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Musiker Magazin 02/2015

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Pasquale Aleardi – Deutscher TV-Kommissar tauschte zeitweilig die Kanone gegen Mikrofon und Tanzschuhe – und überzeugte in der Hauptrolle des Musicals „Chicago“ Deutscher Rock & Pop Preis 2015 – Anmeldung Alina Sebastian – Preisträgerin des Deutschen Rock & Pop Preises 2014 in der Kategorie „Singer“ Interview mit Laura Neubauer, Gründerin des Labels „Lacave records“ Alexander und Maximilian Blume – Blues- und Jazzmusik mit Intention Stage Band – Musik der 60er-, 70er- und 80er-Jahre Peter Reimer – Mit „Entschleunigungskonzerten“ gegen den Zeitgeist Max – Pop-Punk auf Deutsch Sarah Straub – Die große Pop-Neuentdeckung Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 2: CANNED HEAT – Boogie On Interview mit Dónal ó Ceallaigh Bürger7 – Eine Widmung an Siebenbürgen Der erfolgreiche Video-Release GEMA: Rechtsstaatswidrig? – Teil 2 Instrumentenversicherung Mach aus deinem Bandnamen eine Marke

18 STORIES VERTRAUEN IST

18 STORIES VERTRAUEN IST DER SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG! Interview mit Laura Neubauer, Gründerin des Labels „Lacave records“ Lacave records wurde von Laura Neubauer im August 2014 gegründet. Die Ideologie des Musiklabels findet deutschlandweit ihre An erkennung, wodurch sich das bei Gründung aufgestellte Team von sechs Personen nach einem halben Jahr auf 35 Personen erweitert hat. Be werbungen treffen aus der Schweiz, Spanien und Österreich ein. Tonstudios aus ganz Deutschland haben sich dem Musiklabel angeschlossen. MM: Laura, im vergangenen August hast du das Label Lacave records gegründet. Wie kam es dazu? LAURA: Kurz und knapp: Ich habe mein eigenes Label gegründet, da ich immer wieder von Labels und Musikern betrogen worden bin. Ich habe mich rund zwei Jahre vor der Gründung mit der Ma terie der Labelarbeit beschäftigt und sie studiert. Ich habe mir entsprechende Hilfe und Beratung ge holt und meinen Traum zur Wirklichkeit gemacht. Zu viele Talente auf dieser Erde werden nicht ge fördert und gehört. Ich habe mich entschlossen, mich auf den Bereich Newcomer zu spezialisieren. Für mich persönlich ist es eine Lebens aufgabe, guten Stimmen eine Plattform zu geben, damit sie sich selbst verwirklichen können. Die Entwick lung der Künstler zu beobachten und mitzuerleben ist ein- fach toll. Das beste Beispiel, was ich euch hier verraten kann, ist mein Künstler Dr. Bongi. Er schickte mir seine Demos per Facebook. Er war mein erster Künstler und so habe ich ihn auch behandelt und behandele ihn heute noch so. Wir nahmen zunächst seine Single „Fernweh“ auf. Mittlerweile ist sie auch veröffentlicht, doch zunächst musste ich schauen, ob meine Kollegen und ich mit ihm arbeiten können und wollen. Das Ganze hat prima geklappt. Da Dr. Bongi den Willen hatte, mehr zu tun und ein Album herauszubringen, und mir dies ernsthaft zeigte, entschied ich mich, das Album mit ihm zu produzieren. Das wird dieses Jahr zum Abschluss gebracht werden. Er hat einige Rota - musiker MAGAZIN 2/2015

