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Musiker Magazin 02/2015

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Pasquale Aleardi – Deutscher TV-Kommissar tauschte zeitweilig die Kanone gegen Mikrofon und Tanzschuhe – und überzeugte in der Hauptrolle des Musicals „Chicago“ Deutscher Rock & Pop Preis 2015 – Anmeldung Alina Sebastian – Preisträgerin des Deutschen Rock & Pop Preises 2014 in der Kategorie „Singer“ Interview mit Laura Neubauer, Gründerin des Labels „Lacave records“ Alexander und Maximilian Blume – Blues- und Jazzmusik mit Intention Stage Band – Musik der 60er-, 70er- und 80er-Jahre Peter Reimer – Mit „Entschleunigungskonzerten“ gegen den Zeitgeist Max – Pop-Punk auf Deutsch Sarah Straub – Die große Pop-Neuentdeckung Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 2: CANNED HEAT – Boogie On Interview mit Dónal ó Ceallaigh Bürger7 – Eine Widmung an Siebenbürgen Der erfolgreiche Video-Release GEMA: Rechtsstaatswidrig? – Teil 2 Instrumentenversicherung Mach aus deinem Bandnamen eine Marke

40 STORIES MM: Du bist

40 STORIES MM: Du bist zwar in Irland aufgewachsen, lebst aber in Frankfurt. In welchen Situa tio - nen sprichst du Gälisch? Was fasziniert dich an dieser Sprache? Warum liebst du sie? DANNY: Gälisch ist die zweitälteste Sprache West - europas. Auf Platz eins ist die baskische Sprache. Mit meinem Hund spreche ich Gälisch, und wenn ich irgendeinen Schwachsinn verursacht habe, schimpfe ich mit mir selbst auf Gälisch. Wenn ich mit meiner Familie in Irland telefoniere, spreche ich auch Gälisch, aber in Frankfurt gibt es zurzeit leider keinen, mit dem ich mich in meiner Mutter - sprache unterhalten kann. Das wird sich aber hoffentlich ändern. MM: Die Lieder auf der CD sind sehr unterschiedlich und abwechslungsreich. Manche fröhlich und beschwingt, andere eher me - lan cholisch. Geschah dies bewusst oder hat sich das so ergeben? DANNY: Ich bin ein Mann, also war ich zwar nie schwanger, aber meine Songs sind wie Kinder für mich. Wenn die auf die Erde kommen, hast du keine Ahnung, ob dein Kind sehr nett, lieb und einfach oder schwierig sein wird. Eines der Kinder könnte sehr egozentrisch sein, ein anderes hilfsbereit, ein anderes sehr launisch und eines ein sehr schwieriger Mensch. Das kann man vorher nicht wissen. Die Lieder kommen raus, wie sie sind, und man kann sie nicht bestellen wie einen Gegenstand aus einem 3-D-Drucker. Meine Songs sind meine Kinder. Es gibt welche, die sehr fröhlich sind, andere, die lustig sind, andere me - lan cholisch und tief, wieder andere träumerisch und so weiter. MM: Einige der Songs thematisieren die Finanzkrise, die Irland fast zum Verhängnis geworden wäre. Du hast gesagt, dass es die Aufgaben eines Künstlers seien, Menschen eine Stimme zu geben, wenn sie selbst keine mehr haben, und der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Wie genau tust du das? DANNY: Ich mache das mit zwei Songs auf meiner CD. Die zwei Songs reflektieren Dinge, die Iren mir persönlich gesagt haben, oder Dinge, die ich Iren im Fernsehen habe sagen hören. Ich habe ein Interview gesehen mit einer Frau, die mit ihren vier Kindern in Dublin lebt. Das Haus war zu fast 60% abbezahlt. Dann kam die Finanzkrise. Ihr Mann hat seinen Arbeitsplatz verloren und plötzlich konnte die Familie die monatlichen Raten für ihr Haus nicht mehr bezahlen. In so einer Situation nehmen die Banken die Häuser zurück und be - halten das Geld. Das führte dazu, dass der Ehemann sich das Leben nahm, weil er es nicht mehr aushalten konnte. Das ist in Irland mehrmals passiert, „Finan- cial Suicide“ nenne ich das. Die arme Frau war sehr traurig, hat aber gleichzeitig versucht, für ihre »Meine Songs sind meine Kinder. Ich habe sie alle auf die Erde gebracht und sie liegen mir alle sehr am Herzen. Sie sind persönlich, aber behandeln auch Themen, die jeden irgendwie betreffen.