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Musiker Magazin 02/2014

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Deutscher Rock & Pop Preis 2014 – Anmeldung Katrin Medde & Band Marteria – "Zum Glück in die Zukunft II" Charlie Chaplin – Das Künstlergenie – Interview mit dem Buchautor Norbert Aping Plain Folly – Einzigartiger Alternative Pop-Rock mit Elementen aus Progressive Rock, Art Pop, Trip Hop und Elektro Session Pro – Professionelle Dienstleistungen im Bereich Veranstaltungstechnik und Installation Birgit Bachstein – Erst mit 50 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Album "Ich klopfe an" Danny June Smith – Die bunte Musikwelt des blonden Wirbelwindes Weltweiter Eigenvertrieb für Musiker Fuck the Facts – give us ideas – Ideen für Selbstvermarkter Was sind deine Facebook-Fans wert?! Der Urheberbeweis

42 STORIES BIRGIT

42 STORIES BIRGIT BACHSTEIN Sie ist in der Musikbranche eine Ausnahme: Erst mit 50 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Album „Ich klopfe an“ Im Interview mit Hannah Thalhammer sprach sie über die Albumproduktion und die damit verbundenen Freuden und Schwierigkeiten. MM: Du machst schon sehr, sehr lange Musik, hast aber erst im letzten Jahr dein erstes Album veröffentlicht. Warum hast du bisher noch keine Veröffentlichung dieser Art ge - habt? BIRGIT: Ich sag jetzt einfach, weil ich mit dem Christian Schwemm noch nicht zusammengekommen bin. Das ist eben mein Produzent, und es ist auch sehr sehr schwierig, wenn man ander - weitig beschäftigt ist mit Familie und was da eben alles drum und dran ist, sich da wirklich nur der Musik zu widmen. Der Christian hat mir da wirklich auf die Sprünge geholfen und hat vor allem, was das Musikalische anbelangt, genau auch meine Seele getroffen. MM: Du schreibst deine Songs alle selbst. Was inspiriert dich? Wie kann ich mir diesen Schaffensprozess bei dir vorstellen? BIRGIT: Das ist ganz unterschiedlich. Bei mir ist es erstens so, dass Musik und Text immer gleich - zeitig kommen. Das ist manchmal so, dass ich, wenn ich unter der Dusche stehe, eine Textpas - sage plötzlich im Kopf habe. Dann trockne ich mich ganz schnell ab, dass ich ans Piano komme, und dann fange ich an. Es fließt immer, also diese zwei Bahnen, die fließen ineinander, und das geht dann manchmal ganz schnell, dass ein Lied innerhalb einer Stunde steht. Und manchmal, da habe ich das Gefühl, es wächst etwas in mir, wie bei einer Schwangerschaft, ich bin also mit einem Lied schwanger, sage ich immer, und plötzlich ist es komplett da und kann geboren werden. MM: Und damit komme ich eigentlich auch schon zu meiner nächsten Frage, und zwar, dass du deine Musik als Mischung zwischen Pop und Chanson bezeichnest, aber dich deutlich vom Schlager abgrenzen möchtest. Warum ist das so? BIRGIT: Ich kann gegen Schlager nichts sagen. Ich habe immer gesagt: Meine Musik ist sehr viel - schichtig und Schlager bleibt doch an der Ober - fläche. Für mich ist es eben auch Schlagermusik mit so drei, vier Akkorden, und das ist ja meine Musik nicht. Meine Musik schöpft wirklich aus der Tiefe, und deswegen singe ich keinen Schla - ger, sondern wirklich diese Poprichtung. Ich bin natürlich auch geprägt von Whitney Houston, von den Beatles und das geht natürlich ein ganz schönes Stück am Schlager vorbei. MM: Du hast dir sehr viel Zeit gelassen, sage ich jetzt mal, entspannt Zeit gelassen, über ein Jahr für die Produktion des Albums. Warum war es dir wichtig, dir Zeit zu nehmen? BIRGIT: Es sollte ja was Gescheites werden. Ich sag, wenn man schon so ein Mammutprojekt startet, dann kommt es ja auf gewisse Kleinigkeiten auch nicht mehr an. Wir wollten gewisse Sachen einfach perfekt haben, und ich wollte es auch bis zum Letzten ausreizen, dass ich sag: „Ja, ich stehe hinter jedem Lied. Ich kann das alles, auch vor allem von der Musik her und vom Arran gement her, unterstützen.“ Und das hat halt eben diese anderthalb Jahre gedauert. Klar, private Sachen spielen auch immer noch eine Rolle. Aber es war ja dann genau pünktlich fertig zu dem Termin, den ich mir gesetzt hatte. MM: Und da komme ich auch zu meiner nächsten Frage, die, wie ich finde, Musiker generell immer interessiert: Wie vertreibst du eigentlich dein Album? musiker MAGAZIN 2/2014

