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Musiker Magazin 02/2014

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Deutscher Rock & Pop Preis 2014 – Anmeldung Katrin Medde & Band Marteria – "Zum Glück in die Zukunft II" Charlie Chaplin – Das Künstlergenie – Interview mit dem Buchautor Norbert Aping Plain Folly – Einzigartiger Alternative Pop-Rock mit Elementen aus Progressive Rock, Art Pop, Trip Hop und Elektro Session Pro – Professionelle Dienstleistungen im Bereich Veranstaltungstechnik und Installation Birgit Bachstein – Erst mit 50 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Album "Ich klopfe an" Danny June Smith – Die bunte Musikwelt des blonden Wirbelwindes Weltweiter Eigenvertrieb für Musiker Fuck the Facts – give us ideas – Ideen für Selbstvermarkter Was sind deine Facebook-Fans wert?! Der Urheberbeweis

38 STORIES »Songs

38 STORIES »Songs müssen in der 90-Sekunden-Preview bei iTunes funktionieren und fürs Radio nicht länger als 3:30 Minuten sein. Als Künstler bekommt man das Gefühl, dass man nur Erfolg haben kann, wenn man sich diesem Diktat unterwirft.« PLAIN FOLLY „Fortuities“ VÖ: 05.06.2012 WWW.PLAINFOLLY.COM FACEBOOK.COM/PLAINFOLLY PLAINFOLLY.BANDCAMP.COM MM: Viele Musikhörer wollen mittlerweile für Musik kein Geld mehr bezahlen, da es genügend Möglichkeiten gibt, eine Zahlung zu umgehen. Was kann man als Musiker tun, um dem entgegenzuwirken? PLAIN FOLLY: Ich fühle mich diesem Problem gegenüber als Musiker ehrlich gesagt ziemlich hilf- und machtlos. Man kann natürlich versuchen, tolle Pakete aus CD, LP, Merch, Noten etc. zu schnüren und dadurch die Zahlungsbereitschaft zu erhöhen. Aber das Problem liegt doch darin, dass ein Großteil der Bevölkerung zu denken scheint, dass man für Musik nichts bezahlen muss. Ein ehemaliger Pro motion-Kollege von mir hat mal zu diesem Thema gesagt: „Keiner geht in einen Laden, nimmt sich fünf Brötchen und zahlt nichts dafür.“ Das bringt es doch auf den Punkt. Für ein Auto legt man 50 000 Euro auf den Tisch, aber für einen Song sind 99 Cent zu viel. Streaming-Dienste machen das meiner Meinung nach nicht besser – der Wert eines einzelnen Songs wird doch verschwindend gering, wenn man Millionen zur Auswahl hat. Man müsste den Leuten da draußen klarmachen, wie viel Aufwand, Arbeitszeit, Geld, Übung und Energie eigentlich in einem Song steckt. Dazu kommt, dass Musiker das doch nicht zum Privatvergnügen machen, sondern ebenso einen Beitrag für die Gesell - schaft leisten wie jeder andere Erwerbstätige, und das meine ich nicht nur finanziell. Wenn alle Angestellten der Unterhaltungsindustrie schlagartig die Arbeit einstellen würden, wären wir ganz schön aufgeschmissen – ohne Musik, ohne Film oder Fernsehen, ohne Bücher. Aber wie man das als Musiker am besten kommuniziert, ohne dabei vorwurfsvoll oder belehrend zu wirken, weiß ich leider auch nicht. MM: Das Zeitalter des Albums ist vorbei, selbst künstlerisch wertvolle Cover können nur noch echte Fans anlocken. Wie stehst du dieser Entwicklung gegenüber? PLAIN FOLLY: Ich finde das einfach nur sehr traurig, aber ich fürchte, das ist Teil der gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre. Das klingt jetzt klischeehaft, aber es wird wirklich alles schnelllebiger. Ich habe früher wochenlang auf ein Album gewartet, gespart, es direkt am Ver - öffentlichungstag gekauft und dann monate lang rauf- und runtergehört. Wer macht das denn heute noch? Songs müssen in der 90-Sekunden- Preview bei iTunes funktionieren und fürs Radio nicht länger als 3:30 Minuten sein. Als Künstler bekommt man das Gefühl, dass man nur Erfolg haben kann, wenn man sich diesem Diktat unterwirft. Das finde ich schlimm. Wo soll diese Ent wicklung denn noch hingehen? MM: Traumberuf: Künstler. Siehst du das ähnlich oder gibt es auch Schattenseiten? PLAIN FOLLY: Es gibt bei jedem Beruf Schattenseiten. Künstlerische Berufe sind meistens unsicherer als „normale“ Jobs, und gerade bei der Arbeit als Musiker gibt es ganz konkret viele Dinge, die keinen Spaß machen, zum Beispiel das Auf- und Abbauen, die oftmals langen Warte zeiten vor Gigs und dass man kaum freie Wochenenden hat. Aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, wenn man von Natur aus ein künstlerisches Gemüt hat muss man dem nachgeben, sonst macht man sich doch selbst un - glücklich. Ich wollte niemals aufs Musikmachen verzichten. Dazu sind mein kreativer Schaffensdrang und die Freude daran, auf der Bühne zu stehen und andere Menschen zu begeistern, viel zu groß. MM: Wie sehen deine nächsten Ziele aus? PLAIN FOLLY: Erstens möchten wir gerne viel mehr Gigs spielen und versuchen derzeit, einige Club-Gigs in Süddeutschland für den Sommer auszumachen. Ich werde mich außerdem zeitnah um eine Bookingagentur bemühen. Zweitens möchte ich ein Musik video drehen, um die Bekanntheit von Plain Folly im Internet zu erhöhen. Drittens bin ich auf der Suche nach Partnern für die Finanzierung und Umsetzung meines Debütalbums. Die Songs dafür bestehen, aber für die Realisation fehlt mir bislang jegliche Infrastruktur: Label, Vertrieb, Promotion ... Natürlich kostet das auch alles Geld. Daher beschäftige ich mich gerade auch mit alter nativen Finan zie - rungsmöglichkeiten wie z. B. Crowdfunding. INTERVIEW: OLE SEELENMEYER FOTOS: © MANUEL J. KARP / MANUELJKARP.DE musiker MAGAZIN 2/2014

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