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Musiker Magazin 02/2014

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Deutscher Rock & Pop Preis 2014 – Anmeldung Katrin Medde & Band Marteria – "Zum Glück in die Zukunft II" Charlie Chaplin – Das Künstlergenie – Interview mit dem Buchautor Norbert Aping Plain Folly – Einzigartiger Alternative Pop-Rock mit Elementen aus Progressive Rock, Art Pop, Trip Hop und Elektro Session Pro – Professionelle Dienstleistungen im Bereich Veranstaltungstechnik und Installation Birgit Bachstein – Erst mit 50 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Album "Ich klopfe an" Danny June Smith – Die bunte Musikwelt des blonden Wirbelwindes Weltweiter Eigenvertrieb für Musiker Fuck the Facts – give us ideas – Ideen für Selbstvermarkter Was sind deine Facebook-Fans wert?! Der Urheberbeweis

36 STORIES MM: Was ist

36 STORIES MM: Was ist deiner Meinung nach besonders wichtig für ein erfolgreiches Selbstmanagement? PLAIN FOLLY: Eine gute Organisation ist das A und O. Und dass man bestimmte Aufgaben delegiert, vor allem, wenn es Dinge sind, die man selber nicht so gut kann. Man muss aber aufpassen, dass man sich nicht überfordert. Deshalb denke ich auch, dass das keine ideale Situation ist, da einem der Organisations- und Marketing kram sehr schnell über den Kopf wächst und man weniger Zeit fürs Songwriting hat, obwohl das doch eigentlich der Kern der Sache ist. MM: Was macht für dich einen guten Manager und Pro du - zenten aus? Worauf sollte man achten? PLAIN FOLLY: Was den Produzenten angeht, so halte ich es für wichtig, dass er den Künstler bzw. die Band versteht und man auf einer Wellenlänge ist. Oftmals bringt der Produzent Ideen ein, auf die die Band selbst niemals gekommen wäre, weil er den Blick von außen hat. Das Wich tigste ist allerdings, dass der Produzent ehr lich sagt, was er denkt – auch wenn das heißt, dass er an den Musikern Kritik üben muss. Ein Manager wiederum sollte natürlich ebenfalls verstehen, worum es dem Künstler geht, diesen nach außen hin vertreten und ihm or - ga nisatorisch gesehen den Rücken freihalten. Hier ist es natürlich unglaublich wichtig, dass beide Seiten sich vertrauen und sich aufeinander verlassen können. MM: Welche Vor- und Nachteile hat die Eigenproduktion oder die Arbeit mit einem Produzenten? PLAIN FOLLY: Ich glaube, dass es gut ist, jemanden von außen hin - zuzuziehen, da man auch in der Musik irgendwann „betriebsblind“ wird. Ich selber habe die Arbeit mit Produzent als sehr inspirierend und motivierend erlebt. Es ist schön, wenn man sich auf die Songs und die Aufnahmen konzentrieren kann und sich nicht auch noch um die Nachbearbeitung, Mixing und Mastering kümmern muss. MM: Du hast die EP maßgeblich alleine geschrieben und ent - wickelt. Wie kam es dazu und warum wolltest du es dieses Mal in Eigenregie machen? PLAIN FOLLY: Ich arbeite grundsätzlich immer erst mal alleine an meinen Songs und mache die Vorproduktion im Homestudio. Mit den Pilot-Songs bin ich dann zu Produzent Tom Schenk gegangen, und wir haben besprochen, wie wir sie umsetzen möchten, das heißt, wie wir das Soundgerüst stricken, ob wir noch etwas an den Songs selbst verändern etc. Ich hatte ursprünglich die Idee, Gitarre und Bass von Studiomusikern einspielen zu lassen, aber Tom hat mich davon überzeugt, dass ich das selbst machen kann – was dann ja auch super funktioniert hat. Für die Schlagzeugaufnahmen konnten wir glücklicherweise Moritz Müller gewinnen. MM: Hast du ein Rezept gegen Schreibblockaden? PLAIN FOLLY: Ja, das habe ich witzigerweise von „Don Draper“ »Das Problem liegt doch darin, dass ein Großteil der Bevölkerung zu denken scheint, dass man für Musik nichts bezahlen muss. Für ein Auto legt man 50 000 Euro auf den Tisch, aber für einen Song sind 99 Cent zu viel.