik hat mich schon beim ersten Hören begeistert. Und so habe ich dann schon im Alter von 12 Jahren meinen ersten eigenen Song geschrieben. Mit 15 dann der erste große Auftritt mit einem eigenen Song und Zu gabe rufen, da war für mich klar: Ich will auf die Bühne! MM: Von Elvis und John Lennon zum Schla - ger. Wie kam es zu diesem musikalischen Wandel? RENÉ: Nun, es ist eigentlich kein wirklicher Wandel. Wo fängt Schlager an, wo hört er auf? Ich habe schon immer die Melodie in Songs gesucht, in vielen Beatles-Titeln fand ich sie. Es waren, wenn man es unbedingt kategorisieren will, eigentlich auch Schlager. Tolle Harmonien, einfache Texte, sofort mitsingbar. Ich bezeichne meine Musik eher als Pop denn als Schlager, aber das soll jeder für sich selbst entscheiden. Wichtig ist, dass es draußen den Leuten gefällt und man hinter seiner Musik stehen kann. Und das kann ich zu 100%. Viele Songs in den Hitpa - DEUTSCHER SCHLAGERSÄNGER 2012 RENÉ ULBRICH »So weit so nah!« ra den sind total einfach gestrickt, und würde man sie auf Deutsch singen, würde man sie plötzlich in die Kategorie „Schlager“ stecken. MM: Was unterscheidet dich von anderen Musikern deines Genres? RENÉ: Ich denke, vor allem in der Art meiner Kom - positionen und des Sounds. Ich mag einfache Me lodien, die sich sofort ins Ohr festsetzen, aber ich mag keine primitiven Melodien, die man nach dem dritten Mal nicht mehr hören kann. Ebenso beim Text. Ich mache aussagekräftige Texte mit einer klaren Message, kurz und schnell verständlich, dennoch mit der nötigen Portion Poesie. Den Sound produziere ich sehr poppig und zeitgerecht, denn ich möchte auch das junge Publi - kum erreichen. Das ist mein Anspruch. Gepaart mit meiner Stimme habe ich in diesem Genre einen eigenen, unnachahmlichen Stil entwickelt. In meiner Live-Show arbeite ich mit viel Licht- und Pyrotechnik, mit Posen und Gesten, wie man sie sonst nur von Rockern kennt. Ich will polarisieren und möchte kein Schmuse sän - ger sein. musiker MAGAZIN 3/2013

STORIES 31 RENÉ: Zum Zeitpunkt der Preisverleihung steckte ich gerade voll in der Produktion meines Debüt- Albums „So weit so nah“. Knapp zwei Monate nach dem Deutschen Rock & Pop Preis habe ich das Album und meine Single „Nur Du und ich“ ver öffentlicht. Mit der Single erreichte ich den ersten größeren Airplay-Erfolg. 10 Wochen in Folge war der Song in den Top 50 der konservativen Airplay-Charts vertreten, viele bundesweite öffentlich-rechtliche Rundfunksender spielten die Nummer. 300 Rundfunkeinsätze erzielte ich allein im letzten Jahr! Außerdem war ich einige Male im MDR-Fernsehen und auch bei weiteren TV-Sen - dern zu sehen. MM: Ich hab gehört, dass du ein Selfmade - man bist. Was machst du alles selbst? RENÉ: Nach einigen windigen Managern und „Partnern“, mit denen ich gehörig auf die Nase ge - fallen bin, habe ich mich entschlossen, alles selbst in die Hand zu nehmen. Es gibt so viele Leute, die nur reden, aber keine „Macher“ sind. Um nicht mehr von jemandem abhängig zu sein und mich auf andere verlassen zu müssen, habe ich mir gesagt: Warum machst du das nicht einfach alles selbst? Und so habe ich es dann auch gemacht. Ich brenne und lebe für die Musik und mir war klar: Ich kann mir nur selbst helfen, die Märchen - ge schichten, „entdeckt zu werden“, gibt es heute im hart umkämpften Musikmarkt nur noch als nette PR-Geschichte. Ich denke, dass es Zeit ist für guten, talentierten Nachwuchs. Wir haben eine Helene Fischer und eine Andrea Berg, doch bei den männlichen Acts klafft da momentan ein großes Loch, man lebt von den Altmeistern wie Kaiser & Co. Diese Lücke will ich schließen. MM: Du hast 2011 beim Deutschen Rock & Pop Preis in der Kategorie Schlager gewonnen. Was hat sich für dich durch den Preis verändert? RENÉ: Ich habe mit diesem Preis sehr viel Presse akquiriert und in es auch immer wieder bei Inter - views und meiner Bio erwähnt. Ich denke, der Preis hat eine hohe Anerkennung in der Branche, mir hat er viele Presseberichte gebracht. Der Preis war für mich definitiv ein weiterer Baustein auf dem steinigen Weg nach oben. MM: Wie ist es danach musikalisch für dich weitergegangen? Ich habe erst mal angefangen, meine selbst produzierten Songs dem Rundfunk anzubieten. Ich habe mich in mein altes 500-Euro-Auto ge - setzt und bin durch die ganze Republik gefahren, zu allen großen Radiosendern, für die meine Musik infrage kommen könnte. Mir war klar, dass ich dort persönlich hin muss, denn bei über 100 Post - sendungen pro Woche muss man auffallen! Es gab Sender, da bin ich direkt am Pförtner vorbei zum Musikredakteur gelaufen und wir haben uns gemeinsam die Nummer angehört. Dann gab es Redakteure, die es als absolute Frechheit empfanden, dass ich einfach ohne Termin im Sender auftauche. O-Ton: „Das ist mir in 20 Jahren nicht passiert. Wir werden Sie nie spielen bei uns!“ Nach dieser Tour hatte ich alle wichtigen Namen in meiner Kartei, das Gleiche habe ich beim Fern - sehen gemacht. Adressen und Namen sammeln ist ganz wichtig. Und immer wieder dranbleiben, mit aktuellen Geschehnissen, Titeln, Erfolgen infor - mieren. Ich mache also die komplette PR-Geschichte (Radio, Presse, TV), das Booking, das Kom po nie - ren und Produzieren sowie die Fanclubarbeit 8

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