STORIES 43 BIRGIT: Das ist eine wirklich gute Frage. Im Moment habe ich ja nur die Onlineportale, wo man sich das herunterladen kann, und bei Amazon, wo ich selber der Anbieter bin, denn ich hab ja keine große Plattenfirma hinter mir. Es ist für Künstler wie mich wirklich schwierig, die CDs an den Mann oder die Frau zu bringen, denn ich habe keine große Werbung. Diese Kosten kann ich ja nicht alleine tragen, und deshalb suche ich verzweifelt jemanden, der mich unterstützt oder der einfach sagt: „Ich über nehme die ganze CD und promote dich jetzt.“ MM: Das heißt, wie bewirbst du dein Album? Hast du keine Art der Werbeform? BIRGIT: Nein, im Moment gar nicht. Es ist nicht einfach als Künstler, darum haben ja die Beatles auch den Brian Epstein gehabt, weil er ihnen genau das abgenommen hat. Als Künstler will man Musik komponieren, man möchte singen und sich um diesen Kram eigentlich gar nicht kümmern. MM: Ich muss aber sagen, dass ich mir no tiert habe, dass du trotzdem regionale Händler hast, oder regionale Partner, über die du auch noch dein Album vertreibst. Kannst du mir mehr dazu erzählen? BIRGIT: Ja, klar. Also bei uns im Bücher laden oder beim Friseur, solche Sachen zum Beispiel. Wie Künstler eben so sind. Man muss improvisieren, aber es fehlt halt ganz klar an diesem ganz großen Bereich, dass auch deutschlandweit einfach die CD ein bisschen bekannter wird. MM: Dein Album darf sich mit dem Titel schmücken „Bestes deutschsprachiges Album 2013“. Du hast dich 2013 beim Deut - schen Rock & Pop-Preis beworben. Warum und was hat dich dazu bewogen? BIRGIT: Also der Christian Schemm, der ja nun auch Mitglied ist bei euch und die Zeitungen regelmäßig gelesen hat und immer noch liest, hat einfach gesagt: „Du, da machen wir jetzt mit. Ich schicke die Produktion jetzt mal da hin.“ Ich konnte mir da jetzt nicht so viel drunter vorstellen. Ich kannte das ja nicht. Und der hat das eben hingeschickt und mir natürlich Bescheid gesagt, als er den Brief bekommen hat, dass wir unter den ersten Dreien sind. »Es ist einfach so schön, im Studio zu stehen und zu sehen, wie die Stücke so wachsen und Form annehmen« MM: Umso gespannter bin ich jetzt auf dein Nachfolgealbum, das jetzt auch schon in Planung ist. Wie weit bist du denn mit der Konzeptionierung und mit der Entwicklung? BIRGIT: Noch relativ am Anfang, denn natürlich muss ich hier noch weiterarbeiten oder nacharbeiten am ersten Album. MM: Das Nacharbeiten heißt was genau? BIRGIT: Nacharbeiten heißt, einfach auch ein bisschen in die Promotion zu gehen und dass einfach auch jemand da ist, der das Ganze noch ein bisschen nach vorne treibt oder eben bewirbt. Es ist so eine zweigleisige Sache. Einer seits mein altes, mein erstes Album ja noch nach vorne zu bringen, gleichzeitig auch am zweiten zu arbeiten. Es ist einfach so schön, im Studio zu stehen und zu sehen, wie die Stücke so wachsen und Form annehmen, das ist einfach wunderschön. MM: Aber du wirst dich auch weiterentwickelt haben. Es wird wahrscheinlich auch anders sein dieses Mal. BIRGIT: Ja, ein bisschen dynamischer wird es sein, die Lieder sind ein bisschen anders, aber von der Grundhaltung her, ich meine, ich bin ja kein ande- rer Mensch dadurch geworden, und ich habe ja auch Lieder, die ich schon vor 20 Jahren ge - schrieben habe, die dennoch aktuell sind, also das, was ich von damals mitnehme, ist genauso aktuell wie die ganz neuen Stücke, und die werden natürlich auch in dieses neue Album miteingeflochten, klar. MM: Jetzt möchte ich von dir noch zuallerletzt wissen: Was sind deine Wünsche, deine Ziele für das Jahr 2014? BIRGIT: Meine Wünsche sind, dass in der Mu - sikbranche nicht nur die jungen Musiker nach vorne getragen werden, sondern auch Men schen wie ich, ich bin ja jetzt schon 50 … MM: Es ist tatsächlich so, dass, wenn man die Musik hört, sagen Leute: „Oh, schöne Musik, toll, und wie alt ist die?“ Und dann sagt man: „50.“ und dann winken die ab. Ich finde, das nennt man Diskriminierung. BIRGIT: Altersdiskriminierung könnte man sagen. Das ist es wirklich, ja. Das wünsche ich mir einfach, dass sich die Menschen öffnen für die Künst ler, dass es eben keine Frage des Alters ist, sondern wirklich eine Frage der Kunst und des Her zens, dass einem die Musik gefällt. Das wünschen wir uns auch. Vielen Dank an dich! INTERVIEW: HANNAH THALHAMMER FOTOQUELLE: BIRGIT BACHSTEIN DAS VOLLSTÄNDIGE INTERVIEW ZU FINDEN AUF: WWW.MUSIKER-ONLINE.TV UND WWW.YOUTUBE.COM/MUSIKERONLINETV BIRGIT BACHSTEIN „Ich klopfe an“ VÖ: 19.01.2013 WWW.BIRGITBACHSTEIN.DE 2/2014 musiker MAGAZIN

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