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Musiker Magazin 02/2014

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Deutscher Rock & Pop Preis 2014 – Anmeldung Katrin Medde & Band Marteria – "Zum Glück in die Zukunft II" Charlie Chaplin – Das Künstlergenie – Interview mit dem Buchautor Norbert Aping Plain Folly – Einzigartiger Alternative Pop-Rock mit Elementen aus Progressive Rock, Art Pop, Trip Hop und Elektro Session Pro – Professionelle Dienstleistungen im Bereich Veranstaltungstechnik und Installation Birgit Bachstein – Erst mit 50 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Album "Ich klopfe an" Danny June Smith – Die bunte Musikwelt des blonden Wirbelwindes Weltweiter Eigenvertrieb für Musiker Fuck the Facts – give us ideas – Ideen für Selbstvermarkter Was sind deine Facebook-Fans wert?! Der Urheberbeweis

46 MUSIKBUSINESS

46 MUSIKBUSINESS WELTWEITER EIGENVERTRIEB FÜR MUSIKER siert: Mailorder Shops. Kleine, oftmals nur von Einzelpersonen geführte Musikversandhäuser, die früher Kataloge verschickten und heute Online - shops betreiben. Auf diesem Weg können wir unsere Zielgruppe fast treffgenau ansprechen, denn hier stöbern ausschließlich geneigte Fans und lassen sich regelmäßig mit Meldungen über Neuheiten informieren. Da es solche Shops in vielen Ländern gibt, können wir leicht ein internationales Vertriebsnetz aufbauen, sodass jeder Fan in seinem bevorzugten Shop und zu den für ihn günstigsten Versandkonditionen einkaufen kann. Aufgrund des deutlich geringeren Risikos durch Streuverluste erhalten wir pro verkaufter CD höhere Beteiligungen, die, je nachdem, ob wir die Ware auf Kommission oder per Festab nah - me verkaufen, zwischen 6,50 und 8,50 Euro netto liegen können. Gerne wird darüber gesprochen, dass man als Musiker heutzutage kein Plattenlabel mehr benötigt. Viele machen es tatsächlich mit bemerkenswertem Erfolg vor. Dabei wollen wir aber nicht über die Methoden von Künstlern wie Moby oder Nine Inch Nails sprechen, die durch Major Labels groß geworden sind und ihnen dann den Rücken gekehrt haben. Lasst uns vielmehr die Möglichkeiten beleuchten, die ganz normale Musiker haben, die keine Major-gesponserten Erfolge im Rücken haben und nicht selten bei null anfangen. So viel wir uns auch von Plattenfirmen abwenden wollen, eine Sache hätten wir doch nur zu gerne von ihnen: den Vertrieb. Jenes Organ, das unsere Musik in der ganzen Welt verteilen kann. Mit Contentaggregatoren, die Downloadportale in aller Welt mit unserer Musik beliefern, ist das auf der digitalen Ebene schnell und mit ein paar Klicks geschehen. Schwieriger wird es auf physischer Ebene. Wie kommt unsere CD in die Läden? Lasst uns hier drei verschiedene Vertriebs - möglich keiten besprechen: den Fachhandel, Mail - order Shops und den digitalen Vertrieb. BRAUCHEN WIR DEN FACHHANDEL? Der klassische Plattenladen existiert heute fast nur noch als oberflächlich sortierte Abteilung in Elektromärkten und Kaufhäusern. Neben Chart - pro duktionen und zahlreichen Greatest-Hits-Alben lassen diese Abteilungen vor allem eines vermis- sen: Spartenmusik. Jene Musik, die von 20er- Jahre-Acapella über Rockabilly und den Art Rock der 70er bis zu sehr speziellen Subkate gorien der elektronischen Musik, des Blues, des Jazz oder des Heavy Metal reicht. Viele von uns spielen aber genau solche Spartenmusik, fernab des von Chartshows und Formatradio diktierten Main - streams. Es gibt kleine, auf bestimmte Stilrichtungen spezialisierte Vertriebe, die auch ungesignten Mu - sikern den Verkauf über den Fachhandel ermöglichen. Dabei können wir mit rund 5,00 bis 6,00 Euro netto pro CD rechnen. Das eigene Album im Verkaufsregal macht natürlich ordentlich etwas her, aber die Sache hat einen faden Bei - geschmack: Die Werbefachleute nennen es Streu verluste. Wir präsentieren unsere Sparten - musik, zum Beispiel eine Scheibe mit astreinem Chicago Blues, einem bunt gemischten Publi - kum, dessen Musikgeschmack – sofern er existiert – von Klassik über Country bis Techno reicht. Oder anders ausgedrückt, welche Verkaufs - chan cen hat ein Glam-Metal-Album in einem von Hip-Hop geprägten Stadtteil? Lasst uns deshalb darüber nachdenken, unsere Musik wesentlich zielgerichteter und mit höherer Verkaufsbeteiligung an unsere Fans zu bringen. MAILORDER SHOPS Es gibt sie in so gut wie jeder Stilrichtung, oftmals sogar auf einzelne Subkategorien speziali- Mailorder Shops sind gewöhnlich sehr aufgeschlossen gegenüber Eigenproduktionen. Auch hier gibt es stilistisch spezialisierte Vertriebe, welche die ausschließliche Belieferung solcher Shops übernehmen und dafür Provisionen von 10 bis 20 Prozent in Rechnung stellen. DIGITAL Die eigene Musik in sämtlichen Download - stores weltweit erhältlich zu machen geht leicht. Über einen der mittlerweile zahlreichen Content - aggre gatoren gelangen unsere Songs zu iTunes, Spotify, Amazon, Musicload und Konsorten. Diese Downloadstores bieten die gesamte Band breite an Musik an, laden aber durch weitreichende Suchfunktionen und Hörbeispiele auch hartgesottene Nischenfans zum Stöbern ein. Abgerechnet wird nur über den Content aggre - gator. Den Preis- und Bezahlmodellen sind hier in puncto Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Manche Aggregatoren verlangen Jahresbeiträge von 5,00 bis 20,00 Euro und zahlen dafür 100% der generierten Einnahmen aus, andere erheben eine einmalige Einstellgebühr zwischen 20,00 und 35,00 Euro und zahlen zwischen 90% und 100% aus. Berechnungsgrundlage sind hier aber nicht die von den Fans gezahlten Preise, sondern die Beträge, welche die jeweiligen Downloadstores abzüglich ihres Anteiles an den Contentaggre gator weiterreichen. DIE EIGENE WEBSITE Beim Verkauf über die eigene Website können wir 100 Prozent der Einnahmen für uns verbuchen. Den Preis setzen wir dann gerne etwas niedriger als im übrigen Handel an, um den Be - suchern unserer Website einen größeren Anreiz zum Direktkauf zu geben. musiker MAGAZIN 2/2014

