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Musiker Magazin 03/2013

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Leslie Clio – „Meine Lieder sind reine Reflexion“ Lisa Fitz – „Der lange Weg zum Ungehorsam“ Eclipse Sol-Air – Eine Prog-Rock-Band will ohne Major-Deal hoch hinaus Fernsucht – Deutscher Pop-Preisträger 2012 Safiya – The Orient meets the Occident30 René Ulbrich – „So weit so nah!“ GEMA: Rechtsstaatswidrig? GEMA-Petition – Beschlussergebnis Deutscher Bundestag Das Groovephänomen – eine Analyse Führungsstile in Bands – Braucht jede Band einen Bandleader? Was ist eigentlich eine Band juristisch betrachtet

14 STORIES MM: Du bist

14 STORIES MM: Du bist seit über 30 Jahren im Show - geschäft erfolgreich. Wie schwer war es für dich, diese Karriere für deine Biographie zu sammenzufassen? LISA FITZ: Anfangs war das, als sollte ich einen riesigen Erdhaufen mit einem Teelöffel abtragen. Die rettende Vision war dann, mein Leben in Bil - dern zu sehen – und als ich diese Bilder vor mir sah, kam ich mit dem Schreiben kaum mehr nach. MM: Was hat dich dazu bewogen, dieses Buch zu schreiben? LISA: Ich hatte Lust dazu und ich war nicht sicher, ob ich die später auch noch haben würde – und vor allem, ob’s dann noch wen interessiert. Mick Jagger soll auf die Frage, warum er keine Bio - grafie geschrieben hat, gesagt haben: „Alles vergessen.“ Wer weiß, ob das bei mir in zehn Jahren nicht auch so ist? Also besser jetzt als nie. MM: Du sprichst davon, dass der Bezug zum Text bei dir immer größer war als zur Musik. Wie genau meinst du das? LISA: Ich habe meine ersten Songs mit 13 ge - schrieben, Tagebuch ab zehn. Texte schreiben ist für mich seelische Gesunderhaltung, ich will und muss mich dem Papier und anderen Menschen Erkenntnisse mitteilen. Und ich kann das mit Zettel und Stift in jeder Lebenslage tun. Mein Intellekt ist hier überkreativ. Für Kompositionen brauche ich mehr meditative Ruhe und vor allem andere Leute, Studios, Produzenten, Arrangeure – auch, weil ich es bislang versäumt habe, mein Home Recording gut auf die Beine zu stellen. Selber schuld. »Der lange Weg zum Ungehorsam« Erinnerungen für die Zukunft MM: Als Jugendliche wurdest du selber von der Beatlemania mitgerissen. Denkst du, dass diese Faszination um eine Band heute noch in der Art möglich ist? LISA: Ja klar, so ein Hype entsteht immer wieder mal – aber die Halbwertszeiten der Hypes werden immer kürzer, weil der Hype heute zu 100% aus einer PR-Maschinerie und Musik-Industrie ge - speist wird, die den Künstler auspresst und dann wegwirft. LISA FITZ musiker MAGAZIN 3/2013

STORIES 15 Es ist für einen Künstler immens wichtig, verstehen und nachvollziehen zu können, was mit ihm gemacht wird und warum. Er muss die Mitte finden zwischen Zugeständnissen an Vermarktung und Authentizität. Ohne die rutscht er in den Fels - spalt zwischen Image und seiner eigenen Künstler - ambition und versinkt darin – in Form von Sucht, Depression, Absturz, Misserfolg u. Ä. MM: Wer Karriere machen will braucht För - derer. Welche Möglichkeiten hat man als junger Künstler, Kontakte zu knüpfen? LISA: Zuerst mal muss man überall, wo es nur geht, Kollegen suchen und die regelrecht ausquetschen und alles fragen, was einem einfällt – jeden Musiker, Komponisten oder auch Amateur- Produzenten, der greifbar ist. Bei Konzerten Künst ler fragen, die weiter sind als man selbst, Kontakte aufbauen und pflegen, Kommunikation ist hier alles. Denn jeder Kontakt öffnet Türen zu weiteren Kontakten. Das fängt bei der Amateur - band, die im Heimatort gastiert, an. MM: Welche Tipps kannst du jungen Musi - kern sonst noch geben? LISA: Geradezu penetrant von sich und seiner Berufung überzeugt zu sein. Das „Ich will“ ist der zentrale Impuls. Wissen, was man will, wohin man will, was man machen möchte bzw. sich dessen bewusst zu werden, ist das A und O. Denn ohne eine klare Vision schaffst du auch die kleinen Etappenziele nicht und bleibst bald auf der Strecke, weil die Freunde, Familie, Nachbarn dir das ausreden wollen. Es wäre also auf jeden Fall zielführend, eine Berufung, einen RUF in sich zu spüren oder dieses Pflänzchen zu gießen. Und mit niemand darüber zu sprechen, von dem man weiß, dass er einem das ausreden will. MM: Welche Attribute sollte man mitbringen, um sich langfristig im Musik-/Medien busi - ness durchzusetzen? LISA: Außer Talent und Fleiß eine gewisse Pe - netranz. Man darf sich nie – nie! – doof oder zu gut vorkommen, wenn man Klinken putzt. Der Wille, bekannt, berühmt, erfolgreich zu werden, sollte stärker sein als die Schüchternheit und die Scham – ich meine dieses Einknicken vor irgendwelchen Fuzzis u’ Sesselpupsern, die vielleicht zwei Jahre später gar nicht mehr auf ihrem Sessel sitzen. Die haben auch alle mal klein angefangen. Kurzfassung: Fleißig und frech sein! MM: Zurück zu dir: Inwiefern hast du dich in all den Jahren künstlerisch weiterentwickelt? LISA: Mein Qualitätsbewusstsein ist mit den Jahren gewachsen, außerdem mein Fleiß (ich war früher viel fauler) und mein Mut. Ich war mit 20 recht ge hemmt, nicht sexuell, aber im künstlerischen »Texte schreiben ist für mich seelische Gesunderhaltung, ich will und muss mich dem Papier und anderen Menschen Erkenntnisse mitteilen.« Selbstausdruck, ich war voller Träume, aber ohne wirklichen Mut, etwas davon auf die Bühne zu brin gen. Theaterrollen haben mir sehr geholfen, mich zu enthemmen, und gesamt 13 – oder waren’s 15? – Kabarettprogramme haben mich mutig ge macht. Insgesamt – ich habe mal nachgerechnet, waren es bisher um die 3 000 Solo - abende. Also, wenn man’s dann nicht gelernt hat ... Heute kannst du mich vor 5 000 Leute 8

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