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Musiker Magazin 03/2013

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Leslie Clio – „Meine Lieder sind reine Reflexion“ Lisa Fitz – „Der lange Weg zum Ungehorsam“ Eclipse Sol-Air – Eine Prog-Rock-Band will ohne Major-Deal hoch hinaus Fernsucht – Deutscher Pop-Preisträger 2012 Safiya – The Orient meets the Occident30 René Ulbrich – „So weit so nah!“ GEMA: Rechtsstaatswidrig? GEMA-Petition – Beschlussergebnis Deutscher Bundestag Das Groovephänomen – eine Analyse Führungsstile in Bands – Braucht jede Band einen Bandleader? Was ist eigentlich eine Band juristisch betrachtet

18 STORIES nach 20

18 STORIES nach 20 Jahren ist das wie eine Scheidung. Ich habe dann kurzfristig damit geliebäugelt, mein Booking selbst zu machen, habe das aber nach sechs Wochen verworfen. Ich würde alle Ver trä - ge verlegen, Termine durcheinanderbringen und wahrscheinlich schlechte Deals machen, weil alle am Telefon so nett sind. Ich denke, Künstler sollten keinesfalls für sich selbst verhandeln. MM: Traumberuf: Künstler. Siehst du das ähn lich? Welche Schattenseiten gibt es? LISA: Du musst mit Erkältung & Fieber auf die Bühne, du musst da oben 1000%ig gut drauf sein oder so tun, Schwächen interessieren niemanden, nur das Entertainment und das Meistern der Schwächen. Die Schattenseite der Popula ri - tät z. B. sind u. a. der Verlust der Privatsphäre, sobald man sich in die Öffentlichkeit begibt, das Funktionierenmüssen und immer so tun, als sei man bester Laune, (sonst ist man gleich „arrogant“) – immer stark sein müssen – und dass jeder miese Pressebericht, jeder Fehler, den man als Künstler oder Mensch gemacht hat, einstweilen jahrelang im Web herumgeistert. Eine öffentliche Person zu sein, dazu braucht man ein breites Kreuz. Ich möchte z. B. nicht Britney Spears sein oder eines dieser armen Mädels, die, kaum dass sie aus dem Haus gehen, von einem Presse - pulk verfolgt werden. Das ist kein Leben mehr. Bei mir beschränkt es sich auf die ungenierte An - glotze rei an Tank stellen, in Restaurants und beim McDonald’s oder so. Aber der Beruf Künst lerin ist und bleibt mein Traumberuf. Ich mache genau das, was ich will – mein Beruf ist meine Berufung. MM: Gibt es rückblickend Erfahrungen, auf die du gerne verzichtet hättest? LISA: Erfahrungen nicht, die waren alle interessant, privat auf jeden Fall – ansonsten hätt’ ich mir beruflich den Dschungel sparen können. Andererseits habe ich in der Folge dieser Staffel dann die Haupt- und Titelrolle in der Serie „Die Gerichtsmedizinerin“ bekommen, somit hat sich dadurch dann auch ein Traum erfüllt. Also ... es gibt eigentlich nix Schlechtes. Und es ist halt so: An Erfahrungen reift man, aus Fehlern wird man klüger und ich werde wahrscheinlich immer mal wieder ausbrechen und irgendwas Grenzwer ti - ges oder Verrücktes tun, was mir persönlichen Spaß macht – einfach auch deshalb, weil mir ein reines Kabarettisten-Dasein mit einem dauererigierten Zeigefinger zu öde wäre. MM: Social Media wird immer wichtiger, um sich selbst und seine Produkte zu bewerben. Wie stehst du dieser Entwicklung gegenüber? LISA: Ich benutze Facebook, XING, Twitter, LinkedIn etc. als PR-Werkzeug, es kostet nichts und hilft bei der Vermarktung oder um gesellschaftspolitische Statements abzugeben. Privat interessiert es mich kaum. MM: Beim letzten Interview mit dem Musiker Magazin hast du von deinem Projekt der „Ersten Münchner Kabarettschule“ erzählt. Konntest du deine Vorstellungen bisher um - setzen? LISA: Die Kabarettschule wurde im Juni 2012 ge gründet, als Patent angemeldet und hatte seither zirka 50 Schüler. Der Unterricht läuft in Form von Workshops ab. Einige Teilnehmer davon gehen schon den Weg auf die Bühnen, andere bibbern noch bisschen rum. Sogar ein Minister hat schon teilgenommen und die Tochter eines sehr bekannten Kabarett-Altmeisters. Aber auch hier zeigt sich: Weiter kommen nur die, die wirklich den Willen dazu haben! MM: Du bist für viele Leute ein Vorbild. Hast du selbst musikalische Idole oder Vorbilder? LISA: Vorbild war mein Großvater Hans Fitz, der Begründer der Künstlerfamilie Fitz. Er war Autor, Rezitator, Sänger und Lautenspieler. Ihn habe ich mir als Vorbild für meine Berufswahl ge nommen, neben meinen Eltern, die auch Künstler waren. Tina Turner finde ich toll – als Sängerin, als Künst - lerin, als Mensch. Aber mich inspiriert eigentlich fast jeder und alles, was ich sehe, auch die schlechten Künstler. Meine Kreativität kann sich an allem entzünden, was ihr ins Blickfeld gerät. MM: Was sind deine nächsten Projekte? LISA: Erst mal mit meiner neuen Agentin Heidrun Abels klarkommen, unsere gemeinsamen Ziele definieren und uns einarbeiten. Und dann geht’s ja schon wieder ans nächste Programm ... Titel suchen, Fotos machen, Plakate und Werbe ma - te rial entwerfen (lassen) – Texte und Songs schrei - ben ... und lernen. Vorher müssen Notizen, ge - sam meltes Material und Textideen gesichtet werden, ein grausamer Prozess. Aber wie immer: Irgendwann kommt Licht ins Dunkel, die Spreu trennt sich vom Weizen und es wird ein Pro gramm draus! WEB: WWW.LISAFITZ.DE INTERVIEW: JANA MOYSICH, OLE SEELENEMYER FOTOS: PETER KNIRSCH LISA FITZ „Der lange Weg zum Ungehorsam“ – Erinnerung für die Zukunft – Heyne Verlag ISBN 978-3-453-17925-7 WWW.HEINE.DE musiker MAGAZIN 3/2013

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