« aus der Serie „Mad Men“. Bei einer kreativen Blockade hilft es, sich einige Tage so intensiv wie möglich mit einem Thema oder einem Song zu beschäftigen, Brainstorming zu machen, zu recherchieren, sich inspirieren zu lassen etc. – bis es einem buchstäblich zu den Ohren herauskommt. Und dann legt man alles auf die Seite und beschäftigt sich überhaupt nicht mehr damit. Dann kommen die kreativen Einfälle plötzlich wie von selbst. Zumindest bei mir funktioniert das. MM: Hast du beim Schreiben und Komponieren einen festen Ablauf oder entsteht jeder Song auf einer andere Weise? PLAIN FOLLY: Ich fange tatsächlich jedes Mal anders an. Meistens habe ich eine Melodie oder Akkordfolge auf Gitarre oder Klavier entwickelt und oft auch schon eine Gesangsmelodie dazu im Kopf. Das spiele ich ein; und dann kommen die weiteren Instru mente oder Sounds dazu. Es kann aber auch sein, dass ich einen ganzen Song fertig komponiert habe, den ich dann komplett aufnehme und arrangiere. Oft habe ich auch nur eine Text- oder Melodiezeile im Kopf, aus der dann ein Song entsteht, oder es ist andersherum und der Gesang kommt als Letz - tes dazu. Das ist wirklich jedes Mal anders. Wobei ich diese erste Ver sion eines Songs fast immer noch mehrmals überarbeite, einzelne Spuren verwerfe oder ganze Parts umstelle. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, arbeite ich im Endeffekt sehr chaotisch! MM: Du komponierst deine Lieder am Computer. Warum ziehst du das gegenüber der Entwicklung mit einer Band vor? PLAIN FOLLY: Das hat sich so entwickelt, weil ich nicht nur mehrere Instrumente spiele, sondern auch singe und Songs schreibe. Wenn man so viele Möglichkeiten hat, greift man automatisch einfach zum jeweiligen Instrument und probiert selbst etwas aus. Der Hauptgrund ist aber, dass ich einfach wahnsinnig gerne mit Sequenzer-Software arbeite und riesigen Spaß daran habe, Melodien einzuspielen, zu arrangieren, zu bearbeiten und Dinge aus - zuprobieren. Ich habe beim Songwriting zudem meistens schon im Kopf, welches Gefühl und welche Atmosphäre ich mit einem Song erzeugen will. Aber ich habe es noch nie geschafft, das im Song - writing prozess mit Band umzusetzen. Mit Band im Probe raum Songs schreiben, das ist nicht mein Ding. MM: Mündet jede anfängliche Inspiration auch in einem fertigen Song oder verwirfst du deinen Ideen häufig wieder? PLAIN FOLLY: Ich habe einen riesigen Berg angefangener Songs und festgehaltener Ideen auf meinem Rechner – also ja, ich verwerfe viele Ideen. Beziehungsweise würde ich einige davon gerne weiterverfolgen, aber meistens fällt mir dabei wieder etwas Neues ein, an dem ich dann weiterarbeite. Es ist auch schon passiert, dass ich aus der Bridge eines angefangenen Songs den Refrain für einen neuen Song gemacht und diesen dann ausgearbeitet habe, während sich der eigentlich geplante Song bis heute im Anfangs - stadium befindet. Ich finde das aber nicht schlimm, im Gegenteil. musiker MAGAZIN 2/2014

STORIES 37 Für mich ist Songwriting etwas sehr Organisches, ein Prozess, der sich ständig verändert. Man muss da seinem Bauchgefühl folgen, und das ist komplett unabhängig von rationalen oder musiktheoretisch begründeten Entscheidungen. Wenn der Song etwas mit mir macht, Gefühle hervorruft, Bilder vor meinem inneren Auge entstehen lässt und dazu mein Bauchgefühl stimmt, dann ist alles gut. MM: Wie weit ist der Weg von der Idee bis zum fertigen Song? PLAIN FOLLY: Das ist tatsächlich jedes Mal unterschiedlich. Ich habe mal einen Song in zwei Wochen geschrieben, arrangiert und fertig produziert, für einen anderen benötigte ich fünf Jahre. Aber beide Songs sind toll geworden! Es kann ein Katzensprung sein, aber manchmal auch ein sehr steiniger, langer Weg ... 8

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