MUSIKBUSINESS 47 Allerdings sind hier inzwischen professionelle, vor allem aber unkomplizierte, Zahlungsmöglich - keiten von großer Bedeutung. Die Zeiten von „schickt uns eine Mail, wenn Ihr eine CD haben wollt“ sind lange vorbei. WAS GIBT ES ZU VERDIENEN? Wie viel wir über die jeweiligen Vertriebswege verdienen können, hängt natürlich von mehreren Faktoren ab: Bekanntheit, Qualität, Promotion und nicht zuletzt den Eigenschaften unserer Stilnische. Die folgende Tabelle gibt einen groben Überblick über die durchschnittlichen Verdienstmöglich kei - ten. Grundlage sind die von den Anbietern angegebenen Statistiken sowie die Erfahrungswerte von Bands unterschiedlicher Größenordnung, die ich zum Direktverkauf über ihre Website befragt habe. In die Statistiken fließen sowohl nahezu er - folglose Musiker als auch international bekannte Top Acts ein. Der Einfachheit halber habe ich mich auf Albumverkäufe beschränkt. FAZIT Wir müssen nicht überall vertreten sein, aber wir sollten dort gefunden werden, wo es zählt. Ein Netzwerk aus Mailorder Shops und digitalen Stores ist für selbstvermarktende Musiker ein Umsatz/Album Alben/Jahr Umsatz/Jahr Ausschüttung Gebühr (Album) CD BABY 6,60 “ 26 171,60 “ CDs: abzgl. 4 $ 49 $ Digital: 91% ZIMBALAM 9 “ 20 180 “ 90% 34,99 “ (Newcomer) ZIMBALAM 9 “ 100 – 900 “ – 90% 34,99 “ (etablierter Act) 100.000 90.000 “ MAILORDER 7,50 “ 5 – 50 37,50 “ – Vereinbarter ––– (pro Shop) 375.000 “ Abnahmepreis EIGENE WEBSITE 10 “ 5 – 100 50 “ – 100% ca. 60 “ 1.000 “ Webhosting/Jahr wichtiger Schritt zu internationaler Präsenz und zur Absatzförderung. Auf ganz gezielte Weise er - reichen wir möglichst viele Käufer, im Umkehr - schluss bieten wir unseren Fans eine Auswahl an Kaufoptionen. Hinzu kommen natürlich noch Werbeeffekte sowie ein professioneller Eindruck, der entsteht, wenn unsere Musik in den wichtigsten Szeneoutlets geführt wird. Die Eigeninitiative endet übrigens nicht, wenn die Musik einmal in den Läden steht. Wir müssen unsere potenziellen Käufer auch auf die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten hinweisen. Zum Bei - spiel auf unserer Website und unseren Social- Media-Profilen, wo wir die wichtigsten Shops und Stores auflisten und per direktem Link zu unserer Musik bzw. auf unser Produkt verweisen können. TEXT: JULIAN ANGEL GRAFIK: © ALEKSANDER1/FOTOLIA JULIAN ANGEL ist selbstvermarktender Musiker und Initiator der Musikbusiness Konferenz „Music- Biz Madness“, die Musikern erprobte Tipps und Anleitungen zum Erfolg im Musik business gibt. Weitere Tipps findet Ihr auf: WWW.MUSICBIZMADNESS.DE · Foto: © Anton Brandl – Dank an JUST MUSIC GmbH / München So heiß ist weiß Es ist an der Zeit für ein Statement: Schneeweiße Spitzenkabel von Cordial – perfekt für Deinen extravaganten Auftritt! SNOW, das sind hochwertige weißummantelte Kabel mit komplett weißen Neutrik Steckern (inklusive Tülle). Für alle, die es besonders schnörkellos und weiß lieben. Und, keine Sorge. Euer Sound kommt wegen des exklusiven Designs keinesfalls als ‚White Noise‘ daher. Er bleibt clean, unverändert und einfach echt. Cordial GmbH · Sound & Audio Equipment Otto-Hahn-Straße 20 · D-85221 Dachau · Phone +49 (0) 8131.99 697-0 · Fax +49 (0) 8131.99 697-29 · www.cordial.eu

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