« Kinder positiv zu bleiben. Dieses Interview hat mich sehr tief getroffen. Es gab sehr viele ähnliche Situationen in Irland. Diese Art von Stories haben meinen Kugelschreiber gesteuert, als ich die Texte für die zwei Songs geschrieben habe. Ich bin ein Mensch, der die Schmerzen von anderen fühlt. Ich gebe den Leuten eine Stimme durch meine Songs. MM: Das Album ist sehr persönlich. Viele der Lieder hast du bereits in jungen Jahren kom - poniert. Welches ist dein Lieblingslied und warum? DANNY: Ich habe kein Lieblingskind. Ich habe sie alle auf die Erde gebracht und sie liegen mir alle sehr am Herzen. Ich könnte sagen, dass das blonde Kind mein Lieblingskind ist, aber das würde die anderen ärgern. Und meine Songs will ich nicht ärgern, denn sonst klingen die schlecht, wenn ich sie singe. Die Lieder sind persönlich, aber behandeln auch Themen, die jeden irgendwie betreffen. So kann sich jeder mit ihnen identifizieren. MM: In „Idirlíon“ kritisierst du die Allgegen - wärtigkeit des Internets, insbesondere der Social-Media-Netzwerke. Was sind deiner Meinung nach Gefahren dieser vernetzten Welt bzw. der pausenlosen Erreichbarkeit? DANNY: „Idirlíon“ ist das gälische Wort für In ternet. Es ist ein sehr leichtes und lustiges Lied. Es kritisiert Social Media nicht direkt. Ich bin jeden Tag mit Social Media beschäftigt. Es macht mir Spaß, aber es frisst deine Zeit. Aus zehn Minuten wird plötzlich eine Stunde. So lässt es einem weniger Zeit für andere wichtige Dinge. Was mich an den ganzen digitalen Ent wick lungen ärgert, ist die neue StaSi, die wir am Hals haben. Aber es sind nicht mehr der Honecker oder Nordkorea, es ist ein sogenannter Freund. Ständig ausspioniert zu werden von Google, Apple, Microsoft oder einer Armee anderer Spione macht müde, und wir verlieren unser Vertrauen in die Ehrl ich keit der westlichen Firmen und der Regierungen, die die Spio - na ge unterstützen. Das schadet unserem kompletten System und macht es für Terro ris ten leichter, junge Männer in ihren Kampf zu rufen. Aber das Internet und Social Media als Kon zept für uns, um zu kommunizieren, ist eine sehr positive Sache, wenn die Leute, die dahinterstecken, respektvoll und ehrlich mit uns um gehen würden. Du liebst Irland. In einem Interview hast du einmal gesagt, dass Irland wie ein Magnet sei, der einen nicht loslässt. Was genau liebst du an Irland? Warum lebst du trotzdem in Deutschland? DANNY: Irland ist eine Frau, ein weibliches Land. Die Iren reden von „Mother Ireland“, wie die großen irischen Dichter in der Vergangenheit geredet haben. Ich liebe meine Mutter. Ich liebe ihre Sprache, ihre Musik, ihre Haut, ihre Laune, ihre Mythologie, ihre Geschichten, ihre Traurigkeit, ihr Lachen, ihre Scherze und so weiter. Ich wohne aus mehreren Gründen in Deutschland. Die Kelten, meine Vorfahren, meine Verwandten, waren vor einer sehr langen Zeit hier auf dem Festland, bevor sie zu den Inseln im Norden getrieben wurden. Für mich ist es also eine Art „coming home“. Zudem habe ich in Irland mit Asthma gekämpft und hier habe ich durch ein trockeneres Klima Ruhe. Das gemäßigte mitteleuropäische Klima passt besser zu mir. Ich habe hier sehr viele gute Freunde. Als ich nach Deutschland kam, habe ich viele junge Deutsche getroffen, die eine ähnliche Einstellung und Weltsicht hatten wie ich. Als Musiker ist Irland sehr klein. Man könnte in ganz Irland in zwei Wochen spielen – was sollte man dann den Rest des Jahres tun? Deutschland ist größer und es gibt mehr Auftrittsmöglichkeiten. Ich liebe die Kleinkunstbühnen-Szene in Deutsch - land. Und zu guter Letzt bin ich aus dem gleichen Grund wie die meisten Deutschen hier: „because we like it here“. Mit gefällt es hier. WEB: WWW.DONALOCEALLAIGH.COM INTERVIEW: JANINA HEINEMANN FOTO: JITKA LUDVIKOVA musiker MAGAZIN 2/2015

NEU Spitzenförderung für 19,50€ Vielfalt statt Mainstream! Jupiter Jones Meisterkurs für Populäre Musik Heisskalt Wie es funktioniert: Ablauf und Inhalt Musikbusiness Songwriting und Vocal-Coaching OK KID Für Musikförderer und Musikschaffende Jede Menge praktische Tipps Über den Autor Lothar Scholz, Musik- und Kommunikationswissenschaftler, ist seit über zehn Jahren Berlin-Korrespondent des Branchenmagazins “musikmarkt” mit den Schwerpunktthemen Urheberrecht und kollektive Rechtewahrnehmung. Popcamp — Know-How Autor: Lothar Scholz ISBN: 978-3-9813446-8-4 Preis: Euro 19,50 Herausgeber: Deutscher Musikrat - gemeinnützige Projektgesellschaft mbH Verlag: musikmarkt GmbH & Co.KG Bestellen Sie jetzt unter: www.musikmarkt.de Das Branchenmagazin

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