STORIES 19 tionsspielungen durch unsere Bemusterungen und wurde sogar für den deutschen Musikpreis nominiert. Auch sein erstes Konzert im Dezember hat er prima gemeistert. MM: Was war bei der Labelgründung das Schwerste und Mühsamste? LAURA: Ganz ehrlich? Vertrauenswürdige Partner zu finden. Die Arbeit an sich fiel mir leicht, da ich mein Label hauptberuflich betreibe und somit keinen großartigen Druck hatte – zumindest anfangs. Ich wusste, was auf mich zukommt. Ich habe seit August öfter Geschäftspartner getauscht und ersetzt, wie andere ihre Zahnbürste benutzen. Die schwarzen Schafe geben sich aber oft schnell preis, und so fällt es mir leicht, sie direkt auszutauschen. Es sind die tollen Musikmanager, die nur Gutes wollen – natürlich. Es sind Veran stal ter, die 50 Prozent der Gagen einbehalten wollen – natürlich. Und vor allem sind es Firmen und vorgegebene Veranstalter, die ihre Chance wittern, die Newcomer auszubeuten. Es waren sogar Menschen dabei, die mir sagten, dass ich mein Label so nicht führen dürfe, da meine Künstler sonst machen, was sie wollen. Ich könnte euch jede Menge Geschichten erzählen. MM: Unter anderem ist Daniel Lopes, be - kannt aus DSDS und dem Dschungelcamp, bei dir unter Vertrag. Wie ist es zu dem Kon - takt gekommen? LAURA: Daniel kam über Empfehlungen von Ge - schäftskollegen zu mir. Ich habe eine namenlose Demo an die Produzententeams versandt und bei direkten Gesprächen vorgeführt. Der Song war eine Komposition von Daniel selbst und umso mehr war ich über Feedbacks wie „mit einer der besten Songs, die ich je gehört habe“ erstaunt. Als ich bekannt gegeben habe, wer er ist, waren alle schwer beeindruckt. Denn die Songs, die derzeit von ihm auf dem Markt sind, passen größtenteils nicht zu seiner fabelhaften Stimme. Die Entscheidung, Daniel mit in unser Team aufzunehmen, war ein längerer Prozess, der auf Ge - genseitigkeit beruhte. Dass er überhaupt den Mut hat, noch einmal jemandem im Musikbusiness zu vertrauen, ist eine Auszeichnung an seinen Cha - rak ter. Heute kann ich sagen, dass mich meine Menschenkenntnis nicht getäuscht hat. Ich lernte Daniel immer mehr kennen und die Gespräche wurden intensiver und persönlicher. Ich fand schnell heraus, dass er einfach nur Musik machen will. Und zwar die Musik, die er möchte, und nicht die Musik, die ihm von den Labels immer aufgedrängt wurde. Hier schließt sich der Kreis, denn wir wollen, dass unsere Künstler genau die Art von Musik machen können, die sie selbst wollen. Denn nur so sind sie motiviert und glücklich, wenn sie auf der Bühne stehen. Die Produzenten, Daniel und ich waren uns sofort einig, wie sein neues Album, das gerade produziert wird, aussehen soll. So funktioniert es zwischen den Herzblut - musikern. Man muss nicht viel reden, denn es ist alles klar. Daniel ist verrückt, aber das sind wir im Lacave-records-Team alle. MM: Wie viele arbeiten bei euch im Label mit und wie funktioniert die Zusammenarbeit und Aufgabenteilung? LAURA: Die Aufgabenverteilung ist klar strukturiert. Bevor irgendwas passiert, geht es erst einmal über meinen Schreibtisch. Wir haben jetzt sechs Produktionsteams, immer bestehend aus zwei bis vier Personen. Dann gibt es noch Grafiker, die unsere Covers und Schriftzüge designen, und Promoter, die sich um die Promotion kümmern. Mittlerweile stellen wir uns auf die Bookings ein, indem wir verschiedene Agenturen mit unseren Künstlern bemustern. Auch hier stehen wir mitten im Aufbau. Wir haben ehrlich gesagt alle nicht mit dem Anlauf auf unser Label gerechnet und vergrößern uns Monat für Monat. Zurzeit haben wir zehn Künstler. Mittlerweile bekommen wir auch Bewerbungen von wirklich tollen Stimmen aus der Schweiz. Der Andrang muss bewältigt werden. Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Mir fehlen mittlerweile Produzenten, und ich hoffe, dass sich das bald ändert. MM: Euer Ziel ist es, hauptsächlich junge Nach wuchstalente zu fördern. Warum liegen euch gerade die am Herzen? LAURA: Das verhält sich im Vergleich ungefähr so: Wenn ich über die Straße gehe und einen Babyvogel im Gras liegen sehe, päppele ich ihn auf, um ihn wieder in die Freiheit zu lassen. Im direkten Vergleich bauen wir Künstler auf. Wir geben ihnen, was sie brauchen, um in der Branche überleben zu können. Wir vermitteln Wissen. So bereite ich die Newcomer auf das Überleben im Musikbusiness vor. Den restlichen Weg müssen sie aber alleine gehen, um Platz für die neuen New comer zu schaffen. In diesem Sinne ist „Lacave records“ entstanden. Das Ganze läuft aber im Moment aus dem Ruder, da sich unverhofft immer mehr etablierte Künstler bewerben. So brauchen wir jedoch immer mehr Produ zen - ten. Dass wir „sauber“ arbeiten, hat sich schneller herumgesprochen als gedacht. So kommen nun beinahe wöchentlich neue Bewerber auf uns zu. Allerdings habe ich in den vergangenen Monaten auf den Produktionen gemerkt, dass sich meine Künstler untereinander gut verstehen und dass die „Großen“ den „Kleinen“ viel zeigten, ohne dass ich oder jemand anderes danach fragte, und ohne Arroganz oder Herabblicken. Wir sind fast wie eine kleine Familie. Das schätzen meine Künstler und Produzenten. »Ich habe seit August öfter Geschäftspartner getauscht und ersetzt, wie andere ihre Zahnbürste benutzen. Die schwarzen Schafe geben sich aber oft schnell preis, und so fällt es mir leicht, sie direkt auszutauschen.« MM: Was ist das Spannende bei der Arbeit im eigenen Label? Was ist das Besondere von Lacave records? LAURA: Wir ziehen die Künstler und Produzenten nicht über den Tisch. Das macht uns ganz be son - ders. Einer meiner Künstler hat vor Kurzem zu mir gesagt: „Ich arbeite lieber mit euch als mit einem großen Label, denn hier weiß ich, dass ich gut aufgehoben bin.“ Tatsächlich hat dieser Künstler ein großes Angebot abgelehnt, um stattdessen mit uns zu arbeiten. Meine Künstler vertrauen mir. Das ist das Wertvollste, was es in der Musikbranche gibt. Das werden wir niemals mit Füßen treten. Das Spannendste ist die Entwicklung der Pro - duktionen und die Entwicklung der Künstler. Das Leuchten in ihren Augen, wenn Tracks, an denen sie mitgearbeitet haben, fertig sind. MM: Ihr seid ja noch sehr jung auf dem Markt. Welche Ziele, Wünsche und Träume habt ihr für die Zukunft? LAURA: Wir wollen gehört werden! Wir wollen unseren Künstlern eine seriöse Plattform geben, sie auf die Bühnen stellen und mit ihnen gemeinsam an ihren Träumen arbeiten. Wir möchten, dass alle zufrieden sind. Wir möchten die Kleinen ganz groß machen und die Großen noch größer. WEB: WWW.LACAVE-RECORDS.COM INTERVIEW: JANINA HEINEMANN FOTO: GELNER FOTOGRAFIE GRAFIK: © DIMAKP/FOTOLIA.COM 2/2015 musiker MAGAZIN

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